So funktioniert JustAnswer:

  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.

Stellen Sie Ihre Frage an InternetCoach.

InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychologie hier ein
InternetCoach ist jetzt online.

hallo mein name ist susi und ich habe einen großen bruder von

Kundenfrage

hallo mein name ist susi und ich habe einen großen bruder von ihm die freundin hat anzeichen von einer wochenbettdepression will sich aber weder was sagen noch helfen lassen ihre schwangerschaft ist nun bald 6 monate zurück und sie zeigt dessinteresse wie zb raus gehen mit kind kein interesse mehr am hund weist mein bruder ab macht ihm vorwürfe und dann bekommt sie mit einmal angst und dann ist sie wieder cool meine frage ist wie kann man ihr helfen bevor sie noch komplet durch dreht den mit so einer wochenbettd. sollte man ja nicht so einfach umgehen bzw mit dem wie soll ich sagen baby blues anzeichen (erweiterte anzeichen)
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Sie haben absolut Recht, dass man mit Wochenbettdepressionen nicht leichtfertig umgehen sollte.

Depressionen gehen einher mit einem besonders negativen Erleben der Welt, mit sog. katastrophisierenden Gedanken, in denen man sich ausmalt, welche schlimmen Dinge passieren könnten. Der Wahrnehmungsfokus liegt auf dem: Was fehlt noch? Was habe ich noch nicht erreicht? Was kann ich noch nicht? Was läuft schief in meinem Leben? Es gibt immer Dinge, die noch nicht so gut laufen, die noch fehlen und die schief laufen, aber depressive Menschen sehen vor allem diese negativen Tatsachen und verlernen mit zunehmender Krankheitsdauer immer mehr, die positiven Dinge auch wahrzunehmen und zu fühlen. Dies führt zu andauernden negativen Gefühlszuständen, starker Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Energielosigkeit. Häufig kommt es auch zu einer Gewichtszunahme oder Abnahme, zu sexuellen Störungen und Libidostörungen. Das Morgentief erleben besonders viele Patienten als große Belastung. Der Tag beginnt schwer, es ist nur mit großer Mühe möglich, das Bett zu verlassen und das Tagewerk zu beginnen. Bei besonders schweren Depressionen schaffen die Patienten es nicht mehr, das Bett zu verlassen.

Bei einer Depression kommt es oft zu kognitiven Verzerrungen. In depressiven Phasen kommt es zu Fehlinterpretationen der Wirklichkeit, die zu einer pessimistischen Sichtweise der Welt, der eigenen Möglichkeiten und der Zukunft führt. Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge werden verwechselt. Unangemessene Verallgemeinerungen (Depressionen kann doch niemand heilen) oder übertreibungen (die Sprechstundenhilfe hat mich abweisend behandelt, als sie sagte, dass ich noch etwas länger warten muss), emotionale Beweisführung (ich habe das Gefühl, dass sie mir nicht helfen kann, also stimmt das) und das weit verbreitete Gedankenlesen (ich weiss, dass sie mich nicht leiden kann) sind typische kognitive Verzerrungen. Depressive Patienten haben eine Neigung zum kognitiven Verzerren. Man weiß jedoch nicht, ob die Depression die kognitiven Verzerrungen auslöst oder ob die kognitiven Verzerrungen die Depression auslösen. Kognitive Verzerrungen könnten z.B. auch erlernt sein. Das Bewusstmachen von kognitiven Verzerrungen und das Auflösen dieser Verzerrungen führen zu einer Verbesserung des subjektiven Erlebens. Depressive Patienten können lernen, ihre Gedanken selbst zu überprüfen und zu verändern. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Kognitiven Verhaltenstherapie. Irrationale Einstellungen werden verändert und wirken sich damit auf das konkrete Verhalten aus.

Auch die Gehirnchemie ist bei depressiven Patienten verändert. Bestimmte Neurotransmitter wie Noradrenalin und Serotonin sind entweder zu wenig oder zu viel verfügbar. Genau hier setzen Psychopharmaka an. Leider weiß man bis heute nicht genau, wie diese wirken. Man weiß auch nicht, ob die Verschiebung der Neurotransmitterhaushalte die Depression verursacht oder ob die Depression die Neurotransmitterhaushalte negativ beeinflusst. Tatsache ist, dass viele depressive Patienten sehr gut auf die Behandlung mit Antidepressiva reagieren. Die Kombination von Antidepressiva und Kognitiver Verhaltenstherapie gibt heute als die Methode der Wahl für die Behandlung der Depression.

 

Hier ein paar Ideen fuer die Freundin Ihres Bruders:

 

 

http://www.depression-behandeln.de/

 

 

 

Viele Angehörige und Freunde wissen nicht, wie sie sich einem Depressiven gegenüber verhalten sollen. Sie fühlen sich unsicher und hilflos, wollen Beistand leisten und dem Kranken nicht noch zusätzlich zur Last fallen. Zusätzlich fürchten sie sich vor den Beleidigungen, dem Schmerz, der Trauer und der Einsamkeit des Depressiven. Zudem sagt man, daß eine Depression auch ansteckend sein kann. Das bedeutet jedoch nicht, daß sie ebenfalls eine Depression bekommen, sondern vielmehr, daß die Angehörigen ihr Verhalten ändern und Gefühle wie Wut, Angst, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit oder eine Müdigkeit und innere Leere entwickeln. Natürlich ändert sich dann auch das Leben der Angehörigen.

Als Angehöriger unterschätzt man oft die Krankheit. Man macht oft zwar gutgemeinte, aber dennoch für den Erkrankten negative Floskeln wie zum Beispiel:

  • Jedem geht es mal schlecht
  • Kopf hoch, das wird schon wieder
  • Du brauchst nur mal Urlaub
  • Dir geht es doch eigentlich gut
  • Reiß dich mal zusammen
  • Du brauchst nur etwas Abwechslung

Diese Floskeln erreichen einen Erkrankten nicht, eher im Gegenteil. Der Erkrankte glaubt, daß er noch nicht einmal diese einfachen Sachen erreichen kann und das negative Gefühl in seinem Kopf verstärkt sich dadurch noch mehr. Verzichten Sie also auf solche Sätze und bieten Sie dem Depressiven eine wirkliche Hilfe an. Dabei waere es vielleicht auch gut, mit der Grundversorgung des Kindes zu helfen, denn das scheint wahrscheinlich eine grosse Last.

Sie müssen verstehen, daß Aggressionen und Zurückhaltung nur durch die Krankheit entstehen, nichts mit der fehlenden Liebe oder Zuneigung des Erkrankten zu tun haben (wie Sie das bei Ihrem Bruder und dem Hund erleben). Außerdem müssen Sie wissen, daß diese Krankheit geheilt werden kann und der Depressive nach der Heilung wieder so ist wie vor der Krankheit. Die einzige wirkliche Hilfe, die Sie leisten können, ist, den Erkrankten zu motivieren. Bleiben Sie an seiner Seite und unterstützen Sie ihn in seinem Alltag. Achten Sie darauf, daß er seine Medikamente regelmäßig einnimmt und seine Arzttermine immer einhält. Setzen Sie ihn dabei aber nicht unter Druck, sondern motivieren Sie ihn durch die Aussicht auf eine Heilung.
Als Angehöriger eines Depressiven haben natürlich auch Sie unter der Krankheit zu leiden. Es können Gefühle wie Traurigkeit, Wut, Frustration oder Verärgerung entstehen. Sie müssen sich diese Gefühle eingestehen und akzeptieren, daß sie in Ihnen vorhanden sind. Falsch ist es jedoch, der depressiven Person daran die Schuld zu geben. Versuchen Sie, diese Gefühle mit Ihren Freunden aufzuarbeiten oder überlegen Sie, ob Sie eine Angehörigengruppe aufsuchen. Dort finden Sie Verständnis, aber auch praktische Tipps, wie Sie den Alltag mit der Krankheit und dem Erkrankten besser bewältigen können.

 

Nicht immer können Betroffene offen über ihre Probleme sprechen und sich diese eingestehen. Oft versuchen sie derartigen Gesprächen aus dem Weg zu gehen oder diese abzublocken. Ursache dieses Verhaltens sind Schuldgefühle der Erkrankten: Sie fühlen sich verantwortlich für die Belastungen im engeren Umfeld und glauben Familie und Freunde so zu schützen. Versuchen Sie die ersten Schritte für ein Gespräch zu machen. Oftmals können sich die Betroffenen nur schwer konzentrieren. Daher ist es wichtig, dass Sie nicht zu hohe Erwartungen an solche Gespräche knüpfen. Hilfreich ist es, wenn Sie sich über die Krankheit informieren, um die Gefühlswelt des Betroffenen besser verstehen zu können.

Auch wenn sich der Erkrankte abwendet und sich zurückzieht: Beweisen Sie Ausdauer und seien Sie für ihn da. Machen Sie Mut: Depression sind behandelbare Krankheiten.

Lustlosigkeit ist ein häufiges Symptom bei Depessions-Patienten. Sie können sich kaum zu Unternehmungen aufraffen und sind mit den meisten Situationen überfordert. Versuchen Sie dem Betroffenen eine Abwechslung zu bieten, doch achten Sie darauf, dass sie nicht zu sehr anstrengt. Sport eignet sich besonders gut, da Stresshormone abgebaut werden. Ziel ist es, einen gewissen Belastbarkeitsgrad wieder herzustellen. Motivieren Sie ohne zu überfordern.

 

Ermutigen Sie die Freundin Ihres Bruders, Antidepressiva in Erwaegung zu ziehen. Diese helfen ueber diese schwierige Phase des Lebens bis sich die Hormone wieder eingependelt haben. Oft haben Menschen Bedenken gegenueber Medikamenten, darum hilft oft die folgende Erklaerung:

 

Wenn man erkaeltet ist, dann riecht man nicht gut und wenn man nicht gut riecht, dann schmeckt einem nichts wirklich gut. Wenn also ein 5 Sterne-Koch fuer einen kochen wuerde, dann wuerde das genauso schmecken, wie wenn das Kind fuer einen kocht, obwohl man weiss, dass das Essen von dem Chefkoch sehr viel besser schmecken sollte. Im Fall einer Depression ist das im Gehirn aehnlich. Die Botenstoffe, die eigentlich signalisieren sollten, dass etwas Spass macht oder schoen ist, funktionieren nicht richtig. Auch wenn man etwas tut, von dem man weiss, dass es eigentlich schoen sein sollte, kann man das nicht spueren. Wenn man die richtigen Antidepressiva nimmt, dann fuehrt das dazu, dass die Botenstoffe wieder richtig ausbalanziert sind und man schoene Dinge wieder als schoen empfindet. Diese Medikamente machen also nicht gluecklich oder spielen einem etwas vor, sie helfen nur dabei, dass man wieder Freude spueren kann. Genauso wie man sobald man wieder riechen kann, das gute Essen geniessen koennte.

 

 

 

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.

Bekannt aus:

 
 
 
„[...]mehr als Zehntausend Experten weltweit; 1500 davon in Deutschland. Acht Jahre nach dem Start ist das [...] Online-Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitern die größte Web-Seite für das Vermitteln von Experten von Anwälten über Ärzte bis hin zu Universitätsprofessoren.“
„Wer eine fachmänische Lösung für ein medizinisches, rechtliches oder technisches Problem sucht, kann das jetzt auch im Internet tun. Lebenshilfe auf die schnelle, unkomplizierte und vor allem erschwingliche Art bietet die Seite www.justanswer.de. Etwa 1500 Experten stehen per Mail für Fragen zu ca. 200 Fachgebieten rund um die Uhr zur Verfügung."
„Rat gewünscht? Rechtliche, medizinische oder allgemeine Fragen beantworten Experten unter www.justanswer.de."
„JustAnswer, die weltweit führende Online-Plattform für Expertenfragen und -antworten, bietet ab sofort noch mehr Sicherheit und Qualität für Verbraucher."
„Ob Vorbereitung, Notfall oder Reklamation nach dem Urlaub - JustAnswer bietet jederzeit schnelle, kompetente Antworten"
„Die Online-Plattform JustAnswer bringt Ratsuchende und Experten in über 200 Fachgebieten zusammen."
 
 
 

Was unsere Besucher über uns sagen:

 
 
 
  • Danke für die wachrüttelnde Antwort, die freundlich aber bestimmt angekommen ist. Das war nötig und sehr hilfreich. Danke! JustAnswer Kunde
< Zurück | Weiter >
  • Danke für die wachrüttelnde Antwort, die freundlich aber bestimmt angekommen ist. Das war nötig und sehr hilfreich. Danke! JustAnswer Kunde
  • Sehr schnelle und kompetente Antwort, die für mich bares Geld bedeutet. Vielen Dank! S.Stober K.
  • Herzlichen Dank! Hab durch Ihre Antwort viel Geld gespart! Ben R. Deutschland
  • Sehr schnelle und kompetente Hilfestellung. Besonders für mich als Laien wurde alles sehr verständlich erklärt. Gerne wieder! Rosengl Bad Tölz
  • Vielen Dank für die schnelle und gute Beratung. Sie haben uns gut weitergeholfen. Wir kommen gerne wieder auf Sie zu. Birgit H. Kempten
  • Hervorragende und außerordentlich liebenswürdige Hilfe! Ich werde bei Bedarf bestimmt wieder auf JustAnswer zurückgreifen und bin sehr dankbar, dass es so etwas gibt! Dr. Gert Richter Verl
  • Danke für die schnelle Hilfe. Sehr schön, auch an einem Sonnabend ist jemand zu erreichen. Janine Gaus Bielfeld
 
 
 

Lernen Sie unsere Experten kennen:

 
 
 
  • diplompsychologe

    diplompsychologe

    Dipl- Psychologe

    Zufriedene Kunden:

    1216
    Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
< Zurück | Weiter >
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/DI/diplompsychologe/2011-4-27_194256_Foto158.gifbearbeitet3.64x64.gif Avatar von diplompsychologe

    diplompsychologe

    Dipl- Psychologe

    Zufriedene Kunden:

    1216
    Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/BJ/BJnD8/2013-8-2_142434_FKH0080KopfLimpens.64x64.jpg Avatar von Johann Schweißgut

    Johann Schweißgut

    Diplom Psychologe

    Zufriedene Kunden:

    817
    Verhaltenstherapeut, Systemischer Berater und Coach, Supervisor
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/WE/webpsychiater/2015-8-15_7533_ildschirmfotoum...64x64.png Avatar von webpsychiater

    webpsychiater

    Dr

    Zufriedene Kunden:

    47
    Ärztlicher Psychotherapie (Verhaltenstherapeie
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/EW/ewolf/2014-11-22_123326_rofilildx.64x64.jpg Avatar von Frau-Wolf

    Frau-Wolf

    Diplom Psychologin

    Zufriedene Kunden:

    28
    zertifiziert als Mediatorin* (Hochschule Darmstadt); als ILP (integrative lösungsorientierte Psychologie) coach; HP (Psych) ;WB med. Hypnose
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/HO/hoellering/2015-9-3_152044_x.64x64.jpg Avatar von Dr. Höllering

    Dr. Höllering

    Fachärztin

    Zufriedene Kunden:

    9772
    Notfallmedizin,Psychosomatik,Innere- und Allgemeinmedizin
  • http://ww2.justanswer.com/uploads/OR/Orthodocs/2012-2-12_211834_IMG6092a.64x64.jpg Avatar von Orthodoc

    Orthodoc

    Dr. med.

    Zufriedene Kunden:

    1138
    Orthopädie,Unfallchirurgie,Notfallmedizin, Allgemeinmedizin
 
 
 

Ähnliche Fragen in der Kategorie Psychologie