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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Mein Sohn ritzt seit etwa 4 Wochen.Er ist 13 und zeigte sich

Kundenfrage

Mein Sohn ritzt seit etwa 4 Wochen.Er ist 13 und zeigte sich schon seit dem Kindergarten verhaltensauffällig. Bis vor ca. 1 Jahr lebte er bei seinem Vater, bei dem er aber dann ausgezogen ist, weil er laut seiner Aussage den Druck dort nicht mehr ausgehalten hat. Sein Vater hat sich nie wirklich um ihn gekümmert. Momentan besucht er eine Regelschule, muss diese aber wohl verlassen, da eine integrative Maßnahme gescheitert ist. Ich habe eine Therapeutin gefunden, aber er weigert sich dorthin zugehen bzw. geht nur hin, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind z.B. hat er morgen einen Termin, den er nur wahrnehmen will, wenn er vorher nicht in die Schule gehen muss, worauf ich mich aber nicht eingelassen habe. daraufhin hat er sich geritzt, mir den blutigen Arm gezeigt und gemeint, das hätte er jetzt nur gemacht, weil ihn so zu gelabert hätte. Er hatte bisher wenig Freunde und sich auch noch nie verabredet. Seit Kurzem hat er Kontakt zu einer Clique, mit der er am Wochenende erstmals überhaupt etwas unternehmen will. Diese Jugendlichen versuchen positiv auf ihn einzuwirken und bemühen sich sehr,er scheint auch mit ihnen zu reden. Seitens des Vaters kommt keine Unterstützung,im Gegenteil...Dieser hat alle meine Bemühungen in den letzten Jahren blockiert... Ich habe gerade keine Ahnung, wie mit dieser Situation weiter umgehen soll....
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Sie machen sich verstaendlicherweise grosse Sorgen um Ihren Sohn. Das Ritzen kann viele Ursachen und Ziele haben und ist fuer viele Jugendliche heutzutage so etwas wie eine "Problemloesungsstrategie." Das Ritzen oft ein Weg mit Angst, dem Gefuehl von Kontrollverlust und der Unzufriedenheit mit sich selbst und den eigenen Leistungen umzugehen.Es kann aber auch dazu dienen, zu manipulieren und Aufmerksamkeit zu bekommen.



Hier ein paar Hintergrundinformationen zum Ritzen und den moeglichen Ursachen:

 

Die beliebteste Methode ist das Ritzen, bei dem sich die Jugendlichen mit einem Messer, einer Rasierklinge oder einer Nagelschere selbst Schnitte zufügen. Andere beißen sich, knabbern die Nägel bis aufs Blut ab oder drücken sich brennende Zigarretten auf dem Körper aus.
Für Außenstehende ist das Phänomen der Autoaggression kaum nachzufühlen und auch die betroffenen Kinder selbst können kaum erklären, was in ihnen vorgeht. Eine Gemeinsamkeit scheint in den meisten Fällen die zu sein, dass sich der Betroffene durch den Schmerz selbst spüren kann, seelischer Schmerz wird mit körperlichem überlagert – denn der ist klarer zu erfassen und tut anders, weniger weh. Die Probleme, die zur Selbstverletzung führen können ein geringes Selbstwertgefühl oder Depressionen sein; Schulfrust, familiäre Schwierigkeiten, Liebeskummer oder die Unfähigkeit, die eigenen Gefühle auszudrücken, suchen sich ein Ventil. In einigen Fällen ist gerade das Ritzen allerdings tatsächlich auch nur eine Modeerscheinung. Die Medien, hier insbesondere das Internet, machen aus der Selbstverletzung etwas Aufsehenerregendes und Besonderes. Auf dieser Welle schwimmen nicht wenige Jugendliche, um sich von der Masse abzuheben. Natürlich entspringt auch hier das Ritzen letztendlich aus einem mangelnden Selbstbewusstsein.

Jedes Mal, wenn ein Jugendlicher sich selbst verletzt, hat das Auswirkungen. Nicht selten wirkt das Ritzen beruhigend und ausgleichend und kann somit in kurzer Zeit zum Suchtmittel werden. Wo andere eine Zigarette rauchen oder mal eben um den Block rennen, wird hier das Ritzen genutzt, denn es „hilft“, zumindest für den Moment. Dieser Mechanismus greift, egal, welche Motivation vorhanden ist. Wenn das Blut fließt oder der Schmerz am größten ist, dann lässt der Druck, unter dem der Betroffene leidet nach und fühlt sich besser. Manche Betroffene berichten, dass es ihnen hilft, das Blut zu sehen. Mit dem Blut fliesst die Spannung aus dem Koerper. Andere berichten, dass sie ihre inneren "unsichtbaren" Schmerzen sichtbar machen moechten - und dass die Seele weniger weh tut, wenn der Koerper schmerzt.

Neben dem Besuch bei einem Psychologen koennten Sie auch versuchen, ob Sie das Problem mit Ihrem Kind zusammen in den Griff bekommen. Auf verschiedenen Selbsthilfeseiten (die Sie Ihrem Kind übrigens zugänglich machen sollten) wird im Internet eine Vielzahl von Informationen bereitgestellt. Darunter sind auch Alternativen, die Ihr Kind ausprobieren kann, um sich vom Ritzen abzulenken. Allerdings sollten Sie allzu langes Experimentieren vermeiden. Autoaggression kann auf schwere psychische Störungen hinweisen und es ist wichtig, die tiefere Ursache zu ergründen und an ihrer Auflösung zu arbeiten.



Hier ein Artikel zum Ritzen:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,524757,00.html

 

Es ist erschreckend, dem eigenen Kind dabei zuzusehen, wie es sich selbst verletzt. Vermutlich leiden Sie selber unter Anspannung, Furcht, einem schlechten Gewissen oder sind verwirrt. Wie sehr Sie sich auch bemühen zu helfen, Sie müssen sich darüber im Klaren sein, daß die Entscheidung, sich helfen zu lassen, beim Betreffenden liegt. Sie können ihn nicht dazu zwingen.

Wenn Sie und Ihr Kind es schaffen, zum Psychologen zu gehen, wird dieser ebenfalls am Anfang den Schwerpunkt darauf legen, eine Ersatzhandlung zu finden, um den Druck nicht zu groß werden zu lassen und Entzugserscheinungen zu vermeiden. Gleichzeitig wird in Therapiesitzungen am eigentlichen Problem gearbeitet. Ziel ist, die Gründe für die Selbstverletzung zu finden und bewusst zu machen. Ein wichtiger Schritt ist die Entwicklung von Selbstliebe, die bei Jugendlichen, die zur Selbstverletzung greifen, kaum vorhanden ist. In schweren Fällen der Autoaggression sollte die Behandlung stationär durchgeführt werden, um die Kinder vor sich selbst zu schützen und eine dauerhafte Überwachung zu ermöglichen. Auch wenn Ihr Sohn sich weigert, zum Psychologen zu gehen, koennte eine stationaere Therapie eine Moeglichkeit sein.

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind sich selbst verletzt, ist das hart. Sie sollten versuchen, sich nicht allzu viele Vorwürfe zu machen, sondern liebe- und respektvoll mit dem Thema umgehen. Sie koennen Ihr durchaus sagen, dass Sie sich ueberfordert fuehlen, ihr zu helfen und darum denken, dass eine Therapie gut waere. Lassen Sie Ihren Sohn wissen, dass Sie sehen koennen, wie schwer und schmerzhaft ihr Leben gerade zu sein scheint, dass Sie gerne verstehen wuerden, warum, dass Sie ihr gerne helfen wuerden, und dass Sie Hoffnung fuer eine weniger schmerzhafte Zukunft haben.

Lassen Sie Ihren Sohn viele Entscheidungen, die mit der Therapie zusammenhaengen selbst entscheiden, fragen Sie nach seiner Meinung, aber machen Sie es sehr klar, dass Sie als Eltern/Mutter letztendlich die Verantwortung tragen und fuer sein Leben und ihr Wohlergehen kaempfen und dahingehend Entscheidungen treffen werden. Er wuenscht sich wahrscheinlich mehr Kontrolle in seinem Leben und moechte gleichzeitig wissen, dass Sie als Erwachsene den grossen Rahmen stecken, damit er nicht fuer alles Glueck und Unglueck in der Welt verantwortlich ist - keine leichte Aufgabe, aber Sie kennen Ihre Sohn da besser, um zu entscheiden, was genau Sie sagen werden. Es ist bei Teenagern auch durchaus okay, sie "zu bestechen". Die Idee die Schule zu schwaenzen ist vielleicht nicht hilfreich, aber vielleicht koennten Sie aushandeln, dass er an den Tagen, an denen er zur therapie geht, eine Stunde laenger fernsehen oder ins Internet kann? (oder was auch immer ihm wichtig ist).

 

Es ist wichtig, Hilfe zu bekommen, zur Not auch stationaer, denn die Symptome Ihres Sohnes koennten auch Vorboten und erste Anzeichen einer borderline Persoenlichkeitsstoerung sein. Diese wird nicht vor dem 18. Lebensjahr diagnostiziert, aber wenn ein Jugendlicher entsprechende Symptome zeigt, werden aehnliche Therapieansaetze benutzt.

 

 

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine schwere Persönlichkeitsstörung, welche sich durch sehr wechselhafte Stimmungen, gestörte zwischenmenschliche Beziehungen, mangelndes Selbstvertrauen und autoaggressive Verhaltensweisen äußert.

Personen mit einer Borderline -Persönlichkeitsstörung tendieren dazu, die Welt nur in schwarzen und weißen Farben zu zeichnen.
Andere Menschen sind entweder nur und ausschließlich gut oder abgrundtief böse.
Sie schwanken häufig zwischen den Extremen, und ein Mensch, den sie heute anhimmeln, ist morgen für sie vielleicht schon der letzte Mensch. Entsprechend instabil sind in der Regel ihre zwischenmenschlichen Beziehungen. Zwischen heißem Liebesrausch und eiskaltem Hass steht mitunter nur ein falsches Wort oder ein missverständlicher Blick.

Diese Instabilität der Wahrnehmung und des Erlebens bezieht sich nicht nur auf andere Menschen, sondern auch auf das eigene Selbstbild. Vereinzelt haben die Betroffenen nur ein sehr verschwommenes Bild von sich selbst. Unrealistische und daher unerreichbare Ziele führen oft zur Selbstentwertung.

Menschen mit Borderline sind häufig extrem impulsiv, haben sich nicht unter Kontrolle. Besonders schwer fällt es ihnen, ihre Wut zu kontrollieren. In der Regel leiden Borderline- Betroffene unter heftigen Stimmungsschwankungen. Viele Borderline- Erkrankte sind hochgradig selbstmordgefährdet.

Wie bei den meisten psychischen Störungen sind die Ursachen noch nicht geklärt. Zu den wichtigsten Ursachen zählen Erfahrungen aus schmerzhafter Trennung, bedrohlicher Vernachlässigung oder auch massiver Traumatisierung durch sexuellen Missbrauch, körperliche Misshandlung oder emotionale Quälereien.
Neuere neurobiologische Forschungen deuten darauf hin, dass Borderline mit Hirnstörungen verbunden ist. Diese sind offenbar für die Übererregung und den emotionalen Kontrollverlust mitverantwortlich.

 

 

Unabhaengig davon was fuer eine Diagnose Ihres Sohnes letztendlich hat, ist es wichtig, dass Sie - wie oben erwaehnt - als Eltern anfangen, klare und eindeutige Grenzen zu setzen. Viele Eltern finden diese Idee sehr schwierig und oft hilft es, sich Unterstuetzung von Freunden, einer Selbsthilfegruppe oder einer/m Therapeut/in zu holen.

Um in der Welt zurechtzukommen, sollte Ihr Sohn erleben, dass sein Verhalten und seine Entscheidungen Konsequenzen haben. Dazu gehoert z.B. dass er etwas verliert, wenn er seine "Arbeit" nicht macht (Schule), denn das wuerde in der Welt der Erwachsenen passieren. Wenn man nicht arbeitet, verliert man seinen Job und sein Einkommen (Taschengeld). Sie moechten Ihren Sohn beschuetzen, das ist sehr verstaendlich, aber indem Sie ihn beschuetzen, zieht er Schlussfolgerungen darueber, wie die Welt funktioniert, die unwahr sind. Insbesondere wenn beim Vater in letzter Zeit weniger Struktur vorhanden war.

Leider scheinen wir Menschen uns nur dann zu veraendern, wenn der Leidensdruck gross genug ist. Zur Zeit hat Ihr Sohn wahrscheinlich wenig Leidensdruck (an die Frustration der Eltern gewoehnt man sich, das zaehlt irgendwann nicht mehr) - er hat Dinge zum Spielen, wenn er seinen Pflichten nicht nachkommt, passiert wenig, er bekommt Essen, Wohnung usw umsonst. Fuer Ihren Sohn ist das ein gutes Leben. Erst wenn er sieht, dass sein Computer weg ist, wenn er seinen Pflichten nicht nachkommt, dann entsteht Leidensdruck.Lassen Sie Ihren Sohn Entscheidungen treffen und seine eigenen Konsequenzen erleben. Einen Vertrag fuer Jugendliche und Eltern, der Ihnen hilft, die Regeln und Konsequenzen festzuhalten finden Sie hier: neu.annegret-noble.com/buecher

Da koennen Sie auch eintragen, was er "bekommt" wenn er zur therapie geht und wann Sie eine Einweisung in die Klinik veranlassen werden.

 

 

Eltern haben da oft Angst, Grenzen zu setzen und darauf zu bestehen, dass diese eingehalten werden, denn oft wird es schlimmer bevor es besser wird. Aber wenn Sie nicht vorhaben, Ihren Sohn bis an sein Lebensende vor den Konsequenzen seines Verhaltens zu beschuetzen, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, diese Grenzen zu setzen, damit der Leidensdruck steigt und er anfaengt darueber nachzudenken, dass sie sich vielleicht doch veraendern sollte.

 

Keine leichte Antwort, aber hoffentlich trotzdem eine, die Sie nachvollziehen koennen. Wenn es eine leichtere Antwort gaebe, dann haette ich Ihnen diese gegeben. Aber in meinen 17 Jahren in der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen habe ich noch nie eine andere Antwort gefunden, die tatsaechlich zu langfristiger Veraenderung fuehrte.



Hier noch eine ganz andere Frage, da Sie berichten, dass Ihr Sohn schon lange Probleme hat. Haben Sie jemals ueber eine Diagnose auf dem Autismusspektrum nachgedacht? Hauptcharakteristikum von Asperger Syndrom ist das Sozialisationsdefizit, und dieses scheint ebenfalls ein wenig von dem des typischen Autismus abzuweichen. Obwohl Kinder mit AS von Lehrern und Eltern oft als 'irgendwie in ihrer eigenen Welt', und hauptsächlich mit ihrer eigenen Tagesordnung beschäftigt, bezeichnet werden, sind sie doch selten so unnahbar wie Kinder mit Autismus. Tatsächlich drücken die meisten Kinder mit AS mindestens wenn sie ins Schulalter kommen den Wunsch aus, gesellschaftlich dazuzugehören und Freunde zu haben. Sie werden aber oft von ihren sozialen Schwierigkeiten tief frustriert und enttäuscht. Dieses Problem ist nicht so sehr ein Fehlen der Interaktion, sondern eher ein Fehlen an Effektivität in Interaktion. Sie scheinen Schwierigkeiten zu haben, zu wissen, wie man 'gesellschaftliche Beziehungen' knüpft. Gillberg hat dies bezeichnet als 'Störung der Empathie', die Unfähigkeit, effektiv die Bedürfnisse und Sichtweisen des anderen zu 'lesen', und entsprechend darauf zu reagieren. Als Resultat scheinen Kinder mit AS soziale Situationen misszuverstehen, und ihre Interaktionen und Reaktionen werden von anderen häufig als 'absonderlich' angesehen.

Das Kind wird häufig den Kindergarten besuchen, ohne richtig diagnostiziert zu sein. In einigen Fällen wird es Beunruhigungen aufgrund des Verhaltens in den Vorschuljahren gegeben haben (Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit, Aggressivität, Ausbrüche); es mag Beunruhigung über 'unreife' soziale Fertigkeiten und Interaktionen mit Gleichaltrigen gegeben haben; das Kind mag schon jetzt als irgendwie ungewöhnlich angesehen worden sein. Wenn diese Probleme schwererer Art sind, mag Sondererziehung angebracht sein, aber die meisten Kinder mit AS kommen in Regelschulen. Oft ist geistiger Fortschritt in den unteren Klassen ein Bereich relativer Stärke; zum Beispiel freies Lesen ist gewöhnlich ziemlich gut, und rechnerische Fertigkeiten mögen ebenfalls stark sein, obwohl die Fertigkeit, Stifte zu halten und zu benutzen oft wesentlich schwächer sind. Lehrer sind wahrscheinlich beeindruckt von den 'zwanghaften' Interessenbereichen des Kindes, die häufig den Rahmen der Klasse stören. Die meisten AS Kinder zeigen einiges soziales Interesse an anderen Kindern, jedoch möglicherweise relativ gering, aber es ist sehr wahrscheinlich, daß sie schwache Fertigkeiten zeigen, Freundschaften aufzubauen und zu erhalten. Sie mögen besonderes Interesse an einem oder ein paar Kindern um sie herum zeigen, aber gewöhnlich bleiben die Interaktionen relativ oberflächlich. Andererseits habe ich eine ganze Reihe Kinder mit AS kennen gelernt, die sich freundlich und 'nett' geben, insbesondere, wenn sie mit Erwachsenen interagieren. Die sozialen Mängel mögen weniger von Beobachtern beachtet werden, wenn sie weniger stark ausgeprägt sind.
Der Lauf durch die Grundschule kann von Kind zu Kind stark variieren, und allgemeine Probleme können von leicht mit fertig zu werdenden bis zu ernsten und hartnäckigen Schwierigkeiten reichen, abhängig von Faktoren wie Intelligenzgrad des Kindes, Zweckdienlichkeit der Führung in Schule und Elternhaus, Art des kindlichen Temperamentes, und die An- oder Abwesenheit von verkomplizierenden Faktoren wie Hyperaktivität/Aufmerksamkeitsdefizite, Angst, Lernschwierigkeiten, usw.
In der Mittelstufe, wo der Druck nach Konformität am größten, und Toleranz für Unterschiede am geringsten ist, werden Kinder mit AS oft ausgegrenzt, missverstanden, oder geneckt und gequält. Weil sie Freundschaft suchen und dazugehören wollen, aber unfähig dazu sind, ziehen sie sich möglicherweise noch weiter zurück, oder aber ihr Verhalten mag in gesteigertem Maße problematisch werden, in der Form von Ausbrüchen oder Kooperationsverweigerung. Bestimmte Grade von Depression sind nicht ungewöhnlich als ein verkomplizierendes Moment. Wenn signifikante Lernstörungen ausbleiben, kann geistige Leistung weiterhin stark bleiben, besonders in Bereichen besonderen Interesses; jedoch gibt es häufig weiterhin subtile Tendenzen, Information fehl zu interpretieren, insbesondere abstrakte oder übertragene Bedeutungen/idiomatische Sprache. Lernschwierigkeiten bestehen häufig, und Aufmerksamkeitsstörungen und Unordnung / Unorganisiertheit können vorhanden sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
mein Sohn war am Freitag zum ersten Mal bei einer Therapeutin. Wie ich selbst schon vermutet habe, sei das Ritzen ihrer Meinung nach weniger aus einem seelischen Druck heraus, sondern vielmehr aus Provokation und Protest.trotz allem ist eine längerfristige Therapie aufgrund der tiefersitzenden Probleme, mit denen auch m.E.nach die Schulverweigerung mangels fehlender Perspektive aus Sicht meines Sohnes zusammenhängt, notwendig. Das Ritzen sei nur sekundär. daraufhin wurde dieses Verhalten von uns kaum beachtet, was auch im häuslichen Rahmen sehr erfolgreich, wenn man in diesem Zusammenhang so sagen kann, war. Die Schule reagiert , in dem sie ihn, falls er ritzt, konsequent nach Hause schickt. Daraus ergibt sich nun folgendes Problem: Mein Sohn, der die Schule sowieso überhaupt nicht mag, nutzt diese Vorgehensweise gnadenlos aus. Nachdem er eine Woche lang dort nicht offensiv im Unterricht geritzt hat, hat er sich heute im Matheunterricht mit einem Radiergummi die alten, fast verheilten Stellen aufgerubbelt und musste prompt abgeholt werden. Dies kam ihm natürlich sehr gelegen und es wurde ihm genau in die Karten gespielt. Das Abholen wurde von ihm mit einem breiten Grinsen "kommentiert", denn schließlich hat er ja sein Ziel, schul-und Hausaufgabenfrei, erreicht. Meines Erachtens nach "spielt" er sehr geschickt mit der Schule, und diese fällt auf diese "Masche" rein...Ich glaube, dass es erforderlich ist, ihn dort zu behalten, zu Mal er aufgrund seiner Verweigerungshaltung erst einmal auf eine Schule für Erziehungshilfe wechseln muss, bis er mit Hilfe der Therapie soweit stabilisiert ist, dass er auf seiner bisherigen Schule seinen Abschluss machen kann, was auch das Ziel sein soll... Meiner Meinung nach wird er dort , sollte er mit dieser "Nummer" in der Schule durchkommen, dieselbe Schiene fahren....Welche Möglichkeiten sehen Sie ?
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank fuer die weiteren Informationen. Es ist gut zu hoeren, dass Sie bei der Therapeutin waren und diese Ihre Vermutung bestaetigt hat, dass Ihr Sohn wahrscheinlich ritzt, um zu manipulieren. Ich stimme Ihnen komplett zu, dass es keine gute Idee ist, Ihren Sohn jedesmal abzuholen, wenn er in der Schule ritzt. Was wuerde passieren, wenn Sie sagen, dass Sie ihn nicht abholen koennen? Wuerde die Schule dann z.B. den Notarzt rufen, der ihn unter Umstaenden in die Klinik einweisen wuerde? Waere ein kurzer stationaerer Aufenthalt vielleicht hilfreich fuer Ihren Sohn?

 

Bevor er an der neuen Schule anfaengt, waere es wahrscheinlich wichtig, ganz klar ueber Ihre Hoffnungen und Erwartungen zu sprechen. Am hilfreichsten ist es oft, wenn man schriftlich festlegt, welche Verhaltensweisen zu welchen Konsequenzen fuehren. Dabei waere es wichtig, dass Ihr Sohn wenn moeglich die Konsequenzen fuer sein Verhalten in der Schule auch in der Schule erlebt. Wenn er ritzen sollte, koennte er z.B. im Sekretariat sitzen und unter Aufsicht dort seine Aufgaben machen bis der Schultag vorbei ist. Wenn das nicht moeglich ist, dann sollten Sie zuhause Konsequenzen implementieren. Wenn man z.B. "krank" von der Schule abgeholt wird, dann ist man den Rest des Tages "krank" - also kein Telefon, kein Fernsehen, kein Computer.... man liegt eben im Bett, wenn man krank ist.

 

Ich hatte oben schon darauf hingewiesen, dass es wahrscheinlich wichtig ist, unabhaengig von der Diagnose Ihres Sohnes klare Grenzen und Erwartungen zu haben. Wiederum hilft es oft, diese schriftlich festzulegen. Dann kann man sich viele Diskussionen sparen und einfach auf den Vertrag zeigen, wenn das Kind sich ueber die Konsequenzen beschwert. Je oefter ein Kind erfahren kann, dass es selbst dafuer verantwortlich ist, wie angenehm oder unangenehm sein Leben ist, desto schneller lernt und versteht es diesen Zusammenhang.

 

Es ist wahrscheinlich wichtig, dass Ihr Sohn eine ausfuehrliche Diagnostik macht. Sie deuten an, dass es tiefersitzende Probleme gibt. Je nachdem wie diese aussehen gibt es verschiedene Strategien, um ihm zu helfen. Bitten Sie die Therapeutin, um diese ausfuehrliche Diagnostik. Wenn sie diese nicht selbst machen kann, dann kann sie Sie an jemanden verweisen, der Ihnen da helfen kann.

 

Ich wuerde Ihnen auch vorschlagen, mit einem Psychiater ueber moegliche Medikamente zu sprechen. Die meisten ELtern moechten Medikamente wenn moeglich vermeiden. Im Grunde stimme ich dem zu, aber wenn Medikamente einem Kind helfen, erfolgreich zu sein, dann sind sie es meist wert. Denn wenn das Kind erfolgreich sein Leben meistern kann, dann kommt es zu weniger Verhaltensproblemen und Konflikten, was wiederum dazu beitraegt, dass es dem Kind - und den Eltern - langfristig besser geht.

 

Zusammenfassend also meine Empfehlungen: ausfuehrliche Diagnostik, Gespraech und Vertrag mit der Schule, Vertrag fuer Zuhause.

 

Da die Probleme Ihres Sohnes schon lange vorhanden sind und auch im Bereich von sozialen Beziehungen vorliegen, finde ich es weiterhin wichtig, eine Aspergers Diagnose auszuschliessen.

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen damit ein paar Gedankenanstoesse geben konnte. Wenn Sie weitere Fragen haben, beantworte ich diese natuerlich gerne.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

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