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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Meine Tochter ist 15 und hat Angst zur Schule zu gehen. Wir

Kundenfrage

Meine Tochter ist 15 und hat Angst zur Schule zu gehen. Wir haben schon ein Schulwechsel hinter uns und strafe vom Ordnungsamt im letzten Jahr. Tina weigert sich in die Schule zu gehen. Sie erfindet Krankheiten, Bauchschmerzen. Lehrer und Klassenkameraden und Nachbarn hänseln sie schon und begrüßen sie na mal wieder in der schule und dann ist es vorbei dann will sie nicht mehr. Sie hat deswegen schon die 8. Klasse jetzt wiederholen müssen. Ich weiß mir kein Rat mehr. Sie hat Angst vor Mitschüler und Lehrer. Vor dem Auftreten dieser. Ich hab angst das sie jetzt von der Polizei geholt wird. Das ganze trat auf mit dem Tod ihres Papas im Dezember 2009. Wir hatten ein sehr harmonisches Familienleben. Ich wollte es mit Psychologen versuchen doch hier bekommt man kein termin. Was raten sie mir. Danke
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre offen und ehrlich gestellte Frage.

Ihre Sorgen kann ich verstehen und Ihre Tochter kann wohl sich zurecht glücklich schätzen, dass Sie eine Mutter hat die sich auch noch im Alter von 15 Jahren Gedanken macht und Ihre Tochter begleitet. Leider ist es nicht immer so und leichtfertig werden Schulprobleme wie eine Schulphobie mit der Neigung zu Faulheit und Unlust begründet, aber dem ist nicht so.
Hinter einer Schulangst/ Schulphobie steckt immer eine Ursache d.h. ein ernstzunehmendes und behandlungsbedürftiges Problem. Zum Teil tritt diese Symptomatik auch in Kombination mit anderen Symptomen wie z.B. psychosomatischen Beschwerdebildern auf (Bauchschmerzen usw.).
Des Weiteren ist ein Aspekt nicht außer Acht zu lassen, nämlich das häufig durch die gravierenden hormonellen Veränderungen durch die Pubertät es zu einer hormonellen Unter- oder Überversorgung kommen kann und dieser Umstand kann zu massiven Veränderungen des emotionalen Gleichgewichts führen (dies haben mehrere wissenschaftliche Studien bewiesen). daher sollten Sie mit ihrer Tochter eventuell über eine frauenärztlich, ggf. endokrinologische Untersuchung ein Mal nachdenken.

Es ist jedoch immer darauf zu achten, dass man im Rahmen der Angst vor der Schule wesentliche Dinge unterscheidet, die auch für die Behandlung wesentlich von Bedeutung sind.

Im Folgenden möchte ich Ihnen ein Mal versuchen, etwas Licht ins Dunkel dieser Thematik zu bringen und vielleicht können Sie ja dadurch schon durch den besseren Umgangs bzw. dem "Mehrwissen" Ihrer Tochter besser hilfreich zur Seite stehen.

Die Schulangst stellt eine auf die Schule gerichtete Angst dar

Die Schulphobie ist keine auf die Schule gerichtete Angst, sondern beruht auf einer

Trennungsangst von der wichtigsten Bezugsperson (gewöhnlich der Mutter)

==> der Ort der Störung liegt demnach nicht in der Schule, sondern zu Hause bzw. im häuslichen Umfeld

Schulverweigerung durch Schulphobie und Schulangst ist etwas völlig anderes als

Schulverweigerung durch Schuleschwänzen und Kinder und Jugendliche, die die Schule schwänzen, verheimlichen dies vor den Eltern, leiden unter keiner Trennungsangst von zu Hause, haben keine Angst vor der Schule, weisen keine körperlichen Symptome auf

Spezielle Aspekte zur Schulphobie und Schulangst

Schulphobische Kinder und Jugendliche sind meistens durchschnittlich oder

überdurchschnittlich begabte Schüler und es bestehen gewöhnlich keine Ängste vor bestimmten Lehrern oder Unterrichtsgegenständen (Sportgeräten, Fächern, Lernmethoden usw.)

Trennungsängste treten oft zu bestimmten entwicklungsphasentypischen Zeitpunkten als Ursache für eine mangelnde außerfamiliäre Integration auf 1. Eintritt in den Kindergarten 2. Eintritt in die Schule 3. Pubertät

Die Ablösung des Kindes von der Mutter wird gewöhnlich erschwert durch den

Umstand, dass auch diese in einer sehr engen Bindung zum Kind steht èdies kann

lebensgeschichtlich bedingt sein (z.B. alleine erziehende Mutter)

Die emotionale Abhängigkeit der Mutter vom Kind erschwert deren Rolle als

Erziehungsperson und hat angesichts der körperlichen Symptome oft „Erbarmen" mit dem Kind/ Jugendlichen und legt nicht konsequent genug Wert auf den Schulbesuch des Kindes

Die Schulphobie kann aber auch Ausdruck umfassender familiärer Probleme sein

Schulängste sind oft spezielle Formen von sozialen oder Leistungsängsten è die Symptome treten bereits zu Hause auf, steigern sich auf dem Schulweg und erreichen in der Schule nach einiger Zeit ein solches Ausmaß, dass das Kind nach Hause geschickt werden muss

Mögliche Ursachen für Schulängste und Schulphobie

1.Schüler können überfordert sein durch die Auswahl einer unpassenden Schulart, die

nicht ihren Begabungen und Interessen entspricht

2.Es kann ein übermäßiger Leistungsanspruch von Seiten der Eltern bestehen

3.Jugendliche können einen übermäßigen Leistungsehrgeiz entwickeln, der blockierend wirkt

4. Ein Schüler kann sich von einem bestimmten Lehrer überfordert oder abgelehnt fühlen

5. Ein Schüler kann sich aus der Klasse ausgeschlossen fühlen und als Außenseiter erleben

6. Ein schulisches Vermeidungsverhalten kann eine Reaktion auf nicht bewältigte Sticheleien und Verspottungen durch Klassenkameraden darstellen, kann aber auch mit

unzureichenden sozialen Fertigkeiten (sozialen Kompetenzen)

· Vulnerabilität (biologische-genetische Faktoren)

· Lerneinflüsse aus dem familiären Zusammenleben

· (Über)-Bewertung körperlicher Beschwerden

· Kognitive und biologische Begleiterscheinungen

Sie können versuchen mit der Sozialtherapeutin/ Sozialarbeiterin an der Schule zu sprechen (da werden Sie sicherlich nicht belächelt) und eventuell bekommen Sie ja dort auch zumindest erst ein Mal zeitnahe Unterstützung. Eine weitere Möglichkeit ist die Hilfe über den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes meist untergliedert in Kinder u. Jugendbereich und/ oder Erwachsenenbereich zu erhalten, denn dort sind speziell ausgebildete Psychologen vor Ort.

Sie haben, bedingt durch das Lebensalter Ihrer Tochter, d.h. unter 18 Jahre noch das alleinige Mitsprachrecht und sollten dies auch nutzen. Hier ist jedoch immer die Voraussetzung, dass Ihre Tochter bereit ist sich helfen zu lassen, zur Einsicht gelangt, dass sich Ihr Verhalten verändern sollte und Sie dahingehend auch von Ihnen motiviert werden kann (auch begleitet und unterstützt).

Wichtig ist erst ein Mal aus meiner Sicht, die Ursachen fachlich adäquat diagnostisch abklären zu lassen. Denn irgendwoher müssen die Verhaltensauffälligkeiten/ Ängste und Problem ja herkommen. Jedoch muss man erst ein Mal konkret wissen, worum es sich genau handelt (z.B. liegt schon eventuell eine psychische Störung vor oder nicht ect.) um dann entsprechende weiterführende Behandlungen durchführen zu können.

Sie können sich auch an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen für Kinder- und Jugendpsychotherapie) in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Aus meiner Sicht eher im verhaltenstherapeutischen Therapiekontext. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für verhaltenstherapeutische Psychotherapie im Bereich Kinder und Jugend wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. psychotherapeutische Ausbildung für Kinder und Jugend Verhaltenstherapie + entsprechendem Ort in Ihrer Nähe z.B. München) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren.

Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für Angehörige (Eltern) auch für z.B. verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche anzuschließen. Hierzu erfahren Sie mehr über Gruppen in Ihrer Nähe über sogenannte Selbsthilefkontaktstellen und Ihre Krankenkasse. Natürlich können Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet besuchen u.a. http://www.schule-und-familie.de/, www.selbsthilfenetz.de/, www.eltern.de/, www.angstportal.de/Schulphobie-und-Schulangst http://www.imedo.de/

Es ist wichtig, wenn Sie Ihrer Tochter weiter helfen wollen sich Informationen zu beschaffen und wenn Sie dies zu sehr belasten sollte, sich auch umgehend z.B. psychologische Hilfe zur Begleitung suchen. Dies kann auch über eine Erziehungsberatungsstelle in Ihrer Nähe geschehen und die Beratung ist hier in der Regel kostenlos und es gibt dort häufig sehr schnell einen Termin. Des Weiteren ist der Weg über das Jungendamt der richtige, denn Sie haben auch ein Recht als Eltern auf die Hilfe zur Erziehung (Erziehungsbeistand).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

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