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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Hallo, meine Tochter (17) macht seit ein paar Monaten nur Probleme. Si

Kundenfrage

Hallo, meine Tochter (17) macht seit ein paar Monaten nur Probleme.
Sie trinkt, ist aggressiv, drohte am vergangenen Sa. hier die Wohnung anzuzünden und erzählte, sie habe ihre Oma abgestochen. Ich bin der Meinung, sie müsste mal für ein paar Wochen in die Jugendpsychiatrie. Da sie da freiwillig aber nie hinein gehen würde, habe ich die Frage, ob es möglich ist, sie irgendwie einweisen zu lassen auch gegen ihren Willen???
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Ihre Angst um Ihre Tochter kann ich verstehen und aus meiner praktischen Erfahrung durch viele Jahre besteht hierzu auch berechtigter Anlass bzw. Handlungsbedarf.

Wie viele Eltern geht es auch Ihnen im Umfeld von Kindern und Jugendlichen, die oft Hilflos und mit Nichtverstehen („sie versteht einfach nicht was ich Ihm sage, meine Tochter macht was Sie will.. usw.") diesen und anderen Verhaltensweisen die zum Teil auffällig sind gegenüberstehen. Es ist erst ein Mal sehr löblich von Ihnen, dass Sie sich Sorgen machen um Ihre Tochter und dazu besteht aus meiner Sicht auch auf Grund der Verhaltensweisen (auch wenn diese ganz unbedeutend erscheinen mögen, weil ja z.B. viele sagen würden das ist die heutige Jugend und das Internet ect.) und der berufspraktischen Erfahrung berechtigter Anlass. Denn allzu oft, werden doch schwer nachvollziehbare Verhaltensweisen z.T. auch allgemein nicht so auffälliges Verhalten wie z.B. Verweigerungshaltungen gegenüber Geboten und Verboten, sexuelle Auffälligkeiten die untypisch sind für das Alter usw. "das ist doch Normalität und für die Pubertät typisch " auch gerade von Lehrern oder Betreuern beschrieben bzw. abgetan. Jedoch können diese Verhaltensmuster auch auf tiefgreifende unverarbeitete psychische Belastungen hinweisen oder als Ursache für eine noch nicht behandelte psychische Störung sich darstellen.

Das Problem ist nämlich, dass psychische Störungssymptome immer wieder auftreten können, auch wenn es den Betroffenen im Moment gut geht (Besserung in Sicht ist) und Sie keinerlei Beschwerden im Rahmen Ihrer Störungsreaktionen (Verhaltensreaktionen) haben und niemand kann sagen wann es das nächste Mal sein wird. Zum Teil potenzieren sich die Störungssymptome häufig und Sie werden unbehandelt schlimmer und halten länger an und bitte bedenken Sie dabei immer, jetzt ist Ihre Tochter noch zu einem gewissen Maße steuerbar, es hat noch keine weiterführenden Konsequenzen wegen des Alters gegeben oder gar Ihr Verhalten führte zu Schulverweigerungstendenzen.

Aus meiner Sicht ist eine dringende kinder- und jugenpsychiatrische bzw. psychologische Untersuchung notwendig um eine Behandlungsnotwendigkeit oder auch nicht festzustellen ggf. Ursache für die Verhaltensauffälligkeiten zu finden.

Sie können sich an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für Kinder u.- Jugendpsychologie oder Jugendpsychiatrie in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine Diagnostik (Abklärung um welche Form es sich genau handelt im Rahmen der psychischen Störung) und psychotherapeutische Behandlung (eventuell verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch) in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen.
Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für Kinder und Jugendpsychotherapie wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches oder tiefenpsychologisches Ausbildungsinstut für Kinder und Jugend + größere Orte in der Umgebung) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz für Kinder und Jugend vereinbaren und dort mit Ihrer Tochter vorstellig werden.

Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für Eltern auch für von Kinder und Jugendliche anzuschließen und von anderen Eltern und deren Erfahrungen zu lernen. Oft werden solche Elterngruppen über die Erziehungsberatungsstelle angeboten bzw. Sie erfahren hierzu weiteres auch über eine Selbsthilfekontaktstelle oder Krankenkasse, wo sich eine Gruppe in der Nähe befindet. Aber ggf. könnte auch eine familientherapeutische Intervention bei einer Erzeihungsberatungsstelle hilfreich sein (vorausgesetzt Ihre Tochter lässt sich darauf ein).

Natürlich können Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet besuchen u.a. http://www.schule-und-familie.de/, www.selbsthilfenetz.de/, www.eltern.de/, http://www.imedo.de/

Sollte jedoch keinerlei Verhaltensveränderung bei Ihrer Tochter auch durch ggf. therapeutische Intervention passieren, besteht für Sie als Eltern die Möglichkeit auch gegen den Willen Ihrer Tochter eine Behandlung zu erzwingen. Dies hört sich jetzt zwar sehr schlimm an, aber um die Hintergründe herauszufinden (sei dies jetzt durch emotionale Überforderung, Geschwisterrevalität, ein Ihnen nicht bekanntes erlebtes Trauma z.B. durch einen sexuelle Übergriff usw.), warum Ihre Tochter diese Aüffälligkeiten zeigt, die ja sogar schon ein hohes Maß an Eigengefährdung mit sich bringen ist dies vlt. die alles entscheidende Möglichkeit. Auch Kinder- und Jugendliche können nach einen ganz bestimmten Gesetzesteil, nämlich den § 1631 b BGB geschlossen untergebracht werden. hierzu muss ein Antrag beim Jugendamt erfolgen mit meist einer in diesem Zusammenhang erfolgten Begutachtung Ihrer Tochter und die Beantwragung selbst (sollten sie ggf. anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen) erfolgt durch einen Unterbringungsbeschluß beim zuständigen Familiengericht.

Bitte tun Sie etwas und haben Sie keine Angst davor, was vielleicht die Umwelt meinen könnte, Sie wären vielleicht "schlechte Eltern" oder gar "Eltern die versagt haben in der Erziehung". Nein das sind Sie ganz und gar nicht, sondern Sie scheuen weder Kosten und Mühen um Ihrer Tochter adäquat zu helfen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

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