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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Es geht um Angst- und Panikstörungen eines Freundes dem ich

Kundenfrage

Es geht um Angst- und Panikstörungen eines Freundes dem ich helfen möchte. Er ist eine m.E. ängstlich vermeidende Persönlichkeit. Ich kenne ihn seit 1,5 Jahren, es gab noch nie einen persönlichen Kontakt. Wir sind beide Rollstuhlfahrer. Seit einem katastrophalen Vorfall mit einer Frau ist er nach igenen Angaben nicht mehr in der Lage, mit einer Frau zu reden - weder am Telefon noch persönlich, sofern sie ihn emotional berührt. Es ist sicherlich auch eine Veranlagung von ihm. Durch einen Skiunfall vor 17 Jahren ist er querschnitsgelähmt und wurde nach einigen Jahren von Sportsfreunden mit zum Monoski genommen. Auf dem Berg angekommen wurde ihm schlecht und er wurde dann ohnmächtig. Sein Hausarzt diagnostizierte eine posttraumatische Störung. Selbiges erlebte er als er mich kennen lernte. Er "tickte" erst mal aus. Nach einem halben Jahr ist die Beziehung zerbrochen weil er über seinen Schatten springen wollte und mit mir telefonieren wollte. Er wollte mich auch besuchen. Als er dann doch Angst vor seiner eigenen Courage und Panik bekam kam es zu einem leichten Streit und er hat mich verlassen. Mit wahnsinnig viel Geduld und Mühe gelang es mir, den Kontakt wieder herzustellen. Der gestaltet sich sehr zurückhaltend und ist geprägt von wahnsinniger Angst, ich könnte etwas von ihm verlangen was er nicht kann. Sein streßiger Leitungsjob bringt ihn an physische Grenzen, er verkraftet es nicht mehr, und die Belastung mich zu kennen bringt ihn an psychische Grenzen. Im Moment kann er nicht mehr und will nur noch in Ruhe gelassen werden. Ich möchte ihn eigentlich an einen Verhalt.-Psychologen vermitteln da er seine Probleme alleine nicht in den Griff bekommt und zeitnah daran zu zerbrechen droht. Er ist m. E. auch etwas suidizgefährdet. Was kann ich tun ohne daß er sich bedrängt fühlt. Denn das ist schon der Fall gewesen obwohl es nicht stimmte.

Danke, Evelin
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin

Vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Ich verstehe Ihr Problem und finde es sehr positiv, dass Sie sich um Ihren Bekannten sorgen und Ihm helfen möchten. Er war einer außergewöhnlichen körperlichen und seelischen Belastung ausgesetzt und dies kann eine akute Belastungsreaktion hervorrufen die sich in polymorphen Symptomen zeigt. Hervorzuheben ist hier insbesondere Angststörung und Depression. Entscheidend ist das keins der Symptome über längere Zeit vorhält und ein Abklingen der Symptome innerhalb von wenigen Tagen zu beobachten ist. Demgegenüber steht die dissoziative Reaktion sowie vorübergehende Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD): Auch hier müssen die Symptome vorübergehend sein, angegeben wird eine Dauer von mindestens zwei Tagen und höchstens 4 Wochen. Die Symptomatik muss innerhalb von 4 Wochen nach dem traumatischen Ereignis auftreten. Wichtige Symptome die während oder kurz nach dem belastenden Ereignis auftreten können sind nach ICD-10 Bewusstseinseinengungen; sowie die Unfähigkeit Reize zu verarbeiten bis hin zu dissoziativem Stupor. Die anfängliche Betäubung kann jedoch auch in einen Ruhe- und Überaktivitätszustand (Fluchtreaktion) übergehen. Im kurzen Verlauf kann es zu PTSD-ähnlichen Symptomen kommen, die aber entgegen der posttraumatischen Belastungsstörung halten diese Symptome nur ca. 3 Tage bzw. höchstens 4 Wochen an. Aus einer akuten Belastungsstörung kann sich eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Da währen der akuten Belastungsreaktion ein konfrontatives Vorgehen ( Konfrontation mit dem traumatischen Ereignis im Rahmen einer Therapie ) kontraindiziert ist, wird eine vorübergehende medikamentöse Dämpfung mittels Benzodiazepinen eingesetzt. In der Mehrzahl der Fälle klingen die genannten Symptome innerhalb des beschriebenen Zeitrahmens wieder ab. Erst bei Anhalten der Symptomatik und Übergang in eine posttraumatische Belastungsstörung sollte dringend längerfristig ambulant und /oder stationär eine Psychotherapie bei einem entsprechend ausgebildeten Therapeuten erfolgen. Bei der Posttraumatischen Belastungsstörung ist der Verlauf wechselhaft. In 50% der Fälle gehen die Symptome nach einigen Monaten allein zurück, in einem Drittel der Fälle nimmt jedoch die Störung einen chronischen Verlauf. Bei sehr langem Verlauf oder nach langandauernden extremen Belastungen kann es auch zum Übergang in eine dauernde Persönlichkeitsstörung kommen.icd10 F62.0. Die Symptome zeigen sich dann in einer misstrauischen und feindlichen Haltung gegenüber der Umwelt, dem sozialen Rückzug, einer chronischen Nervosität als wenn eine ständige Bedrohung vorhanden ist, Gefühle der Leere und der Hoffnungslosigkeit. Für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung auf Grund des Traumatischen Erlebnisses müssen dies Symptome jedoch mindestens über 2 Jahre bestehen. In der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen haben sich in den letzten Jahren effektive therapeutische Ansätze entwickelt jedoch sollte die Behandlung Psychotherapeuten vorbehalten sein, die hierfür speziell ausgebildet sind. Häufig fordern die Patienten selbst eine Bearbeitung der traumatischen Erlebnisse, jedoch kann eine unsachgemäße Therapie ohne ausreichende Vorbereitung auch zu einer Retraumatisierung führen.

http://www.traumatherapie.de/service

Das Traumazentrum in Berlin befasst sich hauptsächlich mit der Traumabehandlung schwerverletzter Patienten Sie können telefonisch nachfragen ob die Möglichkeit besteht Ihrem Bekannten zu helfen, aber vielleicht finden Sie hier eine Klinik in Ihrer Nähe

http://trauma-cbf.charite.de/klinik/rettungsstelle_traumazentrum/

http://www.blumenwiesen.org/kliniken.html

Eine weitere spezifische Therapieform für Traumabehandlungen die in den 90 ziger Jahren entwickelt wurde ist EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing); der Wirkungsmechanismus ist jedoch noch nicht endgültig erforscht. Weitere Möglichkeiten bietet die Hypnotherapie nach Erickson. Mittels imaginativer Techniken und Suggestionen lernt der Patient eine Kontrolle über die Flashbacks zu erlangen. Als letzte Option sind dann noch die Unterstützung der Therapie mit Psychopharmaka, zeitlich begrenzte Antidepressiva bzw. Anxiolytika.

Im Rahmen der von Ihnen beschriebenen Symptome würde ich Ihnen empfehlen Ihren Bekannten zu einer Konsultation eines Psychiaters z.B. in einer psychiatrischen Institutsambulanz Notfallambulanz an einer Uniklinik oder in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie zu motivieren wenn die Symptome weiterhin bestehen um auch eine Unterstützung im Rahmen einer Psychotherapie zu ermöglichen. Des Weiteren kann er und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder er kann auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren und dort vorstellig werden. In der Regel tragen die Krankenkassen auch die Kosten.

Ich hoffe ich konnte Ihnen etwas helfen und wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank