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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

bekomme ich meine ängste und innerliche unruhe alleine in den

Kundenfrage

bekomme ich meine ängste und innerliche unruhe alleine in den griff.bin zehn wochen stationär behandelt worden jedoch ohne erfolg.muss ich wieder ins krankenhaus zurück, oder schaffe ich es auch alleine. meine beine sind bei den ängsten so am zittern das ich noch nicht einmal mehr laufen kann,und dann fängt der ganze körper anzu zittern, so das ich sogar nicht einmal in der lage bin meinen arzt termin wahrnehmen zu können
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Eine pauschale Antwort kann ich auf Ihre Frage nicht geben- inwiefern man sich den Ängsten stellen soll ist abhängig von der Art der Angst. Angst ist eigentlich ein alltägliches Phänomen, sie hat eine wichtige Warnfunktion und erhöht die Aufmerksamkeit und Handlungsbereitschaft. Sie tritt jedoch nicht isoliert auf, sondern auch als Begleitsymptom verschiedener psychischen Krankheiten. Darum ist eine Abgrenzung zwischen der alltäglichen und der kranken Angst so wichtig. Ursachen für das Entstehen von krankhaften Ängsten können erlerntes Verhalten, biologische Faktoren und auch (tiefenpsychologisch erklärt) sich widerstrebende Regungen und Strebungen im inneren Gleichgewicht zu halten misslingt insbesondere beim Auftreten von überfordernden Situationen, z.B: Verlusterlebnissen und einem damit verbundenen Rückfall in kindliche Verarbeitungs- und Verhaltensmuster. Angst und Panikstörungen verlaufen meist chronisch, die Beschwerden treten wellenförmig auf, d.h. auch beschwerdefreie Intervalle sind möglich. Mit zunehmendem Alter mildern sich die Symptome ab. Allerdings bestehen in vielen Fällen zusätzlich weitere psychische Störungen besonders Depression, und Alkohol und Medikamentenabhängigkeit.

Bei pathologischer Angst also einer Angststörung kann die psychotherapeutische Behandlung z.B. durch eine Reizkonfrontation erfolgen, wenn der Auslöser der Angst bekannt ist- hier stellt sich der Patient bei der systematischen Desensibilisierung schrittweise der Angstsituation und beim Flooding wird er dann an die Situation herangeführt die das Höchstmaß der Angst bei Ihm auslöst.

Ziel ist es dem Patienten zu zeigen, dass die Angst in ihrem Verlauf erst ansteigt, dann auf einem bestimmten Level verbleibt und dann ganz allein abflacht und verschwindet, obwohl der Patient sich noch immer in der auslösenden Situation befindet. Der Körper verfügt nur über einen bestimmten Vorrat von Stresshormonen und wenn dies aufgebraucht ist lässt die Angst immer nach- dies kann allerdings auch bis zu einige Stunden dauern.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass es auf die Situation vor der man Angst hat ankommt ob man sich allein ihr stellen kann oder gegebenfalls sich professionelle Hilfe dazu holt. Und natürlich kommt es auf die Situation vor der man Angst hat an- wenn man z.B. nicht schwimmen kann und Angst hat vor tiefem Wasser ist dies eine ganz normale Reaktion –da kann man natürlich schon vom reinen Menschenverstand nicht sagen dass Sie sich ohne Hilfe der Angst stellen sollen….also es ist immer Situationsabhängig….

Sie schreiben Sie kommen nicht mehr aus dem Haus, hier ist eine pathologische Angst anzunehmen (Agoraphobie). Es ist sehr gut dass Sie sich der Angst stellen wollen, ich empfehle Ihnen wenn Sie feststellen das es nicht geht nicht zu zögern und sich erneut professionelle Hilfe dazu zunehmen, bevor sich der Zustand, durch vergebliche Versuche und Abbruch vor dem Verbleiben in der Situation , noch verschlechtert. Sie haben das Recht in diesem Fall wenn Sie die Wohnung gar nicht mehr verlassen können einen Psychotherapeuten/Psychiater zu einem Hausbesuch anzufordern. Agoraphobie ist behandelbar und die Psychiater sind dann auch verpflichtet zu einem Hausbesuch zu kommen, denn das Krankheitsbild ist ja leider so dass Sie nicht in der Lage sind das Haus zu verlassen und sich in psychotherapeutische Behandlung zu begeben. Sie können auch versuchen vielleicht mit einer Person aus Ihrem sozialen Umfeld als Unterstützung zusammen zu versuchen die Angst zu überwinden und dann einen Psychiater vor Ort aufzusuchen. Dies ist natürlich kein Dauerzustand und eine weiterführende Therapie sollte unbedingt erfolgen.

Vielleicht ist es für Sie auch hilfreich sich mit anderen Betroffenen im Rahmen einer Selbsthilfegruppe auszutauschen

http://www.psychic.de/forum/

http://www.paniker.de/

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

Ich hoffe ich konnte Ihnen etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank