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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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Hallo:)) Ich bin Anja und habe ein Problem. und zwar

Kundenfrage

Hallo:))

Ich bin Anja und habe ein Problem.

und zwar Ritze ich mich...ich komm einfach nicht davon los,immer wenn ich den Druck habe mich zu Ritzen , dann ritze ich mich...

Wo bekomme ich in den hilfe????
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Sie moechten mit dem Ritzen aufhoeren, haben aber bis jetzt noch nicht die entsprechende Hilfe gefunden.Das Ritzen kann viele Ursachen und Ziele haben und ist fuer viele Menschen heutzutage so etwas wie eine "Problemloesungsstrategie." Das Ritzen ist oft ein Weg mit Angst, dem Gefuehl von Kontrollverlust und der Unzufriedenheit mit sich selbst und den eigenen Leistungen umzugehen. Hier ein paar Hintergrundinformationen zum Ritzen und den moeglichen Ursachen:



Die beliebteste Methode ist das Ritzen mit einem Messer, einer Rasierklinge oder einer Nagelschere. Andere beißen sich, knabbern die Nägel bis aufs Blut ab oder drücken sich brennende Zigarretten auf dem Körper aus. Für Außenstehende ist das Phänomen der Autoaggression kaum nachzufühlen und auch die betroffenen Menschen selbst können kaum erklären, was in ihnen vorgeht. Eine Gemeinsamkeit scheint in den meisten Fällen die zu sein, dass sich der Betroffene durch den Schmerz selbst spüren kann, seelischer Schmerz wird mit körperlichem überlagert – denn der ist klarer zu erfassen und tut anders, weniger weh. Die Probleme, die zur Selbstverletzung führen können ein geringes Selbstwertgefühl oder Depressionen sein; Schul-/Arbeitsfrust, familiäre Schwierigkeiten, Liebeskummer oder die Unfähigkeit, die eigenen Gefühle auszudrücken, suchen sich ein Ventil. In einigen Fällen ist gerade das Ritzen allerdings tatsächlich auch nur eine Modeerscheinung. Die Medien, hier insbesondere das Internet, machen aus der Selbstverletzung etwas Aufsehenerregendes und Besonderes. Natürlich entspringt auch hier das Ritzen letztendlich aus einem mangelnden Selbstbewusstsein.

Jedes Mal, wenn ein Mensch sich selbst verletzt, hat das Auswirkungen. Nicht selten wirkt das Ritzen beruhigend und ausgleichend und kann somit in kurzer Zeit zum Suchtmittel werden. Wo andere eine Zigarette rauchen oder mal eben um den Block rennen, wird hier das Ritzen genutzt, denn es „hilft“, zumindest für den Moment. Dieser Mechanismus greift, egal, welche Motivation vorhanden ist. Wenn das Blut fließt oder der Schmerz am größten ist, dann lässt der Druck, unter dem der Betroffene leidet nach und fühlt sich besser. Manche Betroffene berichten, dass es ihnen hilft, das Blut zu sehen. Mit dem Blut fliesst die Spannung aus dem Koerper. Andere berichten, dass sie ihre inneren "unsichtbaren" Schmerzen sichtbar machen moechten - und dass die Seele weniger weh tut, wenn der Koerper schmerzt.

Der erste Gedanke XXXXX XXXXX immer der, einen Psychologen aufzusuchen und dies macht auch Sinn. Auf verschiedenen Selbsthilfeseiten wird im Internet eine Vielzahl von Informationen bereitgestellt. Darunter sind auch hilfreiche Alternativen, die Sie ausprobieren koennen, um sich vom Ritzen abzulenken. Allerdings sollten Sie allzu langes Experimentieren vermeiden. Autoaggression kann auf schwere psychische Störungen hinweisen und es ist wichtig, die tiefere Ursache zu ergründen und an ihrer Auflösung zu arbeiten.


Zusaetzlich empfehle ich Ihnen, Yoga und Meditation in Erwaegung zu ziehen. Vor allem durch die Meditation lernt man, seine Atmung zu kontrollieren. Vielen Menschen mit Angst hilft es, wenn man im Anfangsstadium des Drangs nach Ritzen Ihre Atmung ganz bewusst verlangsamen, und damit der Teufelskreis aus emotionalen (Angst vor der Angst, Depression), gedanklichen ("nicht schon wieder") und koerperlichen (Herzrasen usw.) Symptomen unterbrochen wird.


Oft ist Ritzen Teil einer Borderline Stoerung, allerdings muessen dann auch noch andere Symptome und Verhaltensweisen vorhanden sein. Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, beantworte ich die natuerlich gerne.

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine schwere Persönlichkeitsstörung, welche sich durch sehr wechselhafte Stimmungen, gestörte zwischenmenschliche Beziehungen, mangelndes Selbstvertrauen und autoaggressive Verhaltensweisen äußert. Wenn Sie weitere Fragen hierzu haben, dann beantworte ich die gerne.

Personen mit einer Borderline -Persönlichkeitsstörung tendieren dazu, die Welt nur in schwarzen und weißen Farben zu zeichnen.
Andere Menschen sind entweder nur und ausschließlich gut oder abgrundtief böse.
Sie schwanken häufig zwischen den Extremen, und ein Mensch, den sie heute anhimmeln, ist morgen für sie vielleicht schon der letzte Mensch. Entsprechend instabil sind in der Regel ihre zwischenmenschlichen Beziehungen. Zwischen heißem Liebesrausch und eiskaltem Hass steht mitunter nur ein falsches Wort oder ein missverständlicher Blick.

Diese Instabilität der Wahrnehmung und des Erlebens bezieht sich nicht nur auf andere Menschen, sondern auch auf das eigene Selbstbild. Vereinzelt haben die Betroffenen nur ein sehr verschwommenes Bild von sich selbst. Unrealistische und daher unerreichbare Ziele führen oft zur Selbstentwertung.

Menschen mit Borderline sind häufig extrem impulsiv, haben sich nicht unter Kontrolle. Besonders schwer fällt es ihnen, ihre Wut zu kontrollieren. In der Regel leiden Borderline- Betroffene unter heftigen Stimmungsschwankungen. Viele Borderline- Erkrankte sind hochgradig selbstmordgefährdet.

Wie bei den meisten psychischen Störungen sind die Ursachen noch nicht geklärt. Zu den wichtigsten Ursachen zählen Erfahrungen aus schmerzhafter Trennung, bedrohlicher Vernachlässigung oder auch massiver Traumatisierung durch sexuellen Missbrauch, körperliche Misshandlung oder emotionale Quälereien.
Neuere neurobiologische Forschungen deuten darauf hin, dass Borderline mit Hirnstörungen verbunden ist. Diese sind offenbar für die Übererregung und den emotionalen Kontrollverlust mitverantwortlich.

 

 

Typische Symptome sind:

  • Angst (Vernichtungs-, Verlassenheits-, Trennungsangst)

  • autoaggressives Verhalten

  • Depersonalisations- und Derealisationsgefühle

  • Depressionen

  • Drogenkonsum

  • delinquentes Sozialverhalten

  • extreme Idealisierungen oder Entwertungen

  • Eßstörungen

  • Gefühlsstörungen

  • Hysterien

  • Identitätsdiffusion

  • innere Leere

  • impulsive Reaktionsweisen

  • Impulskontrollverlust

  • Kontaktvermeidung - plötzliche Kontaktabbrüche

  • Polymorphe Sexualität (stark schwankend in der Ausprägung)

  • Präventivangriffe

  • psychosomatische Symptome

  • Realitätsverlust

  • Rituale und Zwänge

  • Schwarz-Weiß-Denken

  • starkes Kontrollbedürfnis über andere Menschen

  • Sucht

  • Suizidalität

  • Zwangssymptome



 

Ein erster Schritt ist oft, mit Ihrem Hausarzt zu sprechen. Sprechen Sie offen über Ihre derzeitigen Probleme und den damit verbundenen Leidensdruck. Sie koennen sich dort auch eine Überweisung zu einem Facharzt fuer Psychiatrie oder Psychosomatik ausstellen lassen wenn das sinnvoll erscheint.

Je nach Diagnose empfehlen sich unterschiedliche Therapieformen. Die Krankenkassen in Deutschland bezahlen drei Therapieformen: die Psychoanalyse, die Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Therapie. Die Schematherapie hat in letzter Zeit immer mehr Anhaenger gefunden. Es handelt sich dabei um eine Kombination von Verhaltenstherapeutischen und tiefenpsychologischen Interventionen. Auch diese wird in der Regel von den Krankenkassen bezahlt. (www.schematherapie.de). Wenn Sie eine andere Therapieformen wählen, dann gestaltet sich eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen meist schwierig.

Bei dem ersten Termin ist es wichtig, dass Sie einen Eindruck gewinnen, ob Sie sich eine Therapie mit dem betreffenden Therapeuten/Therapeutin vorstellen koennen, denn wenn Sie nicht denken, dass Sie dieser Person vertrauen koennen, erreicht die Therapie oft wenig. Nicht jeder Therapeut passt für jeden Menschen.

Es gibt mehrere Moeglichkeiten, einen Therapeuten zu finden. Um relativ schnell einen Termin zur Diagnostik und/oder zur Therapie zu bekommen, wenden Sie sich am besten an eine nahegelegene psychotherapeutische/ psychiatrische ambulante Fachklinik, an eine Universitätsklinik mit einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz oder an ein psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut. Es dauert oft recht lange, um einen Termin bei einem niedergelassenen Psychologen zu bekommen, aber auch das ist eine Moeglichkeit. Fragen Sie dazu bei Ihrer Krankenkasse nach einer Liste von geeigneten Therapeuten. Hier finden Sie ebenfalls Listen von Therapeuten (mit und ohne Kassenzulassung) nach Postleitzahl geordnet:

http://www.psychotherapiesuche.de/therapeutensuche
http://www.netzwerk-psychotherapie.de/
http://www.therapeuten.de/

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/


Es ist schade, dass Sie in der Selbsthilfegruppe eine so negative Erfahrung gemacht haben. Eigentlich sind Selbsthilfegruppen sehr hilfreich, um Verhaltensmuster zu veraendern.

Vielleicht finden Sie hier weitere Resourcen:

 

http://www.selbsthilfenetz.de/

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

http://www.borderlineselbsthilfe.de/

http://www.borderlinecommunity.de/

http://www.borderline-angehoerige.de/

http://www.borderline-selbsthilfe.de/Index/Kliniken/kliniken.html


Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble


Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.


Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.