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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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Guten Tag, ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll -

Kundenfrage

Guten Tag,

ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll - oder muss.
Solange ein Mensch zurechnungsfähig ist - kann er mit seinem Körper tun und lassen was er will.
Nur wann hört die Zurechnungsfähigkeit an und die unterlassene Hilfeleistung beginnt?
Ich versuch mich kurz zu halten.

Mein Mann hatte im Mai seinen dritten Herzinfarkt. Er ging eine Woche lang nicht zum Arzt - ich habe einen angerufen - er ist in den Kleiderschrank gesprungen - dann quer durchs Haus unter Vorwürfen und Gebrüll. Ich hab ihn wieder abbestellt.
Tage später ging er dann freiwillig - das Standartprogramm nahm seinen Lauf...Intensiv...Stant...Reha.....

Seit 10 lebt er jetzt zurückgezogen im Obergeschoss des Hauses.
In der Zeit hat er einen kleinen Topf Kartoffelbrei gegessen - fertig. Ich weiß nicht, ob er trinkt, wahrscheinlich ja. Ich weiß nicht ob er seine Tabletten nimmt.

Ert spricht nicht mit mir, nicht mit unserer Tochter (16) und nur kurz, knapp und mürrisch mit
unserem Sohn (20). Die meiste Zeit verbringt er auf der Couch und vor dem Fernsehen.
Ich geh ihm Zigaretten holen und leg sie ihm auf die Treppe.
Es wird keine Kleidung gewechselt ...ob er sich wäscht...ich weiß es nicht.......

Ich hab mit ihm schon mal sowas durchgemacht - da ging das "Fest" drei Wochen.

Hier geht es nicht um Analyse und dass ich keine Lust mehr habe, hier geht es darum, ob es sich um eine tiefe Depression oder um etwas Hirnorganisches handelt und wie meine Rechten und Pflichten sind.

Wenn ein Arzt kommt - mit ihm spricht und wieder geht ohne ihn mitzunehmen, gibt es hier keinWeiterleben. Der rastet aus - und droht sich umzubringen.
Ich habe eine demenzkranke Mutter - wir können seine Ausraster nicht gebrauchen.
Wir haben auch Angst. Suizidale Äußerungen - den Strick im Keller aufhängen - sich verbarrikadieren - sich nackt ausziehen auf den Boden legen - das hatten wir alles schon.
Er wurde - damals "angetrunken" von der Polizei ins ZI gebracht - zwei Stunden später war er wieder zu Hause.....

Die Vorwürfe, ich hätte ihn in die "Klatsche" gebracht - höre ich noch heute. Die "Klatsche" hat ihn entlassen - der Terror geht weiter.

Er benötigt Hilfe. Haben Sie einen umsetzbaren Rat?

Er kann sich gut verkaufen, kommt jemand, ist scheinbar alles in Ordnung - bis die Person weg ist.... Wir müssen alle raus - aus dem Hamsterrad.

Mit freundlichen Grüßen
Christofori
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine schwierige und furchtbar frustrierende Situation. Sie machen sich berechtigterweise grosse Sorgen um Ihren Mann. Von dem, was Sie beschreiben, scheint er zu diesem Zeitpunkt in seinem Leben eine "Gefahr fuer sich selbst" darzustellen und damit ist es gerechtfertigt, dass Sie per PsychKG eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik veranlassen. Zuständig für die Unterbringung und den Antrag ist nach PsychKG die örtliche Ordnungsbehörde. Das ist meist die Gemeinde. In jedem Bundesland können die Regelungen anders aussehen, da PsychKG und OBG Landesgestze sind. Manchmal ruft man die Feuerwehr, manchmal den Sozialpsychiatrischen Dienst, um eine Unterbringung zu bewerkstelligen.

Selbstgefährdung spielt sowohl bei der Notfallpsychiatrie als auch bei der Betreuung chronisch Kranker oder verwirrter Personen eine Rolle. Eine Zuschreibung, welche psychischen Störungen oder Erkrankungen mit einer akuten Selbstgefährdung verbunden sind, kann im Einzelfall ärztlich nicht getroffen werden. Es gibt zwar statistische Unterschiede, aber es kommt auf den Schweregrad der Störung und auf das Ausmaß bereits eingetretener gefährdender Verhaltensweisen oder Äußerungen an. Wichtig ist auch, ob noch ein Kontakt zwischen Arzt und Patient herstellbar ist, ob der Patient zu verlässlichen Absprachen imstande ist und ob er sich auch freiwillig behandeln lassen will. Psychiatrisch qualifizierte Notdienste wie in Hamburg wurden eingerichtet, damit diese Fragen von einem Fachmann geprüft werden. Weiterhin ist bei der betreuungsrechtlich begründeten Zwangseinweisung die Reaktion des Umfeldes, z. B. der Angehörigen von Bedeutung. Störungen, die statistisch häufiger mit akuter Selbstgefährdung assoziiert sind, sind akute organische oder funktionelle Psychosen, z. B. schizophrene Störungen. Schwere Depressionen gehen zwar oft mit Suizidgefährdung einher, führen aber statistisch seltener zu Zwangseinweisungen. Psychosomatische Störungen und Anorexie fallen in der Regel nicht unter die genannten Voraussetzungen, weil keine Unterbringung in psychiatrischen Kliniken erfolgt, sondern in psychosomatischen und Psychotherapie-Kliniken.

Bei betreuungsrechtlich begründeten Zwangseinweisungen geht es nicht nur um unmittelbare suizidale Gefährdungen, sondern auch andere schwere störungsbedingte Formen der Selbstgefährdung, z. B. Nichtbehandlung schwerster körperlicher Leiden, schwerste Verwahrlosung, rechtlich auch um die Gefahr einer schweren Verfestigung chronischer psychischer Störungen oder um Hilflosigkeit mit Gefahr des Verhungerns oder Erfrierens oder Herumirrens. Derartige Voraussetzungen bestehen statistisch häufiger bei Demenzen, chronischen Psychosen wie Schizophrenie, schweren Suchtleiden.



§ 14 PsychKG - Sofortige Unterbringung

(1) Ist bei Gefahr im Verzug eine sofortige Unterbringung notwendig, kann die örtliche Ordnungsbehörde die sofortige Unterbringung ohne vorherige gerichtliche Entscheidung vornehmen, wenn ein ärztliches Zeugnis über einen entsprechenden Befund vorliegt, der nicht älter als vom Vortage ist. Zeugnisse nach Satz 1 sind grundsätzlich von Ärztinnen oder Ärzten auszustellen, die im Gebiet der Psychiatrie und Psychotherapie weitergebildet oder auf dem Gebiet der Psychiatrie erfahren sind. Sie haben die Betroffenen persönlich zu untersuchen und die Notwendigkeit einer sofortigen Unterbringung schriftlich zu begründen. Will die örtliche Ordnungsbehörde in der Beurteilung der Voraussetzungen für eine sofortige Unterbringung von einem vorgelegten ärztlichen Zeugnis abweichen, hat sie den Sozialpsychiatrischen Dienst der unteren Gesundheitsbehörde zu beteiligen.

(2) Nimmt die örtliche Ordnungsbehörde eine sofortige Unterbringung vor, ist sie verpflichtet, unverzüglich beim Amtsgericht - Vormundschaftsgericht - einen Antrag auf Unterbringung zu stellen. In diesem Antrag ist darzulegen, warum andere Hilfsmaßnahmen nicht ausreichten und eine gerichtliche Entscheidung nicht möglich war. Ist die Unterbringung und deren sofortige Wirksamkeit nicht bis zum Ablauf des auf den Beginn der sofortigen Unterbringung folgenden Tages durch das Gericht angeordnet, so sind die Betroffenen von der ärztlichen Leitung des Krankenhauses, bei selbstständigen Abteilungen von der fachlich unabhängigen ärztlichen Leitung der Abteilung (ärztliche Leitung), zu entlassen.

Gerade ernstzunehmende Drohungen, dass sich jemand umbringt oder eine Vernachlaessigung von Hygiene und Ernaehrung sind meist ausreichend fuer eine "Zwangseinweisung". Oft beeintraechtigt diese natuerlich die Beziehungen, aber in Ihrem Fall sind die Familienbeziehungen so angespannt, dass es trotzdem die beste Option scheint.

 

Rufen Sie also den sozialpsychiatrischen Dienst oder die Feuerwehr/Notarzt an und fragen Sie, wer fuer "PsychKG" Faelle zustaendig ist. Da Ihr Mann anscheinend eine gute Maske aufsetzen kann, wenn er muss, waere es wahrscheinlich sinnvoll, wenn Sie fuer sich und den Notarzt dokumentieren, was Ihr Mann wann tut oder unterlaesst, damit Sie belegen koennen, dass Sie nicht anrufen weil Sie "heute mal frustriert" sind, sondern weil Sie sich gerechtfertigte Sorgen um das Wohl Ihres Mannes machen.

 

Es scheint wichtig, dass Ihr Mann so schnell wie moeglich adequate psychologische und physiologische Hilfe bekommt.

 

Als Angehörige einer wahrscheinlich psychisch kranken Person sollten Sie auch unbedingt an Ihre eigene Stabilität und Leistungsfähigkeit denken - und die Ihrer Kinder. Ihr Mann bedarf Ihrer Unterstützung, und dies vielleicht sogar lebenslang. Allerdings werden Sie dies nur gewährleisten können, wenn Sie auch auf sich achten, Kräfte sinnvoll und überlegt einsetzen und die "Akkus" immer wieder laden. Manchmal bedarf es dazu auch externer Hilfe, einfach weil Sie eine Pause brauchen.

Gestalten Sie Ihr Leben, trotz und gerade wegen aller Belastung so, dass Ihnen auch persönliche Freiräume bleiben. Suchen Sie sich dazu Unterstützung z.B. bei Verwandten, Freunden und in der Gemeinde. Dies können Sie auch mit der Unterstützung eines behandelnden Arztes oder anderer am Behandlungsprozess beteiligter Personen tun. In bestimmten Fällen, wenn Sie z.B. merken, dass scheinbar alles über Ihre Kraft geht, ist es auch sehr sinnvoll, einen Psychologen oder Psychiater zu konsultieren. Dieser kann dann mit Ihnen gemeinsam, gestützt auf seine professionelle Erfahrung, nach Wegen und Lösungen suchen, die man unter ständigem Druck allein vielleicht nicht gleich findet. Ansonsten laufen Sie Gefahr depressive Symptome oder Burnout Symptome zu entwickeln. Ihre Frustration im Angesicht Ihrer gefuehlten Hilflosigkeit (und wahrscheinlich Wut auf Ihren Mann) ist verstaendlich und nicht ungewoehnlich. Allerdings mindern diese natuerlich auch Ihre Lebensqualitaet. Umso wichtiger ist es, dass Sie einerseits Wege finden, Ihrem Mann zu helfen und andererseits, um sich selbst und Ihre Kinder zu schuetzen und klare Grenzen zu setzen.

Vielleicht ist auch der Bundesverband fuer Angehoerige von psychisch Kranken eine gute Anlaufstelle fuer Sie und Ihre Kinder:

 

http://www.bapk.de/

 

Hier finden Sie weitere Informationen zur "Zwangseinweisung":

http://recht.germanblogs.de/archive/2011/01/31/zwangseinweisung-richterliche-anordnung-und-patientenrechte.htm

 

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

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