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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Hallo,mein Sohn 7 Jahre seit Sep.in der Schule .Vier Wochen

Kundenfrage

Hallo,mein Sohn 7 Jahre seit Sep.in der Schule .Vier Wochen später haben wir mit der Lehrerin Term.er singt wärend dem Untericht ,heute ist es so das Er Aggressiv und frech gegenüber der Schuler und Lehrern ist.Seine ausagen Schüler ärgern mich Lehrerin glaubt mir nicht ,lasst mich nicht ausreden .Seine Schulische leistungen sind sehr gut .Wir haben alles versucht strafen und reden aber bis jetzt keine besserung .Liebe Grüße
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Wie viele Eltern geht es auch Ihnen im Umfeld von Kindern, die oft Hilflos und mit Nichtverstehen („ich verstehe das Verhalten meines Kindes nicht mehr und es ist so verändert zwischen Schule und zu Hause") diesen und anderen Verhaltensweisen die zum Teil auffällig sind im Alltag gegenüberstehen. Es ist erst ein Mal sehr löblich von Ihnen, dass Sie sich Sorgen machen um Ihren Sohn und dazu besteht aus meiner Sicht auch auf Grund der Verhaltensweisen (auch wenn diese ganz unbedeutend erscheinen mögen, vor allem für Außenstehende) und der berufspraktischen Erfahrung berechtigter Anlass. Denn allzu oft, werden doch schwer nachvollziehbare Verhaltensweisen z.T. auch allgemein nicht so auffälliges Verhalten wie z.B. verbal aggressives Verhalten, plötzliche Ausraster, Unkonzentriertheit, hohe Ablenkungsbereitschaft usw. zu leichtfertig mit den Worten "das ist doch Normalität " auch gerade von Lehrern bzw. Kinderärzten beschrieben.

Jedoch können diese Verhaltensmuster auch auf tiefgreifende unverarbeitete psychische Belastungen hinweisen oder als Ursache für eine noch nicht behandelte psychische Störung sein. Unter anderem können emotional nicht verarbeitete Ängste eine Rolle spielen (ggf. Trennungsängste, aber auch eine sich noch nicht manifestierte Schulangst), eine vielleicht vorhandene Geschwisterrevalität, emotionale Überforderung z.B. weil Ihr Sohn unbewusst die Verantwortung für Beziehungsschwierigkeiten der Eltern übernimmt, kognitive Unterforderung w/ einer eventuellen Hochbegabung, zu starke Fokusierung und übersteigerte Aufmerksamkeit der Eltern (häufig bei Einzelkindern) und somit Einschränkung der individuellen Entwicklung ==> aber wie kann ein Kind von 7 Jahren sich dagegen wehren, nur eben mit Verhaltensauffälligkeiten, weil er diese Zusammenhänge noch nicht emotional/ kognitiv erfassen kann usw., um hier wirklich nur einige mögliche Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten wie von Ihnen beschrieben darzustellen. Oft überfordern wir Kinder auch indirekt damit, dass wir oft Denken, die Verstehen doch schon so viel, aber Sie tun es eben oft nicht bzw. nicht im richtigen Kontext. Dies passiert sehr häufig bei Pädagogen, die nicht das Individuum im Blick haben sondern auf Grund Ihrer Ausbildung das Ganze der Entwicklung und Erziehung. Jedoch kann es sich auch schon um eine bereits bestehende psychische Störung im Kindes- und Jugendalter handeln z.B. um eine Störung der Emotion und des Sozialverhaltens genauso wie um eine AHDS Erkrankung wäre auch im Bereich des Möglichen, aber ggf. auch eine sich entwickelnde Schulangst. Leider ist es aus fachlichen Überlegungen, auch auf Grund der sehr geringen Informationsdaten aus meiner beruflichen Sicht geeignet hier noch weitere eventuelle diagnostische Überlegungen anzustellen. Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis.

Das allgemein wenig bekannte Problem ist nämlich, dass psychische Störungssymptome immer wieder auftreten können, auch wenn es den Betroffenen im Moment gut geht (Besserung in Sicht ist) und Sie keinerlei Beschwerden im Rahmen Ihrer Störungsreaktionen (Verhaltensreaktionen) haben und niemand kann sagen wann es das nächste Mal sein wird. Zum Teil potenzieren sich die Störungssymptome häufig mit zunehmenden Lebensalter und Sie werden unbehandelt schlimmer und halten länger an und bitte bedenken Sie dabei immer, jetzt ist Ihr Sohn noch zu einem gewissen Maße steuerbar (beeinflussbar, motivierbar), es hat noch keine weiterführenden Konsequenzen wegen des Alters gegeben.

Wichtig aus meiner Sicht ist hier eine dringende diagnostische Abklärung der Auffälligkeiten durch einen Kinder- und Jugendpsychiater, meist angeschlossen an eine Universitätsklinik oder in einer niedergelassenen Praxis unter Hinzuziehung eines Dipl.- Psychologen für eventuelle Testdiagnostik. Denn wenn man ggf. das Wissen hat um was es sich handelt, kann man ggf. geeignete Behandlungs- und Hilfsmaßnahmen einleiten. Deshalb ist Ihr Kind nicht verrückt oder gehört gar in die Psychiatrie, nein Sie als Eltern sind in der "Pflicht" Ihn zu begleiten und Ihm zu helfen, das es Ihm aber auch Ihnen besser geht, weil Ihr Sohn keine Verhaltensauffälligkeiten mehr zeigt.

Sie können sich an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für Kinder u.- Jugendpsychologie oder Jugendpsychiatrie in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine Diagnostik (Abklärung um welche Form es sich genau handelt im Rahmen der psychischen Störung) und psychotherapeutische Behandlung (eventuell verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch) in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen.
Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für Kinder und Jugendpsychotherapie wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches oder tiefenpsychologisches Ausbildungsinstitut für Kinder und Jugend + größere Orte in der Umgebung) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren und dort mit Ihrem Sohn vorstellig werden.

Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für Eltern auch für von Kinder und Jugendliche anzuschließen und von anderen Eltern und deren Erfahrungen zu lernen. Oft werden solche Elterngruppen über die Erziehungsberatungsstelle angeboten bzw. Sie erfahren hierzu weiteres über eine Selbsthilfekontaktstelle oder Krankenkasse, wo sich eine Gruppe in der Nähe befindet. Natürlich können Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet besuchen u.a. www.selbsthilfenetz.de/, www.eltern.de/
Es ist wichtig, wenn Sie Ihrem Sohn entsprechend helfen wollen sich Informationen zu beschaffen und wenn Sie dies zu sehr belasten sollte (auch vor allem emotional), sich auch umgehend z.B. psychologische Hilfe zur Begleitung suchen, denn sonst unterliegen Sie schnell der Gefahr der Co.- Abhängigkeit (Sie nehmen dann Ihrem Sohn alle Verantwortung ab usw.). Dies kann auch über eine Erziehungsberatungsstelle in Ihrer Nähe geschehen und die Beratung ist hier in der Regel kostenlos. Zum Teil werden hier auch familientherapeutische Begleitungen angeboten, die aus der Erfahrung heraus oft sehr nützlich sein können.
Bitte tun Sie etwas und haben Sie keine Angst davor, was vielleicht die Umwelt meinen könnte, Sie wären vielleicht "schlechte Eltern" oder gar "Eltern die versagt haben in der Erziehung". Nein das sind Sie ganz und gar nicht, sondern Sie scheuen weder Kosten und Mühen um Ihrem Sohn adäquat zu helfen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank