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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

ich bin mit meinem freund seit einem jahr zusammen. jetzt

Kundenfrage

ich bin mit meinem freund seit einem jahr zusammen.
jetzt zieht er sich, wie so oft, von mir zurück und ich weis nicht was los ist.
ob er abstand braucht oder es ihm nicht gut geht.er redet einfach nicht mit mir.
wie kann ich das verstehen?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Es kann sich bei Ihrem Freund um einen bindungsängstlichen Menschen handeln. Wesentlich geht man im heutigen wissenschaftlichen Kontext davon aus, dass sich in einer Partnerschaft entwickelnde Verlustängste auch gleichbedeutend mit der Problematik der Angst vor einer vlt. unvermeintlichen Trennung und einer sogenannten Bindungsschwäche (Bindungsstörung) einhergehen kann. Bindungsängste stellen für den Partner eine große Herausforderung dar, ist er doch ebenfalls hin und hergerissen durch das nicht vorhersehbare Verhalten des Ängstlichen. Ich kann mir vorstellen, dass es für Sie sehr schwer ist, damit umzugehen, denn die nächste Reaktion des Partners ist schwer einschätzbar. Ich kann Ihnen nur empfehlen hinsichtlich des Verhaltens gegenüber dem Beziehungsängstlichen sich umfassende Informationen zu dieser Störung anzueignen, auch um zu unterscheiden ob es sich um Bindungsangst handelt - also um ein existenzielles Problem - oder um Bindungsunwilligkeit. Relativ sichere Anzeichen für Bindungsangst sind bspw. häufige Rückzüge, besonders nach sehr großer Nähe, das kann auch in Form einer Verweigerung von Kommunikation sein, Gefühle werden so gut wie nicht gezeigt und es fällt auch schwer darüber zu reden, Normen und Werte werden idealisiert und hohe Ansprüche gestellt, sehr ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis mit Arroganz oder totaler Unsicherheit, Planung einer gemeinsamen Zukunft nur unverbindlich.

Diese Verhaltensweisen schließen jedoch nicht aus, dass der bindungsängstliche Mensch auch wie andere Menschen einfühlsam und zärtlich sein kann. Das macht es ja so schwer für den Partner diese emotionale Zweideutigkeit zu verstehen. Persönlichkeitsstörungen wie Narzissmus, Borderline Syndrom und Depressionen können begleitend auftreten. Grundsätzlich ist eine Therapie sinnvoll, wird jedoch von dem Bezeihungsängstlichen nicht als nötig erkannt.


Ich würde Ihnen empfehlen, da man pauschal keine generelle Aussage hinsichtlich des Umgangs mit dem bindungsängstlichen Menschen geben kann- schon im Hinblick auf die begleitenden Persönlichkeitsstörungen, sich umfassend zu informieren, eventuell auch in Foren die diese Hauptthematik haben und sich eventuell die auch darin empfohlene Literatur z.B.“Jein“ von Stefanie Stahl zu lesen.

http://www.bindungsangst.net/was_bindungsanst/was_bindungsangst.htm

Auch ist es möglich das Sie versuchen Ihren Freund zu einer Paarberatung/Therapie zu motivieren um an diesem Problem zu arbeiten, jedoch sehe ich hier wenig Chancen, da Ihr Freund eine Behandlungsnotwendigkeit erst erkennt, wenn er persönlich gescheitert ist., Sie also nicht mehr die Kraft aufbringen mit einem „Jein“ von Ihm weiter an eine gemeinsame Zukunft zu glauben.

Ich hoffe ich konnte Ihnen in der Kürze etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

diplompsychologe und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
wie soll ich mich verhalten, das er nicht komplett abstand von mir hält?
weil ich hab jetzt die angst das er mich nicht mehr will.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
wie soll ich mit ihm umgehen, das er nicht gleich ganz davonläuft?
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin, vielen Dank für die Akzeptanz und Ihre erneute Nachfrage. Ich verstehe Ihre Verunsicherung. Wesentlich geht man im heutigen wissenschaftlichen Kontext davon aus, dass sich in einer Partnerschaft entwickelnde Verlustängste auch gleichbedeutend mit der Problematik der Angst vor einer vlt. unvermeintlichen Trennung und einer sogenannten Bindungsschwäche (Bindungsstörung) einhergehen kann. Die Bindungstheorie geht von dem Modell der Bindung der frühen Mutter-Kind-Beziehung aus mehrere Phasen durchläuft bzw. nicht ausschließlich die Beziehung im Säuglingsalter/ frühe Kindheit eine Rolle spielt und verbindet auch andere Denkansätze miteinander (z.B. systemische Denkansätze usw.)und hier die Ursachen zu suchen sind.

Im Rahmen einer analytischen aber auch tiefenpsychologischen Behandlung würden natürlich die unverarbeiteten Konflikte aus der Vergangenheit bearbeitet. Das heißt, verborgenes, verschollenes und vor allem verdrängtes Material aus dem Unbewussten ins Bewusstsein geholt und wenn alles gut geht erfolgreich bearbeitet (durchgearbeitet) um den Konflikt, der bis ins Erwachsenenalter hin belastet bei Ihrem Freund aufzulösen. Es ist auf alle Fälle aus meiner Sicht wichtig, dass wenn Sie erkennen dass die im vorherigen Posting aufgeführten Symptome bei Ihrem Freund zutreffen, dass er sich therapeutisch behandeln lässt. Ich würde Ihnen aber jetzt an erster Stelle empfehlen ihn nicht zu drängen, warten bis er sich meldet, aber für Ihn dann da zu sein und einen geeigneten Moment abzupassen um über diesen plötzlichen Rückzug von ihm zu reden. In diesem Rahmen können Sie eventuell auch eine Paartherapie ansprechen in deren Rahmen dann auch eine Aufarbeitung einer eventuell vorhandenen Bindungsstörung/Verlustangst erfolgen kann. Drängen Sie ihn im Moment nicht, setzten Sie sich aber auf jeden Fall einen Zeitrahmen indem Sie um die Beziehung weiter kämpfen wollen und sollte sich nach deren Ablauf nichts verändert haben, dann müssen Sie sich mit dem Gedanken anfreunden das eventuell auch eine Bindungsunwilligkeit vorliegen kann. Scheuen Sie sich dann bitte nicht sich auch selbst Hilfe zu suchen wenn die emotionale Belastung zu groß wird.

Ich hoffe ich konnte Ihnen etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank