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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
62882398
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Ich bin 36 Jahre alt verheiratet und habe eine kleine Tochter.

Kundenfrage

Ich bin 36 Jahre alt verheiratet und habe eine kleine Tochter. Vor knapp 3 Jahren wurde ich depressiv und nehme seitdem Anti-depressiva. Ich habe meinen Job gekündigt aufgrund meines Zustandes und bin zu meinen Eltern gezogen. Ich denke heute manchmal, dass das ein Fehler war.
Mein Arzt rät mir eine Verhaltenstherapie anzufangen, um ICH-Stärke aufzubauen, doch leider gibt es sehr lange Wartezeiten. Ich weiss nicht was ich machen sollen. Haben Sie einen Tip für mich?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation.

Sie sind wahrscheinlich mit den folgenden Symptomen vertraut:

  • sie sind bedrückt, traurig, verzweifelt

  • sie haben ein andauerndes Elendigkeitsgefühl

  • Minderwertigkeitskomplexe

  • ängstlich, Angst vor dem Leben

  • hoffnungslos, Gefühl von Hilflosigkeit

  • sie wollen sich verkriechen

  • lebensmüde Gedanken, nicht mehr aufwachen wollen, alles Sch...

  • man sieht alles negativ

  • das Leben scheint sinnlos

  • Hemmungen

  • Schuldgefühle

  • Schwinden des Selbstwertgefühls

  • Interessenverlust

  • Unruhe

  • Gefuehlslosigkeit

Die Hauptsymptome einer Depression sind:

  • eine andauernd gedrückte Stimmung

  • eine andauernde Freudlosigkeit

  • ein Verlust von Interesse an Dingen, die den Erkrankten vorher interessiert haben

  • eine grundsätzliche Antriebslosigkeit

Oft auftretende koerperliche Symptome

  • Appetitverlust

  • es kann eine Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust auftreten

  • gelegentlich Zunahme des Appetits (Heißhunger vor allem auf Kohlenhydrate, Schokolade)

  • starkes Bedürfnis nach sehr salzigen oder süßen Lebensmitteln, da der Geschmackssinn durch die Krankheit beeinträchtigt ist.

Atmung

  • der Betroffene spürt eine Enge im Brustkorb

  • der Betroffene verspürt einen Druck auf der Brust

  • er atmet schwer, keucht oder atmet flach und kaum merklich

Augen

  • der Erkrankte klagt über schlechte Augen, kann aber keine passende Sehhilfe finden

  • Entzündete Augen können auftreten

  • schlechtes Sehen (ohne nachweislicher Ursache)

  • Lichtüberempfindlichkeit

Blasenstörungen

  • es treten Schmerzen beim Wasserlassen auf

  • häufiger Harndrang

  • die Blase ist gereizt

Schlafstörungen

  • Störungen beim Einschlafen

  • Störungen beim Durchschlafen

  • Nächtliches Erwachen

  • öfters Alpträume

  • als Flucht vor dem Leben: gesteigertes Schlafbedürfnis

  • frühes Erwachen am Morgen

  • Startschwierigkeiten am Morgen

Herzbeschwerden

  • Stechen im Herzen, Brennen oder Druck

  • Herzklopfen, Herzrasen

Hals-, Nasen-, Ohrenbereich

  • man verspürt einen Kloß im Hals

  • der Hals ist wie zugeschnürt

  • man fühlt ein Druckgefühl auf den Ohren

  • es können Ohrgeräusche auftreten (ähnlich Tinnitus)

  • Schmerzen in den Ohren

  • schlechteres Hörvermögen (ohne körperlich nachweisbare Ursache)

  • Der Mund brennt und ist trocken

Kreislauf

  • Schwindelanfälle

  • man hat öfters "weiche Knie"

  • ein erhöhter Blutdruck ohne körperlich nachweisbare Ursache


Kopf- und Nackenbereich

  • diffuse Schmerzen oder Druck

  • Verspannungen im Schulter- oder Nackenbereich

Magen-Darm-Beschwerden

  • es können Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen auftreten

  • verstärkt Blähungen

  • es kommt zu Sodbrennen oder Magendruck

  • häufig Verstopfung oder Durchfall

  • Probleme mit dem Magen, Uebelkeit, Verdauungsstoerungen

Vegetatives Nervensystem

  • der Betroffene verspürt Hitzewallungen oder Kälteschauer

  • er zittert ungewöhnlich

  • er errötet schnell

  • er bekommt oft kalte Hände oder Füße

  • er ist sehr temperaturempfindlich, schnell ist es ihm zu kalt oder zu warm

  • er hat Blutdruckschwankungen

Zahnbereich

  • häufig Schmerzen ohne Grund

  • Gefühl eines schlecht sitzenden Gebißes

  • "Zähne zusammenbeißen" oder Zähneknirschen

Und

  • Selbstschädigung

  • Keine Lust auf Sexualitaet

  • Man kann nichts mehr entscheiden

  • Verlust des Zeitgefuehls

  • Die Angst, immer duemmer zu werden

  • Man ist wie ausgebrannt

  • Man hat Angst, unheilbar krank zu sein

http://www.depressionen-depression.net/symptome-einer-depression/symptome-einer-depression.htm







Depressionen gehen einher mit einem besonders negativen Erleben der Welt, mit sog. katastrophisierenden Gedanken, in denen man sich ausmalt, welche schlimmen Dinge passieren könnten. Der Wahrnehmungsfokus liegt auf dem: Was fehlt noch? Was habe ich noch nicht erreicht? Was kann ich noch nicht? Was läuft schief in meinem Leben? Es gibt immer Dinge, die noch nicht so gut laufen, die noch fehlen und die schief laufen, aber depressive Menschen sehen vor allem diese negativen Tatsachen und verlernen mit zunehmender Krankheitsdauer immer mehr, die positiven Dinge auch wahrzunehmen und zu fühlen. Dies führt zu andauernden negativen Gefühlszuständen, starker Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Energielosigkeit. Häufig kommt es auch zu einer Gewichtszunahme oder Abnahme, zu sexuellen Störungen wie erektiler Dysfunktion, Orgasmusstörungen und Libidostörungen. Das Morgentief erleben besonders viele Patienten als große Belastung. Der Tag beginnt schwer, es ist nur mit großer Mühe möglich, das Bett zu verlassen und das Tagewerk zu beginnen. Bei besonders schweren Depressionen schaffen die Patienten es nicht mehr, das Bett zu verlassen.

Bei einer Depression kommt es oft zu kognitiven Verzerrungen. In depressiven Phasen kommt es zu Fehlinterpretationen der Wirklichkeit, die zu einer pessimistischen Sichtweise der Welt, der eigenen Möglichkeiten und der Zukunft führt. Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge werden verwechselt. Unangemessene Verallgemeinerungen (Depressionen kann doch niemand heilen) oder übertreibungen (die Sprechstundenhilfe hat mich abweisend behandelt, als sie sagte, dass ich noch etwas länger warten muss), emotionale Beweisführung (ich habe das Gefühl, dass sie mir nicht helfen kann, also stimmt das) und das weit verbreitete Gedankenlesen (ich weiss, dass sie mich nicht leiden kann) sind typische kognitive Verzerrungen. Depressive Patienten haben eine Neigung zum kognitiven Verzerren. Man weiß jedoch nicht, ob die Depression die kognitiven Verzerrungen auslöst oder ob die kognitiven Verzerrungen die Depression auslösen. Kognitive Verzerrungen könnten z.B. auch erlernt sein. Das Bewusstmachen von kognitiven Verzerrungen und das Auflösen dieser Verzerrungen führen zu einer Verbesserung des subjektiven Erlebens. Depressive Patienten können lernen, ihre Gedanken selbst zu überprüfen und zu verändern. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Kognitiven Verhaltenstherapie. Irrationale Einstellungen werden verändert und wirken sich damit auf das konkrete Verhalten aus.

Auch die Gehirnchemie ist bei depressiven Patienten verändert. Bestimmte Neurotransmitter wie Noradrenalin und Serotonin sind entweder zu wenig oder zu viel verfügbar. Genau hier setzen Psychopharmaka an. Leider weiß man bis heute nicht genau, wie diese wirken. Man weiß auch nicht, ob die Verschiebung der Neurotransmitterhaushalte die Depression verursacht oder ob die Depression die Neurotransmitterhaushalte negativ beeinflusst. Tatsache ist, dass viele depressive Patienten sehr gut auf die Behandlung mit Antidepressiva reagieren. Die Kombination von Antidepressiva und Kognitiver Verhaltenstherapie gibt heute als die Methode der Wahl für die Behandlung der Depression.


Ihr Arzt hat also einen guten Vorschlag gemacht. Zusaetzlich gibt es aber auch ALternativen und viele Dinge, die Sie selber tun koennen.

 

Depression Selbsthilfe - hier finden Sie ausfuehrliche Tipps, um sich jeden Tag selbst zu helfen waehrend Sie auf die Therapie warten. Ich wuerde Ihnen empfehlen, Sport, gesundes Essen, Spass,Zeit mit Freunden und Schlaf in Ihren Tag einzubauen:

http://www.depression-behandeln.de/depression-sport.html


http://www.depression-behandeln.de

HIer ist ein Buch, das in die kognitive Verhaltenstherapie einfuehrt und oft auch als Selbsthilfebuch schon hilfreich ist.

Gedanken verändern Gefühle: Fertigkeiten, um Stimmungen, Verhalten und Beziehungen grundlegend zu verbessern von XXXXX XXXXXberger, Christine A. Padesky, Theo Kierdorf und Hildegard Höhr von Junfermann (Oktober 2007)


Ausserdem gibt es ein Online Programm fuer die WArtezeit, vielleicht waere sogar Ihre Krankenkasse bereit, Ihnen das zu erstatten? www.novego.de (suchen Sie nach dem Depressionshelfer)

 

Yoga und Meditation haben sich als sehr hilfreich gezeigt, um Depressionen zu bekaempfen. Vielleicht gibt es da ein Angebot in Ihrer Naehe?

 

Wenn Sie in der Vergangenheit gut auf homoeopathische Mittel angesprochen haben, dann koennte das auch bei Depressionen hilfreich sein.

 

 

Wenn Sie die Wartezeit durch die obigen Vorschlaege sinnvoll fuellen koennen, wuerde ich Ihnen empfehlen, den Termin fuer die Therapie zu machen. Um relativ schnell einen Termin zur Diagnostik und/oder zur Therapie zu bekommen, wenden Sie sich am besten an eine nahegelegene psychotherapeutische/ psychiatrische ambulante Fachklinik, an eine Universitätsklinik mit einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz oder an ein psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut. Es dauert oft recht lange, um einen Termin bei einem niedergelassenen Psychologen zu bekommen, aber auch das ist eine Moeglichkeit. Fragen Sie dazu bei Ihrer Krankenkasse nach einer Liste von geeigneten Therapeuten. Hier finden Sie ebenfalls Listen von Therapeuten (mit und ohne Kassenzulassung) nach Postleitzahl geordnet:

http://www.psychotherapiesuche.de/therapeutensuche
http://www.netzwerk-psychotherapie.de/
http://www.therapeuten.de/

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/

 


Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Sie hinterfragen, ob der Einzug bei Ihren Eltern ein Fehler war. Wenn Sie sich da tatsaechlich Gedanken maXXXXX, XXXXXn ist es meist sinnvoller nach "vorne" also in die Zukunft zu schauen und zu versuchen, Plaene zu schmieden, wie und wann Sie wieder auf eigenen Beinen stehen koennen (z.B. innerhalb von 6-9 Monaten werde ich....tun, um dann auszuziehen), als darueber nachzugruebeln, was haette sein koennen (was waere wenn.....).





Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.

InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung: Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo Frau Noble,

Ich möchte mich für Ihre sehr ausführliche und informative Antwort bedanken. Mein Arzt hat mir bei meinem letzten Besuch geraten durch eine Therapie meine Ich-Stärke aufzubauen. Dazu kann ich leider nichts im Internet finden. Können Sie mir weiterhelfen?

Freundlichste Grüße

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank fuer die akzeptierte Antwort. Es gibt verschiedene Arten von Therapie, deren Ansaetze und Ziele sich voneinander unterscheiden.

Hier eine (nicht vollstaendige) Liste von Therapieformen:

http://www.psychologie-info.org/Therapieformen/Therapiearten/therapiearten.html

 

 

Die Krankenkassen in Deutschland bezahlen drei Therapieformen: die Psychoanalyse, die Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Therapie. Die Schematherapie hat in letzter Zeit immer mehr Anhaenger gefunden. Es handelt sich dabei um eine Kombination von Verhaltenstherapeutischen und tiefenpsychologischen Interventionen. Auch diese wird in der Regel von den Krankenkassen bezahlt. (www.schematherapie.de). Wenn Sie eine andere Therapieformen wählen, dann gestaltet sich eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen meist schwierig.

Die Therapien, die als Ziel haben "Ich-Staerke" aufzubauen sind die tiefenpsychologischen Therapien (und die Psychoanalyse). Dabei geht es darum, sich mit seiner Geschichte zu beschaeftigen, um herauszufinden, wer man ist und warum man so ist, wie man ist, um dann mit weniger Selbstzweifeln das Leben zu bestreiten. "Ich-Staerke" koennte man vielleicht als "zufrieden mit sich selbst auf einer tiefen Ebene" uebersetzen.

 

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

 


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