So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an diplompsychologe.
diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
57334328
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychologie hier ein
diplompsychologe ist jetzt online.

ich leide seit vielen jahren an depressionen, es gibt aber

Kundenfrage

ich leide seit vielen jahren an depressionen, es gibt aber auch phasen in denen es mir relativ gut geht. ich bin ständig müde, antriebslos, weine tagelang und denke leider auch viel über selbstmord nach. ich nehme zur zeit morgens venlaflaxin und abends trimiparmin. mein hausarzt behandelt mich, denn ich möchte nicht zu einem psychiater - meine angst in eine klinik zwangsläufig zu müssen ist dafür zu gross. in den letzten 5 jahren habe ich eine grauenvolle beziehung geführt konnte mich aber nicht trennen. nun bin seit 7 monaten getrennt aber die depression wird nicht besser sondern manchmal schlimmer. kann mir jemand sagen wie ich da je rauskomme?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung, Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Den Verlauf einer Depression kann man in zwei Phasen unterteilen, d.h. gesunde Phasen wechseln sich mit depressiven Episoden ab, dabei können die einzelnen Phasen zwischen einigen Wochen bis über ein Jahr anhalten. Bei mehrmaligem Auftreten der Symptome spricht man von einer rezidivierenden Erkrankung. Sie schreiben Sie nehmen Medikamente (ich setze voraus das es sich um verschriebene Antidepressiva handelt) und werden nicht durch einen Facharzt für Psychiatrie, sondern Ihren Hausarzt behandelt. Meine Frage wäre jetzt, inwieweit auch eine psychotherapeutische Behandlung als Unterstützung von Ihnen in Anspruch genommen wird. Ein Hausarzt/ Psychiater darf hilfreiche Medikament verschreiben so, dass Sie schnellstmöglich aus diesem Tief wieder herauskommen, jedoch ist dies natürlich kein Dauerzustand und die Behandlung mit Antidepressiva ist nur ein Therapiepfeiler bei der Behandlung von Depressionen. (Zwei weitere sind psychotherapeutische und sozialpsychiatrische Verfahren je nach den speziellen Gegebenheiten der depressiven Störung).Sie können sich dazu auch an eine nahegelegene psychotherapeutische/psychiatrische Fachklinik wenden (an Unikliniken) und um eine Notaufnahme(Behandlung)bitten, um dort viel schneller als bei den niedergelassenen Kolleginnen oder Kollegen einen Termin zu bekommen. Auch psychotherapeutische Ausbildungsinstitute vergeben Termine zur Diagnostik. Zur Ermittlung des Schweregrades einer Depression werden z.B: auch spezielle Tests wie z.B. der BDI (Becks Depression Inventory) oder der HAMD(Hamilton- Depression- Scale) herangezogen. Eine weitere therapeutische Maßnahme zur Behandlung der Depression ist eine Schlafentzugstherapie, Lichttherapie auch Ergotherapie wird bspw. bei stationären Patienten in der Klinik eingesetzt um neue Ressourcen kennenzulernen und positiv zu nutzen. Auch die Ausarbeitung einer Tagesstrukturierung durch sinnvolle, aktivierende und nicht überfordernde Aktivitäten wirkt sich positiv aus. Eine genaue Vorhersage wann bei Ihnen der Gesundheitszustand wieder erreicht ist, kann ich Ihnen leider nicht geben. Entscheidend ist auch immer der diagnostizierte Schwereregrad der Depression, die Bedingungen im sozialen Umfeld des Erkrankten (z.B. sind auch häufig belastende Lebensereignisse Auslöser der Depression); Chrobobiologische Faktoren ( hier z.B: Störungen im biologischen Rhythmus das Auftreten der Depression zu bestimmten Jahreszeiten ( Herbst/Winterdepression) oder durch Schichtarbeit bedingt weil gestörter Schlaf/WachRhytmus); körperliche Erkrankungen oder Medikament können ebenfalls Auslöser sein . Ich kann Ihnen nur empfehlen, wenn noch nicht erfolgt, eine psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen und wenn es gar nicht geht, eventuell auch eine stationäre Behandlung in Erwägung zu ziehen. Auch wenn Sich im Moment davor scheuen, aber in einer stationären Betreuung bzw. teilstationärer Betreuung ,sehe ich für Sie auf Grund Ihren Ausführungen, auch im Hinblick auf die Selbstmordgedanken den besten Weg um wieder zu mehr Lebensqualität zu bekommen. Ursachen für eine Depression können, chronische Überforderung, psychosozialer Stress, ähnliche Krankheitsbilder bei Familienangehörigen und einer Identifizierung, Modelllernen ( in der Ursprungsfamilie erhielt ein Familienmitglied das viel über körperliche Beschwerden klagte Schonung und Rücksichtnahme) auch eine verminderte Fähigkeit Gefühle zu äußern und wahrzunehmen ( Alexithymie) kann nicht ausgeschlossen werden. Bei einer reinen Form der Depression verschlechtert sich das Beschwerdebild zusehends, oft sehr schnell und es kommt zu massiver Antriebsarmut (der Alltag und die Arbeit können nicht mehr bewältigt werden), Interessenlosigkeit, ständiges Gefühl von Traurigkeit, dem Gefühl ganz alleine zu sein, z.T. stark ausgeprägte suizidale Gedanken, Gefühl das der emotionale Zustand nicht besser werden kann usw. und hier ist neben einer Psychotherapie dringend auch eine medikamentöse Behandlung notwendig.
Die Therapie kann nach Diagnosestellung im Rahmen der Psychoanalyse/ Tiefenpsychologie (Aufdecken von unbewussten Konflikten; finden der auslösenden Ereignisse, übersetzten der Körpersprache in eine innerseelische Sprache) oder kognitiver Verhaltenstherapie (Wiedererlangung der Eigenkontrolle über das körperliche
Wohlbefinden, Bewusstmachung ungünstiger Krankheitsüberzeugung, Übungen zur Stressbewältigung) erfolgen. Die letzte Therapiemethode hat jedoch im Rahmen der psychosomatischen Behandlung weniger Erfolge im Rahmen der Gesundheit in unterschiedlichen Studien ergeben. Jedoch welche Therapierichtung für Sie auch subjektiv besser ist, liegt immer an Ihnen dies zu entscheiden.
Scheuen Sie sich bitte nicht diese Hilfe in Anspruch zu nehmen, Sie sind deswegen nicht verrückt und es ist auch keine Schande heutzutage einen Psychologen/Psychiater hinzuzuziehen, letztendlich ist doch entscheidend dass es Ihnen besser gehen soll .

Sie können sich an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für tiefenpsychologisch/ psychoanalytische Therapie oder psychosomatische Medizin in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine Diagnostik (Abklärung um welche Form es sich genau handelt im Rahmen der Störung und Symptomatik) psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Wohnumfeld hierfür in Frage kommen.
Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller,
sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut
wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. "tiefenpsychologisch/
analytische Ausbildung + Ort oder Facharzt für psychosomatische Medizin usw.)
und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie
können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer
psychotherapeutischen Ambulanz vereinbaren und dort vorstellig werden.

Bitte denken Sie daran, diese beschriebene Symptomatik kann viele Ursachen haben, diese können sehr weit zurückliegen, aber es liegt ganz alleine an Ihnen genügend Mut zu finden das genau heraus zu finden um sich dann damit auseinander setzen zu können. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Symptome noch weiter potenzieren und sich Ihre emotionale Situation verschlechtert.

Vielleicht ist es für Sie auch hilfreich sich an eine Selbsthilfegruppe zu wenden und aus den Erfahrungen anderer betroffener im Umgang mit der Erkrankung zu lernen und für sich neue Bewältigungsmöglichkeiten zu finden

http://www.depressionen-depression.net/pages/selbsthilfegruppen.htm

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

Ich hoffe ich konnte Ihnen in der Kürze der Ausführung etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank