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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Mein Sohn, 32 Jahre, zieht sich immer mehr zurück. Er hat sein

Kundenfrage

Mein Sohn, 32 Jahre, zieht sich immer mehr zurück. Er hat sein Studium aufgegeben, und sucht sich aber auch keine Arbeitsstelle. Er schließt sich oft in seiner Wohnung ein, geht nicht ans Telefon, und ist nicht erreichbar. Ein Gespräch mit einem Psychologen lehnt er ab, er findet das brauche er nicht.
Ich weiß nicht mehr wie ich mit ihm umgehen soll, denn ich muss ein Gespräch mit ihm führen wie es beruflich mit ihm weitergehen soll. Er wird zur Zeit von der Familie finanziell unterstützt, aber das kann kein Dauerzustand sein, und einer Diskussion entzieht er sich.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben. Ich verstehe Ihr Problem und Sie haben vollkommen richtig gehandelt dass Sie Ihrem Sohn einen Besuch beim Psychologen nahegelegt haben. Die von Ihnen beschriebenen Symptome bei Ihrem Sohn können einen Hinweis auf eine psychische Störung sein. Es könnte sowohl eine Depression als auch eine schizoaffektive Störung vorliegen

Die Diagnose einer schizoaffektiven Störung (Mischpsychose)wird nur gestellt, wenn neben eindeutige schizophrener Symptomatik (d.h. die Kriterien einer Schizophrenie sind erfüllt) auch zeitgleich die Symptome einer depressiven Episode oder Manie vorhanden sind. Das heißt es bestehen nebeneinander oder kurz nacheinander einerseits Symptome der Schizophrenie wie Wahn und Halluzination, sowie andererseits depressive (Verlangsamung, Schlafstörungen, Suizidgedanken), manische( euphorische Stimmung, Antriebssteigerung, Erregung) oder manisch depressive Beschwerden. Dabei kann das pathologische Bild der Störung über Jahre hinweg unterschiedlich aussehen- schizodepressiv, schizomanisch, rein schizophren oder depressiv. Die Krankheit muss sich also immer im Querschnitt einer Überlappung von Schizophrenie und affektiver Störung (Depression/Manie) zeigen.

Die Bezeichnung schizzoaffektive Psychose stammt aus dem Jahr 1933 von dem amerikanischen Psychiater John Kasanin. Laut dessen Beschreibung entwickelten Patienten eine Psychose (Störung der Realitätskontrolle, der Kommunikation, der Wahrnehmung; des Ich- Erlebens, und des Verhaltens), die sowohl aus schizophrenen als auch aus affektiven Symptomen bestanden. Die Erkrankungen bildeten sich innerhalb weniger Wochen oder Monaten zurück.

Patienten mit schizzoaffektiver Störung sind im Vergleich zu Patienten mit Schizophrenie beruflich besser integriert und haben funktionierende Sozialkontakte, die Negativsymptome ( 1. Ranges: Gedankenlautwerden, akustische Halluzinationen, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Wahnwahrnehmung und 2. Ranges :Wahneinfall, Ratlosigkeit, depressive oder frohe Verstimmungen) der Schizophrenie sind weniger schwer und weniger chronisch. Häufig wird die Diagnose einer schizoaffektiven Störung erst im Verlauf gestellt oder muss im Verlauf geändert werden. Patienten mit schizoaffektiver Störung haben verglichen mit der Schizophrenie eine deutlich günstigere Prognose. Die Erkrankung beginnt typischerweise akut, d.h. innerhalb von 4 Wochen weist eine affektive Symptomatik auf (Manie, Depression); der Patient verfügt aber über eine gute psychosoziale Anpassung und berufliche Leistungsfähigkeit. und häufig auch eine feste Partnerbeziehung was die günstigere Prognose begründet.

Ich würde also dringend eine Abklärung beim Hausarzt empfehlen um eine körperliche Erkrankung als Hintergrund der Störung auszuschließen. Ich empfehle Ihnen danach im Rahmen der von Ihnen beschriebenen Symptome die Konsultation eines Psychiaters z.B. in einer psychiatrischen Institutsambulanz Notfallambulanz an einer Uniklinik oder in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie um eine genaue diagnostische Abklärung durchzuführen und auch eine entsprechende therapeutische Behandlung zu veranlassen. Sie können sich auch an eine nahegelegene psychotherapeutische/psychiatrische Fachklinik wenden (an Unikliniken) und um eine Notaufnahme(Behandlung)bitten, um dort viel schneller als bei den niedergelassenen Kolleginnen oder Kollegen einen Termin zu bekommen. Auch psychotherapeutische Ausbildungsinstitute vergeben Termine zur Diagnostik. Da der Antrieb durch die möglicherweise vorhandene Depression gestört ist, wäre es sehr zu empfehlen dass Sie Ihren Sohn weiter motivieren sich professionelle Hilfe zu suchen. Da Sie schreiben dass Sie keinen Zugang zu Ihrem Sohn finden ist es manchmal nötig Menschen gegen Ihren Willen einer Behandlung zuzuführen. Die Möglichkeit als Notfall in eine Klinik eingeliefert zu werden besteht und wird innerhalb des PsychKg der einzelnen Länder geregelt. Hauptsächlich erfolgt dies bei Eigen/Fremdgefährdung. Zu den psychiatrischen Notfällen zählen psychische Krisen, die einhergehen mit Erregungszuständen und Suizidalität. Ich würde Ihnen empfehlen sich wenn Sie den Verdacht haben dass Ihr Sohn sich etwas antun will sich umgehend in eine psychiatrische Notfallambulanz (meist an den Unikliniken) zu wenden und sollte dies nicht möglich sein, den Notarzt zu Infomieren. Auch besteht für Sie die Möglichkeit sich auf Grund der psychischen Krise Ihres Sohnes sich an den sozialpsychiatrischen Dienst (an den Gesundheitsämtern) zu wenden um hier eine zeitnahe Hilfe zu erhalten. Der sozialpsychiatrische Dienst hat die Aufgabe psychisch kranke Menschen zu beraten und zu begleiten. Er kooperiert mit allen anderen Institutionen, die vor Ort Hilfen für psychisch kranke Menschen anbieten. Der sozialpsychiatrische Dienst steht unter fachärztlicher Leitung und besteht aus einem interdisziplinärem Team( Ärzte, Psychologen, Krankenpfleger, Sozialarbeiter): Eine Aufgabe ist auch die Vermittlung weitergehender therapeutischer, pflegerischen, begleitenden und sozialrechtlichen Hilfen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

diplompsychologe und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sollte ich meinen Sohn mit Ihrer Beurteilung konfrontieren damit er einsieht dass er Hilfe benötigt?
Oder wie kann ich ihn zu einer Einwilligung bewegen?
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin, vielen Dank für die weiterführende Information. Ich würde Ihnen empfehlen das Thema professionelle Hilfe anzusprechen und auch die entsprechenden Konsequenzen Ihrem Sohn offen darzulegen. Es kann leicht möglich sein, dass er versucht es herunterzuspielen, aber Sie als Eltern haben auch das Recht sich Sorgen um Ihren Sohn machen zu dürfen und auch auf eine Änderung nötigenfalls mit einer therapeutischen Behandlung zu bestehen. Manchmal ist es auch nötig gegen den Willen der psychisch Erkrankten zu handeln, da auf Grund der Störung eine Einsichtsfähigkeit nicht vorhanden ist.

Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

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