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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

meine Mutter( 89 Jahre) leidet an einer Angststörung

Kundenfrage

meine Mutter( 89 Jahre) leidet an einer ausgeprägten Angststörung mit anschließender Depression mit starker innerer Unruhe. Die Hausärztin hat ihr Melperon verschrieben. Sie möchte keine Antidepressiva verschreiben und die Neurologin hat sich dieser Meinung angeschlossen. Ich bin aber der Meinung , dass die Melperon als Neuroleptikum nur die Symptome der psychischen Erkrankung dämpft, denn meine Mutter hat trotzdem immer wieder starke Ängste und eine starke innere Unruhe. Sie hat zusätzlich ein 50mg Schmerzpflaster auf den Rücken und nimmt eine halbe Schlaftablette Zolpidem. Was kann ich tun, oder ist hier die Entscheidung der Hausärztin doch richtig. Mit freundlichen Grüssen (von Moderation entfernt)
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.
Im Rahmen meiner berufspraktischen Tätigkeit vor allem auch im geriatrischen Bereich habe ich häufig mit der Fragestellung zu tun, warum verschreiben Ärzte einfach dieses oder jenes Medikament nicht oder warum zeigt dies keine Wirkung. Häufig hat dies mit dem Lebensalter, dem veränderten Stoffwechsel (veränderte Möglichkeit den Wirkstoff zu verarbeiten und somit auch damit nicht die gewünschte Wirkung zu erzielen) und mit der auch falschen Diagnose (folglich dann auch dann falsche Behandlung) zu tun. Denn keiner stellt sich die Frage, woher kommen die massiven Angstzustände die scheinbar mit Medikation nicht in den Griff zu bekommen ist. Teilweise haben Ängste in dem Lebensjahrzehnt mit dem allgemeinen Abbau der kognitiven Fähigkeiten zu tun, d.h. oft merken Patienten diesen Abbau noch und dies erzeugt Angst, denn bei zunehmenden demenzähnlichen Symptomen, zu denen es im Lebensalter Ihrer Mutter durchaus kommen kann, können auch massive psychische Veränderungen einher gehen. Des Weiteren kommt es häufig, durch das Alter bedingt zum Wiederaufleben von zum Teil massiven traumatischen Erlebnissen vor allem aus der Kriegszeit, wo niemand je mehr darüber gesprochen hat, aber die Psyche nichts vergisst und dies ähnlich einer Retraumatisierung wieder massive Ängste hervorrufen kann, weil eine ähnlich wiederkehrende Situation (auch durch verlorengegangene Ablenkung durch das Leben Selbst) sich dargestellt hat (z.B. Film, alte Fotos, anstehende Heimunterbringung usw.).
Unter Umständen kann sich aber auch eine massive Angstsymptomatik durch die hohe Schmerzbelastung entwickeln, da Ihre Mutter keine andere Möglichkeit mehr hat, das Schmerzgefühl anderweitig zu kompensieren, als mit massiven Ängsten. Dies ist einfach eine Möglichkeit der Psyche und unverarbeitete emotionale (gefühlsmässige) Spannungszustände suchen sich Ihren Weg.
Hier hilft meist schon das Gespräch darüber um sich zu entlasten, das Zuhören oder auch die Stabilisation durch geben von Sicherheit. Aber auch ein Gespräch mit einem Seelsorger kann hier hilfreich sein bzw. einen Dipl.- Psychologen (nur oft auf private Rechnung, da Krankenkassen in diesem Alter keine psychologische Versorgung mehr bezahlen). Natürlich ist es auch möglich und da würde eventuell auch die Möglichkeit bestehen Ihre Mutter auf ein wirksameres Medikament einstellen zu lassen z.B. wird von Ärzten mit denen ich zu tun habe häufig verschrieben in gleichen oder ähnlichen Symptomen z.B. Citalopram oder Risperdal (letzteres vor allem bei ängstlich psychotischer Symptomatik) und dahingehend auch dort angebotene psychotherapeutische Hilfe zu Teil werden zu lassen. Sicherlich ist es kein so leichter Schritt für Sie, Ihrer Mutter eine psychiatrisch/ psychologischer zukommen zu lassen, aber zumindest eine option über die Sie ggf. nachdenken können.
Ich hoffe, mit meinen Ausführungen konnte ich Ihnen weiter helfen und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank