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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Guten Abend.. Ich glaube meine Schwester (20) leidet an

Kundenfrage

Guten Abend..

Ich glaube meine Schwester (20) leidet an einer bipolaren Störung.
Da ich mir nicht sicher bin, mich darüber informieren möchte und meiner Schwester gerne behilflich wäre, würde ich gerne die Meinung eines Psychiaters hören.

Mit freundlichen Grüßen Kristina B.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Sie moechten Ihrer Schwester helfen und wissen nicht genau wie.

Die Bipolare Stoerung ist durch Stimmungsschwankungen gekennzeichnet. Die Stimmung schwankt dabei zwischen Depressionen und manischen oder hypomanischen Phasen hin-und zurueck. Manchmal innerhalb von Tagen, manchmal innerhalb von Wochen oder Monaten.

Depressive Phasen sind gekennzeichnet durch:

  • Gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit

  • Müdigkeit, Erschöpfungsgefühl, Energielosigkeit

  • Gesteigertes Ruhebedürfnis

  • Vermindertes Selbstvertrauen, Selbstzweifel

  • Vermehrtes Grübeln und sich Sorgen machen

  • Interesselosigkeit, Lustlosigkeit

  • Ein- oder Durchschlafstörungen

  • Vernachlässigung alltäglicher Verpflichtungen

  • Konzentrationsschwierigkeiten (Denken fällt schwer)

  • Vermindertes sexuelles Interesse

  • Ängstlichkeit, Nervosität

  • Verringerte Belastbarkeit, Abnahme des Leistungsvermögens

  • Alles auf sich beziehen, das Gefühl haben, dass andere schlecht über einen reden

  • Veränderungen im alltäglichen Tagesablauf

  • Körperliches Unwohlsein

  • Vermehrter Alkoholkonsum

  • Anspannung, Unruhe

  • Reizbarkeit

Manische Episoden sind durch die folgenden Symptome gekennzeichnet:

  • Hochstimmung, Euphorie

  • Neue Ideen, Gedankenrasen

  • Stärkeres Redebedürfnis

  • Vermehrte Aktivität und Energie

  • Veränderte Wahrnehmung (Geräuschempfindlichkeit, schärfere Wahrnehmung, Gefühl, in einer anderen Welt zu sein)

  • Erhöhte Kreativität

  • Vermindertes Schlafbedürfnis

  • Stärkere Kontaktbereitschaft

  • Gefühl, wichtig zu sein oder im Mittelpunkt des Interesses zu stehen

  • Vermehrter Alkohol-/ Drogenkonsum

  • Gesteigertes Selbstvertrauen, Gefühl, alles zu schaffen, was man sich vornimmt

  • Reizbarkeit, Angespanntheit, Ungeduld

  • Gesteigertes sexuelles Interesse

  • Vermehrtes Geldausgeben

  • Konzentrationsschwierigkeiten, Ablenkbarkeit

  • Ruhelosigkeit, Unruhe

  • Mehr Streitigkeiten als sonst

  • Nichteinhalten des alltäglichen Tagesablaufs


Manische Phasen sind oft kuerzer als depressive Phasen. Hypomanie beschreibt eine abgeschwaechte manische Phase. Eine ausfuehrliche Beschreibung der Stoerung finden Sie hier:

http://www.psychose.de/downloadarchiv/BS-patientenbroschuere.pdf


Viele Menschen mit einer echten bipolaren Stoerung erleben, dass die (hypo-)manischen Phasen zunehmen oder sie eine starke manische Episode haben, wenn sie Antidepressiva nehmen ohne gleichzeitig eine Medikament zu nehmen, dass die Stimmungsschwankungen reduziert (wie z.B. Lithium). Die Reaktion Ihrer Schwester auf die Antidepressiva koennte also etwas ueber ihr Problem sagen. Wenn die Antidepressiva geholfen haben, dann ist es wahrscheinlicher, dass Ihre Schwester unter Depressionen leidet.

 

 

Allgemeiner Eindruck eines depressiven Menschen auf die Umwelt:

  • depressive Menschen sprechen oft leise und langsam, sie klingen eintönig

  • sie haben oft einen ernsten Gesichtsausdruck, wirken erstarrt oder verbissen

  • sie bewegen sich oft kraftlos, schleppend oder unmotiviert

  • der Gang ist nach vorn gebeugt, die Schultern hängen

  • sie ziehen oft den Kopf ein, sehen jämmerlich aus

  • es hat den Anschein, als ob sich der Betroffene ueber nichts freuen kann

Stimmungen von depressiven Menschen

  • sie sind bedrückt, traurig, verzweifelt

  • sie haben ein andauerndes Elendigkeitsgefühl

  • Minderwertigkeitskomplexe

  • ängstlich, Angst vor dem Leben

  • hoffnungslos, Gefühl von Hilflosigkeit

  • sie wollen sich verkriechen

  • lebensmüde Gedanken, nicht mehr aufwachen wollen, alles Sch...

  • man sieht alles negativ

  • das Leben scheint sinnlos

  • Hemmungen

  • Schuldgefühle

  • Schwinden des Selbstwertgefühls

  • Interessenverlust

  • Unruhe

  • Gefuehlslosigkeit

Die Hauptsymptome einer Depression sind:

  • eine andauernd gedrückte Stimmung

  • eine andauernde Freudlosigkeit

  • ein Verlust von Interesse an Dingen, die den Erkrankten vorher interessiert haben

  • eine grundsätzliche Antriebslosigkeit

Oft auftretende koerperliche Symptome

  • Appetitverlust

  • es kann eine Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust auftreten

  • gelegentlich Zunahme des Appetits (Heißhunger vor allem auf Kohlenhydrate, Schokolade)

  • starkes Bedürfnis nach sehr salzigen oder süßen Lebensmitteln, da der Geschmackssinn durch die Krankheit beeinträchtigt ist.

Atmung

  • der Betroffene spürt eine Enge im Brustkorb

  • der Betroffene verspürt einen Druck auf der Brust

  • er atmet schwer, keucht oder atmet flach und kaum merklich

Augen

  • der Erkrankte klagt über schlechte Augen, kann aber keine passende Sehhilfe finden

  • Entzündete Augen können auftreten

  • schlechtes Sehen (ohne nachweislicher Ursache)

  • Lichtüberempfindlichkeit

Blasenstörungen

  • es treten Schmerzen beim Wasserlassen auf

  • häufiger Harndrang

  • die Blase ist gereizt

Schlafstörungen

  • Störungen beim Einschlafen

  • Störungen beim Durchschlafen

  • Nächtliches Erwachen

  • öfters Alpträume

  • als Flucht vor dem Leben: gesteigertes Schlafbedürfnis

  • frühes Erwachen am Morgen

  • Startschwierigkeiten am Morgen

Herzbeschwerden

  • Stechen im Herzen, Brennen oder Druck

  • Herzklopfen, Herzrasen

Hals-, Nasen-, Ohrenbereich

  • man verspürt einen Kloß im Hals

  • der Hals ist wie zugeschnürt

  • man fühlt ein Druckgefühl auf den Ohren

  • es können Ohrgeräusche auftreten (ähnlich Tinnitus)

  • Schmerzen in den Ohren

  • schlechteres Hörvermögen (ohne körperlich nachweisbare Ursache)

  • Der Mund brennt und ist trocken

Kreislauf

  • Schwindelanfälle

  • man hat öfters "weiche Knie"

  • ein erhöhter Blutdruck ohne körperlich nachweisbare Ursache


Kopf- und Nackenbereich

  • diffuse Schmerzen oder Druck

  • Verspannungen im Schulter- oder Nackenbereich

Magen-Darm-Beschwerden

  • es können Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen auftreten

  • verstärkt Blähungen

  • es kommt zu Sodbrennen oder Magendruck

  • häufig Verstopfung oder Durchfall

  • Probleme mit dem Magen, Uebelkeit, Verdauungsstoerungen

Vegetatives Nervensystem

  • der Betroffene verspürt Hitzewallungen oder Kälteschauer

  • er zittert ungewöhnlich

  • er errötet schnell

  • er bekommt oft kalte Hände oder Füße

  • er ist sehr temperaturempfindlich, schnell ist es ihm zu kalt oder zu warm

  • er hat Blutdruckschwankungen

Zahnbereich

  • häufig Schmerzen ohne Grund

  • Gefühl eines schlecht sitzenden Gebißes

  • "Zähne zusammenbeißen" oder Zähneknirschen

Und

  • Selbstschädigung

  • Keine Lust auf Sexualitaet

  • Man kann nichts mehr entscheiden

  • Verlust des Zeitgefuehls

  • Die Angst, immer duemmer zu werden

  • Man ist wie ausgebrannt

  • Man hat Angst, unheilbar krank zu sein

http://www.depressionen-depression.net/symptome-einer-depression/symptome-einer-depression.htm



http://www.depression-behandeln.de/depression-behandlung.html





Symptome der Depression
Depressionen gehen einher mit einem besonders negativen Erleben der Welt, mit sog. katastrophisierenden Gedanken, in denen man sich ausmalt, welche schlimmen Dinge passieren könnten. Der Wahrnehmungsfokus liegt auf dem: Was fehlt noch? Was habe ich noch nicht erreicht? Was kann ich noch nicht? Was läuft schief in meinem Leben? Es gibt immer Dinge, die noch nicht so gut laufen, die noch fehlen und die schief laufen, aber depressive Menschen sehen vor allem diese negativen Tatsachen und verlernen mit zunehmender Krankheitsdauer immer mehr, die positiven Dinge auch wahrzunehmen und zu fühlen. Dies führt zu andauernden negativen Gefühlszuständen, starker Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Energielosigkeit. Häufig kommt es auch zu einer Gewichtszunahme oder Abnahme, zu sexuellen Störungen wie erektiler Dysfunktion, Orgasmusstörungen und Libidostörungen. Das Morgentief erleben besonders viele Patienten als große Belastung. Der Tag beginnt schwer, es ist nur mit großer Mühe möglich, das Bett zu verlassen und das Tagewerk zu beginnen. Bei besonders schweren Depressionen schaffen die Patienten es nicht mehr, das Bett zu verlassen.

Bei einer Depression kommt es oft zu kognitiven Verzerrungen. In depressiven Phasen kommt es zu Fehlinterpretationen der Wirklichkeit, die zu einer pessimistischen Sichtweise der Welt, der eigenen Möglichkeiten und der Zukunft führt. Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge werden verwechselt. Unangemessene Verallgemeinerungen (Depressionen kann doch niemand heilen) oder übertreibungen (die Sprechstundenhilfe hat mich abweisend behandelt, als sie sagte, dass ich noch etwas länger warten muss), emotionale Beweisführung (ich habe das Gefühl, dass sie mir nicht helfen kann, also stimmt das) und das weit verbreitete Gedankenlesen (ich weiss, dass sie mich nicht leiden kann) sind typische kognitive Verzerrungen. Depressive Patienten haben eine Neigung zum kognitiven Verzerren. Man weiß jedoch nicht, ob die Depression die kognitiven Verzerrungen auslöst oder ob die kognitiven Verzerrungen die Depression auslösen. Kognitive Verzerrungen könnten z.B. auch erlernt sein. Das Bewusstmachen von kognitiven Verzerrungen und das Auflösen dieser Verzerrungen führen zu einer Verbesserung des subjektiven Erlebens. Depressive Patienten können lernen, ihre Gedanken selbst zu überprüfen und zu verändern. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Kognitiven Verhaltenstherapie. Irrationale Einstellungen werden verändert und wirken sich damit auf das konkrete Verhalten aus.


Gehirnchemie-Neurotransmitterentgleisung
Auch die Gehirnchemie ist bei depressiven Patienten verändert. Bestimmte Neurotransmitter wie Noradrenalin und Serotonin sind entweder zu wenig oder zu viel verfügbar. Genau hier setzen Psychopharmaka an. Leider weiß man bis heute nicht genau, wie diese wirken. Man weiß auch nicht, ob die Verschiebung der Neurotransmitterhaushalte die Depression verursacht oder ob die Depression die Neurotransmitterhaushalte negativ beeinflusst. Tatsache ist, dass viele depressive Patienten sehr gut auf die Behandlung mit Antidepressiva reagieren. Die Kombination von Antidepressiva und Kognitiver Verhaltenstherapie gibt heute als die Methode der Wahl für die Behandlung der Depression.



Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.