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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Mein Mann ist sehr aufbrausend und beleidigend. Das geht bis

Kundenfrage

Mein Mann ist sehr aufbrausend und beleidigend. Das geht bis zu Handgreiflichkeiten. Er ist nicht bereit zu einer Thrapie oder ähnlichem. Welche Möglichkeiten habe ich um meine Familie noch zu retten?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.
Leider kann ich Ihren Ausführungen nicht entnehmen ob und welche psychische Störung damals Anlass für die Behandlung mit Psychopharmaka bei Ihrem Mann diagnostiziert wurde. ich kann daher auf Grund Ihren Ausführungen nur die Vermutung anstellen das Ihr Mann eine Persönlichkeitsstörung hat.
Persönlichkeitsstörungen müssen von Persönlichkeitsmerkmalen die nicht das Ausmaß einer Persönlichkeitsstörung erreichen( subjektiver Leidensdruck und soziale Beeinträchtigung) unterschieden werden. Wichtigstes Kriterium ist das das auffällige Verhalten unflexibel, unangepasst und überdauernd auftritt. Auch müssen Persönlichkeitsveränderungen abgegrenzt werden die meist in höherem Lebensalter (z.b. in Folge von organischen Hirnschäden) auftreten. Persönlichkeitsstörungen gehen meist auch mit anderen psychischen Störungen einher, z.B. Angststörungen, Depressionen, Essstörungen und Abhängigkeitserkrankungen.
Heilbar ist eine Persönlichkeitsstörung nicht, jedoch kann durch geeignetere therapeutische Maßnahmen eine Linderung und Kompensation erreicht werden. Die Therapien( VT) sollten spezifisch auf die Art der Persönlichkeitsstörung geschnitten sein. Es besteht auch die Möglichkeit einer Pharmakotherapie mit Antidepressiva, Anxiolytika usw., jedoch sehr differenziert.
Die weitere Beschreibung des Verhaltens Ihres Mannes verbunden mit beleidigenden und körperlich aggressiven Verhalten kann ein Hinweis sein auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (impulsiver Typ). Die Persönlichkeitsmerkmale sind in einer Art und Weise ausgeprägt, dass sie subjektiv Leidensdruck hervorrufen und mit sozialen Beeinträchtigungen einhergehen. Meist handelt es sich dabei um tiefgreifende und unflexible Muster inneren Erlebens und Verhaltens. Persönlichkeitsstörungen beginnen definitionsgemäß in der Pubertät oder dem frühen Erwachsenenalter. Die Ursachen der Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung wird als multifaktorielles Geschehen angesehen, d.h. sowohl genetische als auch organische Befunde können sie erklären, als auch beide Faktoren einzeln sind nachgewiesen (z.b. Sauerstoffminderversorgung bei der Geburt). Aus psychoanalytischer Sicht entstehen Persönlichkeitsstörungen durch Fehlentwicklungen in den frühkindlichen Entwicklungsphasen. (sogenannte Frühstörungen) . Im lerntheroretischen Konzept geht man davon aus das Persönlichkeitsstörungen gelerntes Verhalten abbilden, dabei werden durch positive und negative Verstärkung sowie durch Modelllernen spezielle Verhaltensweisen, die bereits genetisch angelegt sind in extremer Weise über bzw. unterentwickelt. Die Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ zeichnet sich aus durch starke Affektausbrüche, welche für die jeweilige Situation unangemessen sind, mangelnde Impulskontrolle und geringe Fähigkeiten im Voraus zu planen. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung darf erst im Erwachsenenalter gestellt werden, sie werden auch häufig erst durch ihre Auswirkungen im beruflichen und sozialen Bereich erkannt. Aus diesem Grund ist in den meisten Fällen auch eine Fremdanamnese oder ein längerer Aufenthalt in der Klinik notwendig. Wichtig ist auch eine Differenzialdiagnose zu den normalen Persönlichkeitsmerkmalen- hier muss die Störung dadurch unterschieden werden, dass das auffällige Verhalten unflexibel, unangepasst und überdauernd auftritt. Meistens gehen Persönlichkeitsstörungen auch mit anderen psychischen Störungen einher, eine hohe Komorbidität besteht zu Angststörungen, Depressionen, Essstörungen oder Abhängigkeitserkrankungen. Persönlichkeitsstörungen sind nicht heilbar, können aber durch geeignete therapeutische Maßnahmen ein starkes Maß an Linderung und Kompensation erreichen. ( tiefenpsychologische Therapie, Verhaltenstherapie Pharmakotherapie)
Eine weitere Möglichkeit ist eine Psychische Störung im Rahmen der Dissozialen Persönlichkeitsstörung. Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung werden auch als antisoziale Persönlichkeiten bezeichnet. Es besteht dabei ein durchgängiges Muster eines verantwortungslosen und antisozialen Verhaltens in der Form von Missachtung von sozialen Regeln (häufiger Beziehungswechsel, Arbeit/Wohnungslosigkeit usw.); auch hier besteht eine niedrige Schwelle für aggressives und gewalttätiges Verhalten und die Tendenz zu kriminellen Handlungen. Es existiert die Unfähigkeit auf die Gefühle anderer Menschen einzugehen und daraus ergibt sich auch die Unfähigkeit zur Aufrechterhaltung längerfristiger Beziehungen.
Da es mir im Rahmen eines Forums und auf Grund der sehr geringen Information und auch auf Grund der nur einseitig subjektiv erfolgten Beschreibung, nicht möglich ist hier eine genaue Diagnose zu stellen, empfehle ich Ihnen Ihren Mann weiterhin zu motivieren sich sowohl bei einem Neurologen als auch bei einem Facharzt für Psychiatrie vor Ort vorzustellen. Sie können sich dazu auch an, und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren und dort vorstellig werden.
Eine Paartherapie haben Sie schon begonnen und gleich wieder wegen Verweigerung Ihres Mannes abgebrochen wie Sie schreiben, dies lässt darauf schließen dass Ihr Mann auch keine Notwendigkeit erkennen kann an seinem Verhalten etwas zu ändern. Auch Ihre Absicht sich trennen zu wollen nimmt er wie Sie schreiben nicht ernst- man kann davon ausgehen das sich bei Ihm erst ein Veränderungswille zeigt wenn er sowohl beruflich als auch familiär gescheitert ist. Das heißt mit guten Worten werden Sie bei Ihrem Mann nicht viel erreichen. Es liegt an Ihnen jetzt für sich selbst zu entscheiden inwiefern Sie noch die Kraft haben sich den Handgreiflichkeiten (die absolut von der Gesellschaft nicht toleriert werden) Ihnen gegenüber und die Beleidigungen weiterhin zu ertragen. Ihr Mann wird sich erst ändern wenn Sie sich ändern. Ich würde Ihnen empfehlen sich professionelle Hilfe dazu zu holen in Form einer Therapie bei einem Psychologen vor Ort, denn Sie müssen auch an sich denken und es ist unwahrscheinlich das Sie die Ehe allein retten können wenn Ihr Partner keinen Handlungsbedarf sieht. Lassen Sie sich professionell unterstützen auch hinsichtlich der häuslichen Gewalt ist dies schon dringend anzuraten. Es gibt z.B. Frauenhäuser u.ä, soziale Einrichtungen gerade in Bezug auf häusliche Gewalt. Eine weitere Möglichkeit ist es die Polizei zu rufen wenn es wieder zu einer Gewalthandlung Ihres Mannes kommt um hier eine Möglichkeit zu haben erstens um sich selbst zu schützen und dann auch eine Behandlung gegen seinen Willen einleiten zu können. Im Fall des Vorliegens einer schweren psychischen Störung kann eine Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus notwendig sein. Wenn der Betroffene nicht dazu in der Lage ist seine gesundheitliche Situation realistisch einzuschätzen, kann es notwendig sein, Ihn gegen seinen Willen einer stationären Behandlung zuzuführen. Dies wird durch die Unterbringungsgesetze der Länder geregelt.(PsychKG) Vorrausetzung für eine Zwangseinweisung ist neben dem Vorliegen einer psychischen Erkrankung das Vorhandensein einer akuten Gefahr für die eigene Person oder andere Personen ( Eigen- und Fremdgefährdung) Diese Unterbringung wird von der Polizei veranlasst und das Amtsgericht verfügt über die Einweisung nach ärztlichem Gutachten.
Desweiteren ist es für Sie auch hilfreich sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen und aus der Erfahrung anderer Betroffener zu profitieren wie man sich am besten verhält wenn man mit einen psychisch kranken Angehörigen zusammenlebt.
http://www.frauengesundheitsportal.de/themen/gewalt/organisationen/selbsthilfe-und-beratung/
http://www.stalkingforum.de/vbforum/showthread.php?t=2241
http://www.netzwerk-haeusliche-gewalt.de/hilfe_bei_haeuslicher_gewalt/0__netzwerk_haeusliche_gewalt_landkreis_stade.htm?hilfe_opfer_haeusliche_gewalt_stade_buxtehude.htm


Ich hoffe ich konnte Ihnen in der Kürze der Ausführung etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg
Mit freundlichen Grüßen
Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank