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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Hallo! Meine Frage bezieht sich auf die schulischen Leistungen,

Kundenfrage

Hallo!
Meine Frage bezieht sich auf die schulischen Leistungen, und die Einstellung zum Thema Schule, unseres Kindes. Unser Sohn ist 14 Jahre alt und besucht die 8. Klasse eines Gymnasiums. Von sehr guten Leistungen in der Grundschule über gute Leistungen in Klasse 5 und 6 hat er sich heruntergearbeitet auf schlechte Leistungen. Durchschnitt 4 und 5. Er hat überhaupt keinen Willen zum Lernen. Es ist ihm egal einer der schlechtesten Schüler zu sein. Er muß immer an seine Aufgaben erinnert werden. Wir müssen alles kontrollieren und ihn ständig an seine Pflichten erinnern. Von Alleine passiert nichts.Er vergißt Schulaufgaben zu erledigen, hat kaum seine Schulsachen in Ordnung und vergißt oft Unterrichtsmittel. Mittlerweile ist es für uns sehr anstrengend immer zu kontrollieren. wir sind selbst beide voll berufstätig. Er redet auch nicht mit uns und kann uns keine Gründe nennen für das verhalten. Haben sie vielleicht einen Ratschlag für uns, wie wir uns verhalten sollen?
MfG
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ihre Verzweiflung und auch Angst um Ihren Sohn kann ich gut verstehen und sehr häufig erlebe ich Eltern in meiner Praxis denen es ähnlich geht wie Ihnen.
Auffälligkeiten in der Schule z.B. im Bereich der Lernmotivation, Leistungsabfall, fehlender Ehrgeiz usw. können ein Hinweis auf schon eventuell bestehende psychische Störungen sein, die sich zum teil unbemerkt entwickelt haben und sich durch sogeannten Schulprobleme zeigen.
Das allgemein wenig bekannte Problem ist nämlich, dass psychische Störungssymptome (auch Verhaltensauffälligkeiten) immer wieder auftreten können, auch wenn es den Betroffenen im Moment gut geht (Besserung in Sicht ist, die schulischen leistungen sich verbessern) und Sie keinerlei Beschwerden im Rahmen Ihrer Störungsreaktionen (Verhaltensreaktionen) haben und niemand kann sagen wann es das nächste Mal sein wird. Zum Teil potenzieren sich die Störungs- und Verhaltenssymptome häufig mit zunehmenden Lebensalter und Sie werden unbehandelt schlimmer und halten länger an und bitte bedenken Sie dabei immer, jetzt ist Ihr Sohn noch zu einem gewissen Maße steuerbar (beeinflussbar, motivierbar), es hat noch keine weiterführenden Konsequenzen wegen des Alters gegeben.
Jedoch können diese Verhaltensmuster auch auf tiefgreifende unverarbeitete psychische Belastungen hinweisen oder als Ursache für eine noch nicht behandelte psychische Störung sein. Unter anderem können emotional nicht verarbeitbare Ängste eine Rolle spielen (ggf. Trennungsängste, Versagungsängste), emotionale Überforderung z.B. weil Ihr Sohn die Verantwortung für Beziehungsschwierigkeiten der Eltern übernimmt, kognitive Unterforderung w/ einer eventuellen Hochbegabung aber auch Überforderung wegen fehlender kognitiver Leistungsfähigkeit, zu starke Fokusierung und übersteigerte Aufmerksamkeit der Eltern (häufig bei Einzelkindern) und somit Einschränkung der individuellen Entwicklung ==> Problem der Autonomie
und nicht zu vergessen eine Schulangst/ Schulphobie. Oft überfordern wir Kinder und teilweise Jugendliche auch indirekt damit, dass wir oft Denken, die Verstehen doch schon so viel, aber Sie tun es eben oft nicht bzw. nicht im richtigen Kontext. Jedoch kann es sich auch schon um eine bereits bestehende psychische Störung im Kindes- und Jugendalter handeln z.B. um eine Störung der Emotion und des Sozialverhaltens genauso wie um eine ADS Erkrankung wäre auch im Bereich des möglichen, aber ggf. auch eine Wahrnehmungsstörung bzw. eine depressive Reaktion oder auch (nur) eine zeitlich begrenzte Verhaltensauffälligkeit . Leider ist es aus fachlichen Überlegungen, auch auf Grund der sehr geringen Informationsdaten aus meiner beruflichen Sicht geeignet hier noch weitere eventuelle diagnostische Überlegungen anzustellen. Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis.

Wichtig aus meiner Sicht ist hier eine dringende diagnostische Abklärung der Auffälligkeiten durch einen Kinder- und Jugendpsychiater, meist angeschlossen an eine Universitätsklinik oder in einer niedergelassenen Praxis unter Hinzuziehung eines Dipl.- Psychologen für eventuelle Testdiagnostik. Denn wenn man ggf. das Wissen hat um was es sich handelt, kann man ggf. geeignete Behandlungs- und Hilfsmaßnahmen einleiten. Deshalb ist Ihr Kind nicht verrückt oder gehört gar in die Psychiatrie, nein Sie als Eltern sind in der "Pflicht" Ihn zu begleiten und Ihm zu helfen, das es Ihm aber auch Ihnen besser geht, weil Ihr Sohn keine Verhaltensauffälligkeiten mehr zeigt.
Sie können sich an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für Kinder u.- Jugendpsychologie oder Jugendpsychiatrie in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine Diagnostik (Abklärung um welche Form es sich genau handelt im Rahmen der psychischen Störung) und psychotherapeutische Behandlung (eventuell verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch) in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen.
Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für Kinder und Jugendpsychotherapie wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches oder tiefenpsychologisches Ausbildungsinstut für Kinder und Jugend + größere Orte in der Umgebung) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren und dort mit Ihrem Sohn vorstellig werden.
Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für Eltern auch für von Kinder und Jugendliche anzuschließen und von anderen Eltern und deren Erfahrungen zu lernen. Oft werden solche Elterngruppen über die Erziehungsberatungsstelle angeboten bzw. Sie erfahren hierzu weiteres über eine Selbsthilfekontaktstelle oder Krankenkasse, wo sich eine Gruppe in der Nähe befindet. Natürlich können Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet besuchen u.a. www.selbsthilfenetz.de/, www.eltern.de/
Es ist wichtig, wenn Sie Ihrem Sohn entsprechend helfen wollen sich Informationen zu beschaffen und wenn Sie dies zu sehr belasten sollte (auch vor allem emotional), sich auch umgehend z.B. psychologische Hilfe zur Begleitung suchen, denn sonst unterliegen Sie schnell der Gefahr der Co.- Abhängigkeit. Dies kann auch über eine Erziehungsberatungsstelle in Ihrer Nähe geschehen und die Beratung ist hier in der Regel kostenlos. Zum Teil werden hier auch familientherapeutische Begleitungen angeboten, die aus der Erfahrung heraus oft sehr nützlich sein können und Sie können so als gesamtheit der Familie an Lösungen arbeiten.

Jedoch steht Ihnen bei Problemen die das Lernen angehen auch Vertrauenslehrer bzw. Schulpsychologen als Ansprechpartner zur Verfügung und hier können meist sehr schenll geeignete Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden.

Des Weiteren sollten Sie auch and en Aspekt, auch wenn dies hier nur als ein Hinweis zu verstehen ist, an die Tatsache denken, das Drogen für wesentliche und massive Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich sein können und manche Jugendliche auf der Wirkung der Droge hängen bleiben und mit emotionalen Verhaltensveränderungen reagieren aber auch im Rahmen der hormonellen Über- und Unterfunktionen gerade während der Pubertät können zu massiven Verhaltensauffälligkeiten und Persönlichkeitsveränderungen führen. hier sollte ggf. eine endokrinologische Untersuchung bei einem Facharzt eventuell erfolgen (so notwendig).
Bitte tun Sie etwas und haben Sie keine Angst davor, was vielleicht die Umwelt meinen könnte, Sie wären vielleicht "schlechte Eltern" oder gar "Eltern die versagt haben in der Erziehung". Nein das sind Sie ganz und gar nicht, sondern Sie scheuen weder Kosten und Mühen um Ihrem Sohn adäquat zu helfen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.
Mit freundlichem Gruß

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

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