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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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Hallo und Guten Morgen! Ich habe den dringenden Verdacht, daß

Kundenfrage

Hallo und Guten Morgen! Ich habe den dringenden Verdacht, daß sich mein Schwiegersohn in einer schweren bipolaren Depression befindet! Er ist einerseits sehr nett und hilfsbereiredegewandt, andererseits verfällt er alle 2-3 Wochen in eine regelrechte Starre, da redet er nichts 2 bis 3 Tage lang und starrt Löcher in die Wand, wird danach regelrecht aggressiv meiner T ochter gegenüber, danach fängt er das Heulen an und es tut ihm alles leid, war 2 mal beim Pdas Leben zu nehmen. Er hat 2 gescheiterte Ehen hinter sich und darf keinen Kontakt zu seinen Kindern haben, außerdem hat er seine Eltern gepflegt, die mittlerweile verstorben sind! Ich habe noch einen autistischen Enkel, der sehr unter der Situation leidet. Marika
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin ,
vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Ich verstehe Ihr Problem und auch aus meiner Sicht ist die Handlung Ihres Schwiegersohnes nicht sehr förderlich in Bezug auf Ehe und die Entwicklung Ihres Enkelkindes. Sie haben durchaus richtig gehandelt Dass Sie Ihren Schwiegersohn darauf angesprochen haben, dass er sich in Behandlung begibt. Es ist aus meiner Sicht natürlich auch hier im Rahmen des Forums nicht möglich Ihnen nun zu bestätigen dass eine bipolare Störung vorliegt. Es kann sich ebenso gut um eine andere psychische Erkrankung handeln im Rahmen einer Persönlichkeitsstörung oder auch eine dissoziative Störung im Rahmen eines Stupors. Kennzeichen dissoziativer Störungen sind teilweise oder vollständige Entkopplungen von seelischen und körperlichen Funktionen. In Folge entstehen sehr unterschiedliche Symptome, die sich Auf die Wahrnehmung der eigenen Identität, das Gedächtnis, die Körperwahrnehmung oder Körperfunktionen beziehen. Synonyme sind Koversionsstörung und hysterische Neurose. Auch eine multiple Persönlichkeitsstörung wird auch dissoziative Identitätsstörung genannt. Beim dissoziativen Stupor zeigt der Betroffene eine Verringerung oder ein gänzliches Fehlen willkürlicher Bewegungen mit verringerter oder fehlender Reaktion auf äußere Reize, der Stupor darf nicht durch körperliche oder andere psychiatrische Erkrankungen verursacht sein.
Eine Persönlichkeitsstörung liegt vor, wenn Persönlichkeitsmerkmale in ihrer Art und Weise subjektiven Leidensdruck und soziale Beeinträchtigung hervorrufen. Wichtigstes Kriterium ist das das auffällige Verhalten unflexibel, unangepasst und überdauernd auftritt. Bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung besteht ein durchgängiges Muster von Großartigkeit (Fantasie oder Verhalten) mit folgenden Charakteristika: Bedürfnis nach Bewunderung und Mangel an Einfühlungsvermögen in andere, - übertriebenes Gefühl der eigenen Wichtigkeit, Gefühl, einzigartig und jemand Besonderes zu sein bei gleichzeitig instabilem Selbstwertgefühl,- Erwartung durch andere bevorzugt behandelt zu werden, -Ausnutzen von anderen Menschen,- arrogantes, überhebliches Verhalten. Treffen hier Symptome auf Ihren Schwiegersohn zu? Persönlichkeitsveränderungen sind jedoch auch immer abzugrenzen von denen die meist in höherem Lebensalter (z.b. in Folge von organischen Hirnschäden) auftreten. Persönlichkeitsstörungen gehen aber meist auch mit anderen psychischen Störungen einher, z.B. Angststörungen, Depressionen, Essstörungen und Abhängigkeitserkrankungen.
differenziert.
Männer erleben Ihr Verhalten als ich-synton, d.h. sie sehen die Gründe für Ihre interpersonellen Konflikte nicht im eigenen Verhalten. Da immer die Gefahr einer suizidalen Krise besteht, sollte die Behandlung der Persönlichkeitsstörung auch immer durch einen Facharzt erfolgen. Sie stellen ja selbst auch fest, dass Ihr Schwiegersohn in Beziehungsauseinandersetzungen sehr wechselhaft ist, jedoch keinerlei Einsichtsfähigkeit besitzt, dass er sein Verhalten grundlegend verändern muss und sich in Behandlung begibt. Typischerweise wird erst dann professionelle Hilfe in Anspruch genommen wenn sie beruflich oder privat bereits gescheitert sind. Das heißt entscheidend für die Bereitschaft Ihres Schwiegersohnes sich zu ändern ist ein Leidensdruck der sich aus einem persönlichen Scheitern ergibt. Unzufriedenheit und das Misslingen von persönlichen Lebenskonzepten sind häufige Gründe für das Aufsuchen psychotherapeutischer Hilfe. Persönlichkeitsstörungen gehen meist auch mit anderen psychischen Störungen einher, z.B. Angststörungen, Depressionen, Essstörungen und Abhängigkeitserkrankungen, daher ist hier dann auch eine Behandlung anzuraten.
Heilbar ist eine Persönlichkeitsstörung nicht, jedoch kann durch geeignetere therapeutische Maßnahmen eine Linderung und Kompensation erreicht werden. Dass setzt jedoch wie schon aufgeführt das Eiverständnis und die Motivation des Betreffenden voraus und eine genaue diagnostische Abklärung ob es sich um eine Persönlichkeitsstörung handelt ist die Grundvoraussetzung. Die Therapien( VT) werden dann spezifisch auf die Art der Persönlichkeitsstörung zugeschnitten. Es besteht auch die Möglichkeit einer Pharmakotherapie mit Antidepressiva, Anxiolytika usw., jedoch sehr differenziert.

Bei affektiven Störungen handelt es sich um Erkrankungen, die mit einer Störung des Affekts (Stimmungslage, affektus lat. =Gemütsverfassung) einhergehen. Diese können sich in zwei entgegengesetzte Richtungen manifestieren, als Manie (manie gr. =Wahnsinn; Sucht) oder Depression (deprimere lat. = niederdrücken, herabziehen) Affektive Störungen werden auch als affektive Psychosen bezeichnet. Diese Störungen können unipolar oder bipolar auftreten. Bei der bipolaren Störung wechseln sich depressive und manische Phasen ab. Die Dauer einer Phase variiert sehr stark-sie kann zwischen einigen Wochen bis zu einigen Monaten betragen. Man geht bei der bipolaren Störung von einem multifaktoriellen Geschehen aus, relevant sind genetische Faktoren, Störungen des Neurotransmitterhaushalts, kritische Lebensereignisse als auslösende ( nicht ursächliche )Faktoren, psychodynamische Faktoren und erlerntes (Fehl-)Verhalten. Die Symptomatik ist identisch mit der Depression und Manie mit dem Unterschied, dass beide Pole der affektiven Störung abwechselnd auftreten können. Nur selten sind beide Formen gleichzeitig anzutreffen. Meistens treten depressive und manische Schübe hintereinander auf. In depressiven Fällen ist häufig die vorhandene Suizidalität zu berücksichtigen und in manischen Phasen kann stark selbstgefährdendes Verhalten vorliegen. Auf Grund der Suizidalität in der depressiven Phase oder wegen selbstschädigenden verhalten in der manischen Phase kann eine stationäre Therapie notwendig sein. Leichtere Verläufe können mittels einer langfristigen Dauermedikation mit Lithium verbessert werden. Bei entsprechender Motivation ist auch eine Psychotherapie möglich und sinnvoll entsprechend der im Vordergrund stehenden Episode. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass lang anhaltende unbehandelte affektive Störungen mit strukturellen Veränderungen und funktionellen Störungen des Gehirns einhergehen. Das Ziel der Behandlung besteht darin diese Veränderungen rückgängig zu machen. Dieser Prozess ist langwierig und eine Langzeitbehandlung ist unumgänglich. Bei der medikamentösen Behandlung rezidivierender affektiver Störungen unterscheidet man zwischen Akuttherapie, Erhaltungstherapie und Rezidivprophylaxe. Wenn nach erfolgreicher Behandlung der akuten Symptomatik die Behandlung beendet wird, bevor es dem natürlichen Krankheitsverlauf entsprechend zum vollständigen Abklingen der Krankheitsphase gekommen ist, muss mit einem Widerauftreten der Symptomatik gerechnet werden. In der Regel wird empfohlen, einer Akkutherapie eine Erhaltungstherapie über ca., 6 Monate anzuschließen. Und somit einen Rückfall in die gegenwärtige Krankheitsphase zu verhindern. Die Rezidivprophylaxe soll dann das Auftreten zukünftiger Phasen verhüten. Eine Akuttherapie schwerer manischer Episoden gestaltet sich auf Grund der mangelnden Krankheitseinsicht des Patienten häufig schwierig und eine Behandlung im Rahmen eines stationären Settings ist oft nicht zu vermeiden. Die pharmakologische Therapie steht an erster Stelle bei der Behandlung bipolarer Störungen, allerdings gibt es auch weitere psychotherapeutische Ansätze( Psychoedukation)als zusätzliche Behandlungsstrategien um hier beim Patienten Aufklärung über die Krankheit zu leisten und auch die Gründe für eine fehlende Compliance( Mitarbeit)seitens des Patienten- durch Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen des Medikaments , fehlende Krankheitseinsicht in manischen Phasen usw. , entgegenzuwirken.
Sie schreiben ihr Schwiegersohn hat keine Krankheitseinsicht und entzieht sich auch einer Behandlung.
Im Fall des Vorliegens einer schweren psychischen Störung kann eine Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus notwendig sein. Wenn der Betroffene nicht dazu in der Lage ist seine gesundheitliche Situation realistisch einzuschätzen, kann es notwendig sein, Ihn gegen seinen Willen einer stationären Behandlung zuzuführen. Dies wird durch die Unterbringungsgesetze der Länder geregelt.(PsychKG) Vorrausetzung für eine Zwangseinweisung ist neben dem Vorliegen einer psychischen Erkrankung das Vorhandensein einer akuten Gefahr für die eigene Person oder andere Personen ( Eigen- und Fremdgefährdung) Diese Unterbringung wird von der Polizei veranlasst und das Amtsgericht verfügt über die Einweisung nach ärztlichem Gutachten. Sie haben die Möglichkeit im Rahmen der von Ihnen beschriebenen Symptome auch den Notarzt für ihren Schwiegersohn zu rufen, wenn es wieder zu einer Eskalation kommt um eine Einweisung über den Notarzt nach PsychKG zu veranlassen). Er wird dann 24h dort verbracht und es erfolgt im Anschluss eine Begutachtung durch einen Psychiater und es ist möglich bei Eigen/Fremdgefährdung dass er nach Begutachtung dort in der Psychiatrie zwangsweise behandelt wird. Ihre Tochter könnte auch bei der zuständigen Betreuungsbehörde (AMTSGERICHT) Eilbetreuung einrichten lassen, die entsprechend auch mit einer zwangsweisen psychiatrischen Begutachtung des Betreffenden endet und eine Therapie nach sich ziehen wird.
Ich würde Ihnen empfehlen Ihren Schwiegersohn nicht in der manischen Phase- sondern in der depressiven Phase auf einen dringenden Arztbesuch anzusprechen, eventuell schon einen Termin beim Hausarzt vorbereiten, denn körperliche Ursachen als Hintergrund der psychischen Krankheit sollten im Vorfeld ausgeschlossen werden. Der Hausarzt verweist dann auch an einen Facharzt für Psychiatrie. Wenn keine Zustimmung bei Ihrem Schwiegersohn über die Behandlungsnotwendigkeit besteht, dann hilft nur noch die zuvor genannte Möglichkeit.
Es ist aber auch wichtig dass Sie und Ihr Mann und auch Ihre Tochter sich von der psychischen Erkrankung Ihres Schwiegersohnes abgrenzen und sich Ihre Tochter vielleicht auch im Rahmen einer Selbsthilfegruppe weitere Informationen zum Zusammenleben mit einem psychisch erkrankten Angehörigen einholt.
Folgende Internetseite könnte eventuell nützlich sein, hier dann bitte je nach erfolgter Diagnose die entsprechende Selbsthilfegruppe heraussuchen
http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm
http://www.bipolare-stoerung.com/


Ich hoffe ich konnte Ihnen in der Kürze der Ausführung etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem Weg
Mit freundlichen Grüßen
Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank

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