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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Körpersprache

Kundenfrage

Mein Mann und ich hatten letzte Woche unsere Scheidung. Er hat seit zwei Jahren eine Freundin. MIt ihr zusammen trägt er einen Ring. Im Mai hatten wir unsere erste Anhörung wegen Scheidung, da trug er diesen Ring plötzlich, obwohl er diesen davor und danach einige Zeit nicht getragen hat. Seit Juli trägt er diesen Ring konstant. Warum nicht am Tag unserer Scheidung? Davor und danach hat er ihn konstant getragen? Außerdem spielt er immer mit dem Ring, wenn er bei mir die Kinder holt. Warum? Vielen Dank XXXXX XXXXX für Ihre Antwort
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie fragen sich ueber den Symbolismus des Ringes, den Ihr Mann traegt.

Sie ermuten, dass es kein Zufall war, dass er den Ring am Tag der Scheidung nicht getragen hat. In der Regel zeigen gemeinsame Ringe ja die Verbindung von zwei Personen, die Botschaft ist etwas wie: "Ich bin vergeben. Ich bin gebunden. Ich habe mich fuer jemanden entschieden." Wir wissen natuerlich nicht ganz genau, was Ihr Ex-Mann und seine Freundin mit diesen Ringen symbolisieren moechten. Vielleicht gab es da letzten Mai Gespraeche, Probleme, Diskussionen, die dazu fuehrten, dass dieser Ring dann ab Juli konstant getragen wurde.

Dabei koennte die Botschaft des Ringes an Sie bei der ersten Anhoerung so etwas gewesen sein wie: "Ich bin anderweitig gebunden. Ich meine es ernst mit der Scheidung. Es gibt keinen Weg zurueck." Vielleicht war es auch einfach eine Botschaft an ihn selbst. Er wollte sich vielleicht an dem (wahrscheinlich fuer keinen sehr leichten) Tag daran erinnern, dass da jemand in seinem Leben ist, der ihm wichtig ist.

Der Tag einer Scheidung ist ja oft eher ein trauriger Tag. Vielleicht war das "Nicht-tragen" des Ringes in dem Zusammenhang ein Zeigen von Respekt? Vielleicht war es auch ein Zeichen an das Gericht, dass er ungebunden und frei ist? Vielleicht war es ihm einfach wichtig, an diesem Tag nicht eine neue Beziehung zu betonen, sondern das Ende eines (wahrscheinlich ja doch wichtigen) Zeitraums in seinem Leben.

Wie Sie sehen, kann das Tragen des Ringes sowohl eine Botschaft an Sie und die Umwelt sein, aber auch ein Symbol von etwas, das in Ihrem Ex-Mann vorgeht, das nicht unbedingt an Sie gerichtet ist.

 

Es kann gut sein,d ass Ihr Ex-Mann relativ angespannt und nervoes ist, wenn er die Kinder abholt und darum etwas braucht, auf das er sich konzentrieren kann und dass ihn ablenkt. Ausserdem ist es nicht ungewoehnlich, dass man, wenn man sich unwohl fuehlt, gerne "etwas tut". Damit koennte sich das Spielen mit dem Ring erklaeren. Vielleicht hat er Ihnen gegenueber Schuldgefuehle und das Spielen mit dem Ring zeigt, dass er sich in Ihrer Gegenwart unwohl fuehlt (oder schuldig oder traurig), oder dass er in dem Moment zweideutige Gefuehle hat - einmal vielleicht entschuldigend Ihnen gegenueber, andererseits klar gebunden in einer neuen Beziehung. Ohne ihn zu fragen , ist es unmoeglich, dass ganz genau zu wissen.

 

 

Wir wissen ja auch nicht, was fuer Gespraeche in seiner neuen Beziehung stattfinden, was da besprochen wird, wenn es um den Ring, die Beziehung, die Scheidung, die Kinder, die Abholung usw. geht. Das kann auch etwas mit dem Tragen des Ringes zu tun haben. Vielleicht hat ihn die Freundin einfach gebeten, den Ring zu bestimmten Tagen zu tragen oder nicht zu tragen. Und es kann auch immer noch sein, dass wir einfach zu viel Symbolismus in diesen Ring hineinlesen und da sehr viel weniger dahintersteckt.

 

Ihnen scheint es wichtig zu sein, was Ihr Ex-Mann mit diesem Ring meint, was wahrscheinlich auch bedeutet, dass Sie vielleicht noch ungeklaerte Gefuehle wegen der Scheidung haben. Darum wuerde ich Ihnen gerne noch ein paar Worte zum Thema loslassen und Vergeben mit auf den Weg geben.

 

 

Manchmal macht alleine die Erinnerung an bestimmte Menschen wütend. Das bedeutet normalerweise, dass diese Menschen einem in der Vergangenheit ein Unrecht angetan oder einem wehgetan haben. Die Erfahrung, dass der Gedanke XXXXX XXXXX Menschen einen wütend macht, bedeutet, dass diese Menschen immer noch eine gewisse Macht über jemanden und seine Gefühle ausüben. Diese Macht kann man einem Menschen nur wieder wegnehmen, wenn man ihm vergibt. „Moment,“ sagen Sie jetzt wahrscheinlich, „Ich will diesen Menschen aber gar nicht vergeben. Sie haben mir weh getan. Warum sollte ich ihnen vergeben?“ Natürlich musst man einem Menschen, der einem ein Unrecht antut nicht vergeben, aber wenn man ihm nicht vergibt, dann gibt man ihm Macht über die eigenen Gefühle und damit über das eigene Leben. Viele Menschen denken, dass Vergebung ein Gefühl ist, und dass man nicht vergeben kann, wenn man dieses Gefühl nicht hat. Diese Annahme stimmt aber so nicht. Vergebung ist zwar auch ein Gefühl, aber vor allem ist Vergebung eine Entscheidung. Und die Entscheidung zu vergeben hilft demjenigen, der vergibt, sehr viel mehr als demjenigen, dem vergeben wird. Nicht möglich? Lassen Sie uns den Vergebungsprozess einmal genauer anschauen.

Als erstes ist da die verletzende Tat oder das Vergehen. Es wurde einem etwas angetan, das falsch, ungerecht und schmerzhaft war. Dabei ist es unwichtig, wie schwerwiegend die Tat war. Die erste Reaktion des Verletzten ist es, den Schuldigen zur Verantwortung ziehen zu wollen. Die meisten Menschen haben ein tiefes Bedürfnis nach Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. Darum widerstrebt Vergebung dem gesunden Menschenverstand erst einmal. Redensarten wie „Vergeben und vergessen“ helfen da wenig, denn sie bestätigen (zu Unrecht), dass Vergeben gleichzusetzen ist mit dem Ignorieren eines Unrechts. Wenn man vergibt, tut man so als ob das Unrecht nie passiert wäre. Warum sollte man da vergeben? Weil Vergeben in keinster Weise bedeutet, dass man die Tat vergisst oder einfach über sie hinwegsieht. Das menschliche Gehirn ist ohnehin nicht in der Lage, ein erlebtes Unrecht zu vergessen, und damit ist diese Redensart unsinnig.

Manchmal wird ein Täter bestraft und dadurch das Bedürfnis des Verletzten nach Gerechtigkeit zumindest teilweise gestillt. Ein Gerichtsprozess, eine Haftstrafe oder ein Urteil, das das geschehene Unrecht öffentlich macht, helfen da oft ein bisschen. Aber letztendlich fühlt der Täter weder den Schmerz, den er einem anderen zugefügt hat, noch kann er die Tat zurücknehmen. Der Schmerz und die Verletzung bleiben und beeinflussen das Leben, das Verhalten und die Entscheidungen des betroffenen Menschen oft noch jahrelang. Eine Frau, die vor ihrer Ehe vergewaltigt wurde, kann manchmal 20 Jahre später ihrem Mann immer noch nicht vertrauen, obwohl er sie nie schlecht behandelt hat. Ein Kind, das den Unfalltod eines Freundes beobachtet hat, wird auch als junger Mensch noch mit der Angst leben, dass alle Menschen, die ihm nahestehen, ständig in Gefahr sind und sich darum vielleicht nicht auf eine intime Beziehung einlassen. Ein Mann, der in der Armut der Nachkriegszeit aufwuchs, wird niemals verstehen, wie andere so unbedacht mit Lebensmitteln umgehen oder Dinge wegschmeissen, die vielleicht noch benutzt werden können. Diese Erlebnisse prägen einen Menschen und machen Vergebung damit zu einem wichtigen Thema.

Wenn man ein Unrecht erlebt, spürt man als erstes Schmerz. Von einem leichten Ziehen im Brustbereich bis hin zur rohen Verzweiflung. Je nach Art des Vergehens spürt man diesen Schmerz nur, wenn man sich an die Tat erinnert, oder er ist so überwältigend, dass er zum Teil des täglichen Lebens wird. Vielen Menschen wird dieses Gefühl des Verletztseins zu viel, und sie werden wütend. Diese Wut ist angebracht und oft hilfreich. Sie beschützt einen davor, sich wieder in eine ähnliche Situation zu begeben und nochmals verletzt zu werden. Sie erlaubt es einem sich gegen den lähmenden Schmerz zu wehren und im täglichen Leben zu funktionieren. Die Wut macht stark genug, den Täter zu konfrontieren, die Polizei zu rufen, oder während der Gerichtsverhandlung etwas zu sagen.

Und dann? Dann bleibt man entweder im Schmerz oder in der Wut stecken. Diese Gefühle prägen dann das Leben. Sie beeinflussen alle Erlebnisse und Beziehungen. Oft scheint sich die Person gar nicht mehr erinnern zu können, dass das Leben einmal anders aussah und sich vor allem anders anfühlte. Sind Sie schon einmal jemandem begegnet, der in der Wut steckengeblieben war? Wollten Sie Zeit mit diesem Menschen verbringen? Wahrscheinlich nicht. Diese Menschen sind normalerweise bitter und pessimistisch. Sie sehen nur das schlechte im Leben und in anderen Menschen. Sie kritisieren alles und jeden und finden auch an einem wunderschönen sonnigen Sommertag etwas auszusetzen. Sie haben keine wirklichen Freunde und können sich über nichts von Herzen freuen. Sie hegen ständig Rachegedanken und sehen auch in unschuldigen Missverständnissen böse Absichten. Aus Menschen, für deren Schicksal man Mitleid empfand, sind Menschen geworden, die keiner wirklich mag. Kennen Sie einen solchen Menschen? Sind Sie es vielleicht sogar selbst?

Dann gibt es diejenigen, die nach der Verletzung im Schmerz stecken bleiben. Sind Sie da schon einmal jemandem begegnet? Diese Menschen sind normalerweise deprimiert, depressiv, müde, und erschöpft. Und wenn man Zeit mit ihnen verbringen, fühlt man sich danach genauso. Sie sehen sich als ständige Opfer und haben das Gefühl, dass die Welt darauf aus ist, ihnen wehzutun oder ihnen weiteres Unrecht zuzufügen. Jedesmal wenn man ihnen vorschlägt, wie sie ihr Leben verbessern oder sich einfach nur besser fühlen könnten, dann antworten sie: „Ja, aber....“ Und beschreiben ausführlich, warum der Vorschlag sowieso nicht umsetzbar ist, warum deine Idee von Anfang an unsinnig war, und warum alle Versuche, etwas Freude in ihr Leben zu bringen, ganz sicher fehlschlagen werden. Nach einem solchen Gespräch fühlt man sich hilflos, frustriert, entmutigt und ausgelaugt und man hat das Gefühl im Bauch, dass diese Menschen sich nicht wirklich besser fühlen wollen, dass sie irgendwie ganz zufrieden sind in ihrer Misere. Kennen Sie einen solchen Menschen? Erkennen Sie sich in dieser Beschreibung?

Wenn jemand bitter, wütend und unglücklich ist und sich dann entscheiden würde, seine Rachegedanken loszulassen und zu vergeben, würde er damit demjenigen helfen, der ihm wehgetan hat oder sich selbst? Und jemand, der traurig, unzufrieden, einsam und erschöpft ist – wenn er sich dazu entscheiden würde, die Opferrolle aufzugeben, würde er damit demjenigen helfen, der ihn zum Opfer gemacht hat oder sich selbst? Normalerweise weiss der Täter nicht einmal, dass die verletzte Person wütend oder traurig ist und falls er es weiss, dann betrifft es ihn oft wenig. Ein weiser Mensch sagte einmal, dass Rachegedanken wie ein Gift sind, das man selbst trinkt, in der Hoffnung, dass es den anderen umbringt. Leider vergiftet man damit nur sich selbst und sein Leben.

Um vergeben zu können, muss man sich erlauben, das Vergehen in einem größeren Zusammenhang zu betrachten. Was bewegte den Täter? Hat man selbst in irgendeiner Art und Weise zu der Tat beigetragen? Könnte ein Missverständnis zu der Tat beigetragen haben? Gibt es mildernde Umstände? Wiederholte der Täter etwas, das ihm angetan wurde? Diese Fragen und die entsprechenden Antworten entschuldigen weder den Täter noch die Tat. Was geschah, ist auch weiterhin falsch, ungerecht und schmerzhaft. Vergebung bedeutet weder, dass man die Tat vergisst noch dass man so tut, als ob sie nie geschehen sei. Man versucht auch nicht, die entsprechenden Reaktionen und Gefühle „wegzuerklären.“ Wenn man vergibt, dann trifft man die Entscheidung, sein Recht auf Rache nicht länger einzufordern. Man entscheidet sich lediglich, die verständlichen und gerechtfertigten Rachegedanken loszulassen, damit man nicht länger im Schmerz oder in der Wut steckenbleibt. Das eigene Leben wird dadurch besser. Dabei ist es eigentlich unwichtig, ob man dem Täter mitteilt, dass man ihm vergeben hat oder nicht. Vergebung ist ein einseitiger Prozess, eine Einbahnstrasse. Die Beziehung zum Täter wird durch das Vergeben nicht automatisch repariert. Wenn der Täter eine Strafe ableistet, bedeutet Vergebung nicht, dass die Strafe erlassen wird. Wenn es ein Urteil gab, dass den Täter schuldig sprach, dann bedeutet Vergebung nicht, dass er freigesprochen wird. Vergebung bedeutet, dass das Leben des Verletzten nicht mehr ausschliesslich von dem Bedürfnis bestimmt wird, dass der Täter den gleichen Schmerz empfindet, den der Verletzte spüren muss.

Manchmal ist Versöhnung möglich und wünschenswert. Zur Versöhnung gehören aber zwei. Im Idealfall entschuldigt sich der Täter und bittet um Vergebung. Dann vergibt der Betroffene und die Beziehung kann repariert und erneuert werden. Manchmal ist Versöhnung nicht möglich oder vielleicht sogar unklug. Wenn der Täter die Tat nicht bereut oder gar die Tat rechtfertigt, dann ist Versöhnung nicht wirklich möglich. In diesem Fall ist es ausserdem wahrscheinlich, dass die Person in Zukunft die gleiche oder eine ähnliche Tat begehen wird. Je nach Tat kann es darum unklug sein, sich mit dem Täter zu versöhnen und sich damit einer erneuten Verletzung auszusetzen. Frauen, die von ihren Partnern geschlagen werden, vergeben oft schnell und wollen sich sofort wieder versöhnen. Nur um dann wieder geschlagen zu werden. Vergebung ist nötig, damit das Leben für den Verletzten weitergehen kann. Versöhnung ist ein möglicher nächster Schritt, wenn alle betroffenen Personen bereit sind, sich und ihr Verhalten zu ändern, um eine gesunde Beziehung zu schaffen, in der es nicht regelmässig zu Verletzungen kommt.



Sich selbst vergeben


Und wenn mann sich selbst vergeben muss, weil man selbst der- oder diejenige ist, dem man am meisten wehgetan hat? Der Prozess ist genau der gleiche. Als erstes muss man aufhören, sich selbst bestrafen zu wollen. Menschen werden sehr kreativ, wenn es darum geht, sich selbst zu bestrafen. Manche sind eher offensichtlich, sie ritzen sich, sprechen über Selbstmord, gönnen sich nichts gutes, machen sich alle positiven Beziehungen kaputt und umgeben sich mit negativen und gemeinen Menschen. Andere sind schwerer zu erkennen. Da ist die Mutter, die darin aufgeht, dass sie für andere sorgt, sich aber ständig die eigenen Bedürfnisse untersagt. Sie wird für ihre Selbstaufopferung bewundert. Da ist der harte Arbeiter, der von allen respektiert wird. Er ist morgens da bevor die Kollegen kommen und geht abends als letzter nach Hause. Aber eigentlich tut er das alles nur damit er keine Zeit hat, darüber nachzudenken, was für ein schlechter Mensch er seiner Meinung nach wirklich ist. Selbstbestrafung ist sehr viel weiter verbreitet als man oft annimmt. Manchmal können Menschen nicht annehmen, dass ihnen vergeben worden ist. Auch wenn andere keine Rachegedanken mehr hegen, können sie sich selbst ihr Verhalten nicht vergeben. In diesem Fall kann man die Vergebung eines anderen erst akzeptieren, wenn man sich selbst vergeben hat.

Wie vergibt man sich also selbst? Als erstes gibt man zu, dass das eigene Verhalten falsch war. Dann spürt man den Schmerz, die Trauer, die Wut und die Frustration, die das eigene Verhalten hervorgerufen hat. Danach entscheidet man, sich zu vergeben. Dazu muss man sich die Umstände der Tat genauer anschauen und verstehen, was passierte. Was waren die Beweggründe? Die mildernden Umstände? Wenn man sich dann entscheidet zu vergeben, muss man gleichzeitig akzeptieren, dass einem vergeben wurde. Dazu gehört oft auch, dass man akzeptiert, dass man ein Mensch ist, der es Wert ist und es verdient hat, dass ihm vergeben wird. Gibt es Menschen, denen nicht vergeben werden kann? Bedenken Sie dabei, dass Vergebung nicht wirklich demjenigen hilft, dem vergeben wird, sondern demjenigen, der vergibt. Wenn es Menschen gibt, denen nicht vergeben werden kann, gibt es Menschen, die niemals vergeben dürfen und damit keinen Ausweg haben aus der Misere ihrer Wut oder ihres Opferdaseins. Wenn sie nicht vergeben dürfen, sind sie dazu verurteilt, zu bitteren oder hilflosen Menschen zu werden – und das alles nur weil ihnen wehgetan wurde. Falls Sie an dieser Stelle das Gefühl haben, steckengeblieben zu sein und nicht weiterzukommen, sollten Sie das Thema der Vergebung und vor allem der Selbstvergebung wahrscheinlich mit Hilfe eines Therapeuten oder Seelsorgers durcharbeiten.

Falls Sie entscheiden, dass Vergebung tatsächlich die beste Lösung ist, dann sollten Sie im Fall der Selbstvergebung immer auch auf Versöhnung hinarbeiten. Sie sollten sich darum bei sich selbst entschuldigen und diese Entschuldigung natürlich auch annehmen. Danach koennen Sie dann mit sich selbst aussöhnen, mit sich selbst Frieden schliessen und letztendlich mit sich selbst ins Reine kommen. Fehler sind menschlich. Wenn Sie sich für Fehler nicht vergeben koennen, werden Sie wahrscheinlich in Ihrem Schmerz oder Ihrer Wut steckenbleiben und Ihr Leben (und das Leben der Menschen in Ihrer Umwelt) wird recht frustrierend sein.




Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.

InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Liebe Frau Noble,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Mein Mann kam in den letzten zwei Jahren mehrmals zu seiner Familie zurück. Seine Freudin wollte und will die Kinder nicht. Paralle zu meinem Mann hat sie eine weiter Beziehung geführt. Mein Mann, wenn er kommt, verhält sich bei uns so, als wenn er sich richtig wohlfühlen würde. Das sind die Gründe, warum mich dieser Ring so stört. Er kommt mir falsch vor. Meine Anwältin meinte, dass mein Mann nicht glücklich geschieden wirke und ich habe auch nicht den Eindruck, dass er glücklich ist. Ich habe gangz viele Fragen in mir, auf die ich Antworten haben möchte. Das mit dem Ring ist eine, daher habe ich mich an sie gewandt. Ich stehe dazu, egal, was passiert ist, diesen MXXXXX XXXXXebe ich. Aber ich fühle mich seit der Scheidung sehr frei und gut, dass wundert mich. Und seit ich zu dem Gefühl der Liebe stehe, ihn aber seine Erfahrungen machen lasse geht es mir auch gut.

 

Liebe Grüße

M.

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank fuer die akzeptierte Antwort. Wie Sie mit der Situation umgehen ist bewundernswert und beeindruckend.
Sie koennten ihn natuerlich darauf ansprechen, dass er sich so unwohl zu fuehlen scheint (das nervoese Ringdrehen), wenn er die Kinder abholt - ohne Vorwurf und ganz unverbindlich - und ob Sie etwas tun koennten, um ihm da zu helfen.
Abwarten scheint auch eine gute Strategie zu sein, v.a. weil Sie ja Frieden geschlossen haben mit Ihrer Situation. Die anderen Fragen, die Sie noch haben, wuerde ich wahrscheinlich erst einmal ruhen lassen. Wenn bei Ihnen sonst die "Tuer offen" ist, dann koennen solche Fragen eher bedrohlich auf die andere Person wirken. Ich hoffe, dass Ihr Mann irgendwann genug mit sich selbst zurecht kommt, um sich mit Ihnen hinzusetzen und die Fragen zu beantworten. In der Zwischenzeit waere es interessant zu wissen, ob das Verhalten Ihres Mannes in den Rahmen einer "Midlife Crisis" passt. Vielleicht koennen Sie sich da ja ein bisschen informieren und entsprechend mit ihm reden, wenn sich die Gelegenheit ergibt?
Mit freundlichem Gruss,
Annegret Noble

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