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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Eine gute Freundin ist seit einem Tag vor Heiligabend wie ausgewechselt.

Kundenfrage

Eine gute Freundin ist seit einem Tag vor Heiligabend wie ausgewechselt. Also nicht nur mir gegenüber sondern auch ihren Eltern und selbst ihren Kindern gegenüber, allen die Ihr nahe stehen. Es ist einfach keine normale Unterhaltung mehr möglich und egal wer ihr einen Rat geben will, Sie sieht alles nur noch als Einmischung oder Bevormundung an. Es ist auch nichts aus Ihr heraus zu bekommen wie es ihr wirklich geht, worüber Sie nachdenkt. Sie sagt nur jedes mal das Sie ihre Ruhe haben möchte.
Keiner weiß was an diesem Tag passiert ist, ich weiß nur das Sie ziehmliche Probleme mit ihrem Ehemann hat und die Ehe als solche wohl keine mehr ist.
Ihre Eltern, ihr Bruder und ich sind uns völlig ratlos. Wir befürchten aber das Sie sich auch immer weiter auch von ihren Kindern entfernt, den Draht zu Ihnen verliert.

Können Sie uns da weiterhelfen, einen Rat geben?
mfG, Hartmut S.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.
Ich verstehe Ihr Problem und dass Sie sich Sorgen um Ihre Bekannte machen. Natürlich kann ich im Rahmen dieses Forum s und auf Grund der subjektiv von Ihnen beschriebenen Situation keine Diagnose stellen, ob bei Ihrer Bekannten eine psychische Störung vorliegt. Ich kann aus Ihren Informationen lediglich eine hypothetische Vermutung äußern, dass Ihre Bekannte eventuell ein Burnout/ Depression entwickelt hat was sich eventuell zwangsläufig aus den von Ihnen geschilderten Problemen in der Ehe ergibt. Das persönlichen Scheitern von persönlichen Lebenskonzepten und die damit verbundene Unzufriedenheit über das Misslingen sind häufige Gründe für die Notwendigkeit psychotherapeutischer Hilfe. Eine weitere Möglichkeit – hier fehlen mir aber die Informationen in welchem Alter Ihre Bekannte ist- könnte in einer psychischen Störung auf Grund von Hormonumstellung in den Wechseljahren , für Ihr gänzlich anderes Verhalten stehen. Es ist also zwingend notwendig hier auch eine diagnostische Abklärung beim Hausarzt zu veranlassen um den Hintergrund einer körperlichen Erkrankung als Ursache der Störung auszuschließen.
Ich kann Ihnen nur empfehlen Ihre Bekannte zu motivieren sich professionelle Hilfe zu suchen und zu versuchen sich auch ein Stück weit abzugrenzen. Es ist nicht einfach das verstehe ich auch, nur ist es so dass Sie im Moment nicht mehr tun können und Sie eigentlich nur begleiten können wenn Sie auch selbst einsieht das sie professionelle Hilfe braucht und diese auch annimmt.

In einer kurzen Zusammenfassung, ohne jedoch hier den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben wie man am besten mit dem depressiv erkrankten Partner /Angehörigen umgehen sollte
• Depressive Verstimmung (negative Gefühlszustände) nicht sofort gleich Hinterfragen oder beschönigen
• Dem Partner gegenüber die Depression nicht interpretieren bzw. keinen Sinn zuschreiben (das kann die depressive Person nur für sich selber tun)
• Statt Ratschläge zu erteilen, lieber an den depressiven Schwierigkeiten Anteil nehmen
• Ständige Aufheiterungsversuche unterlassen, aber sich selber Mut machen
• Nicht an die Willenskraft (oder an Verantwortung, Glaube etc.) appellieren
• Keine einschneidenden Veränderungen der bisherigen Lebensgewohnheiten empfehlen, eher regelmäßige Gliederung des Tagesablaufs unterstützen (morgens aufstehen, regelmäßig essen, abends zu Bett gehen)
• Verständnis dafür zeigen, dass die depressive Person keine positiven Gefühle zeigen kann und auch die sexuelle Lust verloren geht
• Gefühle, welche die depressive Person zeigt, möglichst anerkennen und fördern: z.B. ausweinen lassen (um die Selbstbeherrschung, welche der depressive Mensch von sich fordert, nicht noch zu fördern)
• Die ärztliche Behandlung des depressiven Partners und die Einnahme antidepressiver Medikamente unterstützen
• Wenn nötig selbst Arztbesuche organisieren (nur jedoch
• Zu gemeinsamen Spaziergängen oder anderen gemeinsamen Tätigkeiten anregen (die depressive Person profitiert von Schrittmacherdiensten, weil sie selber schwer Initiativen entwickeln kann)
• Lebenswichtige Entscheidungen während der depressiven Episode (z.B. Berufswechsel, Scheidung) möglichst zurückstellen, aber nicht unbedingt ausreden, denn so beginnt die schrittweise Angleichung an die Realität durch Erarbeitung (meist in der Therapie) von Zukunftsperspektiven
• Sich selber etwas gönnen, nicht nur in Sorge um den depressiven Menschen aufgehen
• Kontakte mit anderen (im Beruf, Freundeskreis) und eigenen Lebensrhythmus möglichst aufrecht erhalten, um nicht selber ins depressive Loch hineingezogen zu werden
.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für die Zukunft viel Kraft, Mut und alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

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