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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Guten Abend, ich habe heute erfahren, dass meine neue Lebensgefährtin

Kundenfrage

Guten Abend, ich habe heute erfahren, dass meine neue Lebensgefährtin an Bipolarer Störung leidet. Wir sind seit sechs Monaten zusammen und sie hat es mir bisher nicht gesagt, ich habe es von einer Verwandten von ihr erfahren, wie soll ich mich jetzt verhalten?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben,
Ich verstehe Ihr Problem und es ist auch ganz wichtig dass Sie sich Wissen zu dieser Störung aneignen um besser mit Ihrer Lebensgefährtin umgehen zu können und auch die Möglichkeit haben sich ein Stück weit davon abzugrenzen.
Bei affektiven Störungen handelt es sich um Erkrankungen, die mit einer Störung des Affekts (Stimmungslage, affektus lat. =Gemütsverfassung) einhergehen. Diese können sich in zwei entgegengesetzte Richtungen manifestieren, als Manie (manie gr. =Wahnsinn; Sucht) oder Depression (deprimere lat. = niederdrücken, herabziehen) Affektive Störungen werden auch als affektive Psychosen bezeichnet. Diese Störungen können unipolar oder bipolar auftreten. Bei der bipolaren Störung wechseln sich depressive und manische Phasen ab. Die Dauer einer Phase variiert sehr stark-sie kann zwischen einigen Wochen bis zu einigen Monaten betragen. Man geht bei der bipolaren Störung von einem multifaktoriellen Geschehen aus, relevant sind genetische Faktoren, Störungen des Neurotransmitterhaushalts, kritische Lebensereignisse als auslösende ( nicht ursächliche )Faktoren, psychodynamische Faktoren und erlerntes (Fehl-)Verhalten. Die Symptomatik ist identisch mit der Depression und Manie mit dem Unterschied, dass beide Pole der affektiven Störung abwechselnd auftreten können. Nur selten sind beide Formen gleichzeitig anzutreffen. Meistens treten depressive und manische Schübe hintereinander auf. In depressiven Fällen ist häufig die vorhandene Suizidalität zu berücksichtigen und in manischen Phasen kann stark selbstgefährdendes Verhalten vorliegen. Auf Grund der Suizidalität in der depressiven Phase oder wegen selbstschädigenden verhalten in der manischen Phase kann eine stationäre Therapie notwendig sein. Leichtere Verläufe können mittels einer langfristigen Dauermedikation mit Lithium verbessert werden. Bei entsprechender Motivation ist auch eine Psychotherapie möglich und sinnvoll entsprechend der im Vordergrund stehenden Episode. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass lang anhaltende unbehandelte affektive Störungen mit strukturellen Veränderungen und funktionellen Störungen des Gehirns einhergehen. Das Ziel der Behandlung besteht darin diese Veränderungen rückgängig zu machen. Dieser Prozess ist langwierig und eine Langzeitbehandlung ist unumgänglich. Bei der medikamentösen Behandlung rezidivierender affektiver Störungen unterscheidet man zwischen Akuttherapie, Erhaltungstherapie und Rezidivprophylaxe. Wenn nach erfolgreicher Behandlung der akuten Symptomatik die Behandlung beendet wird, bevor es dem natürlichen Krankheitsverlauf entsprechend zum vollständigen Abklingen der Krankheitsphase gekommen ist, muss mit einem Widerauftreten der Symptomatik gerechnet werden. In der Regel wird empfohlen, einer Akkutherapie eine Erhaltungstherapie über ca., 6 Monate anzuschließen. Und somit einen Rückfall in die gegenwärtige Krankheitsphase zu verhindern. Die Rezidivprophylaxe soll dann das Auftreten zukünftiger Phasen verhüten. Eine Akuttherapie schwerer manischer Episoden gestaltet sich auf Grund der mangelnden Krankheitseinsicht des Patienten häufig schwierig und eine Behandlung im Rahmen eines stationären Settings ist oft nicht zu vermeiden. Die pharmakologische Therapie steht an erster Stelle bei der Behandlung bipolarer Störungen, allerdings gibt es auch weitere psychotherapeutische Ansätze( Psychoedukation)als zusätzliche Behandlungsstrategien um hier beim Patienten Aufklärung über die Krankheit zu leisten und auch die Gründe für eine fehlende Compliance( Mitarbeit)seitens des Patienten- durch Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen des Medikaments , fehlende Krankheitseinsicht in manischen Phasen usw. , entgegenzuwirken.
Sie schreiben nicht, ob Ihre Freundin medikamentös behandelt wird oder sich in psychotherapeutischer Behandlung befindet.
Im Fall des Vorliegens einer schweren psychischen Störung kann manchmal eine Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus notwendig sein. Wenn der Betroffene nicht dazu in der Lage ist seine gesundheitliche Situation realistisch einzuschätzen, kann es notwendig sein, Ihn gegen seinen Willen einer stationären Behandlung zuzuführen. Dies wird durch die Unterbringungsgesetze der Länder geregelt.(PsychKG) Vorrausetzung für eine Zwangseinweisung ist neben dem Vorliegen einer psychischen Erkrankung das Vorhandensein einer akuten Gefahr für die eigene Person oder andere Personen ( Eigen- und Fremdgefährdung) Diese Unterbringung wird von der Polizei veranlasst und das Amtsgericht verfügt über die Einweisung nach ärztlichem Gutachten. Sie haben dann die Möglichkeit im Rahmen der von Ihnen beschriebenen Symptome auch den Notarzt für ihre Lebensgefährtin zu rufen, wenn es zu einer Eskalation im Rahmen der Manie kommt um eine Einweisung über den Notarzt nach PsychKG zu veranlassen). Sie wird dann 24h dort verbracht und es erfolgt im Anschluss eine Begutachtung durch einen Psychiater und es ist möglich bei Eigen/Fremdgefährdung dass sie nach Begutachtung dort in der Psychiatrie zwangsweise behandelt wird. Sie können auch bei der zuständigen Betreuungsbehörde (AMTSGERICHT) Eilbetreuung einrichten lassen, die entsprechend auch mit einer zwangsweisen psychiatrischen Begutachtung der Betreffenden endet und eine Therapie nach sich ziehen wird. Dies sei nur am Rande erwähnt wenn die Ausmaße der Manie zu groß werden. Manche haben sich in diesem Zustand schon um Haus und Hof gebracht. Ich gehe jetzt aber davon aus, dass Ihre Lebensgefährtin sich im Rahmen der manischen Phase auf verstärkte Aktivität Internet beschränkt, daher würde ich Ihnen an dieser Stelle empfehlen sich zu versuchen davon abzugrenzen und Ihre Lebensgefährtin zu motivieren sich in Behandlung zu begeben. Sie kann sich dazu auch an, und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren und dort vorstellig werden.
Ihnen würde ich empfehlen sich an einer Selbsthilfegruppe für Angehörige mit bipolarer Störung zu beteiligen um von anderen Betroffenen auch Bewältigungsmöglichkeiten und weitere Informationen zu dieser Störung zu erhalten im Umgang mit Ihrer Lebensgefährtin
http://www.dgbs.de/
http://bipolar-shg-nt.jimdo.com/
http://www.manic-depressive.de/


Ich hoffe ich konnte Ihnen in der Kürze der Ausführung etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem Weg
Mit freundlichen Grüßen
Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank


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