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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Guten Tag, meine Schwester (41) leidet eventuell an einer paranoiden

Kundenfrage

Guten Tag, meine Schwester (41) leidet eventuell an einer paranoiden Persönlichkeiststörung, mit Anteilen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Ihre Erkrankung belastet die ganze Familie erheblich. Wie können wir uns verhalten, wie sie von einer Therapie überzeugen? MFG Kristina Brandt
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Leider handelt es sich bei der Erkrankung Ihrer Schwester um eine Vermischung von auch sehr schwer therapeutisch zu behandelnden Störungsmustern (paranoid + narzisstisch). Denn es wird immer so sein, dass durch das Verdrehen von Tatsachen, verbunden mit einem starken Misstrauen in Alles und Jeden immer noch genügend Geltungs- und Machtstreben vorhanden sein wird und dies zu massiven Problemen mit der Lebensumwelt führen kann. Oft wird für Sie auch ein weiteres Problem offensichtlich, nämlich die Tatsache, das Sie auf der einen Seite die Handlungen (Verhalten) Ihrer Schwester unter dem Aspekt der Persönlichkeitsstörung betrachten und damit stigmatisieren und auf der anderen Seite ständig in eine Rolle gedrängt werden, vieles paranoide was auf Grund der aussergewöhnlichen Denkweise in der Gedankenwelt Ihrer Schwester zu Tage tritt gerade zu rücken, richtig zu stellen. Aus diesem Konflikt kommen Sie nur dadurch zumindest etwas entkommen, in dem Sie sich ggf. Selbst Hilfe suchen und so lernen z.B. durch das rechtzeitige Erkennen von Grenzen, dem eventuellem Besuch einer Angehörigengruppe für Persönlichkeitsstörungen (wo es diese Gruppen in Ihrer Nähe gibt, erfahren Sie ggf. über Ihre Krankenkassen oder Selbsthilfekontaktsstellen bzw. im Internet über die Hompageseite http://www.selbsthilfenetz.de/) zu lernen nicht zu verstehen sondern zu lernen mit der Erkrankung Ihrer Schwester besser umzugehen usw.

Natürlich sollten Sie sich auch vor allem in Akutfällen, wenn z.B. es zu schon psychoseähnlichen Symptomen kommt, sich die Option immer lassen, ggf. eine zwangseinwesiung nach PsychKG zu veranlassen. Sei dies unter zu Hilfenahme der Polizei oder des Notarztes. D.h. es wird und kann Situationen geben wo Sie auch so handeln müssen und darauf sollten Sie sich auch rechtzeitig, eventuell auch durch fachkompetente Begleitung (z.B. Dipl.- Psychologe) vorbereiten. Denn es kann im schlimmsten Falle bei der paranoiden Problematik zu akuter Eigen- und Fremdgefährdung kommen und Ihre Schwester verkennt so die Realität, das die Umwelt nur noch im rahmen der eigenen paranoiden Gedankenwelt besteht. Hier ist es oft aus der Erfahrung heraus besser, die paranoiden Gedanken zu akzeptieren (also nicht mit aller Macht zu versuchen Ihre Schwester von Gegenteil zu überzeugen) sondern Ihr Sicherheit zu vermitteln, auch in dem Sie zumindest ein Stück weit die paranoiden Gedanken mit tragen. Nur so können Sie kaum vorhandenes Vertrauen aufbauen (was schwer genug sein wird, auf Grund der pranoiden Denkstruktur und des narzisstischen Größenselbstbildes) bzw. Ihre Schwester vlt. zu einer ambulanten Therapie (ggf. erst ein Mal unter Ihrer Beisein usw.) und so überhaupt eine Behandlung durchgeführt werden kann. Eventuell könnte hier eine auch ambulant sehr gute Therapieform (neben den herkömmlichen z.B. tiefenpsychologisch/ analytisch oder verhaltenstherapeutisch) ganz hilfreich sein. Diese in Fachpublikationen schon sehr oft "gefeierte Therapieform" nennt sich Schematherapie und wird auch vor allem bei der Behandlung von schweren Persönlichkeitsstörungen zum Einsatz. Das Verfahren entstammt der Verhaltenstherapie und wird auch von der Krankenkasse übernommen. Weitere Informationen erhalten Sie auch unetr anderem auf der Internetseite http://www.schematherapie.de/ .

Leider kann ich Ihnen aus fachlichen Gesichtspunkten hier nur diese Ausführungen machen, da eine Einzelfallanalyse im Rahmen der Beantwortung auch für mich nicht weiterführend möglich ist. Für Ihr Verständnis möchte ich mich im Voraus schon ein Mal bedanken.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg.

Mit freundlichem Gruß

 

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank