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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Asperger Syndrom bei Erwachsenen

Kundenfrage

Was kann ich tun, wenn ich glaube zu wissen, dass mein Partner an dem Asperger-Syndrom leidet? Ich bin hier direkt betroffen, da ich die Folgen auch zu spüren habe. Wie kann ich mir, aber auch ihm, helfen? Besten Dank. Susanne
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Frage und gerne möchte ich versuchen Ihnen diese zu beantworten.

Ob Ihr Partner unter einem AS-Syndrom leidet und in welchem Schweregrad, das lässt sich in keinster Weise auch Ihren Zeilen entnehmen und eine solche Abklärung im Rahmen einer Diagnostik sollte auch mit ausreichend fachlicher Erfahrung diagnostisch/ differnzialdiagnostisch (d.h. liegt vlt. noch eine andere psychische Erkrankung vor die für die Symptome in Frage komme können z.B eine Zwangserkrankung unter Umständen eine Persönlichkeitsstörung vor u.a.) Möglichkeiten erfolgen z.B. durch diverse zugelassene Testverfahren und in enger Verbindung mit eine psychiatrisch/ psychologischen ausführlichen Exploration auch der Lebensgeschichte, der Beschreibung der genauen Verhaltenssymptomatik usw.
Da die Symptome sehr unterschiedlich bei diesem Störungsbild ausgeprägt sind, ist es für Sie als Partnerin ungeheuer schwer hier irgendetwas herauszufinden. Trotzdem möchte ich ein Mal kurz versuchen Ihnen die Primärsymptome kurz zu erläutern, die für mich erst ein Mal, auch aus meiner Sicht, als relevant zu bezeichnen sind.

  • Störungen im Blickkontakt, Körpersprache, Gestus und Sprachgebrauch
  • im normalen alltäglichen Umgang mit anderen keine natürliche, altersgemäße (sozial angemessene) Kommunikation
  • Körperhaltung und Gesten nicht im Bezug zur Situation
  • motorische Ungeschicktheit, die künstlich oder seltsam wirkt, Tonfall und Wortwahl auffällig
  • gut entwickelte sprachliche Kompetenz aber monotone Sprachmelodie oder eine "erwachsene" Ausdrucksweise (primär bei Kindern, bei Erwachsenen Neigung zum philosophieren und intellektualisieren)
  • Schwierigkeiten bei spontaner verbaler Kommunikation
  • Diskrepanz zwischen Intelligenz und Gefühlsleben
  • außergewöhnliche Interessen mit zum Teil zwanghaften Tendenzen

Menschen mit Asperger-Syndrom brauchen manchmal sogar nur relativ wenig Hilfe, aber es muss die richtige Art von Hilfe sein, denn im Alltag gibt es auf Grund der Erkrankung immer wieder Problem mit der Lebensumwelt (Mitmenschen und vor allem in der Partnerschaft). Aber oft können AS- Betroffene keine Hilfe erhalten, wenn niemand weiß, was mit ihnen los ist. Auf einigen Gebieten wird zuviel von ihnen erwartet, und dieser Druck kann sie (fast) umbringen, erst recht, wenn sie selber nicht wissen, warum sie "so" sind. Das heisst man sollte auch rücksichtsvoll mit der Daignose Selbst umgehen und hier nicht noch zusätzlich für Verunsicherung sorgen.

Wenn nicht einmal Fachleute über diese sehr schwierige Störung häufig genug Wissen haben, auch in der diagnostischen Abklärung Bescheid wissen, ist die Gefahr einer Fehldiagnose oder einer unangemessenen Behandlung sehr groß. Leider erlebe ich dies zu Sehens in meiner Praxis, wo ich auch unter anderem AS- Patienten versuche zu diagnostizieren und das vermehrt auch im Erwachsenenalter.

Was ich Ihnen auf jeden Fall empfehlen möchte, da ich selber mit diesem Institut schon vor längerem zu tun hatte, ist sich mit dem Institut in Verbindung zu setzen. Dieses Institut ist auch unter folgender Internetadresse zu finden: http://www.autismus-institut.de/ und kann Ihnen (besser Ihrem Partner) sicher ggf. weiter helfen bzw. eine sogar von der Krankenkasse übernommene Diagnostik durchführen.

Wozu ich Ihnen nur unter Vorbehalt raten möchte, ist irgendwelche AS- selbsttests im Internet zu machen, wo Sie meist nur unzureichende Asuwertungen bekommen und diese Testverfahren meist auch nicht ausreichend normiert (vergleichbar) sind bzw. wissenschaftlich aussagefähig.

AS ist mitlerweile sehr gut zu behandeln und das auch im Erwachsenenalter. Eher wären hier sytemisch/ verhaltenstherapeutische Therapieansätze zu empfehlen. Hierzu können Sie sich auch im Rahmen einer Paarberatung an unterschiedliche Stellen wenden oder Ihr Partner ist bereit im Rahmen der Einzeltherapie sich von einem niedergelassenen erfahrenen Psychotherapeuten helfen zu lassen. Wo sich hier ein geeignete Paartherapie anbieten würde, erfahren Sich auch unter www.paartherapie.de .

Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für AS Angehörige anzuschließen. Hierzu erfahren Sie mehr über Gruppen in Ihrer Nähe über sogenannte Selbsthilefkontaktstellen und Ihre Krankenkasse bzw. im Internet über http://www.selbsthilfenetz.de/ . Natürlich können Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet besuchen u.a. http://www.shg-asperger-syndrom.de/, http://www.aspergia.de/, http://www.asperger-forum.de/ (einfach zum Teil durchklicken).

 

Ich hoffe, trotz meiner deutlichen Worte, konnten Ihnen meine Aisführungen helfen und wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

diplompsychologe und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Geehrter Herr Diplompsychologe,

Vielen herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Infos.

Ja, diese Dinge habe ich alle im Internet auch gefunden, und dass eine Diagnose ohne Fachpersonen nicht möglich ist, weiss ich auch. Bestimmt sind Angehörige oder Freunde nicht geeignet, hier irgendwie selber zu therapieren.

Deshalb war meine Frage ja auch, was ich tun könnte?

Leider wohne ich nicht in Deutschland, deshalb sind Ihre Adressangaben nicht wirklich für mich brauchbar. Das macht aber nichts. Ich werde mich zurecht finden in der Schweiz. Sie beschreiben viele Merkmale von Autismus, ich interessiere mich aber ganz speziell für das Asperger Syndrom bei Erwachsenen.

Trotzdem vielen Dank.

Mit freundlichen Grüssen

Susanne

 

Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für das Akzeptieren meiner Antwort und ich bedaure es sehr Ihnen für die Schweiz nicht bessere Angaben gemacht zu haben. Das Problem bei der Diagnsotik und dessen aufgestellte Kriterien, werden Sie auch in der Schweiz haben, denn es gibt im Erwachsenenbereich, weder im ICD 10 Klassifikationssystem noch im DSM IV Klassifikationssystem Diagnosekriterien für AS im Erwachsenenalter, gelinde ausgedrückt geeignete wissenschaftlich normierte Testverfahren. Dieses Störungsbild als solches, da eine Unterkategorie im Kindesalter des Autismus, wird diesem dann zugeordnet, auch von meinen Kollegen und ich hoffe, auch in Ihrem Sinne, das sich da vor allem im Erwachsenenbereich gravierend etwas verändert.

Ich möchte mich an dieser Stelle für Ihr gezeigtes Vertrauen bedanken und wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft.

Mit freundlichem Gruß

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