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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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InternetCoach ist jetzt online.

Mein Freund und ich sind jetzt seit 4 Jahren zusammen. Wir

Kundenfrage

Mein Freund und ich sind jetzt seit 4 Jahren zusammen. Wir hatten noch nie extrem viel Sex, aber 1-2 mal in der Woche war es anfangs fast immer. Dann wurde es so ca einmal in der Woche und momentan alle 3 Wochen einmal. Mir ist dies zu wenig. Auch weil wir uns eigentlich ein Kind wünschen. Aber wie soll das denn so funktionieren?? Wir haben jetzt mal länger darüber gesprochen. Er sagt, Sex sei ekelig und auch oft zu anstrengend. Wenn wir miteinander schlafen, dann auch meistens nur in der Nacht. Er weckt mich dann. Wenn ich ihn am Morgen frage, ob er es schön fand oder ähnliches, dann sagt er nur, dass er geschlafen hat und davon nichts weiß. Was kann ich machen?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie haben sexuelle Beduerfnisse, die in Ihrer Beziehung gerade nicht befriedigt zu werden scheinen. Es kann viele Gruende haben, warum jemand einen niedriges sexuelles Beduerfnis hat oder Sex nicht geniessen kann.


In den meisten Fällen gibt es nicht eine einzige Ursache für das sexuelle Problem, sondern ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Daher ist es auch erforderlich, die Problematik von verschiedenen Perspektiven aus zu beleuchten: körperliche Gründe, psychologische Ursachen und soziale Faktoren.

Körperliche Ursachen sind Abweichungen des Körpers, die zu sexuellen Problemen führen können. Beispiele wären hormonelle Regulationsstörungen bei Erkrankungen oder auch Medikamente, die zu einem verringerten sexuellen Interesse führen.

 

Psychologische Faktoren wären Gefühle, Gedanken und Vorstellungen oder Erfahrungen, die sexuelle Probleme verursachen und unterhalten können. Dies können negative Gefühle oder Ängste und Schamgefühle gegenüber dem Partner sein, schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit oder auch Probleme und Ängste vor Grenzüberschreitungen bzw. Probleme angemessen seine Wünsche und Grenzen gegenüber dem Partner deutlich machen zu können.

Psychologische Erkrankungen wie Depressionen, Burnout oder Angststoerungen koennen ebenfalls zu sexuellen Problemen fuehren.

 

Soziale Faktoren können sich auf erlernte bzw. erworbene Werte und Normvorstellungen beziehen, die sie in der Kindheit beigebracht bekamen oder aber durch traumatische Erfahrungen geprägt wurden. Auch bestimmte Stressfaktoren wie z.B. Arbeitsplatzprobleme oder finanzielle Sorgen oder auch Streits können die sexuelle Funktionsfähigkeit beeinflussen.




Eine Sexualberatung hilft dabei, den psychischen Ursachen auf den Grund zu gehen und diese nach Möglichkeit zu beseitigen. Aufgrund der starken Wechselwirkungen zwischen unserer Sexualität und der Psyche können Sexualtherapie und Psychotherapie häufig sogar bei rein organischen Beschwerden im Sexualbereich eine Verbesserung der Symptomatik erreichen.

Sexuelle Probleme sind in einem typischen Lebensverlauf keineswegs etwas Außergewöhliches: statistische Erhebungen deuten darauf hin, daß jeder Mensch im Verlauf seines Lebens zumindest 1x Schwierigkeiten sexueller Art haben dürfte! Um aber nicht womöglich jahrelang oder das ganze Leben lang darauf warten zu müssen, daß das Problem "wie von selbst" verschwindet, ist es ratsam, es nach einigen Wochen ohne deutliche Verbesserung ernst zu nehmen und sich ggf. Unterstützung durch einen Sexualtherapeuten zu holen.

Die häufigsten Beschwerden

 

  • sexuelle Lustlosigkeit (Appetenzstörung, Libidoverlust) - das Verlangen nach Sex wurde immer geringer oder ist gar nicht mehr vorhanden
  • sexuelle Hemmungen / Blockaden ('Sexual Shyness') - es bestehen Hemmungen oder Blockaden gegenüber dem eigenen oder dem anderen Körper, sexuelle Aktivitäten können aufgrund der Unsicherheiten nicht genossen werden
  • sexuelle Abneigung (sexuelle Aversion) - der Gedanke XXXXX XXXXX wird als unangenehm und abstoßend erlebt, "keine Lust auf Sex".
  • ausbleibender Orgasmus (Anorgasmie) oder Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen
  • Orgasmus oder Samenerguß mit ausbleibender Befriedigung
  • sexuelle Wünsche oder auch Probleme, die in der Partnerschaft nicht angesprochen werden können
  • plötzlicher Erregungsabbruch
  • chronische Erektionsstörungen (Fachbegriff: erektile Dysfunktion, auch bekannt als Impotenz): der Penis wird nicht mehr (ausreichend) steif


Wirklich zufrieden mit ihrem sexuellen Leben sind nur wenige Menschen, und die Zahl der Unzufriedenen oder Enttäuschten nimmt tendentiell zu. Menschen, die längere Zeit hindurch keine oder nur defizitäre Sexualkontakte haben, empfinden i.a. weniger Lebensqualität, häufig geht sexuelle Unzufriedenheit auch mit Depressionen oder anderen psychischen Belastungen einher. Letztlich liegt es aber in den meisten Fällen an den Betroffenen, ob sie sich professionelle Unterstützung für ihre sexuellen Probleme suchen oder nicht. Da diese Probleme immer noch als "peinlich" empfunden werden, passiert dies jedoch verhältnismäßig selten: die überwiegende Mehrheit der Betroffenen leidet folglich jahrelang, ohne daß eine nachhaltige Veränderung erreichbar wäre.

Jene, die aber eine Sexualtherapie bei professionell arbeitenden SexualtherapeutInnen in Anspruch nehmen, erfahren zunächst eine diagnostische Abklärung der jeweiligen Beschwerden. Bleibt es lediglich beim Abfragen der Erscheinungsform(en), wie es mitunter bei nicht oder unzureichend ausgebildeten Sexualtherapeuten vorkommt, greift dies häufig zu kurz - und kann folglich zu ausbleibendem Therapieerfolg führen, da die eigentlichen Ursachen ggf. weitgehend unberührt bleiben. Häufig zeigt sich dies, wenn aufgrund einer rein psychischen Ursachensuche (=häufig bei BeraterInnen, PsychologInnen oder PsychotherapeutInnen) allzu schnell irgendwelche "Tipps" oder trickreich wirkende "Aufgaben" gegeben werden, oder (=häufig bei ÄrztInnen oder HeilpraktikerInnen) sofort Tabletten oder andere Substanzen verordnet werden.

Eine sexualtherapeutische Diagnose besteht aus

  • Sexualanamnese (Geschichte und Erfahrungen der eigenen sexuellen Entwicklung)
  • Familienanamnese (Beziehung zu Vater und Mutter und zu Geschwistern, Beziehung der Eltern, Vorbilder, Werte und Normen, Umgang mit Angst und Schuld, prägende Erlebnisse)
  • Fragen nach der aktuellen Beziehung (Kennenlernen, weiterer Verlauf, aktueller Stand)
  • Fragen nach dem aktuellen Sexualleben (Lust, Erregung, Kontakt, Orgasmus)

 

Körperliche Ursachen (z.B. hormonelle Störungen) kann man medikamentöse aber auch mit anderen Interventionen, bisweilen auch mit einer psychologischen Behandlung, therapieren. Psychologische Ursachen wie z.B. Ängste oder Depressionen werden mit spezielleren psychotherapeutischen Verfahren angegangen. Liegen die Probleme eher im familiären bzw. zwischenmenschlichen Bereich wird eine Familientherapie bzw. systememische Therapie vorgeschlagen. Bei Sexualstörungen wird normalerweise dabei der Partner mit in die Behandlung einbezogen.

Wichtig ist ein integrativer Ansatz,der z.B. Elemente verschiedener Therapieformen vereint:Gespräch e, Wahrnehmungserweiterung, Körpertherapie, Verhaltenstherapeutische Interventionen, Systemische Ansätze, ganzheitliche Therapien mit tiefenpsychologischer Ausrichtung wie z.B. Gestalttherapie, Paartherapie, Tantrischer Ansatz. Die Voraussetzung für eine gelingende therapeutische Arbeit bildet die vertrauensvolle Beziehung und der gute Kontakt zwischen Berater und Klient.

 

Hier finden Sie eine Liste von Sexualtherapeuten:

http://www.netzwerk-sexualtherapie.de/organisation/php/liste_behandler.php

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/

http://www.impotenz-selbsthilfe.de/info/beratung.html

 

 

Es ist schwer aus der Ferne mit begrenzter Information genau zu sagen, was zu den Problemen Ihres Freundes fuehrt, darum waere eine genaue Diagnostik durch einen kompetenten Sexualtherapeuten der erste Schritt. Auch ein Besuch beim Hausarzt, um Hormonspiegel und moegliche koerperliche Probleme untersuchen zu lassen (und vielleicht auch Depressionen auszuschliessen) waere wahrscheinlich ein hilfreicher erster Schritt.

 

Es ist ausserdem wichtig, dass Sie Ihre Beduerfnisse weiterhin ausdruecken. Vielleicht kaeme fuer Sie eine Selbsthilfegruppe in Frage, wo Sie sich mit anderen Frauen austauschen koennten, die aehnliche Probleme haben.

 

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

 

 

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.



InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung: Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Danke für Ihre ausführliche Antwort. Aber wenn er wirklich ein richtiges Problem wie Depression o.ä hätte, würde er dann nicht das nachts auch lassen?

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für die akzeptierte Antwort. Ich kann da nur eine Vermutung aussprechen, da wir ja nicht wissen, ob der Grund seines verminderten sexuellen Beduerfnisses wirklich Depressionen sind. Viele Maenner haben nachts "ungewollte Erektionen", die meist wenig mit sexuellen Wuenschen zu tun haben sondern eine rein biologische Sache sind. Es kann sein, dass diese "biologische Bereitschaft" dazu fuehrt, dass Sie miteinander schlafen und dass er sich dann aber nicht wirklich daran erinnert, weil es eher eine "automatische Befriedigung eines biologischen Beduerfnisses" war als eine gewollte Handlung - ich versuche mich hier sehr vorsichtig auszudruecken, denn ich kann mir gut vorstellen, dass das fuer Sie sehr verletzend klingen koennte, was ich hier sage. Sexuelle Beduerfnisse sollten nicht mit Liebe und Zuwendung gleichgesetzt werden - wie Sie wahrscheinlich wissen.


Ich hoffe, dass Sie und Ihr Freund eine Loesung finden, die zu einer zufriedenstellenden Beziehung mit einem zufriedenstellenden Sexualleben fuehrt und wuensche Ihnen auf dem Weg von Herzen alles Gute.

Mit freundlichem Gruss,

Annegret Noble






Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

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