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Kategorie: Psychologie
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Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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Die Essstörungen, sind sie eine Krankheit oder eine Sucht?

Kundenfrage

Die Essstörungen, sind sie eine Krankheit oder eine Sucht?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Als Essstörungen werden Störungen des Essverhaltens bezeichnet, die mit der der Aufnahme zu großer oder zu geringer Nahrungsmengen einhergehen. Es sich häufig auch beide Extreme bei einem Patienten. Zu den Essstörungen zählen lt. Klassifikation(ICD10- Kapitel F5) sowohl die Anorexie als auch die Bulimie. Seit knapp 10 Jahren existiert im amerikanischen Sprachraum auch noch der Begriff des „Binge Eating Disorder“

Bei der Anorexie nervosa handelt es sich um selbstverursachtes, deutliches Untergewicht verbunden mit der übersteigerten Idee trotz des offensichtlichen Untergewichts noch zu dick zu sein. Hiermit ist auch meist ein Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe) verbunden. Als weiter Bezeichnung für dieses Störungsbild werden Magersucht und Anorexie genannt. Das Wort Anorexie bedeutet Appetitlosigkeit, wobei die Bezeichnung eigentlich irreführend ist, denn die Patienten haben durchaus Appetit bekämpfen dieses jedoch rigoros. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt meist zwischen 16 und 17 Jahren. Als Ursachen wird ein multifaktorielles Geschehen zugrunde gelegt: soziokulturelle Faktoren (Schönheitsideal in der Gesellschaft); gestörte Beziehungen zu nahen Familienmitgliedern (Frage der Beziehung zwischen Patientin und der Mutter wird häufig diskutiert), Schwierigkeiten mit der weiblichen Geschlechterrolle, genetische Faktoren; hoher Stellenwert von Leistung in der Ursprungsfamilie.

Differenzialdiagnostisch erfolgt eine Abklärung zur Bulimie, organischen Störungen, Depression und auch zu Zwangsstörungen (hier zeigen die Patientinnen ein zwanghaftes Verhalten in Bezug auf Ihre Ernährung z.b. zwanghaftes Wiegen, Kalorienzählen usw.

Die Bulimie Nervosa zeigt sich durch Essattacken, die mindestens 2x wöchentlich auftreten, gefolgt von dem Versuch durch Erbrechen, Abführen oder andere Maßnahmen der Gewichtszunahme entgegen zu wirken. Auch hier besteht eine gesteigerte Angst davor zu dick zu werden bzw. zu sein. Die andere Bezeichnung dafür ist die Ess-Brechsucht.

Bulimie bedeutet sinngemäß „ Ochsenhunger“ wobei der Zusatz „nervosa“ auf die seelischen Zusammenhänge hinweist. Auch die Bulimie Nervosa wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst:

Soziokulturelle Faktoren, traumatische Kindheitserlebnisse, genetische Faktoren, Persönlichkeitsfaktoren, psychodynamische Faktoren (zurückfallen in ein früheres seelisches Entwicklungsstadium.)

Differenzialdiagnostisch erfolgt eine Abklärung zur Anorexie, der Depression, Alkohol und Medikamentenmißbrauch, emotional instabile Persönlichkeit

Beim Binge Eating Dissorder -kommt es zu wiederkehrenden Essanfällen, bei denen in kurzer Zeit große Mengen an Nahrungsmitteln konsumiert werden. Hier werden im Anschluss keine Maßnahmen durchgeführt um eine Gewichtszunahme zu verhindern wie bei den zuvor genannten Essstörungen. Die andere Bezeichnung für die auftretenden Essanfälle ist Essattacke.

Das Wort Binge bedeutet Trinkgelage, so dass Binge Eating auch als „Sich besaufen mit Essen“ verstanden werden kann. Diese seit 1994 in den USA als eigenständige Diagnose geltende Störung geht meist mit Übergewicht einher. Die Ursachen sind bisher unbekannt. Die Hälfte der Betroffenen leidet unter depressiven Verstimmungen jedoch ist noch unklar ob eine Depression die Ursache oder die Folge von BED ist.

Die Krankheit verläuft chronisch und auch körperliche Schädigungen auf Grund des Übergewichtes sind vorauszusehen wie, Diabetes mellitus, Hypertonie, Erkrankungen der Gallenblase oder auch Herzerkrankungen.

Also bezüglich Ihrer Frage würde ich nur die BED als Sucht bezeichnen, wobei auch Sucht eine psychische Krankheit im gewissen Sinne darstellt. Die Therapie der BED erfolgt auch ähnlich der eines Alkoholikers, hier arbeiten die Selbsthilfegruppen nach einem ähnlichen 12 Punkte Programm wie die Anonymen Alkoholiker.

Ich hoffe ich konnte Ihnen in der Kürze der Ausführungen helfen und wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

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