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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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Was kann ich gegen meinen Entzug tun?

Kundenfrage

Was kann ich gegen meinen Entzug tun?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,
vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung . Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.
Sie schreiben Sie möchten etwas gegen den Entzug tun, leider schreiben Sie nicht um welche Art Entzug es sich handelt. Es ist durchaus möglich das Sie Drogen meine, auch Alkohol wäre möglich und verschiedene andere Dinge. Ich möchte mich deshalb ersteinmal darauf beschränken anzunehmen das Sie den Alkoholentzug meinen. Bitte scheuen Sie sich nicht eine Anschlussfrage zu stellen falls das Thema von mir falsch interpretiert wurde.

Die Therapie des Alkoholismus lässt sich in folgende Stufen unterteilen.
-Motivationsphase
-Körperliche Entgiftung
-Stationäre Entwöhnung
-ambulante Nachsorge.
Ihren Ausführungen entnehme ich, dass Sie motiviert sind und auch erkannt haben, dass Sie Hilfe benötigen. Leider kann ich Ihren Ausführungen nicht entnehmen ob eine körperliche Entgiftung (1-2 Wochen)„bereits durchgeführt wurde, sollte dies nicht der Fall sein, sollte dies auf jeden Fall stationär vor einer Entwöhnungstherapie erfolgen. Danach erfolgt eine stationäre Entwöhnungstherapie; hier ist das Ziel eine absolute Abstinenz. Diese Therapie erfolgt in einer spezialisierten Suchtklinik und erstreckt sich über mehrere Monate. Die Therapeutischen Angebote bestehen in Gruppengesprächen, der Strukturierung des Tagesablaufs, Verhaltenstherapie, Selbstsicherheitstraining, Erlernen der Selbstkontrolle, Training sozialer Kompetenzen usw. Medikamente werden im Einzelfall eingesetzt wie zum Beispiel CAMPRAL um ein Verlangen nach dem Alkohol zu senken. Die Behandlung mit dem Medikament ersetzt aber nicht die notwendige psychotherapeutische Behandlung und muss auch unter ärztlicher Kontrolle genommen werden.
Da die Rückfallgefahr im ersten Jahr besonders groß ist, ist eine Nachsorge besonders wichtig und dies kann z.B. erfolgen im Rahmen der regelmäßigen Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe. Zusätzlich kann auch ambulante professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden z.b. bei freien Psychotherapeuten. Nicht zu unterschätzen ist die Arbeit der Selbsthilfegruppen wie z.b. die AA, ( Anonymen Alkoholoker) Blaues Kreuz, Guttempler usw. gerade hier wird im Rahmen der Zusammenkunft sowohl trockener Alkoholiker als auch Menschen die sich noch aktuell in der Abhängigkeit befinden, daran gearbeitet die Hoffnung zu vermitteln das man es schaffen kann, es werden Informationen bereitgestellt, soziale Kontakte angeboten und es besteht die Möglichkeit diesen Raum zu nutzen um sich auszusprechen .
http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm


Ich würde Ihnen daher empfehlen sich im Rahmen einer Selbsthilfegruppe weitere Informationen einzuholen wo in Ihrer Nähe auch ambulante professionelle Begleitung bei diesem Prozess möglich ist., Desweiteren sollten o.g. Phasen strikt eingehalten werden also von Entgiftung- bis Nachsorge und regelmäßig die Selbsthilfegruppen aufgesucht werden,. Statistiken belegen, das bei der Langzeittherapie Erfolgsquoten von 50% zu erwarten sind bei denen eine dauerhafte Abstinenz erreicht wird. Weitere förderliche Faktoren sind eine intakte Partnerschaft, ein bestehendes Arbeitsverhältnis und das mittlere Lebensalter.
Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg
Mit freundlichen grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.
Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo!

 

viellen dank für Ihre Hielfe!

 

ich bin abhängig von Ratiopharm Hustenstiller es geht schon seit mehrere Jahren so ich habe schon Stationäre aufnahmen gemacht aber es hat mir nichts gebracht ich wurde immmer wieder rückfällig weil ich die Schmerzen nicht mehr ausgehalten habe. Frage was kann man gegen die Entzugs schmerzen machen?

Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte/r Fragesteller/in, vielen Dank für die weiterführenden Informationen. Ich würde Ihnen empfehlen auf Grund der Problematik mit dem Entzug hier einen Suchtmediziner aufzusuchen um 1. zur Linderung gegebenenfalls ein Ausweichmedikament bei bestehenden Schmerzsymptomen zu verschreiben und gleichzeitig eine genaue Abgrenzung im Rahmen einer Exploration ob die Suchtsymptome aufgrund nachweisbarer körperlicher Beeinträchtigung (Schmerzen durch geschädigte Organe) oder ob hier der Fall vorliegt das Ihnen auf Grund einer somatoformen Schmerzstörung. die Psyche Schmerzen vorgibt die körperlich nicht begründbar sind und auf Grund dessen zu der Abhängigkeit von diesem Medikament geführt haben. Beim Vorliegen von einzelnen oder mehreren körperlichen Beschwerden, die nicht ausreichend durch medizinische Faktoren erklärbar sind, spricht man von einer Sonatenformen Störung. Diese kann noch einmal unterschieden werden in eine Somatisierungsstörung, hypochondrische Störung, somatoforme autonome Funktionsstörung und somatoforme Schmerzstörung. Grundsätzlich ist es so, dass körperliche Ursachen die das Ausmaß der Beschwerden erklären nicht gefunden werden. Ursachen können, chronische Überforderung, psychosozialer Stress, ähnliche Krankheitsbilder bei Familienangehörigen und einer Identifizierung, Modelllernen ( in der Ursprungsfamilie erhielt ein Familienmitglied das viel über körperliche Beschwerden klagte Schonung und Rücksichtnahme) auch eine verminderte Fähigkeit Gefühle zu äußern und wahrzunehmen ( Alexithymie) kann nicht ausgeschlossen werden.
Ich würde Ihnen empfehlen eine genaue Untersuchung bei einem Kollegen/Kollegin vor Ort zu veranlassen um auch differenzialdiagnostisch weitere Störungen (Depression; Angststörung, Hypochondrische Störung) auszuschließen. Die Therapie kann nach Diagnosestellung im Rahmen der Psychoanalyse (Aufdecken von unbewussten Konflikten; finden der auslösenden Ereignisse, übersetzten der Körpersprache in eine innerseelische Sprache) oder kognitiver Verhaltenstherapie (Wiedererlangung der Eigenkontrolle über das körperliche Wohlbefinden, Bewusstmachung ungünstiger Krankheitsüberzeugung, Übungen zur Stressbewältigung) erfolgen. Auch weitere Verfahren wie Hypnotherapie nach Erickson zur Schmerzbewältigung oder Entspannungstechniken wie autogenes Training usw. sind hilfreich. Scheuen Sie sich bitte nicht diese Hilfe in Anspruch zu nehmen, Sie sind deswegen nicht verrückt und es ist auch keine Schande heutzutage einen Psychologen/Psychiater hinzuzuziehen, letztendlich ist doch entscheidend dass es Ihnen besser gehen soll .
Sie können sich an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für tiefenpsychologisch/ psychoanalytische Therapie oder psychosomatische Medizin in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine Diagnostik (Abklärung um welche Form es sich genau handelt im Rahmen der Störung und Symptomatik, denn es gibt dort unzählige Formen) psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Wohnumfeld hierfür in Frage kommen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. "tiefenpsychologisch/ analytische Ausbildung + Ort oder Facharzt für psychosomatische Medizin usw.) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen Ambulanz vereinbaren und dort vorstellig werden.
Bitte denken Sie daran, diese beschriebene Symptomatik kann viele Ursachen haben, diese können sehr weit zurückliegen, aber es liegt alleine an Ihnen genügend Mut zu finden das genau heraus zu finden um sich dann damit auseinander setzen zu können.
Ich hoffe ich konnte Ihnen etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg
Mit freundlichen Grüßen

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