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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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meine Schwester hat nach einer Magenentfernung vor 6 Jahren

Kundenfrage

meine Schwester hat nach einer Magenentfernung vor 6 Jahren massive psychische Esstörungen,sie ist im Spital(keine körperlichen Befunde),sollte unbedingt zunehmen
und steht so unter enormem Druck.Können Sie mir eine Therapie,Medikamente usw.empfehlen, die wirklich helfen?
Mit vielem Dank
Edith Müller
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.Sie beschreiben eine komplexe und frustrierende Situation.


Sie sagen, dass Ihre Schwester unter enormem Druck steht. Manchmal ist Stress alleine Ausloeser genug, um zu Essstoerungen zu fuehren. Dabei waere es dann wichtig, dass Ihre Schwester lernt, mit Stress und Angst umzugehen, Entspannungsuebungen zu machen usw.

 

http://www.palverlag.de/entspannungsmethoden.html


Hier finden Sie viel Information rund ums Thema Angst.

http://www.angst-panik-hilfe.de/


Eine andere Moeglichkeit waere eine Somatisierungsstoerung. Der Begriff Somatisierung ist ein Begriff aus der Psychoanalyse und beschreibt die Neigung, körperliches Unwohlsein und Symptome, die nicht auf eine ausreichende organische Ursache zurückzuführen sind, intensiv zu empfinden (Somatoforme Störung). Ferner besteht meist ein zusätzliches Mitteilungsbedürfnis über dieses körperliche Unwohlsein beziehungsweise über diese Symptome.

Die Betroffenen klagen bei Arztbesuchen über eine lange Vorgeschichte körperlicher Beschwerden, die vor dem 30. Lebensjahr einsetzten, mehrere Jahre andauerten und zu erheblichen Einschränkungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen führten. Unter die Beschwerden fallen

  1. mindestens 4 Schmerzsymptome (betreffend z.B. Kopf, Abdomen, Rücken, Gelenke, Extremitäten, Brust, Rektum, Menstruation, Geschlechtsverkehr, Urinieren),
  2. mindestens zwei gastrointestinale Symptome außer Schmerzen (z.B. Übelkeit, Völlegefühl, Erbrechen außer während einer Schwangerschaft, Durchfall, Unverträglichkeit von verschiedenen Speisen),
  3. mindestens ein sexuelles Symptom außer Schmerzen (z.B. sexuelle Gleichgültigkeit, Erektions- oder Ejakulationsstörungen, unregelmäßige Menstruationen, sehr starke Menstruationsblutungen, Erbrechen während der gesamten Schwangerschaft),
  4. mindestens ein pseudoneurologisches Symptom außer Schmerzen wie z.B. Koordinations- oder Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen oder lokalisierte Muskelschwäche, Schluckschwierigkeiten oder Kloßgefühl im Hals, Aphonie, Harnverhaltung, Halluzinationen, Verlust der Berührungs- oder Schmerzempfindung, Sehen von Doppelbildern, Blindheit, Taubheit, (Krampf-)anfälle; dissoziative Symptome wie z.B. Amnesie oder Bewußtseinsverluste, jedoch nicht einfache Ohnmacht).

Wie bei allen somatoformen Störungen lassen sich die Beschwerden nicht oder bei weitem nicht durch eine medizinische Ursache oder durch Drogeneinnahme erklären.

Bei Menschen mit Somatisierungsstörung können neben der Somatisierungsstörung weitere, z.T. auf sie zurückzuführende Probleme auftreten wie

  • impulsives und antisoziales Verhalten
  • Suiziddrohungen und –versuche
  • Eheschwierigkeiten
  • chaotische und komplizierte Lebensführung
  • Nebenwirkungen, Störungen in Zusammenhang mit Psychotropen Substanzen durch die Einnahme vieler Medikamente
  • Teilnahme an vielen Untersuchungen, chirurgischen Eingriffen, stationären Behandlungen
  • dadurch erhöhtes Morbiditätsrisiko
  • Komorbiditäten: Major Depression, Panikstörung, Störungen in Zusammenhang mit Psychotropen Substanzen, Histrionische, Antisoziale und Borderline Persönlichkeitsstörung

 

Die Therapie besteht zunächst darin, ein tragfähiges Vertrauensverhältnis zu schaffen. Dazu muss in geeigneter Form über somatoforme Störungen und über das Wechselspiel von körperlichen und seelischen Prozessen informiert werden. Die eigentliche Arbeit des Arztes für Allgemeinmedizin besteht darin, den Patienten zu einer weiterführenden psychotherapeutischen Behandlung zu motivieren. Eine mehrwöchige Behandlung in einem Krankenhaus mit dem Schwerpunkt auf somatoforme Störungen wird von manchen Krankenkassen bezahlt. Manchmal helfen auch Biofeedback und andere uebergreifende Therapien, die "Koerper und Kopf" gleichzeitig behandeln.

 

Eine Verlegung in ein Spital fuer Psychosomatik waere vielleicht ein erster Schritt.





Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort trotz ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.