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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Guten Morgen, meine Partnerin hat sich nach 4 Jahren Beziehung

Kundenfrage

Guten Morgen,

meine Partnerin hat sich nach 4 Jahren Beziehung von mir getrennt und ich komme einfach nicht an Sie ran um mit Ihr darüber zu reden.
Als Grund gab Sie mir an das Sie mich nicht mehr liebt und kein Vertrauen hat. Wobei ich denke das da Ihre Herzrhytmusstörungen etwas mit zu tun haben, denn als ich meine ganzen Sachen abgeholt habe meinte Sie zu mir.....seid dem Du weg bist sind meine Herzrhytmusstörungen völlig weg.
Ich habe mit Sicherheit eine Teilschuld an diesem Streit bzw. der Trennung, Sie aber hingegen hat keine Fehler gemacht.
Nun war ich diese Woche schon in der Apotheke und habe mir Beruhigungstabletten auf Pflanzlicher Basis geholt, weil ich selber keine Ruhe finde und viel am weinen bin.
Ich möchte Sie nicht verlieren und wieder zurück haben, aber Sie lässt mit sich nicht reden. Auch den Kontakt zu Ihren Kindern hat Sie total unterbunden und darunter leide ich auch, obwohl es nicht meine Kinder sind.

Wie sollte ich mich verhalten ???
Können Sie mir einen Rat geben ??

Gruß Jörg
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die Offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Ich verstehe Ihr Problem, möchte Sie aber erst einmal beruhigen, denn die Herzrhythmusstörungen haben nicht Sie bei Ihrer Partnerin veranlasst. Sicher ist es auch so, dass Probleme in der Partnerschaft durch die seelische Belastung sich als psychosomatische Beschwerden bei Ihrer Partnerin zeigen können. Chronische Überforderung, psychosozialer Stress und auch eine angelegte oder erworbene Organschwäche können Auslöser einer psychosomatischen Störung sein. Um Ihnen das Verständnis für diese psychische Störung ( Somatisierungsstörung )etwas näher zu bringen möchte ich Ihnen die wesentlichsten Symptome zusammenfassend darstellen. Am Anfang möchte ich Ihnen ein Zitat mit auf den Weg geben, der den Umstand einer Somatisierungsstörung (psychosomatischen Störung = Psychosomatik) sehr gut beschreibt.

„Geh du vor, sagt die Seele zum Körper.

Auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er

auf dich.

Ich werde krank, dann wird er Zeit für

dich haben, sagt der Körper."

Mit Psychosomatik (altgr. Zusammensetzung Psycho für Atem, Hauch und Seele und Soma für Körper, Leib und Leben) wird in der Medizin die Betrachtungsweise und Lehre bezeichnet, in der die geistig-seelischen Fähigkeiten und Reaktionsweisen von Menschen in Gesundheit und Krankheit in ihrer Eigenart und Verflechtung mit körperlichen Vorgängen und sozialen Lebensbedingungen in Betracht gezogen werden Bei psychosomatischen Störungen handelt sich um zumindest erheblich psychogen verursachte aber organisch anmutende körperliche Symptome Die Psychosomatik umfasst den gesamten Bereich diffuser körperlicher Mißempfindungen bis hin zu nachweisbaren organischen Schäden mit psychogener Beteiligung Psychosomatik = Syndrome ohne fassbaren pathologischen Organbefund, d.h. der psychische Anteil ist immer von unterschiedlicher Art und Gewicht für jeden einzelnen Patienten, was der Psychosomatik immer etwas sehr individuelles gibt und somit nicht immer allgemeingültig sein kann. Wesentlich hierbei ist, das körperliche Symptom tritt auf, da die Person unfähig ist, ihre Konflikte psychisch zu verarbeiten .In der heutigen Betrachtung der Psychosomatik geht man von einem bestehenden TRIAS zwischen dem Individuum, seinen Beziehungsgestaltungen sowie seiner Umwelt aus ==>

Der psychosomatische Trias besteht aus drei Ebenen (personelle Ebene, zwischenmenschliche Ebene und soziokulturelle Ebene) die auch für sich wiederum einen Einfluss auf die Entstehung,

den Verlauf sowie die Prognose der Krankheitsproblematik haben und in Wechselwirkung miteinander stehen Es stellt sich auch für Sie berechtigt die Frage, ab wann kann man eine Diagnose Somatisierungsstörung (somatoforme Störung oder auch psychosomatische Störung) stellen?

Grundlage der Diagnose sind natürlich erst mal das

Vorliegen vegetativer Beschwerden

alle sog. klassischen psychosomatischen Erkrankungen (z.B. „Holy Seven" z.B. Zwölffingerdarmgeschwüre, Bluthochdruck usw.) das Auftreten der Symptome in Zeiten besonderer Belastung oder körperlicher Reifungsprozesse wie Schuleintritt, Pubertät, Berufseintritt, Todesfälle, Wechseljahre, Midlife-Krise, Ehe etc. das frühere oder gegenwärtige Vorliegen neurotischer Symptome (z.B. Angst, Depression, Zwanghaftigkeit usw.) fehlender organischer Befund trotz intensiver Untersuchung wenn zum hauptsächlichen Leiden (Leitsymptom) weitere vorwiegend funktionelle Symptome (z.B. diffuse Beschwerden Herz-Kreislauf, Magen Darm) hinzukommen wechselnde, unbeständige Beschwerden ( Taubheitsgefühl, Kribbelgefühl, Jucken und brennen der Haut, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Müdigkeit , Kopfschmerzen usw.) direkt oder indirekt (unbewusst) ersichtliche psych. Konflikte des Patienten der Krankheitsverlauf entspricht den Vorstellungen des Patienten von der Krankheit und nicht dem "normalen" Krankheitsverlauf.

Wie Sie sehen begründet Ihre Frau das Wegbleiben der Herzrhythmusstörungen mit der Auflösung Ihrer Partnerschaft. Die Ursache liegt also nicht grundsätzlich bei Ihnen- sondern ist in der Interaktion innerhalb der Beziehung zu suchen, denn dies wird zu der chronischen Überforderung Ihrer Frau in der Beziehung geführt haben und durch den Wegfall des Zusammenlebens lebt Sie ruhiger.

Ich kann Ihnen leider auch keinen ausreichenden Rat geben wie Sie Ihre Frau zurückbekommen, dies kann nur Ihre Frau allein entscheiden. Ich empfehle Ihnen vielleicht zu versuchen Ihre Frau zu motivieren dass Sie gemeinsam einen Paartherapeuten oder eine Paarberatung aufsuchen um hier an dem Erhalt der Beziehung zu arbeiten bzw. ggf. auch bei einer Trennung begleitet zu werden. Unabhängig davon würde ich Ihnen empfehlen sich auf Grund der doch hohen emotionalen Belastung ebenfalls professionelle Unterstützung (Psychologen)vor Ort zu holen.

Aus meiner Sicht wäre dies eine hilfreiche Option, hier durch einen Dipl.- Psychologen mit entsprechender verhaltenstherapeutischer/ ggf. tiefenpsychologischer Ausbildung. Dort können Sie in Form einer detaillierten Exploration auch dem Verstehen und dem Umgang mit Ihrem zum Teil schwierigen Verhaltensmustern durch die erlebte Trennung von Ihrer Frau umgehen lernen (dies besser verstehen).
Häufig stellt ein gravierender Verlust auch ein Trauma dar, was unverarbeitet zu unterschiedlichen Wesens- und Verhaltensveränderungen führen kann und unaufgearbeitet zu massiven psychischen Problemen führen kann. Vor allem wenn hier noch eventuelle unverarbeitet Schuldkonflikte (sie macht Sie für Ihre Herzrhythmusstörungen verantwortlich) dazu kommen und eventuell zu depressionsähnlichen Symptomen führen können.

Eventuell könnten Sie ja auch über eine kurzzeitig medikamentöse Begleitung nachdenken, um so zumindest störende Primärsymptome zu lindern. Hierzu ist der Besuch eines Facharztes für Psychiatrie erforderlich, aber vielleicht kann Ihnen auch Ihr Hausarzt leichte pflanzliche Beruhigungsmittel verschreiben.

Für sich selbst sollten Sie einige Verhaltensregeln verinnerlichen um mit der Trauer über die Trennung besser umgehen zu können.

  • Schrauben Sie Aktivitäten und Verpflichtungen (z.B. bei der Arbeit oder auch im Haushalt) zurück und passen Sie diese ihrer verminderten Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit an ==> d.h. Sie müssen nicht immer und überall Leistung bringen und so vermeiden Sie künstlich Enttäuschungssituationen zu schaffen, diese haben Sie durch den Verlust (Tod des Opas) genug erlebt in letzter Zeit
  • Vermeiden Sie wichtige Entscheidungen oder schwerwiegende Veränderungen auch vor allem im Beruf und in der Partnerschaft, für weitreichende Entscheidungen, die oft in einem emotionalen Chaos getroffen werden ist die Zeit nicht günstig
  • Gehen sie sorgsam mit sich um und vermeiden sie Stress und wenn dieser da sein sollte, schaffen Sie sich geeignete Ausgleichsmöglichkeiten z.B. im kreativen Bereich u.a. Malerei, Musik, Tanz usw. und dort können und müssen Sie auch gar nicht die Beste sein, sondern können dort frei und unbekümmert Ihre Gefühle nach außen richten, anstatt immer nur destruktiv zum Teil nach Innen
  • Sagen sie sich selbst, dass die eventuelle depressive Phase nicht ewig anhalten wird sondern eine vorrübergehende Phase bzw. Erkrankung ist und lassen Sie sich ggf. auch durch Medikamente helfen (diese machen in der heutigen Zeit nur mehr auf anderen Symptomebenen abhängig und Sie können ja auch erst ein Mal ein leichtes stimmungsaufhellendes und nicht abhängig machendes Medikament nehmen z.B. Opaprimol oder Insidon)
  • Nutzen sie eine passende Gelegenheit Sorgen und Gedanken mit der Familie oder guten Freunden zu besprechen. Vielleicht werden Probleme dann nicht gelöst, aber ein Gespräch und der Kontakt können bereits entlastend wirken.
  • Versuchen sie ein vernünftiges Maß an Aktivitäten und positiven Dingen in den Tag einzuplanen - gerade so viel, wie sie ohne Überanstrengung machen können. Hierzu würden Kontakte zu Freunden und Familienangehörigen gehören, die vielleicht auch nur wenige Minuten dauern müssen ==> lernen Sie einfach das Leben wieder ein Stück zu genießen und auch ein schönes Essen kann da auch schon helfen
  • Achten sie auf ihre Körperhygiene, Ernährung und körperliche Gesundheit
  • Begrenzen sie den Konsum von Alkohol und Nikotin

Sie können sich auch an einer Selbsthilfegruppe Depression/Trauer wenden um hier Unterstützung bei dem Prozess der Trennungsbewältigung zu erhalten

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

Ich hoffe ich konnte Ihnen in der Kürze der Ausführung etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank