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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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ich bin momentan etwas durch den wind und weiß nicht wie ich

Kundenfrage

ich bin momentan etwas durch den wind und weiß nicht wie ich ruhiger werden kann.
im sommer war mein krebsabstrich auffällig, deshalb musste ich im nov. wieder zum frauenarzt.der hat dann zusätzlich hpv getestet. jetzt habe ich am montag einen anruf aus der ordination erhalten, dass der dr. mit mir eine befundbespr. machen möchte. bin am gleichen tag noch hin. da hat er mir erklärt, dass der hpv-test pos. ist und ich außerdem porzellanartige ablagerungen habe. ich musste ihn versprechen, dass ich gleich am nächsten tag ins kh gehe und mir einen termin für weitere untersuchungen hole. dort erklärten sie mir, dass ich erst in 3 monaten einen termin bekomme,aber sie würden vorher meine befunde dem oberarzt zeigen. kurz darauf sagte mir die schwester, dass ich schon am nächsten tag einen termin habe. leider konnte ich den nicht wahrnehmen, weil ich aspirin-c (blutverdünner) 2 tage vorher genommen habe. jetzt haben sie mich für den 11.1. eingeschoben. die dringlichkeit der untersuchung hat mich total verunsichert. ich weiß, positiv denken usw. dennoch hab ich zwischedurch immer wieder angstanfälle. vor meinen söhnen (18 u. 14) die lustige mutti zu spielen fällt auch nicht leicht. ich hab auch schon mit freundinnen darüber gesprochen (eine davon hat vor 4 wochen die diagnose unterleibskrebs erhalten). aber da ich allein mit meinen kindern lebe, fehlt mir schon ein partner, der mich mal in den arm nimmt. gibt es irgendwelche techniken, wie ich solche angstanfälle schneller unter kontrolle bringe? würd mich über eine schnelle antwort freuen. vielen lieben dank
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Es ist durchaus nicht ungewoehnlich, dass eine solche positive Diagnose mit der Ungewissheit, was als naechstes passiert, zu dem Gefuehl von Kontrollverlust und Angst fuehrt. Typische Symptome einer Panikattacke sind:

  • Atemnot, Engegefühl in Brust und Kehle

  • Schneller Atem/Hyperventilation (darauf folgen oft Kribbelgefühle in Gesicht und Händen und Muskelkrämpfe)

  • Herzrasen

  • Schweißausbrüche

  • Zittern, Schwindel

  • Angstgedanken („Das ist ein Herzinfarkt“, „Jetzt sterbe ich gleich“, „Ich werde verrückt“)

  • Depersonalisationsgefühle („Neben sich stehen“, „Nicht mehr ich selber sein“)

  • Derealisationsgefühle („Umgebung wird als fremd, unwirklich wahrgenommen“)

Da diese Symptome so angsteinfloessend sind, setzt man alles daran, sie zu vermeiden. Man verlaesst das Haus weniger, man vermeidet Situationen, in denen man eine Panikattacke hatte, man lebt in staendiger Angst vor der naechsten Attacke. Dadurch verliert natuerlich das Leben an Qualitaet und es kann zu begleitenden Depressionen kommen. Wenn man anfaengt foermlich auf die Symptome zu warten, dann kommt es oft zu Fehlwahrnehmungen und -interpretationen: Man bewegt sich etwas schneller und atmet schneller und nimmt den schnelleren Atem als Anfang einer Panikattacke wahr.

 

Ich empfehle Ihnen, nicht nur fuer die Wartezeit, sondern auch langfristig, Yoga und Meditation in Erwaegung zu ziehen. Vor allem durch die Meditation lernt man, seine Atmung zu kontrollieren. Vielen Menschen mit Panikattacken hilft es, wenn sei im Anfangsstadium einer Panikattacke Ihre Atmung ganz bewusst verlangsamen, und damit der Teufelskreis aus emotionalen (Angst vor der Angst, Depression), gedanklichen ("nicht schon wieder") und koerperlichen (Herzrasen usw.) Symptomen unterbrochen wird.

 

 

Es gibt viele Meditationsuebungen im Internet, solange diese sich auf den Atem konzentrieren und nicht versuchen, Ihnen irgendwelche Glaubenssaetze einzutrichtern, sind diese alle hilfreich. Z.B. http://www.meditationschool.eu/meditationskurs/erste-meditationsuebung---atmen/index.html oder http://www.schoener-meditieren.de/meditationstipps.html

 

Manchmal sind Medikamente (meist Benzodiazepine) hilfreich, um die Angstattacken kurzfristig in den Griff zu bekommen. Dazu sollten Sie mit Ihrem Hausarzt reden.

 

"Positives Denken" wird von unserem Unterbewusstsein manchmal als "Luege" wahrgenommen ("Alles wird okay. Ist nicht so schlimm..."), weil es ja sein kann, dass es nicht 100% stimmt. Darum ist "realistisches Denken" oft hilfreicher: z.B. "Egal, wie die Diagnose ausfaellt, ich habe liebe Menschen, die mir helfen werden." oder "Ich bin eine Kaempfernatur. Auch wenn nicht alles okay ist, dann werde ich mich nicht unterkriegen lassen...." (Natuerlich muessen diese Saetze fuer SIE stimmig sein).

 

Sie erwaehnen, dass Sie sich nach einer Umarmung sehnen. Einfuehlsamer Koerperkontakt scheint zur Heilung und zum Leben tatsaechlich sehr wichtig (Babies, die nicht "gehalten" werden, entwickeln sich oft nicht richtig und koennen sogar sterben). Gaebe es eine Moeglichkeit, eine Massage (keine Sportmassage, nur etwas zur Entspannung) zu bekommen? Koennten Sie sich eine kuschelige Katze oder einen liebevollen Hund ausleihen? Ich weiss, dass das nicht dasselbe ist, wie ein Partner, der Sie in den Arm nimmt, aber oft hilft es trotzdem ein bisschen. Auch schwimmen oder ein schoenes Bad helfen manchmal, da man den Kontakt mit de Wasser hat.

 

Das Gegenteil von Angst ist Kontrolle. Auch wenn es nicht unbedingt logisch klingt, es hilft, wenn man in einem Bereich seines Lebens Angst hat, in einem anderen Bereicht groessere Kontrolle auszuueben - da reicht es manchmal einen Schrank aufzuraeumen, die Kueche von oben bis unten zu putzen, oder einen Raum in der Wohnung umzugestalten. Suchen Sie also nach Dingen, die Sie in Ihrem Leben kontrollieren koennen, damit das Gefuehl von Angst und Kontrollverlust sich nicht ausbreiten kann.

 

Je nachdem, was Sie bei Ihrem Termin im Januar herausfinden, bietet es sich vielleicht auch an, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschliessen, dort finden Sie Verstaendnis und Unterstuetzung. Hier ausserdem noch ein paar hoffentlich hilfreiche Links:

 

Angst

http://www.lebenshilfe-abc.de/angst-panik-therapie.html

http://www.palverlag.de/Panikattacken.html

http://www.angst-panik-hilfe.de/



Entspannungsverfahren

http://www.palverlag.de/entspannungsmethoden.html


Selbsthilfegruppen

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm





Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort trotz ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.