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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Seit dem 02.09.2011 bin ich mit meiner frau verheiratet. einen

Kundenfrage

Seit dem 02.09.2011 bin ich mit meiner frau verheiratet. einen monat danch ist sie schwanger, sie sagt es sei nicht von mir. wir waren mitten im umzug als sie mir dies gesagt hat. sie bat mich um vergebung , und ich habe ihr vergeben, aber ich habe ihr auch dinge gesagt, die mir jetzt leid tun und mich bei ihr entschuldigt. wir sind um gezogen, ich habe ein neue arbeit und mein sohn, den ich in die ehe gebracht habe hat zur zeit keinen kindergartenplatz. and den wochenenden ist sie unterwegs und ich weiß nicht wo sie ist. gestern verließ sie die wohnung mit all ihren wichtigsten sachen, sie sagte sie wolle ins frauenhaus, damit ihr jemand helfen kann um ihre gefühle zu ordnen, aber ich vermute sie kommt nicht zurück und ist bei dem mann, vom dem sie schwanger sein soll. was kann ich jetzt tun? kann ich die ehe noch retten?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank fuer Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Ihre Ehe scheint unter sehr erschwerten Bedingungen angefangen zu haben. Die Frage stellt sich, wieviel sich von diesen Problemen vielleicht sogar schon vor der Hochzeit angedeutet hat. Die ersten Monate einer Ehe sehen meistens anders aus, als das, was Sie beschreiben.

Da Sie vermuten, dass Ihre Frau eine Trennung will, sollten Sie sich da Klarheit verschaffen. Gibt es einen Weg, um herauszufinden, was Ihre Frau moechte? Kann es sein, dass Sie tatsaechlich versucht Ihre Gedanken zu ordnen?

Versuchen Sie, diese Frage so neutral wie moeglich zu stellen und ohne ein Ultimatum zu geben (Wenn du nicht... dann...). Setzen Sie aber einen klaren Termin, wann Sie eine Antwort brauchen, um dann entsprechend Ihre Entscheidungen zu treffen (je nachdem, was sich fuer Sie richtig anfuehlt, wuerde ich da 2-4 Wochen vorschlagen).


Wenn Ihre Frau tatsaechlich daran interessiert ist, Ihre Ehe zu retten, dann sollten Sie wahrscheinlich gemeinsam eine Paartherapie machen, um anzusprechen und zu verarbeiten, was zwischen Ihnen passiert ist. Suchen Sie dazu einen qualifizierten Paartherapeuten in Ihrer Naehe. Eine Ehe laesst sich letztendlich nur reparieren, wenn beide Partner das moechten und bereit sind, die entsprechenden Schritte zu gehen.


Sie beschreiben einige Anzeichen, dass Ihre Frau nicht unbedingt an einer Weiterfuehrung der Ehe interessiert ist - ganz abgesehen von der Tatsache, dass Sie schwanger ist mit einem Kind, das anscheinend nicht von Ihnen ist. Darum muessen Sie entscheiden, wieviel Energie, Geld, Zeit und Motivation Sie investieren moechten, um zu versuchen, diese Ehe zu retten. Dabei waere es auch wichtig zu bedenken, dass Ihr Sohn Sie als Vater braucht. In der Regel ist es nicht leicht, das Kind eines anderen Mannes grosszuziehen. Viele Maenner schaffen es trotzdem, aber meist hat es einen Preis - den oft die Beziehung zu der Partnerin bezahlt.


Ich hoere, dass Ihnen Ihre Ehe wichtig ist und Sie sie retten moechten, wenn das moeglich ist. Hierbei ist es wichtig, dass Sie sich klare Grenzen setzen, damit die Ungewissheit nicht zermuerbend lange andauert. Nur Sie wissen, wie lange das ist. Meist setzen sich Menschen einen Zeitraum von 3-9 Monaten, um eine Ehe zu retten - in dieser Zeit gehen sie zu einer Paartherapie und setzen alles daran, als Partner zu leben und Probleme zu loesen. Ein Paatherapeut kann Ihnen helfen, entsprechende Vereinbarungen zu treffen und Fertigkeiten zu lernen und zu ueben.


Mein Ratschlag waere, dass Sie sich informieren, was Sie tun koennen, falls sich Ihre Frau gegen die Ehe entscheidet - kann man die Ehe annulieren oder muessten Sie sich scheiden lassen? Wie wuerde das ueber die Buehne gehen? Was wuerden Sie tun, um mit der Trennung umzugehen? Wer koennte Ihnen und Ihrem Sohn emotional zur Seite stehen? FAlls es zu einer Trennung kommen sollte, sollten Sie sich erinnern, wie der Trauerprozess ablaeuft und was Sie da erwarten koennen. Hier eine kurze Zusammenfassung fuer den Fall der Faelle:


 

1. Phase: bezeichnend ist hier der Schockzustand , das Verleugnen und Nicht- wahrhaben Wollen. Der Verlust wird nicht als Realität akzeptiert. Die typischen Symptome dieser Phase (die von einigen Stunden bis zu 4 Wochen dauern kann): Betäubung, Empfindungslosigkeit, Starre, Unglauben, Unwirklichkeit, stilles Weinen, lautes Schluchzen.

2. Phase: das Aufbrechen der Gefühle, wobei der Schmerz des Verlustes in all seiner Tiefer erfahren wird. Typische Symptome: Gefühlschaos von Trauer, Angst, Wut, und Hilflosigkeit; Schuldgefühle; unbegründete Heiterkeit, Ruhelosigkeit, Gewichtsverlust, Schlafstörungen. Am hilfreichsten ist es, sich die Erlaubnis zu geben, all diese Gefühle zuzulassen, und zu wissen, dass das emotionale Chaos der „Normalität „ entspricht, problematisch wäre hier eine andauernde Gefühlslosigkeit und Unterdrückung der Gefühle durch eine Flucht aus der Trauer durch Überaktivität, Missbrauch von suchtfoerdernden Substanzen oder Gleichgueltigkeit.

3. Phase : Akzeptieren einer Umwelt, in der die andere Person fehlt - und gleichzeitig glauben, dass das Leben ohne diese Person trotzdem gut und schoen sein kann. Symptome: Loslassen, Anerkennen des Ausmaßes des Verlustes, beginnende Neudefinition der Lebensziele. Problematisch wird es in dieser Phase, wenn es zu exzessivem Suchtverhalten kommt, einem Rückzug aus der Welt , der Verweigerung des Abschieds, und dem Beharren in der eigenen Hilflosigkeit.

4. Phase: eine neue Beziehung zu sich selbst finden, die starken gefühlsmäßigen Bindungen zu der anderen Person lösen, in neue oder andere Beziehungen investieren. Symptome: der Verlust wird akzeptiert, neue Aufgaben und Rollen werden übernommen. Es kommt zu neuem Selbstvertrauen und neuer Selbstachtung. Problematisch wird diese Phase wenn neue Beziehungen, neues Selbstvertrauen und neue Lebensfreude als Untreue gegenüber der anderen Person empfunden werden. Rueckfaelle in das Emotionschaos der zweiten Phase, v.a. an Jahrestagen ist durchaus normal, wird aber problematisch wenn es zu Ängsten vor neuen Verlusten fuehrt oder zu einer allgemeinen Abwendung vom Leben, den Lebenden und der Liebe.

Trauer braucht Zeit, man sagt manchmal, dass man 1/3-1/2 so lange trauert, wie die Beziehung dauerte.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort trotz ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.