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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Hallo, hier spricht eine sich große Sorgen machende Tochter,

Kundenfrage

Hallo, hier spricht eine sich große Sorgen machende Tochter, dessen Mutti un ter sehr starken Angstzuständen leidet und nachts fantasiert.
Mein Papa war gestern mit Mutti in der Rettungsstelle, da sie mit ihren Angstzuständen nicht mehr fertig wird und ständig verzweifelt darüber redet sich das Leben zu nehmen.
Sie lag dann in der Rettungsstelle auf einer Liege und das zittern war so stark, das die Liege wackelte. Vati ist vollkommen fertig und steht die ständigen Selbstmordansagen nicht mehr lange durch.
Ich liebe meine Mutter und habe grße Angst um Sie.
Sie hat schon schlechte Erfahrungen gemacht mit der stationären Behandlung der Psyche.
Ein Ruhigstellen ist noch lange keine potentielle Hilfe für Sie und die Leute in der geschlossenen Anstalt, Einrichtung machen ihr erst richtig Angst.
Was sollen wir tun?
Es sind so viele Sachen aus der Vergangenheit aufzuarbeiten und auch jetzt noch gibt es Zukunftsängste und Geldsorgen.
Wäre es möglich, bei dringenden Fällen eine Rehakur sofort von der Kasse zu bekommen, oder wäre eine Tagesklinik ambulant zum Herantasten erst mal eine gute Lösung?
Die Psychopharmaka wurden jetzt zum 3. mal umgestellt auf eine andere Sorte.
Jahrelang nahm sie die Risodal ein.
Kann eine Hypnose oder das Handauflegen vieleicht hilfreich sein ? Wenn ja, geben Sie mir doch bitte eine Anschrift, der Telefonnummer !
Meine Mutti lebt in Sachsen-Anhalt an der Elster (Jessen)
Danke Steffi
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Ihre Sorge und Ihr Aufopferung Ihrer Mutter zu helfen finde ich überaus löblich nur sollten Sie dabei aufpassen, dass Sie in keinster Weise auch bei allen Hilfsversuchen bei der Überwindung Ihrer Angst nicht helfen können, wenn Ihre Mutter bei allen schlechten Erfahrungen usw. nicht bereit ist Selbst etwas gegen Ihre Angst zu tun. Sie fördern also quasi durch Co.- Abhängigkeit die Vermeidung der Angst Ihrer Mutter, da Sie Ihr alles an Verantwortung abnehmen und sich vlt. auch Selbst (Ihre Familie) dabei vergessen und Ihre Mutter muss ja gar nichts ändern, denn Sie nehmen Ihr ja alles "angstmachende" im Alltag teilweise ab. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, aber diese ehrlichen Worte sollten mir nach langjähriger Erfahrung gerade mit Angstpatientinnnen erlaubt sein und deshalb heisst das Wort eher Begleitung als das immer helfen wollen.

Bitte lassen Sie die Finger von irgendwelchen zweifelhaften und nicht wissenschaftlich anerkannten Verfahren wie z.B. Handauflegen. Hier handelt es sich um ein ernstzunehmendes psychisches Problem und "Wunderheiler" mit abstrusen Versprechungen haben da auch wirklich gar nichts in der fachlich fundierten Behandlung einer Angststörung zu suchen. Auch die Hypnose als quasi wissenschaftlich anerkanntes Verfahren hat in Studien keinerlei Behandlungserfolge bei Angstpatienten gezeigt, zumindest nicht dahingehend das hier wissenschaftlich nachgewiesene positive Behandlungseffekte reihenweise nachgewiesen wurden.

Was die weiterführende Behandlung angeht, ist das aus meiner Sicht eine weiterführende begleitende psychopharmakologische Behandlung unumgänglich um zumindest die Primärsymptome der Angst etwas zu lindern und Ihre Mutter einer Therapie, wie Sie auch immer dann sein mag zugänglich zu machen. Eine Umstellung der Medikation z.B. auch durch den Gewöhnungsprozess an die Medikation ist durchaus üblich und es gibt mitlerweile eine fast unübersichtliche Anzahl an angstsedierenden Medikamenten die in Deutschland zugelassen sind.

Es gibt natürlich unterschiedliche Wege der Hilfe, jedoch muss unbedingt Ihre Mutter zumindest dahingehend Ihre Angst überwinden und sich professionell Helfen zu lassen und sich auch wenn es schwer fällt immer wieder auf den negativen Erfahrungen der Vergangenheit ausruht und damit die Begründung hat auch wirklich nichts nachhaltiges gegen Ihre Angstsymptomatik tun zu müssen. Leider liegt es an ganz unterschiedlichen Faktoren, die hier eine Rolle spielen um eine Therapie erfolgreich zu machen oder auch nicht und dies betrifft beide Seiten, nämlich Therapeut (Therapiemethode) und Patient mit seiner Motivation, dem Veränderungswillen und seines Leidensdrucks.

Leider wird es umgehend eine Rehabehandlung für Ihre Mutter nicht geben und dann braucht Sie diese Behandlungsform auch nicht, sondern sollte sich ggf. um eine psychotherapeutische Langzeitbehandlung bemühen, d.h. nicht in einer Psychiatrie, sondern in einer speziellen Klinik für Angststörungen z.B. Klinik für Psychosomatik Windach am Ammersse, Klinik für Psychotherapie Bad Bramstedt, psychotherapeutisch/ psychosomatische Fachklinik Bad Malente u.a. Hier kann Ihr mit Sicherheit auch adäquat geholfen werden und es reicht eine Einweisung vom Hausarzt (jedoch da diese Kliniken sehr gut sind haben diese auch ne längere Wartezeit und arbeiten nach unterschiedlichen Therapiekonzepten.

Auch wenn Sie es mit den Worten "ruhig stellen" umschreiben, ist dies unter anderem sehr sinnvoll, wenn Patienten erst ein Mal genau das brauchen und eine akute Eigen- und ggf. Fremdgefährdung vorliegen kann und durch die Verständigung eines Notarztes und z.B. bei Suizidversuchen/ Suizidankündigungen erfolgt nach PsychKG eine Einweisung und das auch gegen den Willen Ihrer Mutter.

Eine empfehlenswerte Alternative wäre eine tagesklinische Behandlung z.B. in Dessau

und so kann sicherlich Ihre Mutter dort geeignete fachlich fundierte Behandlung erfahren.

 

Tagesklinik für Psychotherapie und Psychiatrie

St. Josef Krankenhaus Dessau
Teichstreaße 66

06844 Dessau-Roßlau
Telefon: 0340/2535-0
Fax: 0340/517200

 

Sicherlich könnne Sie sich auch Hilfe durch den Besuch einer Selbsthilfegruppe für Angehörige Angstpatienten holen und dort sich mit anderen Angehörigen austauschen und von deren Erfahrungen lernen. Wo Sie eine solche Gruppe finden in ihrer Nähe erfahren Sie unter anderem über die Krankenkasse oder sogenannte Selbsthilfekontaktstellen bzw. im Internet unter http://www.selbsthilfenetz.de/ u.a.

Ich hoffe, meine Ausführungen konnten Ihnen etwas weiter helfen und wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank