So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an diplompsychologe.
diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
57334328
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychologie hier ein
diplompsychologe ist jetzt online.

Guten Abend, ich weiß gar nicht so recht wie ich anfangen

Kundenfrage

Guten Abend,

ich weiß gar nicht so recht wie ich anfangen soll, mir geht das alles recht nahe. Möchte mich schonmal von vorn herein entschuldigen, falls ich ein bisschen verwirrt schreibe. Ich versuch es kompakt zu halten. Es geht um meinen Bruder, er ist 15 Jahre alt und geht noch zur Schule. Er ist ein Einzelgänger, nicht weil er es will, glaube die Psyche spielt da nicht richtig mit und ich vermute, dass er früher gehänselt wurde. Aber er streitet es ab. Er sitzt den ganzen Tag vor seinem Pc. Er hatte bis vor ungefähr einem Jahr, ein besten Kumpel, mit dem trifft er sich nicht mehr, hat ihn an der Tür schon des öfteren heim geschickt. Laut seinen aussagen, reden sie in der schule noch miteinander, aber auch nur in der pause, da mein Bruder in die praktikumsklasse gesteckt wurde. Er hat sehr schlechte Chancen einen Ausbildungsplatz zu bekommen, aber nicht weil er dumm is, er hat einfach den Anschluss verpasst, weil er sehr oft fehlt. Sein praktikumsplatz hat er leider schon verloren, da er den ersten Tag nicht hin is und innerhalb der Woche unentschuldigt gefehlt hat. Nun zu seinem Problem, er uriniert in flaschen, die er in seinem Zimmer sammelt. Bis vor eineinhalb Jahren, hat er sich regelmäßig eingekotet. Wir (meine Eltern und ich) haben mit ihm getedetet und alles gemacht um an ihn ran zu kommen. Nix zu machen. Er verschließt sich. Mit zehn Jahren war er deswegen in stationärer psychiatrischer Behandlung und kam nur am Wochenende heim. Ich kann nicht sagen obs bei ihm was gebracht hat, nur das er uns vorhält, dass wir ihn abgeschoben haben. Unsere Mutter hätte vor kurzem einen Schlaganfall, denke das belastet ihn, allerdings lässt er es nicht anmerken und schließt sich da aus. Wie können wir, das Umfeld, meinem Bruder helfen? Ich hoffe Sie haben eine Lösung für mich! Ach ja was ich noch erwähnen möchte, stehen mit der schulpsychologin in Kontakt, aber die kommt leider auch nicht an ihn ran. Die Lehrer kommen ihm auch sehr entgegen und wollen helfen, leider stoßen sie da gegen ne wand. Liebe grüße N.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Wie vielen Angehörigen geht es Ihnen auch so, dass trotz aller unternommenen Versuche ein "ran kommen" und somit Hilfe an einen psychisch auffälligen Jugendlichen nicht gelingt und dieser Umstand einen zum Teil fast zur Verzweiflung bringen kann.

Auf Grund der sehr dünnen Explorationsdaten, möchte ich auch nicht vorgreifend auf die Diagnostik meiner Kollegin, diagnostische Vermutungen anstellen, jedoch ist eine aussagefähige Exploration der Verhaltensauffälligkeiten Ihres Bruders (es könnte sich nämlich auch um eine Schulphobie handeln, aber auch um eine depressive Reaktion, Sozialphobie usw.) unbedingt notwendig. Eventuell sollten Sie auch über eine Vorstellung bei einem Kinder- und Jugendpsychiater nachdenken und zumindest zeitweise können Medikamente sehr gut Linderung der störenden Symptome herbeiführen.

Wichtig ist, das Sie umgehende Behandlungsschritte einleiten und in alle möglichen Richtungen im Rahmen der unetrschiedlichen Ursachen denken. Sei dies im somatischen Bereich oder psychischen Bereich. Denn diese Symptome sind nicht typisch für einen 15jährigen Jugendlichen.

Im somatischen Bereich können z.B. massive Hormonunterversorgungen bzw. Hormonüberproduktionen zum teil zu massiven emotionalen reaktionen (gerade in diesem Lebensalter und Pubertät) führen und sollten ggf. so notwendig von einem Endokrinologen (Facharzt für hormonelle Erkrankungen) abgeklärt bzw. behandelt werden.

Um Ihrem Sohn zu helfen, können Sie vieles unternehmen und dabei bitte nicht vergessen, wenn die emotionale Belastung für Sie zu groß wird (z.B. durch eine Co.- Abhängigkeit und das Problem sich abzugrenzen und nur noch Verantwortung für Ihren Bruder zu übernehmen usw.) sich auch professionelle Hilfe zu suchen. Denn um Ihrem Bruder0 auch wirklich zu helfen, müssen Sie emotional stabil sein. Jedoch sind hier zum Ersten die Eltern gefragt und in der Pflicht und dann die Schwester.

Des Weiteren sollten Sie auch and en Aspekt, auch wenn dies hier nur als ein Hinweis zu verstehen ist, an die Tatsache denken, das Drogen für wesentliche und massive Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich sein können und manche Jugendliche auf der Wirkung der Droge hängen bleiben und mit emotionalen Verhaltensveränderungen reagieren.

Sollte eine massive Eigen- bzw. Fremdgefährdung bei Ihrem Bruder vorliegen (z.B. bei Suizidankündigungen bzw. Suizidversuchen, Verwahrlosungstendenz, Tendenz zur Deliquenz usw.) können Sie (Eltern) über das Jugendamt/ Familiengericht eine zeitweise Unterbringung auch gegen den Willen zur Notwendigkeit einer Behandlung in einer Psychiatrie erwirken. Dies geht über den § 1631 b BGB und ist natürlich im Falle aller Fälle nur anzuwenden. Sie haben des Weiteren das recht Hilfe zur Erziehung beim Jugendamt zu beantragen und zumindest kann hier eine ausgebildete Psychologin/ Sozialpädagogin versuchen mit Ihrem Bruder eine gemeinsame und tragfähige Beziehung herzustellen. Auch steht immer ein Psychiater/ Psychologe im Sozial-Psychiatrischen-Dienst (SPD) des Landkreises zur Verfügung und ist immer zu erreichen über das Gesundheitsamt. Dieser SPD ist zum schnellen Handeln verpflichtet und übernimmt auch aufsuchende Tätigkeiten.

Sie (Eltern) können sich auch natürlich weiter an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen für Kinder- und Jugendpsychotherapie) in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Aus meiner Sicht eher im verhaltenstherapeutischen Therapiekontext. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen. Jedoch dauert es unheimlich lange bis Sie hier einen Termin bekommen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für verhaltenstherapeutische Psychotherapie im Bereich Kinder und Jugend zu wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. psychotherapeutische Ausbildung für Kinder und Jugend Verhaltenstherapie + entsprechendem Ort in Ihrer Nähe z.B. München) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren.

Vielleicht ist ja auch unter Umständen an eine familientherapeutische Intervention zu denken. Dies wäre unter anderem in einer Erzeihungsberatungsstelle sicherlich möglich und dies am Besten mit systemischen Therapiehintergrund. Denn Sie werden nicht drum rum kommen, da das Verhalten nicht z.B. in der Peergroup erlent wird, das Sie auch ein Stück weit Ihr Verhalten (durch Vorleben in der Vergangenheit d.h. irgendwo her muss er ja die Verhaltensweisen auch erlernt haben) verändern und somit es zu einem schrittweisen Umdenken im Bezug auf die Auffälligkeiten kommen kann.

Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für Eltern auch für von Jugendliche anzuschließen und von anderen Eltern und deren Erfahrungen zu lernen z.B. so eine Diagnose feststeht von "depressiv erkrankten Jugendlichen" Oft werden solche Elterngruppen über die Erziehungsberatungsstelle angeboten bzw. Sie erfahren hierzu weiteres über eine Selbsthilfekontaktstelle oder Krankenkasse, wo sich eine Gruppe in der Nähe befindet. Natürlich können Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet besuchen u.a. http://www.selbsthilfenetz.de/, http://www.eltern.de/, www.imedo.de/

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank