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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Guten Tag, unser 8jähriger Sohn zeigt eindeutig depressive

Kundenfrage

Guten Tag,

unser 8jähriger Sohn zeigt eindeutig depressive Züge, möchte nichts tun, fühlt sich allein und vernachlässigt. Der Weg zur Schule und der Aufenthalt dort ist für ihn eine Qual. Er hat Minderwertigkeitsmerkmale indem er davon ausgeht, nichts wert zu sein und dass alle anderen ihm vorgezogen werden.
Heute morgen zog er sich die Decke über den ganzen Körper und stellte sich vor, es wäre ein Sarg. Er emfand diese Vorstellung als etwas angenehmes und möchte "tot sein".
Wie soll ich damit umgehen? Bin selbst seit über 30 Jahren depressiv. Diagnose erhielt ich erst vor ca 20 Jahren.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Wie vielen Eltern (Müttern und Vätern) geht es ganz ähnlich und in meiner langjährigen praktischen Arbeit hat sich gezeigt, dass sich hier, wie vlt. auch bei Ihnen Wut und Verzweiflung mit dem Gefühl der Ohnmacht ("was soll ich denn noch tun") mischen und dies ist eine ganz verständliche Reaktion und es ist der richtige Weg sich Hilfe zu suchen (auch wenn im ersten Schritt hier in diesem Forum).

Auf Grund der sehr dünnen Explorationsdaten, möchte ich auch nicht vorgreifend und diverse diagnostische Vermutungen anstellen, jedoch ist eine aussagefähige Exploration der Verhaltensauffälligkeiten Ihres Sohnes (es könnte sich nämlich auch um eine ernstzunehmende depressive Reaktion im Kindesalter handeln und wird oft von Kollegen unterschätzt è auch weil vlt. Ihr Sohn ohne um diesen Umstand zu wissen, wesentliche Verhaltensweisen der Eltern (also auch der depressiven Verhaltensweisen des Erwachsenen ungefiltert in sich aufnimmt (aufgenommen hat) und danach als wäre es „Normal" handelt usw.) unbedingt notwendig.

Eventuell sollten Sie auch über eine Vorstellung bei einem Kinder- und Jugendpsychiater nachdenken und zumindest zeitweise können Medikamente sehr gut Linderung der störenden Symptome herbeiführen.

Wichtig ist, dass Sie umgehende Behandlungsschritte einleiten und in alle möglichen Richtungen im Rahmen der unterschiedlichen Ursachen denken. Sei dies im somatischen Bereich oder psychischen Bereich sowie auf Grund der Vorgeschichte auch in Bezug auf eine genetische Disposition. Denn diese Symptome sind nicht typisch für einen 8jährigen (vor allem bedenklich hier sind die Gedanken an Sterben und Tod).

Um Ihrem Sohn zu helfen, können Sie vieles unternehmen und dabei bitte nicht vergessen, wenn die emotionale Belastung für Sie zu groß wird (z.B. durch eine Co.- Abhängigkeit und das problem sich abzugrenzen und nur noch Verantwortung für Ihren Sohn zu übernehmen usw.) sich auch professionelle Hilfe zu suchen. Denn um Ihrem Sohn auch wirklich zu helfen, müssen Sie emotional stabil sein. In diesem Zusammenhang kann Ihnen ja vlt. auch eine familientherapeutische Intervention helfen z.B. in einer Erziehungsberatungsstelle. Hier können Sie eventuell alle gemeinsam an Lösungen arbeiten und es kann dadurch Ihrem Sohn besser gehen. Dies geschieht im therapeutischen Sinne meist auf der Grundlage eines systemischen Therapiehintergrunds.

Sollte weiterhin eine massive Eigen- bzw. Fremdgefährdung bei Ihrem Sohn vorliegen (z.B. bei Suizidankündigungen bzw. Suizidversuchen è denn leider sind Kinder auch in der Lage einen Suizidversuch zu begehen usw.) können Sie über das Jugendamt/ Familiengericht eine zeitweise Unterbringung auch gegen den Willen zur Notwendigkeit einer Behandlung in einer Psychiatrie erwirken. Dies geht über den § 1631 b BGB und ist natürlich im Falle aller Fälle nur anzuwenden. Sie haben des Weiteren das recht Hilfe zur Erziehung beim Jugendamt zu beantragen und zumindest kann hier eine ausgebildete Psychologin/ Sozialpädagogin versuchen mit ihrem Sohn eine gemeinsame und tragfähige Beziehung herzustellen. Auch steht immer ein Psychiater/ Psychologe im Sozial-Psychiatrischen-Dienst (SPD) des Landkreises zur Verfügung und ist immer zu erreichen über das Gesundheitsamt. Dieser SPD ist zum schnellen Handeln verpflichtet und über nimmt auch ggf. aufsuchende Tätigkeiten.

Sie können sich auch natürlich weiter an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen für Kinder- und Jugendpsychotherapie) in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Aus meiner Sicht eher im verhaltenstherapeutischen Therapiekontext. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen. Jedoch dauert es unheimlich lange bis Sie hier einen Termin bekommen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für verhaltenstherapeutische Psychotherapie im Bereich Kinder und Jugend zu wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. psychotherapeutische Ausbildung für Kinder und Jugend Verhaltenstherapie + entsprechendem Ort in Ihrer Nähe z.B. München) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren.

Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für Eltern auch für von Jugendliche anzuschließen und von anderen Eltern und deren Erfahrungen zu lernen z.B. so eine Diagnose feststeht von "depressiv erkrankten Jugendlichen" Oft werden solche Elterngruppen über die Erziehungsberatungsstelle angeboten bzw. Sie erfahren hierzu weiteres über eine Selbsthilfekontaktstelle oder Krankenkasse, wo sich eine Gruppe in der Nähe befindet. Natürlich können Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet besuchen u.a. http://www.selbsthilfenetz.de/, http://www.eltern.de/, www.imedo.de/

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

 

 

 

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