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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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was kann ich machen wenn ich Agressiv bin

Kundenfrage

was kann ich machen wenn ich Agressiv bin
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Häufig liegt der Grund für Aggressivität in der unterschiedlichen emotionalen Verarbeitung von Kränkungen, Verletzungen und Reaktionsweisen der Umwelt. Bei Männern ist dies stets von spontan/ reaktiven Aggressionen begleitet, das heißt mit der Tendenz aggressives Verhalten verbal und körperlich auch auszuleben (diese zu fantasieren) und der Akzeptanz (trotz gesellschaftlicher Missachtung) von aggressiven Verhaltensmustern bei jedoch hoher Neigung seine Meinung (Standpunkte) durchzusetzen, auch in Verbindung mit aggressivem Handeln. Frauen hingegen neigen eher zu aggressiv gehemmten und selbstbezogenen aggressive Verhaltensmuster. Eine diagnostische Möglichkeit um hier auch noch einmal deutliche Tendenzen festzustellen (Klarheit zu bekommen), bietet ein Testverfahren FAF (Fragebogen zur Erfassung von Aggressivitätsfaktoren) und diesen können Sie z.B. in einer psychologischen Praxis bzw. an psychiatrisch/ psychologischen Ambulanzen durchführen lassen, da diese Verfahren zu den sogenannten Standardverfahren in Deutschland gehört.

Häufig können aggressive Impulse jedoch auch eine psychopathologischen (besser gesagt krankheitswertigen Hintergrund haben), nämlich dann, wenn es sich hier um ein Symptom einer psychischen Erkrankung handelt. Diese eventuellen Störungen reichen von einer dissozialen (antisozialen) Persönlichkeitsstörung bis hin zu eine kombinierten Persönlichkeitsstörung sowie einer depressiven Störung (hier vornehmlich bei gehemmter Aggression die nicht ausgelebt wird) und Störung der Impulskontrolle. Sie sehen Ihre Aggressionen können verschiedene Hintergründe haben und dies sind nur einige der in Frage kommenden Möglichkeiten, die auf Grundlage der Informationsdaten jedoch eher spekulativ zu sehen sind. In Ihrem Falle würde ich dies vor allem differenzialdiagnostisch (was ist als der wirkliche Hintergrund und ist dieser auch behandlungsbedürftig usw.) in einer psychiatrisch/ psychologischen Ambulanz abklären lassen. Denn wenn man weiß, warum und womit man es wirklich zu tun hat, kann man sein Verhalten (die Gedanken) auch korrigieren bzw. findet geeignete Hilfsmöglichkeiten.

Im Rahmen der Aggressionen die Ihnen scheinbar auch wirkliche Sorgen bereiten und das zu Recht, können auch hormonelle Ursachen und dies gerade bei Männern eine Rolle spielen. Hierzu wäre, so Sie hier eine eventuelle genauerer diagnostische Abklärung in Betracht ziehen, die Bestimmung des Hormonstatus bei einem Facharzt für Endokrinologie sehr ratsam, denn oft denken auch gerade Berufskollegen nicht an diese Möglichkeit der Ursachenbeschreibung. Denn gerade Hormonunterfunktionen aber auch Hormonüberfunktionen haben einen direkten (wissenschaftlich nachgewiesenen) Nachweis auf unser psychisches Erleben und Verhalten.

Eine weitere Möglichkeit der Hilfe können Sie durch die Auseinandersetzung in speziellen Selbsthilfegruppen erfahren und damit auch die Erfahrung machen, dass es Ihnen wirklich nicht nur alleine so geht. Diese Gruppen sind häufig therapeutisch geleitet und bieten neben Einzelkonsultationen auch notwendig Antiaggressionskurse (Konfliktbewältigungskurse) an. Auf Grund der vielleicht unterschiedlichen Ursachen für Ihr beschriebenes Verhalten bzw. dem Umgang (hier ohne eine Wertung ob richtig oder falsch) wäre es vielleicht einmal zu überdenken, eine psychotherapeutische Behandlung in Betracht zu ziehen. Dies wäre insofern hilfreich, das Sie aktuelle Probleme in Ihrem individuellen Kontext verstehen lernen (denn die Ursachen können sogar bis in die Kindheit zurückzuführen sein) bzw. besser mit Ihnen umgehen. Es gibt hier zwei wesentlich von den Krankenkassen auch übernommene Therapieverfahren, die je nach konkret gestellter Behandlungsindikation (jedoch auch schon präventiv + vorbeugend eingesetzt werden können), nämlich die verhaltenstherapeutisch orientierte Psychotherapie sowie die tiefenpsychologisch/ analytisch orientierte Psychotherapie.

Sie können sich natürlich auch erst ein Mal an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches/ tiefenpsychologisch/analytisches Ausbildungsinstitut + größere Orte in der Nähe z.B. München, Berlin ect.) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren.

Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen und wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben.

Häufig liegt der Grund für Aggressivität in der unterschiedlichen emotionalen Verarbeitung von Kränkungen, Verletzungen und Reaktionsweisen der Umwelt. Bei Männern ist dies stets von spontan/ reaktiven Aggressionen begleitet, das heißt mit der Tendenz aggressives Verhalten verbal und körperlich auch auszuleben (diese zu fantasieren) und der Akzeptanz (trotz gesellschaftlicher Missachtung) von aggressiven Verhaltensmustern bei jedoch hoher Neigung seine Meinung (Standpunkte) durchzusetzen, auch in Verbindung mit aggressivem Handeln. Frauen hingegen neigen eher zu aggressiv gehemmten und selbstbezogenen aggressive Verhaltensmuster. Eine diagnostische Möglichkeit um hier auch noch einmal deutliche Tendenzen festzustellen (Klarheit zu bekommen), bietet ein Testverfahren FAF (Fragebogen zur Erfassung von Aggressivitätsfaktoren) und diesen können Sie z.B. in einer psychologischen Praxis bzw. an psychiatrisch/ psychologischen Ambulanzen durchführen lassen, da diese Verfahren zu den sogenannten Standardverfahren in Deutschland gehört.

Häufig können aggressive Impulse jedoch auch eine psychopathologischen (besser gesagt krankheitswertigen Hintergrund haben), nämlich dann, wenn es sich hier um ein Symptom einer psychischen Erkrankung handelt. Diese eventuellen Störungen reichen von einer dissozialen (antisozialen) Persönlichkeitsstörung bis hin zu eine kombinierten Persönlichkeitsstörung sowie einer depressiven Störung (hier vornehmlich bei gehemmter Aggression die nicht ausgelebt wird) und Störung der Impulskontrolle. Sie sehen Ihre Aggressionen können verschiedene Hintergründe haben und dies sind nur einige der in Frage kommenden Möglichkeiten, die auf Grundlage der Informationsdaten jedoch eher spekulativ zu sehen sind. In Ihrem Falle würde ich dies vor allem differenzialdiagnostisch (was ist als der wirkliche Hintergrund und ist dieser auch behandlungsbedürftig usw.) in einer psychiatrisch/ psychologischen Ambulanz abklären lassen. Denn wenn man weiß, warum und womit man es wirklich zu tun hat, kann man sein Verhalten (die Gedanken) auch korrigieren bzw. findet geeignete Hilfsmöglichkeiten.

Im Rahmen der Aggressionen die Ihnen scheinbar auch wirkliche Sorgen bereiten und das zu Recht, können auch hormonelle Ursachen und dies gerade bei Männern eine Rolle spielen. Hierzu wäre, so Sie hier eine eventuelle genauerer diagnostische Abklärung in Betracht ziehen, die Bestimmung des Hormonstatus bei einem Facharzt für Endokrinologie sehr ratsam, denn oft denken auch gerade Berufskollegen nicht an diese Möglichkeit der Ursachenbeschreibung. Denn gerade Hormonunterfunktionen aber auch Hormonüberfunktionen haben einen direkten (wissenschaftlich nachgewiesenen) Nachweis auf unser psychisches Erleben und Verhalten.

Eine weitere Möglichkeit der Hilfe können Sie durch die Auseinandersetzung in speziellen Selbsthilfegruppen erfahren und damit auch die Erfahrung machen, dass es Ihnen wirklich nicht nur alleine so geht. Diese Gruppen sind häufig therapeutisch geleitet und bieten neben Einzelkonsultationen auch notwendig Antiaggressionskurse (Konfliktbewältigungskurse) an. Auf Grund der vielleicht unterschiedlichen Ursachen für Ihr beschriebenes Verhalten bzw. dem Umgang (hier ohne eine Wertung ob richtig oder falsch) wäre es vielleicht einmal zu überdenken, eine psychotherapeutische Behandlung in Betracht zu ziehen. Dies wäre insofern hilfreich, das Sie aktuelle Probleme in Ihrem individuellen Kontext verstehen lernen (denn die Ursachen können sogar bis in die Kindheit zurückzuführen sein) bzw. besser mit Ihnen umgehen. Es gibt hier zwei wesentlich von den Krankenkassen auch übernommene Therapieverfahren, die je nach konkret gestellter Behandlungsindikation (jedoch auch schon präventiv + vorbeugend eingesetzt werden können), nämlich die verhaltenstherapeutisch orientierte Psychotherapie sowie die tiefenpsychologisch/ analytisch orientierte Psychotherapie.

Sie können sich natürlich auch erst ein Mal an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches/ tiefenpsychologisch/analytisches Ausbildungsinstitut + größere Orte in der Nähe z.B. München, Berlin ect.) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren.

Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen und wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

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