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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Wenn meine lebensgefährtin mich beleidigt und dabei wirklich

Kundenfrage

Wenn meine lebensgefährtin mich beleidigt und dabei wirklich auch voll unter die gürtellinie geht ist es bis jetzt zweimal passiert das ich voll ausgerastet bin und mich nicht mehr unter kontrolle hatte, muß dazu erwähnen das ich auch unter alkoholeinfluß stand ! Da ich sie trotzdem sehr mag und wir uns die meiste zeit sehr gut verstehen möchte ich gerne eine therapie machen, was würden sie mir empfehlen !??
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben,

Es ist sehr lobenswert dass Sie erkannt haben dass es so nicht mehr weitergehen kann und Sie gemeinsam mit Ihrer Lebensgefährtin motiviert sind sich helfen zu lassen. Es ist auch sehr wichtig, dass Sie beide einen Facharzt hinzuziehen um auch bereits beginnende Organschäden auszuschließen. Was mich jedoch etwas irritiert ist, bei einem täglichen Genuss von Alkohol, auch wenn dieser „kontrolliert „am Abend erfolgt wie bei Ihrer Lebensgefährtin, handelt es sich nicht mehr nur um reinen Missbrauch sondern es ist schon eine Abhängigkeit zu diagnostizieren, dass noch keine Organschäden zu erkennen sind ist ein glücklicher Umstand.. Beide sowohl Missbrauch als auch Abhängigkeit sind eingebettet in einen Entwicklungsprozess des süchtigen Verhaltens und somit sind sie ein Teil des Suchtkreislaufs. Konsum- Genuss- Gewöhnung- Missbrauch. Abhängigkeit. Beim Übertritt in den Missbrauch entwickelt sich vornehmlich bei massivem Konsum schon eine psychische Abhängigkeit, die oft schleichend einsetzt. Der Konsument kann zwar noch ohne das Suchtmittel leben, aber es entsteht ein unbewusstes verlangen auf psychischer Ebene, während das Suchtmittel zunehmend und ansteigend funktionalisiert wird ( Missbrauch als Pseudoproblemlösung, Kompensationsmittel für fehlende und nichtbefriedigte Bedürfnisse, Gegenlangeweilemittel, Aktivitätsmittel, Schlafmittel, Antifrustrationsmittel u.a.) es kommt zur bewussten Suche nach dem Genuss. In der Abhängigkeit als letzte Stufe ist schließlich jegliche Genussfähigkeit verloren gegangen, es geht nur noch um den Konsum und darum , die psychischen und körperlichen Bedürfnisse ( ---- ich brauche mein Suchtmittel gegen die körperlichen Entzugssymptome----) regelmäßig zu befriedigen, mit allen zur Verfügung stehenden legalen und illegalen Mitteln. Zunächst ist es so, dass bei Abhängigkeit eine psychische und physische Abhängigkeit mit einhergehenden Entzugssymptomen vom Suchtmittel vorliegt. Bei Missbrauch besteht eher nur ein psychisches verlangen, jedoch ist die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit (vor allem bei tendenziell massiven Konsum) bereits vorhanden bzw.- beginnt sich schleichend zu manifestieren. So erklären missbräuchliche Konsumenten beim Konsum des Suchtmittels häufig noch Glücksgefühle und Genuss mit der Einnahme in Verbindung zu bringen und versuchen deshalb auch den Konsum mit diesem Argument zu rechtfertigen, d.h. die Klienten schließen für sich daraus, doch noch gar nicht abhängig zu sein bzw. sich auf dem Weg dorthin zu befinden. Der Konsum beim Suchtmittelmißbrauch ist auch eher situationsbezogen zu bestimmten Anlässen, wie etwa Partys und Diskobesuch. Der Konsum ist dann auch eher exzessiv- dass heißt man gibt sich die Kante. Bei Abhängigkeit dagegen gibt es kaum situations oder anlassbezogenen Konsum.

Beim Alkoholmissbrauch gibt es im Gegensatz zum Drogenmissbrauch, eine Chance auf das Erlernen eines kontrollierten Umgangs mit Alkohol. So ist es hier wesentlich zu beachten dass kein regelmäßiger Konsum erfolgt und man stets darauf achtet wann, wie und was man trinkt. Dinge wie Fähigkeit, Selbstreflexion, Selbstdisziplinfähigkeit, Selbstkontrollfähigkeit, Selbstverantwortungsübernahme (5x S des kontrollierten Umgangs)

Realisiert werden können und natürlich noch weitere Aspekte, wie z.B. Alkohol nur noch als Genussmittel zu konsumieren und das Suchtmittel nicht mehr zu funktionalisieren. Bei Suchtmittelabhängigkeit von Alkohol gibt es nur eine Chance durch Abstinenz d.h. durch den Verzicht auf jeglichen Konsum des Suchtmittels und das egal in welcher Form, Art und Weise. Ich würde Ihnen empfehlen sich zur diagnostischen Abklärung nach dem Besuch des Hausarztes sich an einen Facharzt für Psychiatrie zu wenden um eine körperliche Entgiftung (stationär) und eventuell auch eine stationäre Entwöhnungstherapie zu veranlassen. Viele Fachkliniken binden dann auch bereits während der Entwöhnungsbehandlung Ihre Patienten in Selbsthilfegruppen an. Sie sollten also auf jeden Fall auch noch Unterstützung in Form professioneller Hilfe dazu zunehmen , wie beispielsweise eine Selbsthilfegruppe der Anonymen Alkoholiker um auch durch die Gespräche weiterhin bestärkt zu werden die Abstinenz dann aufrechtzuerhalten und die 5xS des kontrollierten Umgangs zu verinnerlichen..

Ich hoffe ich konnte Ihnen etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg

Mit freundlichen Grüßen

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine Hilfestellung zu geben,

Es ist sehr lobenswert dass Sie erkannt haben dass es so nicht mehr weitergehen kann und Sie gemeinsam mit Ihrer Lebensgefährtin motiviert sind sich helfen zu lassen. Es ist auch sehr wichtig, dass Sie beide einen Facharzt hinzuziehen um auch bereits beginnende Organschäden auszuschließen. Was mich jedoch etwas irritiert ist, bei einem täglichen Genuss von Alkohol, auch wenn dieser „kontrolliert „am Abend erfolgt wie bei Ihrer Lebensgefährtin, handelt es sich nicht mehr nur um reinen Missbrauch sondern esist schon eine Abhängigkeit zu diagnostizieren, dass noch keine Organschäden zu erkennen sind ist ein glücklicher Umstand.. Beide sowohl Missbrauch als auch Abhängigkeit sind eingebettet in einen Entwicklungsprozess des süchtigen Verhaltens und somit sind sie ein Teil des Suchtkreislaufs. Konsum- Genuss- Gewöhnung- Missbrauch. Abhängigkeit.Beim Übertritt in den Missbrauch entwickelt sichvornehmlich bei massivem Konsum schon eine psychische Abhängigkeit, die oft schleichend einsetzt. Der Konsument kann zwar noch ohne das Suchtmittel leben, aber es entsteht ein unbewusstes verlangen auf psychischer Ebene, während das Suchtmittel zunehmend und ansteigend funktionalisiert wird ( Missbrauch als Pseudoproblemlösung, Kompensationsmittel für fehlende und nichtbefriedigte Bedürfnisse, Gegenlangeweilemittel, Aktivitätsmittel, Schlafmittel, Antifrustrationsmittel u.a.) es kommt zur bewusstenSuche nach dem Genuss. In der Abhängigkeit als letzte Stufe ist schließlich jegliche Genussfähigkeit verloren gegangen, es geht nur noch um den Konsum und darum , die psychischen und körperlichen Bedürfnisse ( ---- ich brauche mein Suchtmittel gegen die körperlichen Entzugssymptome----) regelmäßig zu befriedigen, mit allen zur Verfügung stehenden legalen und illegalen Mitteln. Zunächst ist es so, dass bei Abhängigkeit eine psychische und physische Abhängigkeit mit einhergehenden Entzugssymptomen vom Suchtmittel vorliegt. Bei Missbrauch besteht eher nur ein psychisches verlangen, jedoch ist die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit (vor allem bei tendenziell massiven Konsum) bereits vorhanden bzw.- beginnt sich schleichend zu manifestieren. So erklären missbräuchliche Konsumenten beim Konsum des Suchtmittels häufig noch Glücksgefühle und Genuss mit der Einnahme in Verbindung zu bringen und versuchen deshalb auch den Konsum mit diesem Argument zu rechtfertigen, d.h. die Klienten schließen für sich daraus, doch noch gar nicht abhängig zu sein bzw. sich auf dem Weg dorthin zu befinden. Der Konsum beim Suchtmittelmißbrauch ist auch eher situationsbezogen zu bestimmten Anlässen, wie etwa Partys und Diskobesuch. Der Konsum ist dann auch eher exzessiv- dass heißt man gibt sich die Kante. Bei Abhängigkeit dagegen gibt es kaum situations oder anlassbezogenen Konsum.

Beim Alkoholmissbrauch gibt es im Gegensatz zum Drogenmissbrauch, eine Chance auf das Erlernen eines kontrollierten Umgangs mit Alkohol. So ist es hier wesentlich zu beachten dass kein regelmäßiger Konsum erfolgt und man stets darauf achtet wann, wie und was man trinkt. Dinge wie Fähigkeit, Selbstreflexion, Selbstdisziplinfähigkeit, Selbstkontrollfähigkeit, Selbstverantwortungsübernahme (5x S des kontrollierten Umgangs)

Realisiert werden können und natürlich noch weitere Aspekte, wie z.B. Alkohol nur noch als Genussmittel zu konsumieren und das Suchtmittel nicht mehr zu funktionalisieren. Bei Suchtmittelabhängigkeit von Alkohol gibt es nur eine Chance durch Abstinenz d.h. durch den Verzichtauf jeglichenKonsum des Suchtmittels und das egal in welcher Form, Art und Weise. Ich würde Ihnen empfehlen sich zur diagnostischen Abklärung nach dem Besuch des Hausarztes sich an einen Facharzt für Psychiatrie zu wenden um eine körperliche Entgiftung (stationär) und eventuell auch eine stationäre Entwöhnungstherapie zu veranlassen. Viele Fachkliniken binden dann auch bereits während der Entwöhnungsbehandlung Ihre Patienten in Selbsthilfegruppen an. Sie sollten also auf jeden Fall auch noch Unterstützung in Form professioneller Hilfe dazu zunehmen , wie beispielsweise eine Selbsthilfegruppe der Anonymen Alkoholiker um auch durch die Gespräche weiterhin bestärkt zu werden die Abstinenz dann aufrechtzuerhalten und die 5xS des kontrollierten Umgangs zu verinnerlichen..

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