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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Ich bin Mutter,eines 18-jährigen Sohnes, deren Vater an einer

Kundenfrage

Ich bin Mutter,eines 18-jährigen Sohnes, deren Vater an einer bipolaren Störung erkrankt ist.Meine Sorge sind Verhaltensveränderungen meines Sohnes ,die seit ca 1 1/2 Jahren nach der Trennung vom Vater (vor 3 Jahren),Umzug vor 1Jahr ,auffällig sind. Mein Sohn wirkt verträumt,ist langsam im "Tun",verfolgt seine Ziele nicht( Führerschein) sagt von sich selbst, daß er nicht mehr so fröhlich ist und sich manchmal unruhig fühlt; welches ich nicht wahrnehme.Zur Zeit jobbt er(ca.25 Std/Woche)nach seinem Abitur, danach trifft er sich mit Freunden und äußert, das ihn die Freundschaften aufrecht halten-hier fühlt er sich gut. Er schläft oft lange und häufig so tief, daß er das Telefon nach 8 Std. Schlaf nicht hört und mehrfach geweckt werden muss um aus dem Bett zu kommen. Ich habe meine Sohn angesprochen, um ihn darauf hinzuweisen,dass er sich Zuspruch und Hilfe holen kann, doch er traut den Fähigkeiten eines Psychologen nicht. Wie kann ich Hilfe zur Selbsthilfe bieten?Wie beurteilen Sie sein Verhalten? Mit freundlichen Grüßen
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.


Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die
offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine
Hilfestellung zu geben.



Bei affektiven Störungen handelt es sich um Erkrankungen,
die mit einer Störung des Affekts (Stimmungslage, affektus lat.
=Gemütsverfassung) einhergehen. Diese können sich in zwei entgegengesetzte
Richtungen manifestieren, als Manie (manie gr. =Wahnsinn; Sucht) oder Depression (deprimere lat. =
niederdrücken, herabziehen) Affektive Störungen werden auch als affektive
Psychosen bezeichnet. Diese Störungen können unipolar oder bipolar auftreten.
Bei der bipolaren Störung wechseln sich depressive und manische Phasen ab. Die
Dauer einer Phase variiert sehr stark-sie kann zwischen einigen Wochen bis zu
einigen Monaten betragen. Man geht bei der bipolaren Störung von einem multifaktoriellen
Geschehen aus, relevant sind genetische Faktoren, Störungen des Neurotransmitterhaushalts,
kritische Lebensereignisse als auslösende ( nicht ursächliche )Faktoren,
psychodynamische Faktoren und erlerntes (Fehl-)Verhalten. Die Symptomatik ist
identisch mit der Depression und Manie mit dem Unterschied, dass beide Pole der
affektiven Störung abwechselnd auftreten können. Nur selten sind beide Formen
gleichzeitig anzutreffen. Meistens treten depressive und manische Schübe
hintereinander auf. In depressiven Fällen ist häufig die vorhandene
Suizidalität zu berücksichtigen und in manischen Phasen kann stark
selbstgefährdendes Verhalten vorliegen.
Auf Grund der Suizidalität in der depressiven Phase oder wegen selbstschädigenden
verhalten in der manischen Phase kann eine stationäre Therapie notwendig sein.
Leichtere Verläufe können mittels einer langfristigen Dauermedikation mit
Lithium verbessert werden. Bei entsprechender Motivation ist auch eine
Psychotherapie möglich und sinnvoll entsprechend der im Vordergrund stehenden
Episode. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass lang anhaltende unbehandelte
affektive Störungen mit strukturellen Veränderungen und funktionellen Störungen
des Gehirns einhergehen. Das Ziel der Behandlung besteht darin diese
Veränderungen rückgängig zu machen. Dieser Prozess ist langwierig und eine
Langzeitbehandlung ist unumgänglich. Bei der medikamentösen Behandlung
rezidivierender affektiver Störungen unterscheidet man zwischen Akuttherapie,
Erhaltungstherapie und Rezidivprophylaxe. Wenn nach erfolgreicher Behandlung
der akuten Symptomatik die Behandlung beendet wird, bevor es dem natürlichen
Krankheitsverlauf entsprechend zum vollständigen Abklingen der Krankheitsphase
gekommen ist, muss mit einem Widerauftreten der Symptomatik gerechnet werden. In
der Regel wird empfohlen, einer Akkutherapie eine Erhaltungstherapie über ca.,
6 Monate anzuschließen. Und somit einen Rückfall in die gegenwärtige
Krankheitsphase zu verhindern. Die Rezidivprophylaxe soll dann das Auftreten
zukünftiger Phasen verhüten. Eine Akuttherapie
schwerer manischer Episoden gestaltet sich auf Grund der mangelnden
Krankheitseinsicht des Patienten häufig schwierig und eine Behandlung im Rahmen
eines stationären Settings ist oft nicht zu vermeiden. Die pharmakologische
Therapie steht an erster Stelle bei der Behandlung bipolarer Störungen,
allerdings gibt es auch weitere psychotherapeutische Ansätze(
Psychoedukation)als zusätzliche Behandlungsstrategien um hier beim Patienten
Aufklärung über die Krankheit zu leisten und auch die Gründe für eine fehlende
Compliance( Mitarbeit)seitens des Patienten- durch Angst vor unerwünschten
Nebenwirkungen des Medikaments , fehlende Krankheitseinsicht in manischen
Phasen usw. , entgegenzuwirken.



Sie schreiben ihr Sohn hat keine Krankheitseinsicht und
entzieht sich auch einer Behandlung, und möchte nicht zu einem Psychologen.



Im Fall des Vorliegens einer schweren psychischen Störung
kann eine Einweisung in ein
psychiatrisches Krankenhaus notwendig sein. Wenn der Betroffene nicht dazu in
der Lage ist seine gesundheitliche Situation
realistisch einzuschätzen, kann es notwendig sein, Ihn gegen seinen
Willen einer stationären Behandlung zuzuführen. Dies wird durch die
Unterbringungsgesetze der Länder geregelt.(PsychKG) Vorrausetzung für eine
Zwangseinweisung ist neben dem Vorliegen einer psychischen Erkrankung das Vorhandensein
einer akuten Gefahr für die eigene Person oder andere Personen ( Eigen- und
Fremdgefährdung) Diese Unterbringung wird
von der Polizei veranlasst und das Amtsgericht verfügt über die
Einweisung nach ärztlichem Gutachten.
Sie haben die Möglichkeit im Rahmen der von Ihnen beschriebenen Symptome
auch den Notarzt für ihren Sohn zu rufen wenn eine Eigen/Fremdgefährdung vorliegt.
Sie können auch beim zuständigen Jugendamt
oder dem sozialpsychiatrischen Dienst um
Hilfe bitten, wenn Ihr Sohn nicht motivierbar ist eine Behandlung nach
erfolgter Diagnose durch einen Facharzt für Kinder und Jugendpsychiatrie, aufzunehmen. Auch eine Erziehungsberatungsstelle vor Ort
kann Ihnen helfen und Ihnen weitere Möglichkeiten aufzeigen um Ihrem Sohn zu
helfen.



Ich hoffe ich
konnte Ihnen in der Kürze der Ausführung etwas helfen und wünsche Ihnen viel
Kraft und alles Gute auf Ihrem Weg



Mit freundlichen Grüßen



Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine
fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern
beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei
unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.





Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die
Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu
vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren)
anzuweisen. Vielen Dank