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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Mein Mann hatte nach schwere OP 2x kompleten zusammenbruch

Kundenfrage

Mein Mann hatte nach schwere OP 2x kompleten zusammenbruch und Panikattaken.
Es ist 3 Jahre her. Er hat Therapie gemacht und Medikamente genommen,es wurde besser.
Jetzt ist er aber immer noch nicht belastbar und hat Schtimmungschankungen.
Wenn er schlechten Tag hat, lass er alle launen auf mich hemmungslos aus. Ich leide
darunter aber ich weiss nicht wie ich ihm sagen soll, wie sehr mich das verletzt, ohne
dass wir im Streit geraten. Wie soll ich reagieren, wenn er ohne Grund auf mich wörtlich los
geht?
Würde mich sehr über Antwort freuen,
Liebe Grüße Karina P.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Ihre Verzweiflung und Ihre Wut über das sich wieder zum negativ veränderte Erscheinungsbild Ihres Mannes Ihnen gegenüber kann ich verstehen und es ist umso schwerer zu ertragen, wenn Sie um die Gründe nicht so richtig wissen. Herfür können auf Grund der schweren Erkrankung Ihres Mannes die Erkrankung dazu geführt haben das es zu einer organisch bedingten Persönlichkeitsveränderung durch die Krankheit gekommen ist. Dies Diagnose erfährt zwar wenig Berücksichtigung, kann jedoch problemlos im Klassifikationssystem ICD unter den Diagnosebildern F07.0 und folgend (Persönlichkeits- und Verhaltensveränderung aufgrund einer Krankheit…) oder ggf. auch F06.6 (andere psychische Störung aufgrund einer Schädigung des Gehirns… oder einer körperlichen Krankheit bei organisch bedingtem emotional labilen (asthenischen) Verhaltensmustern.

Ein wichtiger Schritt ist auf dem Weg zur Verbesserung der Symptome (bzw. das es zu keiner Verschlechterung der Primärsymptome kommt die durch die schweren Operationen) ist, dass der Leidensdruck, der durch die Verschlechterung der psychischen Symptomatik eingetreten ist, als veränderbar angesehen wird und der Betroffene sich Hilfe sucht. Das heisst, genügend Motivation vorhanden ist, sich adäquat behandeln zu lassen. Das haben Sie ja schon ansatzweise im Rahmen der Medikation und Therapie in der Vergangenheit bereits getan, aber vlt. war es nicht ausreichend, die falsche Therapiemethode ect.
Eine weitere Behandlung der psychiatrisch geleiteten Therapie durch Medikation (zur Regulation der Stimmungen bzw. Aggressionen usw.) sollte jedoch in keinster Weise durch einen Hausarzt übernommen werden, sondern Sie sollten sich da an einen Facharzt für Psychiatrie wenden. Hierbei wäre noch anzumerken, das häufig sehr starke Medikamente auch bei schweren Erkrankungen z.B. diverse Schmerzmittel usw. oft zur Folge haben (leider wird das von den verschreibenden Ärzten oft verschwiegen, obwohl es bekannt ist) das es hier zu affektlabilen Symptomen kommen kann als Nebenwirkung. dies sollte aber mit dem behandelnden Arzt noch ein Mal genauer abgeklärt werden.
Nun sind Medikamente, die sicherlich auch Ihnen hilfreich erscheinen, die eine Seite, was Sie begleitend brauchen ist eine psychotherapeutische Behandlung. Diese Kombination aus Psychopharmakologie und Psychotherapie hat sich vor allem bei schweren somatischen Krankheiten und deren eintretende psychische Folgen als sehr hilfreich erwiesen. Es könnte sich im Rahmen der schwerwiegenden Erkrankung auch um eine Anpassungsstörung auf Grund bestehender Probleme bei der Krankheitsverarbeitung- und Krankheitsakzeptanz handeln, da sich Ihr allg. Gesundheitszustand ja auch verschlechtern kann. Das erzeugt ein permanentes sich steigerndes Gefühl von Angst, Wut, Hilflosigkeit und depressiver Symptome (z.B. Schlafstörungen, Traurigkeit, Gefühl von Minderwertigkeit wegen der schweren Erkrankung bis hin zu Aggressionen usw.)

Sie (besser Ihr Mann) können sich zur Behandlung an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen.

Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben "psychologisches Ausbildungsinstitut + entsprechendem Ort in Ihrer Nähe) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren.
Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für anzuschließen. Hierzu erfahren Sie mehr über Gruppen in Ihrer Nähe über sogenannte Selbsthilefkontaktstellen und Ihre Krankenkasse.

Wichtig aus meiner Sicht ist aber auch, dass Sie sich geeignete Hilfe holen, denn diese ständigen Attacken zu ertragen ist oft schwierig und Sie können hier Selbst durch die psychologische Begleitung eines Kollegen lernen damit besser umzugehen ggf. sich besser abzugrenzen. Daher eher eine Verhaltenstherapie wäre hier zu empfehlen. Denn nur wenn Sie stark genug sind, können Sie auch wirklich Ihrem Mann helfen.
Vielleicht wäre auch eine Paartherapie hilfreich, denn hier bekommen Sie beide einen Raum und durch die Hilfe eine Paartherapeuten die Möglichkeit über die anstehenden und belastenden Probleme zu sprechen. Wo Sie hier einen geeigneten Therapeuten in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie auch unter www.paartherapie.de

Ich wünsche Ihnen auf Ihrem Weg alles erdenklich Gute und hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen konnte.

Mit freundlichem Gruß

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank