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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Guten Tag, ich hatte vor 5 Jahren Osteoporose wobei 4 Wirbel

Kundenfrage

Guten Tag,
ich hatte vor 5 Jahren Osteoporose wobei 4 Wirbel im Brustwirbelbereich gebrochen sind. Damals hatte ich eine Knochendichte von -10. Ich wurde damals nach jahrelanger Einnahme von Morphin davon ion der Klinik entwöhnt. Danach ging es mir 2 Jahre gut. Ich bin im Fitnessstudio seit 1,5 Jahren. Nach dem aussetzen durch Krankheit von 10 Wochen habe ich wieder trainiert. Dabei hatte ich plötzlich Schmerzen im BWS Bereich und es wurde mir schlecht. Mein Orthopäde ließ die Knochendichte messen (sie war jetzt bei +1). Er sagte mir dass in meinem Alter (64) die Knochendichte gut ist. Als ich ihm mitteilte das ich Schmerzen im Rücken (BWS habe sagte er mir ich solle nur das machen was ich kann. Jetzt frage ich mich ob ich mir die Schmerzen nur einbilde auf Grund meiner Vorgeschichte. Was kann ich tun? Mir geht es jetzt nicht gut. Danke XXXXX XXXXX Bemühung.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Natürlich gibt es einen Zusammenhang von bestimmten empfundenen Schmerzen (und der Schmerz selber ist auch spürbar) und der Psyche und viele somatische Krankheitsbilder können organische Ursachen haben.



Bei einer somatoformen Schmerzstörung (auch Psychalgie) handelt es sich um eine Form der somatoformen Störung und wird häufig auch etwas verfälscht als psychosomatische Krankheit klassifiziert.
Wichtig ist hier, dass hier einen subjektiv empfundenen Schmerz, der mindestens 6 Monate andauernden sollte (an den meisten Tagen), es zu intensiven und quälenden Schmerz in einem Körperteil, der nicht ausreichend durch eine körperliche Störung oder ein physiologisches Geschehen erklärt werden kann, äußert (vor allem muss hier wirklich genau abgeklärt werden ob der empfundene Schmerz nicht einfach nur aus einer Überbeanspruchung heraus entstanden sein kann).
Hierbei wird das Symptom des Schmerzes in der Form gekoppelt mit schwerwiegenden emotionalen und/oder psychosozialen Belastungen beziehungsweise Konflikten (teilweise unbedeutend und unbewusst), die in einem entscheidenden ursächlichen Zusammenhang zu dessen Genese stehen. Verstärkte persönliche Zuwendung und medizinische Betreuung folgen in der Regel daraus und es folgt oft ein möglicher „Krankheitsgewinn“ è d.h. man erhält mehr Aufmerksamkeit, wird wieder mehr wahrgenommen. Verglichen mit Somatisierungsstörungen (psychosomatischen Störung) zeigen sich diese Schmerzen als anhaltend und im Fokus der Aufmerksamkeit des Betroffenen stehend.
Der Schmerz wird nicht absichtlich erzeugt oder vorgetäuscht (wie bei der vorgetäuschten Störung oder Simulation z.B. des Münchhausensyndroms.
Differentialdiagnostisch (man schließt durch spezielle Diagnostikverfahren somit andere Ursachen aus) besteht die Schwierigkeit im Hinblick auf die Trennung von histrionischer Verarbeitung (Aufmerksamkeitsgewinn und damit z.B. einer histronischen Persönlichkeitsstörung) und organisch typisch bedingter körperlicher Schmerzen. Der Schmerz darf sich auch nicht auf eine Schizophrenie (Schmerz wird oft eingebildet) oder Depression zurückführen lassen.

Wie kann man überhaupt jedoch herausfinden, ob hier eine somatoforme Schmerzstörung vorliegt.

Im Folgenden möchte ich Ihnen ein Mal versuchen die Diagnose etwas aktiver anzusehen und nicht durch Ausschlusskriterien beschreibbar zu machen.

unklare Schmerzqualität

nicht passender Affekt des Patienten
keine durch Willkürmotorik lindernden oder keine anderen lindernden Faktoren

fehlende Periodizität

vage Lokalisation, atypische Ausstrahlung
atypische Reaktion auf Medikamente (diese helfen einfach nicht)
lange Dauer des Schmerzsyndroms
Schmerz mit anatomisch-physiologischen Gegebenheiten kombinierbar
auffälliges Sprachverhalten des Patienten (ständige Fokussierung im Sprachgebrauch auf die Schmerzen)
Auslösen negativer Gefühle beim Arzt – Ärger, Wut, Langeweile, Ungeduld, Hilflosigkeit, Verwirrung und Verunsicherung


Was kann Ihnen weiter helfen so Sie eine solche Störung auch wirklich haben.

Es gibt unterschiedliche schon sich bewährte Methoden und Therapien und vielleicht ist ja eine Interventionsmöglichkeit für Sie dabei.

Besonders bewährt hat sich die Gruppentherapie für Patienten mit somatoformen Schmerzstörungen nach dem Mainzer Modell = Therapie somatoformer Schmerzstörungen nach Nickel und Egle.

Entspannungsverfahren und körperorientierte Therapien wie Qi-Gong, Tai-Chi, Feldenkrais können den Dialog zwischen Körper und Seele wieder beleben.

Empfehlen mag ich Ihnen hierzu auch ein Buch „Freundschaft mit dem Körper schließen“ von Hanne Seemann. Darin wird auf einer für die meisten Patienten verständlichen sprachlichen Ebene ein psychosomatisches Verständnis geweckt. Auf diese Zusammenhänge können Sie im späteren therapeutischen Verlauf in Einzelgesprächen mit dem Patienten immer wieder zurückgreifen.

Ich hoffe, mit meinen Ausführungen konnte ich Ihnen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank

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