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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Ein Leiter eines Lernkreises und Legastheniezentrums hätte

Kundenfrage

Ein Leiter eines Lernkreises und Legastheniezentrums hätte Interesse mich als Psychologin bei sich einzubinden. Ich habe meinen Abschluß vor 12 Jahren gemacht und habe bisher keine Berufserfahrung.

Die Frage des Leisters an mich ist: welche entscheidenden Kompetenzen könnte ich als Psychologin beisteuern und wie könnte man das nach außen darstellen, um einen attraktiven Mehrwert für das Lernzentrum und die Kunden zu bekommen.

Jetzt meine Frage: was kann die Psychologie beisteuern, wo soll ich sinnvollerweise recherchieren? Welche leicht umsetzbaren Konzepte könnte es geben? Wo soll ich nach Vorschlägen suchen?

Vielen Dank,XXXXX
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Frau Mädler und Kollegin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Natürlich können Sie aus meiner Sicht Ihre erlangte Erfahrung (während des Studiums schon) beisteuern, denn Sie verfügen (auch wenn es 12 Jahre her ist) über weitreichende diagnostische Kompetenz, dem Wissen über psychologische Zusammenhänge zwischen Lernvermögen/ Teilleistungsschwächen und Entwicklung kognitiver Fähigkeiten. Sie haben durch das Studium gelernt mit speziellen Testverfahren im Rahmen der Testdiagnostik (ggf. im Kinder- und Jugendbereich) umzugehen und haben ein Wissen über die Hintergründe von Validität, Realibilität und Testobjektivität. Diese speziellen Kenntnisse besitzt z.B. ein Sozialpädagoge nicht d.h. es kommt leider aus meiner Erfahrung der vergangenen Jahre (habe Selbst Jahre in einer KJP gearbeitet) zu massiven Qualitätsproblemen, da gerade die Fähigkeit auf dem Hintergrund der fachlich qualifizierten Wissens zu interpretieren und daraus psychologisch/ kognitive Schlussfolgerungen (Hilfe) abzuleiten.

Die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse gehen dahin, dass immer im Bereich der Rechenschwäche bzw. Lese- Rechtschreibschwäche bzw. isolierte Lese oder Rechtschreibschwäche in diesen Bereichen nicht mehr von einer allumfassenden Störungssymptomatik ausgeht, sondern hier auch in Teilleistungsstörungen differenziert und diesbezüglich z.B. der Zareki (Dyskalkulietest) besser in der neuen Form unterschiedet. Wesentlich ist hier in diesem Zusammenhang noch anzufügen, (wesentlich ein Pluspunkt für Sie) dass immer bei der Diagnostik von Teilleistungssstörungen eine weitreichende Inetelligenz- und Leistungsdiagnostik durchgeführt werden sollte und sehr häufig es Sozialarbeitern bzw. Lehrkräften es noch nicht ein Mal erlaubt ist diese auszuwerten bzw. zu interpretieren. Dies bleibt Psychologen vorbehalten. So Sie Interese haben, kann ich über eine befreundetet Kollegin (Dipl.- Psychologin für Kinder- und Jugendpsychologie) noch ein Mal eine Übersicht über zurzeit gängige Testverfahren eruieren und Ihnen kurz mitteilen.

Ansonsten hat sich nicht so viel auf diesem Gebiet wissenschaftlich getan, also keine Bange, das Wissen ist ausreichend, diese Tätigkeit nach einer Gewissen Zeit der Einarbeitung auch fachlich kompetent durchzuführen und ich Bitte Sie, wir haben nicht umsonst Psychologie studiert um uns unsere Kompetenz wenn möglich noch von Pädagogen streitig zu machen. Vielelicht wäre um auch wieder "Sicherheit zu bekommen" ein kurzes Praktikum durchzuführen. P.S. meine Kollegin sucht ständig Praktikantinnen (ok ist der Großraum Berlin).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen kurzen Ausführungen etwas weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

 

diplompsychologe und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Kollege,

vielen Dank für Ihre sehr freundliche Antwort.
Wenn sie mir noch eine Übersicht über zur Zeit gängige Testverfahren zukommen lassen könnten, wäre das sehr hilfreich für mich.
Desweiteren habe ich über das Jugendamt versucht zu erfragen, ob von mir erstellte Gutachten (natürlich gewissenhaft von mir erstellt auf Basis gängiger Tests) akzeptiert werden. Der Leiter des Lernzentrums würde diese Aufgabe mir gerne übergeben, da die Eltern zur zeit Wartezeiten von bis zu 10 Monaten bei den etablierten Gutachtern in kauf nehmen müssen. Es geht dabei um Anträge auf Fördermittel für die betroffenen Eltern. Die Antwort des Jugendamtes Kaiserslautern war leider, daß auf Basis von einem Paragraph 35a nur Gutachten von psychologischen Psychotherapeuten mit einschlägiger Berufserfahrung und Ärzten die Psychotherapie anbieten akzeptiert werden dürften.

Leider wohne ich in Speyer, so daß ich Ihr freundliches Angebot für ein Praktikum nicht nutzen kann.

Der Leiter des Lernzentrums in Kusel ist aber sehr interessiert einen Psychologen zur Betreuung und Unterstützung zusätzlich anbieten zu können. Er hat ab und zu auch Kinder, die unter zusätzlichen familiären Belastungen leiden, bzw. möchte sich sogar einem weiteren Kreis an Kindern mit besonderen Problemen (schwererziehbar) öffnen und bräuchte dafür psychologische Unterstützung.
Ntürlich stellt sich da auch die Frage nach Fördermitteln.
Meine zusätzliche Frage wäre, welche Lernstrategien oder Ansatzpunkte sind hierfür gerade "up to date", vielversprechend, gut umsetzbar?

Vielen Dank für ihre ausführliche Antwort, Susanne Mädler

Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Frau Mädler,

vielen Dank für das Akzeptieren der ersten Beantwortung und ich muss mich entschuldigen, aber es waren doch einige Recherchen notwendig, um Ihnen auch weiterführend fachlich korrekte Informationen zu geben und ich dadurch erst jetzt Ihnen antworten kann. Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis.

Im Rahmen der psychologisch notwendigen Begutachtung auch und das vor allem in Bezug auf den § 35a KJHG gibt es immer und egal über welche Qualifikation es sich handelt im Rahmen der Anerkennung mit dem Jugendamt Probleme. Dies hat ganz alleine mit Geldern zu tun und genügend sogar Klageverfahren haben in der Vergangenheit gezeigt, dass eine Anerkennung einer durchgeführten LRS oder Dyskalkuliediagnostik und der daraus abzuleitenden Gefährdung einer seelischen Behinderung stattgegeben werden muss und entsprechende Förderungen durch das Jugendamt nach sich ziehen müssen. Lassen Sie sich da bloß auf keinen Fall entmutigen, die haben einfach keine Mittel und verzögern so natürlich indirekt die Mittelfreigabe. Notfalls muss die Einrichtung das ein mal durch den Klageweg anfechten und Sie werden sehen, dann werden psychologische Stellungnahmen (Testbefunde) auch von Ihnen anerkannt. Viele Kollegen machen es sich auch dadurch etwas einfacher, dass Sie einen niedergelassenen Psychiater (noch nicht mal notwendiger Weise für Kinder- und Jugendpsychiatrie) bzw. einen Kinder- und Jugendpsychologen wegen der Zweitunterschrift bitten und zum Teil bekommt dieser dann eine kleine Aufwandentschädigung. Dann kann Ihnen das Jugendamt gar nichts mehr. Dies gilt selbstverständlich auch für die Diagnostik anderer psychischer Störungen und den daraus resultierenden Behandlungsempfehlungen. Keine Angst das dürfen Sie alles als ausgebildete Dipl.- Psychologin.

Zu den Testverfahren, die ich Ihnen empfehlen darf, möchte ich anfügen, dass hier meine Kollegin mir wertvolle Informationen gegeben hat, da nicht alle in Deutschland sich eigenen im Rahmen der Lernschwächendiagnostik.

Bitte denken Sie daran, dass immer zwei unabhängige Intelligenztestverfahren gemacht werden sollten um eine Lernschwäche (egal jetzt auch welche) wirklich entsprechend der testpsychologischen Vorgaben auch zu diagnostizieren.

Wenn Sie hier den Aufwand im Rahmen der Intelligenzdiagnostik gering halten wollen, würde ich Ihnen hier ein Mal den SPM empfehlen (der geht sogar und ist normiert ohne Zeitbegrenzung) oder den CFT 20 ggf. den CFT 3. Das heißt, der HAWIK oder IST 2000 muss nicht unbedingt gemacht werden.

Im Rahmen der Lernschwierigkeiten gibt es einen guten Test im bereich der „Früherkennung" von Lese und Rechtschreibschwierigkeiten und dieser Test heißt BISC (Bielefelder Screening zur Früherkennung von LRS). Im rahmen der LRS Diagnostik gibt es mehrere zu empfehlende Verfahren für jeweils unterschiedliche Alterstufen. Dies wären die DERET Testreihe (Rechtschreibtest für die Klassenstufen 1-4), LGTV Testreihe (Lesegeschwindigkeits- und Verständnistest für die Klassen 6-12), DRT- Reihe (Diagnostischer Rechtschreibtest 1-5), ELFE (Leseverständnistest 1-6).

Im Bereich der Dyskalkulie gibt es drei gängige Verfahren die zum Einsatz kommen können. Zum Ersten der ZAREKI als quasi Standardform sowie der Heidelberger Rechentest 1-4, Eggenberger Rechentest 1-4, TeDDy-PC (Test zur Dyskalkulie), BAKO 1-4.

Im Rahmen der Hilfe zur Lernschwierigkeitsdiagnostik möchte ich Ihnen hier zwei Bücher empfehlen.

Lese- rechtschreibstörungen von Andreas Warnke ISBN 9783801716349
Rechenstörungen bzw. Ratgeber Rechenstörungen von Claus Jacobs ISBN 9783801719548 sowie ISBN 9783801719555

Ich hoffe, meine Ausführungen konnten Ihnen wieder etwas weiter helfen und ich wünsche Ihnen als Kollege alles Gute für Ihren Start im Bereich der praktischen Psychologie.

 

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

 

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für Ihre ausführlichen Recherchen. Sie sind mir eine große Hilfe.

Mit freundlichen Grüße, Susanne Mädler

Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die erneuten Zeilen und ich freue mich, dass ich Ihnen zumindest ein Stück weit helfen konnte.

Alles Gute für Ihre weitere berufliche Zukunft.

Mit freundlichem Gruß