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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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habe seit einiger zeit psych. probleme und neuerdings ständig

Kundenfrage

habe seit einiger zeit psych. probleme und neuerdings ständig reizhusten....wie ist der zusammenhang ?? ( psychosomatisch)...oder trockenheit durch flache schnelle atmung ???
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Wie Sie richtig vermutet haben, kann es sich bei den beschriebenen Symptome sehr wohl um eine psychosomatische Erkrankung handeln und diese psychische Störung ist auch auf alle Fälle durch psychische Erklärungsmodelle und Behandlung auch wieder zu kurieren.

Auch eine weitere somatische (körperliche) Diagnostik wird nichts zu Tage bringen und diverse Medikationen werden Ihr Ziel verfehlen.

So keine weiteren organischen Ursachen vorhanden sind (auch nicht im direkten oder indirektem Zusammenhang mit einer bekannten organischen Krankheit stehen z.B. Diabetis melitus = Zuckerkrankheit) könnte es sich hier eventuell durch die unterschiedlichen somatischen Symptome wie auch unter anderem Reizhustenanfällen, Flachatmung usw. um eine Somatisierungsstörung handeln.

Diese Störung bringt diverse sich entwickelnde Angssymptomatiken mit sich (z.B. keine Luft mehr zu bekommen usw.), obwohl es sich hierbei faktisch um eine Angst vor der Angst handelt, die im engen Zusammenhang mit den somatischen Symptomen stehen.

Erst ein mal möchte ich versuchen, um Ihnen das Verständnis für diese psychische Störung etwas näher zu bringen die wesentlichsten Symptome zusammenfassend darzustellen.

Am Anfang möchte ich Ihnen ein Zitat mit auf den Weg geben, der glaube den Umstand einer Somatisierungsstörung (psychosomatischen Störung = Psychosomatik) sehr gut beschreibt.

 

„Geh du vor, sagt die Seele zum Körper.

Auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er

auf dich.

Ich werde krank, dann wird er Zeit für

dich haben, sagt der Körper."

 

 

Mit Psychosomatik (altgr. Zusammensetzung psycho

für Atem, Hauch und Seele und soma für Körper, Leib

und Leben) wird in der Medizin die

Betrachtungsweise und Lehre bezeichnet, in der die

geistig-seelischen Fähigkeiten und Reaktionsweisen

von Menschen in Gesundheit und Krankheit in ihrer

Eigenart und Verflechtung mit körperlichen Vorgängen

und sozialen Lebensbedingungen in Betracht gezogen

werden

 

Bei psychosomatischen Störungen handelt sich

um zumindest erheblich psychogen

verursachte aber organisch anmutende

körperliche Symptome

 

Die Psychosomatik umfasst den gesamten

Bereich diffuser körperlicher

Missempfindungen bis hin zu nachweisbaren

organischen Schäden mit psychogener

Beteiligung (u.a. diverse Schmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen usw.)

 

Psychosomatik = Syndrome ohne

fassbaren pathologischen Organbefund,

d.h. der psychische Anteil ist immer von

unterschiedlicher Art und Gewicht für

jeden einzelnen Patienten, was der

Psychosomatik immer etwas sehr individuelles

gibt und somit nicht immer allgemeingültig

sein kann

 

Wesentlich hierbei ist, das körperliche Symptom tritt auf, da die

Person unfähig ist, ihre Konflikte psychisch zu verarbeiten

 

In der heutigen Betrachtung der

Psychosomatik geht man von einem

bestehenden TRIAS zwischen dem

Individuum, seinen

Beziehungsgestaltungen sowie seiner

Umwelt aus ==>

Der psychosomatische Trias besteht aus

drei Ebenen (personelle Ebene,

zwischenmenschliche Ebene und

soziokulturelle Ebene) die auch für sich

wiederum einen Einfluss auf die Entstehung,

den Verlauf sowie die Prognose der

Krankheitsproblematik haben und in

Wechselwirkung miteinander stehen

 

Es stellt sich auch für Sie berechtigt die Frage, ab wann kann man eine Diagnose Somatisierungsstörung (somatoforme Störung oder auch psychosomatische Störung) stellen?

 

 

Grundlage der Diagnose sind natürlich erst Mal das

Vorliegen vegetativer Beschwerden

 

alle sog. klassischen psychosomatischen

Erkrankungen (z.B. „holy seven" z.B. Zwölffingerdarmgeschwüre, Bluthochdruck, Atmungsschwierigkeiten usw.)

 

das Auftreten der Symptome in Zeiten besonderer

Belastung oder körperlicher Reifungsprozesse wie

Schuleintritt, Pubertät, Berufseintritt, Todesfälle,

Wechseljahre, Midlife-Krise, Ehe etc.

 

 

das frühere oder gegenwärtige Vorliegen

neurotischer Symptome

(z.B. Angst,Depression,Zwanghaftigkeit usw.)

 

fehlender organischer Befund trotz intensiver

Untersuchung

 

wenn zum hauptsächlichen Leiden (Leitsymptom)

weitere vorwiegend funktionelle Symptome

(z.B. diffuse Beschwerden Herz-Kreislauf, Magen

Darm, Atmung u.a. ) hinzukommen

 

wechselnde, unbeständige Beschwerden

 

direkt oder indirekt (unbewusst) ersichtliche psych. Konflikte des Patienten

 

der Krankheitsverlauf entspricht den Vorstellungen

des Patienten von der Krankheit und nicht dem

"normalen" Krankheitsverlauf

 

Das Fehlen nachweisbarer organischer

Ursachen alleine berechtigt aber noch

nicht zur Unterstellung einer

psychosomatischen Erkrankung

 

ACHTUNG dazu müssen möglichst

konkrete Hinweise auf mögliche psych.

Belastungen vorliegen z:b. in der Familie, im Berufsalltag und anderen sozialen Kontexten

 

Sie merken vlt. selbst, das einige dieser Symptome auf Sie zutreffen können oder auch andere wiederum gar nicht. Hier ist eine diagnostische und fachgerechte Abklärung (auch differenzieldiagnostisch) unbedingt erforderlich, jedoch bitte von einem Psychologen bzw. Psychiater, aber nicht von einem Hausarzt o.ä.

Sie können sich an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für tiefenpsychologisch/ psychoanalytische Therapie oder psychosomatische Medizin in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. "tiefenpsychologisch/ analytische Ausbildung + Ort oder Facharzt für psychosomatische Medizin usw.) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen Ambulanz vereinbaren und dort vorstellig werden.

Des Weiteren könnenSie auch Hilfe bekomemn durch eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe. wo sich eine Gruppe mit dieser Beschwerdesymptomatik befindet erfahren Sie über Ihre Krankenkasse oder sogenannte Selbsthilfekontaktstellen ) gibt es in jeder größeren Stadt). Natürlich können Sie sich auch einem Selbsthilfeforum im Internet anschließen u.a. www.shg-psychosomatik.de usw.

 

Bitte denken Sie daran, diese beschriebene Symptomatik kann viele Ursachen haben, diese können sehr weit zurückliegen, aber es liegt alleine an Ihnen genügend Mut zu finden das genau heraus zu finden um sich dann damit auseinander setzen zu können. Eventuell sollten Sie ggf. auch über eine stationäre psychosomatische Behandlung nachdenken. Dort ist "fern vom Alltag" eine intensive Aufarbeitung der Hintergrundkonfliktproblematik sehr gut möglich.

Sie haben es Selbst in der Hand etwas zu tun und Ihre ersten Schritte auf einem neuen Feld, nämlich der Psychosomatik/ Psychotherapie zu gehen.

Ich hoffe, mit meinen Ausführungen konnte ich Ihnen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank