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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Ich schäme mich wahnsinnig vor mir selbst und weiß gerade nicht,

Kundenfrage

Ich schäme mich wahnsinnig vor mir selbst und weiß gerade nicht, wie ich lösungsorientiert damit umgehen soll.

Ich bin gerade wahnsinnig wütend auf mich selbst und schäme mich einfach.
Ich bin 26 und hatte vor 4 Wochen eine Operation da ich Gebärmutterhalskrebs hatte. Vor dieser Operation und in den 2 Wochen danach habe ich mich sehr stark mit mir selbst auseinander gesetzt, mit allen damit verbundenen Ängsten, Zweifeln aber auch mit der Tatsache, was ich selbst an der Situation zu verschulden habe.
Ich bin in meinem Leben nicht gut mit mir umgegangen, habe viel geraucht und mit Männern geschlafen, mit denen ich nicht in einer festen Beziehung war. Ich habe das leider auch oft gegen meine innere Stimme getan, warum? Weil mir meine Selbstachtung gefehlt hat und der Mut "nein" zu sagen.
In der Phase der Selbstreflektion habe ich mich mit diesen und vielen anderen Themen auseinandergesetzt, das Rauchen aufgehört, mir geschworen, meinen Körper nicht mehr zu "verkaufen" also "einfach so" herzugeben (auch wenn ich mich gerade so fühle, habe ich nie gewerblich mit jemandem geschlafen!!!). ich habe mich wohl mit meinen Entscheidungen und wohl bei mir gefühlt.
Und nun rutsche ich genauso wieder in diese Spirale
Ich habe wieder angefangen zu rauchen (nicht so viel wie vorher, aber die Tatsache an sich ist blöd genug), ich habe mir einem Mann geschlafen, bei dem mich alle vorher warnten (weil ich wieder meinte, das Gute in dem von anderen titulierten "Arschloch!" (ein hartes Wort,aber von den anderen bewusst gewählt) zu sehen, weil ich sensible Seiten an diesem "harten" Menschen sah, um dann herauszufinden, dass ich wieder nur eine "günstige Option" war. Ich habe dann eine Woche sehr darunter gelitten, gerade weil ich auch nach der Operation einfach Angst habe und mir mein Körper und meine Sexualität eigentlich heilig werden sollten.
Ich habe viel gegrübelt, viel geschrieben, dachte ich könnte damit umgehen. Und was mache ich dann? Ich schlafe wie aus reflex, weit von mir entfernt, wieder mit einem Menschen, für den ich zwar eine gute freundin bin, aber dem Sex an sich überhaupt nichts bedeutet.
Jetzt habe ich körperliche Schmerzen (das gefühl, als sei meine Gebärmutter wieder entzündet) und schäme mich in Grund und Boden. ich fühle mich, als habe ich wieder das "Urteil" ausgesprochen wieder krank zu werden und komme gerade nicht auf die Gedanken, die mir helfen nun mit der Situation umzugehen um Schritte in eine bessere Zukunft und Umgehensweise mit mir zu machen. Ich fühle mich, als habe ich meine neuen Prinzipien (die ja anscheinend einfach nur oberflächlich waren) gebrochen, schwach und einfach nur unzulänglich um dieses, mein leben auf die Reihe zu bekommen.

Ich schreibe hier, weil ich mich nichteinmal getraue mit jemandem über diese/meine Dummheit zu sprechen. Aber eine Lösung suche, wie ich jetzt weitermachen kann.

Und ich danke XXXXX XXXXX im Voraus, ich bewundere es, dass Sie sich Zeit nehmen!
Denn ich selbst bin einfach nur wütend und frage mich, wieso ich eigentlich so einen Knacks weg habe und würde mich am liebsten als "lebensunfähig" beschimpfen.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Natürlich können diverse psychische Probleme z.B. im Rahmen einer sogenannten Fehlanpasssung und auch unter Umständen ausgelöst durch psychische/ physische Überforderung zu autonomen (also somatisch unabhängigen) Schmerzen führen und eventuell auch auf eine emotional/ kognitive Fehlanpassung hindeuten und vorhandene psychische "Auffälligkeiten" z.B. neigung zu depressiven Reaktionen, Ängsten, unadäquaten sozialen Reaktionen, Suchttendenzen erneut z.T. auch verstärkt wieder auftreten. Jedoch ist es mir auf Grund der Explorationsadaten nicht möglich Ihnen hier eine grundlegende Diagnose zu geben nur kann ich eventuell Vermutungen darüber anstellen, was ess ein könnte.

Zum einen könnte es sich um eine Anpassungsstörung bei gemischten Gefühlen handeln (auch auf Grund der schweren Gebärmutter-OP) bei depressiv/ ängstlichen Reaktionsmustern jedoch auch um eine generalisierte Form der Angst = generalisierte Angststörung, eine gemischet Form von Angst und depressiven Reaktionen (Gefühl von magelndem Selbstbewusstsein ggf. Minderwertigkeitsgefühle usw. könne darauf hindeuten) oder auch um eine Somatisierungsstörung bzw. autonome funktionelle Schmerzstörung. Sie sehen das Diagnosebild kann ganz unterschiedlich durch die gleichen Symptome entstehen.

Ich möchte ein Mal versuchen, weil hier auch die Möglichkeit besteht, das es sich auch um eine Somatisierungsstörung (psychosomatische Erkrankung) handeln könnte bzw. eine funktionelle autonome Schmerzstörung, Ihnen an dem Beispiel ein Mal das Zusammenspiel von Körper und Psyche (also auch Schmerz) zu erläutern.

 

Am Anfang möchte ich Ihnen ein Zitat mit auf den Weg geben, der glaube den Umstand einer Somatisierungsstörung (psychosomatischen Störung = Psychosomatik) sehr gut beschreibt.

 

„Geh du vor, sagt die Seele zum Körper.

Auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er

auf dich.

Ich werde krank, dann wird er Zeit für

dich haben, sagt der Körper."

 

 

Mit Psychosomatik (altgr. Zusammensetzung psycho

für Atem, Hauch und Seele und soma für Körper, Leib

und Leben) wird in der Medizin die

Betrachtungsweise und Lehre bezeichnet, in der die

geistig-seelischen Fähigkeiten und Reaktionsweisen

von Menschen in Gesundheit und Krankheit in ihrer

Eigenart und Verflechtung mit körperlichen Vorgängen

und sozialen Lebensbedingungen in Betracht gezogen

werden

 

Bei psychosomatischen Störungen handelt sich

um zumindest erheblich psychogen

verursachte aber organisch anmutende

körperliche Symptome

 

Die Psychosomatik umfasst den gesamten

Bereich diffuser körperlicher

Missempfindungen bis hin zu nachweisbaren

organischen Schäden mit psychogener

Beteiligung

 

 

Psychosomatik = Syndrome ohne

fassbaren pathologischen Organbefund,

d.h. der psychische Anteil ist immer von

unterschiedlicher Art und Gewicht für

jeden einzelnen Patienten, was der

Psychosomatik immer etwas sehr individuelles

gibt und somit nicht immer allgemeingültig

sein kann

 

Wesentlich hierbei ist, das körperliche Symptom tritt auf, da die

Person unfähig ist, ihre Konflikte psychisch zu verarbeiten

 

In der heutigen Betrachtung der

Psychosomatik geht man von einem

bestehenden TRIAS zwischen dem

Individuum, seinen

Beziehungsgestaltungen sowie seiner

Umwelt aus ==>

Der psychosomatische Trias besteht aus

drei Ebenen (personelle Ebene,

zwischenmenschliche Ebene und

soziokulturelle Ebene) die auch für sich

wiederum einen Einfluss auf die Entstehung,

den Verlauf sowie die Prognose der

Krankheitsproblematik haben und in

Wechselwirkung miteinander stehen

 

Es stellt sich auch für Sie berechtigt die Frage, ab wann kann man eine Diagnose Somatisierungsstörung (somatoforme Störung oder auch psychosomatische Störung z.T. auch funktionelle autonome Schmerzstörung) stellen?

 

 

Grundlage der Diagnose sind natürlich erst Mal das

Vorliegen vegetativer Beschwerden

 

alle sog. klassischen psychosomatischen

Erkrankungen (z.B. „holy seven" z.B. Zwölffingerdarmgeschwüre, Bluthochdruck usw.)

 

das Auftreten der Symptome in Zeiten besonderer

Belastung oder körperlicher Reifungsprozesse wie

Schuleintritt, Pubertät, Berufseintritt, Todesfälle,

Wechseljahre, Midlife-Krise, Ehe etc.

 

 

das frühere oder gegenwärtige Vorliegen

neurotischer Symptome

(z.B. Angst,Depression,Zwanghaftigkeit usw.)

 

fehlender organischer Befund trotz intensiver

Untersuchung

 

wenn zum hauptsächlichen Leiden (Leitsymptom)

weitere vorwiegend funktionelle Symptome

(z.B. diffuse Beschwerden Herz-Kreislauf, Magen

Darm) hinzukommen

 

wechselnde, unbeständige Beschwerden

 

direkt oder indirekt (unbewusst) ersichtliche psych. Konflikte des Patienten

 

der Krankheitsverlauf entspricht den Vorstellungen

des Patienten von der Krankheit und nicht dem

"normalen" Krankheitsverlauf

 

Das Fehlen nachweisbarer organischer

Ursachen alleine berechtigt aber noch

nicht zur Unterstellung einer

psychosomatischen Erkrankung

 

ACHTUNG dazu müssen möglichst

konkrete Hinweise auf mögliche psych.

Belastungen vorliegen

 

In Ihrem Falle wäre ein erneute gründliche diagnostische Abklärung (da auch verschiedene Symptome eine Rolle spielen) von ungeheurer Wichtigkeit, da man erst ein Mal wissen sollte, worum es sich handelt um dann ggf. geeignete Behandlungsmaßnahmen einleiten zu können. Hierzu können Sie sich an einen neidergelassenen Psychiater oder Psychologen wenden, jedoch würde ich bei der Diagnostik von psychischen Symptomen (eventuellen Störungen) von der Durchführung beim Hausarzt abraten.
Eine Diagnostik kann ambulant oder auch während eines stationären Klinikaufenthalt (z.B. unterstützt durch Testdiagnostik) geschehen.

Sie können sich auch an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für tiefenpsychologisch/ psychoanalytische Therapie oder psychosomatische Medizin in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine Diagnostik (Abklärung um welche Form es sich genau handelt im Rahmen der Störung und Symptomatik, denn es gibt dort unzählige Formen) psychotherapeutische Behandlung in Ihrem Wohnumfeld hierfür in Frage kommen. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. "tiefenpsychologisch/ analytische Ausbildung + Ort oder Facharzt für psychosomatische Medizin usw. + größeren Ort z.B. Berlin, München, Köln ect.) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen Ambulanz vereinbaren und dort vorstellig werden.

Bitte denken Sie daran, diese beschriebene Symptomatik kann viele Ursachen haben und eine Bewältigungsversuch darstellen, diese können sehr weit zurückliegen, aber es liegt alleine an Ihnen genügend Mut zu finden das genau heraus zu finden um sich dann damit auseinander setzen zu können. Deshalb sind Sie nicht dumm oder gar verrückt und es ist keine schande sich helfen zu lassen.

Bitte lassen Sie sich professionell helfen und die ständige Selbstreflexion bringt Sie glaube auch nur bedingt an Ihr Ziel ein möglichst normales Leben zu führen.

 

Ich hoffe, mit meinen Ausführungen konnte ich Ihnen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank

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