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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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Meine Tochter (12) hat zwischendurch Ausraster, die sich dadurch

Kundenfrage

Meine Tochter (12) hat zwischendurch Ausraster, die sich dadurch äußern,dass sie uns beschimpft, Sachen durch die Gegend wirft und rumschreit. Ein Rankommen ist in diesen Situationen unmöglich und ich überlege, ob es angebracht ist einen Kinderpsychologen zu kontaktieren.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Wie vielen Eltern geht es auch Ihnen im Umfeld von Kindern und Jugendlichen, die oft Hilflos und mit Nichtverstehen („sie versteht einfach nicht was ich Ihr sagen will..") diesen und anderen Verhaltensweisen die zum Teil auffällig sind gegenüberstehen und dringend nach Hilfe suchen. Es ist erst ein Mal sehr löblich von Ihnen, dass Sie sich Sorgen machen um Ihre Tochter und dazu besteht aus meiner Sicht auch auf Grund der beschriebenen Verhaltensweisen (auch wenn diese ganz unbedeutend erscheinen mögen z.B. "ab und zu hat ja jedes junge Mädchen Mal eine solche Phase") und der berufspraktischen Erfahrung berechtigter Anlass. Denn allzu oft, werden doch schwer nachvollziehbare Verhaltensweisen z.T. auch allgemein nicht so auffälliges Verhalten wie z.B. unberechenbare Aggressionen, sozialphobische Tendenzen 0 gleich niemanden an sich heran lässt mit den Worten beschrieben wird "das ist doch Normalität und für die Pubertät typisch " auch gerade von Lehrern oder Betreuern beschrieben bzw. abgetan. Jedoch können diese Verhaltensmuster auch auf tiefgreifende unverarbeitete psychische Belastungen (z.B. traumatischen unverarbeiteten inneren Konfliktproblematik usw.) hinweisen oder als Ursache für eine noch nicht behandelte psychische Störung sich darstellen.

Das Problem ist nämlich, dass psychische Störungssymptome immer wieder auftreten können, auch wenn es den Betroffenen im Moment gut geht (Besserung in Sicht ist) und Sie keinerlei Beschwerden im Rahmen Ihrer Störungsreaktionen (Verhaltensreaktionen) haben und niemand kann sagen wann es das nächste Mal sein wird. Zum Teil potenzieren sich die Störungssymptome häufig und Sie werden unbehandelt schlimmer und halten länger an und bitte bedenken Sie dabei immer, jetzt ist Ihre Tochter noch zu einem gewissen Maße steuerbar (motivierbar, beeinflussbar im positiven Sinne), es hat noch keine weiterführenden Konsequenzen wegen des Alters gegeben oder gar Ihr Verhalten führte zu Schulverweigerungstendenzen. Aber bitte was ist, wenn Ihre Tochter z.B. 14 wird oder noch Älter ist, was ist dann mit der Schule bzw. der sozialen Interaktion ect.

Vielleicht aber sind es doch auf Grund massiver auch hormoneller Umstellungen hin zu einer heranwachsenden Frau hiermit verbundene Probleme, denn nicht jedes junge Mädchen ist glücklich darüber eine erwachsene Frau zu werden bzw. sich körperlich wesentlich zu verändern. Hier kommen auch endokrinologische Gesichtspunkte in Frage, d.h. sollten hormonelle Probleme frauenärztlich abgeklärt werden und ich möchte auf den besonderen Zusammenhang zwischen hormoneller (endokriner) Problematik und Verhaltensauffälligkeiten z.B. auch somatischer Natur (Kopfschmerz sowie auch falscher auch der Stressverarbeitung/ geringe Stressresitenz) hinweisen.

Gerade neuste Forschungen haben den engen Zusammenhang zwischen emotionalem Empfinden und Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenspiel mit endokrinen Vorgängen (also auch Hormonunterversorgungen oder Hormonunregelmäßigkeiten usw.) bestätigt und eventuell wäre deshalb auch über eine gesonderte frauenärztliche/ endokrine Untersuchung anzudenken.

Aus meiner Sicht ist eine dringende kinder- und jugenpsychiatrische bzw. psychologische Untersuchung notwendig um eine Behandlungsnotwendigkeit oder auch nicht festzustellen ggf. Ursache für die Verhaltensauffälligkeiten zu finden.

Sie können sich an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für Kinder u.- Jugendpsychologie oder Jugendpsychiatrie in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine Diagnostik (Abklärung um welche Form es sich genau handelt im Rahmen der psychischen Störung) und psychotherapeutische Behandlung (eventuell verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch) in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen.
Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für Kinder und Jugendpsychotherapie wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches oder tiefenpsychologisches Ausbildungsinstut für Kinder und Jugend + größere Orte in der Umgebung) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz für Kinder und Jugend vereinbaren und dort mit Ihrer Tochter vorstellig werden.

Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für Eltern auch für von Kinder und Jugendliche anzuschließen und von anderen Eltern und deren Erfahrungen zu lernen. Oft werden solche Elterngruppen über die Erziehungsberatungsstelle angeboten bzw. Sie erfahren hierzu weiteres auch über eine Selbsthilfekontaktstelle oder Krankenkasse, wo sich eine Gruppe in der Nähe befindet.

Natürlich können Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet besuchen u.a. http://www.schule-und-familie.de/, www.selbsthilfenetz.de/, www.eltern.de/, http://www.imedo.de/

Bitte tun Sie etwas und haben Sie keine Angst davor, was vielleicht die Umwelt meinen könnte, Sie wären vielleicht "schlechte Eltern" oder gar "Eltern die versagt haben in der Erziehung". Nein das sind Sie ganz und gar nicht, sondern Sie scheuen weder Kosten und Mühen um Ihrer Tochter adäquat bzw. rechtzeitig zu helfen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter "Kollege", (kurze Erklärung: ich bin der Ehemann der Frau die ihnen die Frage gestellt hat und selber Arzt). Ich wusste von der Anfrage und möchte eine "kurze" Erklärung dazu abgeben.
Ich verstehe ihre pauschale Antwort, da ich gerade einige Anfragen an sie und Antworten gelesen habe.
Sicher waren auch die Angaben knapp.
Ich hoffe dass unser Fall etwas dedizierter zu betrachten ist, wir suchen erst mal eine Hilfreiche Antwort.
Diese Aussetzer unserer Tochter treten nur bei uns zu Hause oder bei den Grosseltern in unserem Beisein auf, nicht in der Schule, beim Freunden oder Bekannten. Abgeschätzt ca. max. alle zwei Wochen oder seltener. Fast immer gab es für unsere Tochter vorher Stresssituationen in der Schule, Privat oder sie konnte wenig schlafen.
In den Situationen ist sie sehr aufgeregt und nur auf Konfrontation aus, will sich unbedingt durchsetzen. Später kann man gut mit ihr reden und sie kann dann ihre "sture" Reaktion reflektieren, kann aber in der nächsten Situation nichts ändern. Wir finden zur Zeit in den Situationen auch keinen Hilfe Ansatz. Im Großen und Ganzen kann man nur warten bis sie sich abgeregt hat, das ist aber nicht so leicht aufgrund des Verhaltens mit Beleidigungen und teilweise auch körperlich angedeuteten Aggressionen.
Uns stellt sich die Frage ob dies Verhalten normale Pubertät ist, oder ob es schlimmer werden wird und wie wir uns jetzt und ggf. bei Exazerbation verhalten sollen? Im allgemeinen ist unsere Tochter eine sensible liebe Person.
Wir bitten sie diese neuen Angaben zu Bedenken und uns einen Rat zu geben, was zu tun ist, evtl. jetzt schon oder ob das zwischenzeitliche "Übervorderungsverhalten" auch normal sein kann.

Vielen Dank für ihre Mühen im Vorraus.
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre erneuten Erläuterungen.

Natürlich hat ein psychisch bedingtes Überforderungsverhalten stets eine Ursache und aus meiner Sicht entspricht es auch keiner Normalität. Auch eventuelle nur die beginenende Adoleszenz kann hierfür nicht verantwortlich gemacht werden. Vor allem ist es in Hinblick auf eine Verschlechterung der Symptome wesentlich anzumerken, dass es sich hierbei um eine sich entwickelnde psychisch bedingte Verhaltensauffälligkeit handelt (bzw. sich eine psychische Störung entwickeln könnte). Leider sind hier auch trotz Ihrer Erläuterungen die Ursachen nicht zu explorieren und häufig kommt es auch unetr anderem zu Verahletensauffälligkeiten (ähnlich wie bei Ihrer Tochter), wenn durch zu hohen Leistungs- und Erwartungsdruck der Eltern die Kinder schlicht weg physisch/ psychisch überfordert sind und sich daraus sehr häufig psychische Fehlentwicklungen ergeben können. Es ist fachlich erst auch dann möglich verschiedene Verhaltensratschläge zu geben, wenn eine Diagnose gestellt ist und Sie als Mediziner würden doch auch erst ein Mal die Blutwerte kontrollieren bevor Sie Mal eben ein starkes Medikament entsprechend einer Diagnose geben um dies abzusichern. Deshalb (siehe obig gemachte Ausführungen) wäre hier doch eine Vorstellung bei einem Kinder- und Jugendpsychiater (also einem Kollegen von Ihnen) oder Kinder- und Jugendpsychologen aus meiner Sicht notwendig.

Ich hoffe, meine Ausführungen konnten Sie zufrieden stellen und ich wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

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