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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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Was kann ich bei PAS erkrankten Kindern machen?

Kundenfrage

Was kann ich bei PAS erkrankten Kindern machen?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll und interessant gestellte Frage.

Ihr Problematik kann ich als auch nicht sorgeberechtigter Vater eines Sohnes gut nachvollziehen und vor allem auch, wenn es solche Ausmaße annnimmt wie bei Ihnen, möchte ich versuchen Ihnen eine hoffentlich zufriedenstellende Antwort auf die PAS Problematik zu geben. Jedoch weiss ich nicht, ob Ihnen meine Ausführungen in allen Punkten dazu gefallen werden?

 

Sehr selten habe ich es in meiner Arbeit im Rahmen der Kinder- und Jugendpsychiatrie erlebt, das ein PAS- Syndrom zur Behandlung bzw. zur Disposition stand und es erhebliche Probleme verursachte hier auch in der gerichtlich/ gutachterlichen psychologischen Betrachtung zu einem Urteil zu kommen.


Im folgendem, möchte ich versuchen Ihnen das Thema etwas näher zu bringen, ohne jedoch hier die eigene Sicht auf diese Symptomatik zu verschweigen. Dies soll keine Wertung sein bzw. Ihre Bemühungen im Rahmen einer eventuellen Sorgerechtsausübung abmildern oder gar in Frage stellen.

In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass bei rechtlichen Fragestellungen, die sich aus meiner Betrachtung eventuell ergeben können, bitte eine Fachanwalt für Familienrecht zu rate gezogen wird, da dies in keinster Weise mehr meinem Ausbildungshintergrund entspricht.

 

Das Parental Alienation Syndrome (PAS) auf den Psychiaters Richard A. Gardner (schon bereit Ende der 80ziger Jahre) zurückgehende (entwickelte) Syndrom, geht aus von einem sehr wichtigen und richtigen Kernphänomen, nämlich der Beobachtung, daß ein Kind bei sich trennenden, scheidenden oder geschiedenen Eltern meist relativ plötzlich und ohne nachvollziehbare Gründe, sich von dem nicht-sorgeausübenden Elternteil und dessen Beziehungspersonen vollständig abwendet und nur noch mit dem Sorgeausübenden und dessen Beziehungsumwelt zu tun haben will. Gardner meint für dieses Phänomen ein Syndrom gefundenen zu haben, beschreibt es, versucht es zu erklären und macht Vorschlage zu seiner Behebung, die jedoch zu undifferenziert sind.

 

Das Konzept ist unter anderem verschiedentlich zu folgenden Gesichtspunkten zusammen zu fassen bzw. zu kritisieren.

 

(1) in seiner syndromalen Konstruktion problematisch und differentialdiagnostisch unausgegoren
(2) von grundlegenden, einengenden, einseitigen und damit falschen Annahmen und nicht begründeten empirischen Fakten getragen
(3) extrem parteiisch gegen die Sorgeausübenden und unkritisch für die Nichtsorgeausübenden (beide Elternteile tragen Ihren Anteil bei)
(4) in der "rechtspsychologisch-therapeutischen" Anwendung in sich unlogisch und widersprüchlich, wenn der Sorgeausübende seinerseits zum PAS-FallverursacherIn" gemacht werden kann
(5) einige Empfehlungen verkennen das Prinzip und Gebot der Verhältnismäßigkeit der Mittel
(6) die unkritische Anwendung dieses Konzeptes ist damit familien-rechtspsychologisch und für das Kindeswohl außerordentlich gefährlich

Wie so vieles enthält die Idee aber etwas Wahres und Nützliches, das im Einzelfall zum Nutzen des Kindeswohls hilfreich sein kann. Hier ist die Spreu vom Weizen zu trennen und vor allem darauf zu achten, das Kind nicht mit dem Badewasser auszuschütten. PAS-Fälle kommen sehr wahrscheinlich vor, wenn auch weit weniger oft in der propagierten Einseitigkeit..

Bevor man eine Störung sinnvoll beheben (ggf. behandeln) kann, muß man wissen, worin sie genau besteht, wie sie genau entstanden und aufrechterhalten wird und welche Möglichkeiten der Einflußnahme es gibt. Diese schwierigen Fragen stellen sich für Gardner nicht mehr stellt, da die/der Allein-Schuldige identifiziert ist als die / der überwiegend die Sorge ausübende. Diese Fälle mit überwiegender Schuld der / des überwiegend die Sorge ausübenden gibt es wohl, was aber ist mit den Fällen, in denen, die Nicht-Sorgeausübenden den Umgang mißbrauchen,.

 

(1) indem sie an der Sorgeausübung "arbeiten" und das Kind in schwere Loyalitätskonflikte stürzen
(2) indem sie dem Kind ständig ihre Sicht der Dinge unnachgefragt aufdrängen
(3) indem sie dem Kind voreilig die Akzeptanz und positive Wertschätzung ihrer neuen Partner- und Familiensituation aufdrängen
(4) indem das Kind mißbraucht wird, um die Partnergeschichte aufzuarbeiten
(5) indem das Kind vernachlässigt und abgeschoben wird?

Auf die Kinder wird überhaupt nicht mehr die geringste Rücksicht genommen. Die neue Ideologie im familienrechtlichen Kontext heisst: "der Umgang ist immer gut für das Kind und muß unter allen Umständen erzwungen werden, nötigenfalls mit einer Änderung des Sorge- bzw. des Aufenthaltsbestimmungsrechtes und dies ist auch in Deutschland nur gerichtlich möglich in einem Sorgerechtverfahren".

 

Bei einer mäßigen Form des PAS wird empfohlen, sowohl das Kind als auch den entfremdeten Elternteil durch spezielle Therapien zu begleiten. Wird der Kontakt zum Zielelternteil erschwert, müssen gerichtliche Regelungen getroffen werden, die sicher stellen, dass der Kontakt nicht völlig abbricht ==> ggf. Familientherpie z.B. in einer Erziehungsberatungsstelle oder über das Jugendamt begleitet


Fünf Prozent der von PAS betroffenen Kinder entwickeln ein schwere Form des PAS. Das Kind negiert den Zielelternteil und hat in der Regel gar keinen Kontakt mehr zu ihm. Die einzige Maßnahme, die hier zu einer Linderung führen kann, ist nach Gardner ein Sorgerechtswechsel der beiden Elternteile.

Manchmal muss das Kind aber auch in Pflegefamilien untergebracht werden, damit es sich langsam an den entfremdeten Elternteil annähern kann. Mit dem entfremdenden Elternteil kann dann eine Kontaktregelung vereinbart werden, wenn sichergestellt werden kann, dass das Kind nicht mehr manipuliert wird.

Offen bleibt, welche Auswirkungen das Kind in seinem späteren Leben dennoch zu tragen hat. Denn Fakt ist, dass ein Kind für eine gesunde Entwicklung beide Elternteile braucht, auch wenn sich die Eltern voneinander getrennt haben. Ein Kind hat das Recht auf Vater und Mutter.

Dies bleibt leider nie ohne Folgen (Spätfolgen) für die betroffenen Kinder und ein Konflikt von den Eltern wird auch bedingt durch dieses Syndrom auf dem Rücken der Kinder ausgetragen.
Bleibt das Kind als alleiniger Ansprechpartner des verbleibenden Elternteils zurück, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Kind in eine Rolle gedrängt wird, die keinesfalls seinem Alter oder seiner geistige Reife entspricht.
Es wird als seelische Stütze missbraucht oder übernimmt die Trösterrolle. Beides wird zu Überforderungen führen.
Die Manipulation, die zum PAS führt, wird als psychischer und emotionaler Kindesmissbrauch angesehen. Ein Elternteil benutzt das Kind dazu, sich an dem anderen zu rächen und ihm Schaden zuzufügen. Das Kind wird dadurch eines Teiles seiner Kindheit beschnitten, den es nie nachholen können wird: mit dem anderen Elternteil Zeit zu verbringen.
Die ständige Manipulation von Gefühlen und Meinungen kann im Erwachsenenalter zu einer brüchigen Identität führen, da der Erwachsene als Kind nie gelernt hat, zwischen eigener und fremder Wahrnehmung zu unterscheiden. Negative Selbsteinschätzung und ein geringes Selbstwertgefühl können Folgen des seelischen Missbrauchs sein, ebenso Essstörungen, Süchte und Depression.
Ein Kind, das am PAS leidet, hat nicht gelernt, zwischen guten und schlechten Verhalten zu differenzieren. Gut ist, was der geliebte Elternteil tut, per se schlecht ist, was der andere tut. Folglich wird es dem Kind als Jugendlichen schwer fallen, sich von dem geliebten Elternteil zu lösen, weil es keinen Gegenpart hat, an dem es sich orientieren kann. Er kann dadurch keine klare Identität erlangen, da er nie gelernt hat, sich im Bezug auf seine Eltern eine eigenständige Meinung zu bilden.
Ebenso kann es für ein von PAS betroffenes Kind später problematisch werden, tiefere Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen, je nachdem, wie erfolgreich der Entfremder war. Auch dies ist Folge eines nicht stattgefunden Ablösungsverhalten von beiden Elternteilen. Wahrscheinlich ist, dass der spätere Erwachsene Bindungen eingehen wird, in welcher er der Untergebene sein wird.
Vielleicht wird die Angst vor einer wiederkehrenden Abhängigkeit ihn aber davon abhalten, überhaupt eine Beziehung einzugehen.

 

Ich hoffe, meine Ausführungen konnten Ihnen weiter helfen und wünsche Ihnen für die Zukunft viel Kraft, Mut, Ausdauer und alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar

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