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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Hallo unser junge 15 jahre ist an einer sportschule,zuzeit

Kundenfrage

Hallo unser junge 15 jahre ist an einer sportschule,zuzeit ist er sehr lustlos auf schule u sport egal was er kommt einfach nicht in die gänge .ich weiß nicht wie ich ihm helfen kann
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre offene und ehrliche Frage und das entgegengebrachte Vertrauen.

Wie viele Eltern geht es auch Ihnen im Umfeld von Jugendlichen, die oft Hilflos und mit Nichtverstehen („sie verstehen einfach nicht was ich Ihm sage bzw. mitteilen möchte..") diesen und anderen Verhaltensweisen die zum Teil auffällig sind gegenüber. Es ist erst ein Mal sehr löblich von Ihnen, dass Sie sich Sorgen machen um Ihren Sohn und dazu besteht aus meiner Sicht auch auf Grund der Verhaltensweisen (auch wenn diese ganz unbedeutend erscheinen mögen, was Sie jedoch nicht sind) und der berufspraktischen Erfahrung berechtigter Anlass. Denn allzu oft, werden doch schwer nachvollziehbare Verhaltensweisen z.T. auch allgemein nicht so vordergründig auffälliges Verhalten (denn er wird ja z.B. vlt. seine sportlichen leistungen auf der Sportschule noch erbringen) wie z.B. niedriges Selbstvertrauen, schlechtes Selbstbild usw. sowie sozialphobische Tendenzen (emotionaler Rückzug) usw. "das ist doch Normalität und für die Pubertät typisch " auch gerade von Lehrern oder Betreuern (Sportlehrern) beschrieben bzw. häufig abgetan. Jedoch können diese Verhaltensmuster auch auf tiefgreifende unverarbeitete psychische Belastungen bzw. diverse Überforderungen (psychisch/ physisch) hinweisen oder als Ursache für eine noch nicht behandelte psychische Störung sich darstellen.

Das Problem ist nämlich, dass psychische Störungssymptome immer wieder auftreten können, auch wenn es den Betroffenen im Moment gut geht (Besserung in Sicht ist) und Sie keinerlei Beschwerden im Rahmen Ihrer Störungsreaktionen (Verhaltensreaktionen) haben und niemand kann sagen wann es das nächste Mal sein wird. Zum Teil potenzieren sich die Störungssymptome häufig und Sie werden unbehandelt schlimmer und halten länger an und bitte bedenken Sie dabei immer, jetzt ist Ihr Sohn noch zu einem gewissen Maße steuerbar, es hat noch keine weiterführenden Konsequenzen wegen des Alters gegeben (er muss vlt. die Sportschule verlassen usw.) oder gar Ihr Verhalten führte zu Schulverweigerungstendenzen, massiven Leistungsproblemen in der Schule (Notendurchschnitt verschlechtert sich enorm ect.). Aber bitte was ist, wenn Ihr Sohn z.B. 16 wird oder noch Älter ist, was ist dann mit der Schule bzw. der sozialen Interaktion ect.

Vielleicht aber sind es doch auf Grund massiver auch hormoneller Umstellungen hin zu einer heranwachsendem Mann hiermit verbundene Probleme (hier sollte man sich die Frage stellen, bekommt Ihr Sohn auf Grund seiner Sportart bestimmte leistungssteigernden Mittel, wo ja bekannt ist, das diese zu teilweisen depressiven Reaktionen führen können). Gerade das schlechte Selbstbild kann hier schnell zu einer besorgniserregenden psychischen Symptomatik sich entwickeln.

Gerade neuste Forschungen haben den engen Zusammenhang zwischen emotionalem Empfinden und Verhaltensauffälligkeiten (Aggression, depressive Reaktionsweisen, sozial gestörtem Interaktionsverhalten usw.) im Zusammenspiel mit endokrinen Vorgängen (also auch Hormonunterversorgungen oder Hormonunregelmäßigkeiten usw.) bestätigt und eventuell wäre deshalb auch über eine gesonderte endokrine Untersuchung anzudenken.

Aus meiner Sicht ist eine dringende kinder- und jugenpsychiatrische bzw. psychologische Untersuchung notwendig um eine Behandlungsnotwendigkeit oder auch nicht festzustellen ggf. Ursache für die Verhaltensauffälligkeiten zu finden. Leider ist es mir auch fachlich nicht möglich hier eine eventuelle Diagnose zu eruieren, da es hier unzählige Diagnosen geben kann, die bei der beschriebenen Symptomatik zutreffen könnten und eher zur weiteren Beunruhigung beitragen würden als zu Ihrer Hilfe dienen würden.

Sie können sich an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für Kinder u.- Jugendpsychologie oder Jugendpsychiatrie in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine Diagnostik (Abklärung um welche Form es sich genau handelt im Rahmen der psychischen Störung) und psychotherapeutische Behandlung (eventuell verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch) in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen.
Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für Kinder und Jugendpsychotherapie wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches oder tiefenpsychologisches Ausbildungsinstut für Kinder und Jugend + größere Orte in der Umgebung) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz für Kinder und Jugend vereinbaren und dort mit Ihrem Sohn vorstellig werden.

Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für Eltern auch für Jugendliche anzuschließen und von anderen Eltern und deren Erfahrungen zu lernen. Oft werden solche Elterngruppen über die Erziehungsberatungsstelle angeboten bzw. Sie erfahren hierzu weiteres auch über eine Selbsthilfekontaktstelle oder Krankenkasse, wo sich eine Gruppe in der Nähe befindet.

Natürlich können Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet besuchen u.a. http://www.schule-und-familie.de/, www.selbsthilfenetz.de/, www.eltern.de/, http://www.imedo.de/

Versuchen Sie Selbst ein Mal Ihrem Sohn, der gerade in diesem Alter etwas mehr Freiraum braucht auch Mal die Chance bekommen sollte sich auszuprobieren, los zu lassen und somit Ihr mehr Freiraum zu geben sich eigenständig zu entwickeln. Neben dem ganzen Leistungssport, der ja leider wohl wenig Freiräume lässt und Leistung ist nicht immer alles im Leben und vlt. kommen ja daher auch eventuelle Ursachen her. Dies tun Sie immer am Besten Schritt für Schritt und in enger Absprache mit Ihrem Sohn, so spürt Sie, dass Sie als Eltern Sie Ernst nehmen und in der Meinung (auch wenn diese auch Mal von ihrer Meinung abweicht) respektieren. Sollten Sie davor Angst haben dies nicht alleine zu bewältigen, können Sie hier auch die Hilfe einer Erziehungsberatungsstelle in Anspruch nehmen. Dort wird Ihnen meist ohne viel drum herum geholfen.

Bitte tun Sie etwas und haben Sie keine Angst davor, was vielleicht die Umwelt meinen könnte, Sie wären vielleicht "schlechte Eltern" oder gar "Eltern die versagt haben in der Erziehung". Nein das sind Sie ganz und gar nicht, sondern Sie scheuen weder Kosten und Mühen um Ihrem Sohn adäquat zu helfen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

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