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diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Mein Mann hat ber 2 Jahre an Depressionen gelitten war mehrmals

Kundenfrage

Mein Mann hat über 2 Jahre an Depressionen gelitten war mehrmals in einer Klinik und krank geschrieben. Seit Sept. hat er sich zum positiven verändert, er konnte wieder arbeiten gehn und war auch wieder fröhlich. Nun ist mein Mann seit 3 Wo. wie ausgewechselt, er schläft wenig, raucht viel zu viel, gibt Geld aus was wir nicht haben, Kauft teuere Sachen , ist sehr gereitzt, hektisch, sehr unruhig( hat Zucken in den Augen), pflegt sich nicht und ist wie aufgedreht. Ich habe Angst, dass er Manisch-Depressiv ist. Wie kann ich dieses beim Arzt abklären lassen, wenn er sich so verhält. Ist dies ein Notfall, wo er auch ohne Termin zum Arzt gehen kann???
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage.

Wie vielen Angehörigen (Lebenspartnerinnen) geht es auch Ihnen, auf Grund verschiedener Reaktions- und Verhaltensweisen, verändert sich das emotionale Befinden des Partners und Sie stehen diesem oft Hilflos gegenüber. Hier könnte es sich um eine bipolare Störung handeln, da von Ihnen ja beschrieben schon depressive Reaktionen bzw. Erkrankungsphasen bekannt sind.

Ich verstehe Ihr Problem. Leider ist bei der Manie häufig eine Zwangseinweisung (gegen den Willen des Betroffenen) notwendig, da der Erkrankte gerade durch die Hochphase ja keine Krankheitseinsicht zeigt, in keinster Weise motiviert ist ("es geht Ihm ja auch so gut") und an einer Therapie demzufolge auch kein Interesse zeigt. In vielen Fällen ist auch eine Abschirmung von sozialen Kontakten hilfreich und notwendig, da sich die Kranken oft durch problematisches Verhalten bleibenden sozialen Schaden zufügen. Der Umgang mit Ihrem Mann sollte Sie sich nicht provozieren lassen, Ihn nicht konfrontieren sondern deeskalierend vorgehen, da manische Patienten auch unter Umständen derart Ihre Persönlichkeit verändern, das Sie gewalttätig werden können. Da eine Manie häufig zu zumindest zeitweiliger Schuldunfähigkeit und fehlender Geschäftsfähigkeit führt, ist es dringend notwendig dass Ihr Mann sich in eine Behandlung begibt. Bei schwerem um rezidivierenden Verlauf kann auch eine gesetzliche Betreuung notwendig sein. Ich kann Ihnen nur empfehlen, wenn Ihr Mann wieder sozialgefährdende Verhaltensweisen zeigt, die Polizei zu rufen und den Fall zu schildern. Da eine Selbst/Fremdgefährdung vorliegt, kann dann eine Einweisung gegen seinen Willen nach dem PsychKG erfolgen und dort werden dann auch beim Vorliegen einer ausgeprägten Manie bzw. in Ihrem Falle ist nur die Manie die eigentliche Phase einer bipolaren Störung im Rahmen der diagnostischen Abklärung weitere Maßnahmen eingeleitet. Da rein manische Verläufe nur bei ca. 5% der affektiven Störungen vorkommen und Sie ja im Vorfeld eine depressive Erkrankung schildern.

Nachfolgend habe ich ein mal versucht Ihnen die primären Symptome einer bipolaren Erkrankung bei einer manischen Phase zusammenzustellen und vlt. können Sie auch ein Mal vergleichen ob diese Symptome (Kriterien) passen oder auch nicht passen.

Kriterien für eine manische Episode innerhalb einer bipolaren Erkrankung

A. Eine ausgeprägte Periode abnormer und ständiger gehobener, überschwänglicher oder gereizter Stimmung, die über eine Woche dauert (oder Krankenhausaufenthalt).

 

B. Während der Periode der Stimmungsstörung halten drei (oder mehr) der folgenden Symptome bis zu einem bedeutsamen Grad beharrlich an (mindestens vier, falls die Stimmung nur gereizt ist)

  1. übertriebenes Selbstbewusstsein oder Größenwahn
  2. verringertes Schlafbedürfnis (z. B. Erholungsgefühl nach nur drei Stunden Schlaf)
  3. gesprächiger als üblich oder Drang, zu reden
  4. Ideenflucht oder subjektives Gefühl, dass die Gedanken rasen
  5. Zerstreutheit (Aufmerksamkeit wird zu leicht zu unwichtigen oder belanglosen externen Reizen gezogen)
  6. Zunahme zielgerichteter Aktivitäten (entweder sozial, am Arbeitsplatz oder in der Schule oder sexuell) oder psychomotorische Unruhe
  7. exzessive Beschäftigung mit angenehmen Tätigkeiten, die höchstwahrscheinlich negative Folgen hat (z. B. ungehemmter Kaufrausch, sexuelle Taktlosigkeiten oder törichte geschäftliche Investitionen)

C. Die Symptome werden nicht besser durch die Kriterien der gemischten Episode beschrieben.

 

D. Die Stimmungsstörung ist hinlänglich schwer, um eine ausgeprägte Beeinträchtigung in beruflichen Aufgabengebieten oder unübliche soziale Aktivitäten oder Beziehungen mit anderen zu bewirken oder sie erfordern einen Krankenhausaufenthalt, um Selbst- oder Fremdschädigung zu verhindern, oder es gibt andere psychotische Merkmale.

 

E. Die Symptome sind nicht durch direkte physiologische Effekte einer Substanz (z. B. Drogenmissbrauch, Medikamente oder andere Behandlungen) oder eine generelle medizinische Verfassung (z. B. Überfunktion der Schilddrüse) verursacht.

 

Nur ein geringer Teil aller bipolar Erkrankten wird derzeit korrekt diagnostiziert und folgende Hürden erschweren oft eine Diagnose.

  • 30 % Mischzustand: Lediglich knapp die Hälfte aller Manien ist entgegen weit verbreiteter Ansicht und Darstellung durch Euphorie („himmelhoch-jauchzend") gekennzeichnet. Oft gehen gleichzeitig depressive Symptome mit einher, die letztlich (zu 40 %) in einen Mischzustand münden können. Wenn diese Mischsymptomatik nicht als solche erkannt wird, kommt es schnell zu Fehldiagnosen.
  • Verbreitete Beschreibungen nennen finanziellen Ruin, Bedenkenlosigkeit bei Trennungen und Wahn bei Manien als typische Elemente, so dass Manien, die diese Phänomene nicht aufweisen, nicht als solche wahrgenommen werden.
  • In der Manie kommt es vielfach zu exzessivem Alkohol- oder Drogenkonsum, so dass eine Bipolare Störung vorschnell als Alkohol- oder Drogenabhängigkeit eingeordnet wird.
  • Wenn Suchtkrankheiten als Komorbidität vorkommen, besteht eine erhöhte Gefahr, dass die Grunderkrankung verschleiert wird.
  • Depression: Eine „rezidivierende unipolare Depression" ist die häufigste Fehldiagnose bei Bipolaren Störungen. Dies kommt daher, weil hypomane Phasen meist nicht als solche erkannt, berichtet oder erfragt werden.
  • Schizophrenie: Psychotische Symptome, die bei schweren Manien auf deren Höhepunkt vorkommen können, führen oft zur Fehldiagnose einer Schizophrenie oder einer schizoaffektiven Störung.

Daher sollte eine diagnostische Abklärung immer in einer Universitätsklinik bzw. Fachklinik für Psychotherpie und Psychiatrie durchgeführt werden und durch testpsychologische Verfahren begleitet werden. Auch sollte der Kollege über genügend Berufserfahrung verfügen, denn siehe oben, werden häufig diagnostische Fehler bei der Diagnoseerstellung gemacht. Nur leider setzt diese Untersuchung der Symptomatik die Einwilligung des Bertroffenen voraus.

 

 

Wichtig ist in Ihrem Falle sich auch Selbst Hilfe zu suchen, wenn Sie der psychischen Belastung nicht mehr gewachsen sind. Dies kann im professionellen Rahmen über den Kontakt mit einem Dipl.- Psychologen geschehen oder Sie schließen sich einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von bipolare Störungen an. Wo sich eine solche Gruppe in Ihrer Nähe befindet erfahren Sie über die Krankenkasse oder soganennte Selbsthilfekontaktstellen (gibt es in jeder größeren Stadt).

 

Bitte lassen Sie keine unnötige Zeit vergehen und wenn notwendig veranlassen Sie geeigente Maßnahmen (z.B. Kontosperrung für Ihren Mann, zerschneiden die EC- Karte usw.) bzw. lassen Ihren Mann Zwangseinweisen auch gegen seinen Willen. Sein Sie konsequent und lassen sich eventuell von ihrem sozialen Umfeld dabei helfen (z.B. Kinder, Schwager/ Schwägerin) bzw. suchen Sie sich Hilfe über den Sozial-Psychiatrischen- Dienst (SPD) des Landkreises (erfahren Sie über das Gsundheitsamt). Diese letztgenannte Behörde ist dafür zuständig Ihnen zu helfen.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas helfen und wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg.

Mit freundlichem Gruß

 

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

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