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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Meine Tochter ist 15,5 Jahre alt und ist in der 11. Klasse

Kundenfrage

Meine Tochter ist 15,5 Jahre alt und ist in der 11. Klasse G8. Sie hat massive Probleme mit der Konzentration, denkt ständig an den Tod, tut sich ständig selbst an den Fingern verletzen bis sie entzündet sind. Gerät dermaßen in Panikattacken vor der Klausur, obwohl sie von der Intelligenz her, die Arbeit mit Sicherheit packen wird. Sie verzweifelt an der kalten Gesellschaft und meint, dass sie den Anforderungen dieser Leistungsgesellschaft nicht packen wird und deshalb das Leben keinen Sinn hat. Sie möchte auf Biegen und Brechen Medizin studieren, was bei íhr noch mehr negative Auswirkung bringt, da sie wegen der Numerus Clausus sich richtig noch mehr Eigendruck verschafft. Bei ihr ist der Wille zur Leistung sehr groß, aber es scheitert an der Durchführung. Dadurch schließt sich der Kreis. Sie wird noch verzweifelter und auch immer aggresiver - gegenüber sich selbst und ihrer Umgebung. Sie analysiert selbst ihre Schwächen, aber sagt immer, dass keiner sie versteht und dass eine Änderung schon zu spät sei. Wie kann ich als Mutter ihr helfen? Ist ihr Verhalten ein normales Pubertätsverhalten oder geht es schon in Richtung Depression? Vielen Dank für Ihre Unterstützung.


 


Auf ihren Wunsch war ich mit ihr bei einer Psychologin. Nach 3 Sitzungen brachen wir die Behandlung ab, weil sie sich der Psychologin gegenüber nicht öffnen konnte. Sie erzählt mir immer ihre Gefühle, obwohl sie dann ständig sagt, dass keiner sie versteht. Wichtig für mich ist ebenfalls zu wissen, wie ich mich verhalten muss, damit sich ihren Zustand nicht verschlimmert. Wie viel Hilfeleistung (auch in der Schule) muss oder ob überhaupt gegeben werden, damit die Panikattacken (Schreien, Selbstverletzung etc) nicht schlimmer werden? Hat zuviel Geduld negative Auswirkung auf diese Jugendliche? Ich möchte auch nicht, dass sie meint, sie kann sich alles erlauben. Auf der anderen Seite versuche ich ihre Gefühle zu verstehen.

Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre offene und ehrliche Frage und das entgegengebrachte Vertrauen.

Wie viele Eltern geht es auch Ihnen im Umfeld von Jugendlichen, die oft Hilflos und mit Nichtverstehen („sie versteht einfach nicht was ich Ihr sage bzw. mitteilen möchte..") diesen und anderen Verhaltensweisen die zum Teil auffällig sind gegenüber. Es ist erst ein Mal sehr löblich von Ihnen, dass Sie sich Sorgen machen um Ihre Tochter und dazu besteht aus meiner Sicht auch auf Grund der Verhaltensweisen (auch wenn diese ganz unbedeutend erscheinen mögen, was Sie jedoch nicht sind) und der berufspraktischen Erfahrung berechtigter Anlass. Denn allzu oft, werden doch schwer nachvollziehbare Verhaltensweisen z.T. auch allgemein nicht so auffälliges Verhalten wie z.B. niedriges Selbstvertrauen, schlechtes Selbstbild usw. aber auch das selbstverletzende Verhalten sowie sozialphobische Tendenzen usw. "das ist doch Normalität und für die Pubertät typisch " auch gerade von Lehrern oder Betreuern beschrieben bzw. häufig abgetan. Jedoch können diese Verhaltensmuster auch auf tiefgreifende unverarbeitete psychische Belastungen hinweisen oder als Ursache für eine noch nicht behandelte psychische Störung sich darstellen.

Das Problem ist nämlich, dass psychische Störungssymptome immer wieder auftreten können, auch wenn es den Betroffenen im Moment gut geht (Besserung in Sicht ist) und Sie keinerlei Beschwerden im Rahmen Ihrer Störungsreaktionen (Verhaltensreaktionen) haben und niemand kann sagen wann es das nächste Mal sein wird. Zum Teil potenzieren sich die Störungssymptome häufig und Sie werden unbehandelt schlimmer und halten länger an und bitte bedenken Sie dabei immer, jetzt ist Ihre Tochter noch zu einem gewissen Maße steuerbar, es hat noch keine weiterführenden Konsequenzen wegen des Alters gegeben oder gar Ihr Verhalten führte zu Schulverweigerungstendenzen, massiven Leistungsproblemen in der Schule (Notendurchschnitt verschlechtert sich enorm ect.). Aber bitte was ist, wenn Ihre Tochter z.B. 16 wird oder noch Älter ist, was ist dann mit der Schule bzw. der sozialen Interaktion ect.

Vielleicht aber sind es doch auf Grund massiver auch hormoneller Umstellungen hin zu einer heranwachsenden Frau hiermit verbundene Probleme, denn nicht jedes junge Mädchen ist glücklich darüber zu menstruieren bzw. sich körperlich wesentlich zu verändern. Gerade das schlechte Selbstbild kann hier schnell zu einer Pubertätsmagersucht oder anderen Essstörung führen die für sich nur eine andere Form der Selbstverletzung darstellt (nur etwas unauffälliger bzw. subtiler) führen und in völliger Nahrungsverweigerung enden. D.h. hier sollten Sie besonders drauf achten in den nächsten Monaten.

Gerade neuste Forschungen haben den engen Zusammenhang zwischen emotionalem Empfinden und Verhaltensauffälligkeiten (Aggression, depressive Reaktionsweisen, sozial gestörtem Interaktionsverhalten usw.) im Zusammenspiel mit endokrinen Vorgängen (also auch Hormonunterversorgungen oder Hormonunregelmäßigkeiten usw.) bestätigt und eventuell wäre deshalb auch über eine gesonderte frauenärztliche/ endokrine Untersuchung anzudenken.

Aus meiner Sicht ist eine dringende kinder- und jugenpsychiatrische bzw. psychologische Untersuchung notwendig um eine Behandlungsnotwendigkeit oder auch nicht festzustellen ggf. Ursache für die Verhaltensauffälligkeiten zu finden. Leider ist es mir auch fachlich nicht möglich hier eine eventuelle Diagnose zu eruieren, da es hier unzählige Diagnosen geben kann, die bei der beschriebenen Symptomatik zutreffen könnten und eher zur weiteren Beunruhigung beitragen würden als zu Ihrer Hilfe dienen würden.

Sie können sich an einen ambulant niedergelassenen Kollegen (Psychologin oder Psychologen) mit einer Zusatzqualifikation für Kinder u.- Jugendpsychologie oder Jugendpsychiatrie in Ihrer Nähe wenden und einen Termin ausmachen. Die Kosten dafür werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen. Über die Krankenkasse erfahren Sie auch ohne Probleme welche Kollegen für eine Diagnostik (Abklärung um welche Form es sich genau handelt im Rahmen der psychischen Störung) und psychotherapeutische Behandlung (eventuell verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch) in Ihrem Umfeld hierfür in Frage kommen.
Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut für Kinder und Jugendpsychotherapie wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben z.B. verhaltenstherapeutisches oder tiefenpsychologisches Ausbildungsinstut für Kinder und Jugend + größere Orte in der Umgebung) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz für Kinder und Jugend vereinbaren und dort mit Ihrer Tochter vorstellig werden.

Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe für Eltern auch für Jugendliche anzuschließen und von anderen Eltern und deren Erfahrungen zu lernen. Oft werden solche Elterngruppen über die Erziehungsberatungsstelle angeboten bzw. Sie erfahren hierzu weiteres auch über eine Selbsthilfekontaktstelle oder Krankenkasse, wo sich eine Gruppe in der Nähe befindet.

Natürlich können Sie sich auch im Internet bestimmten hierzu bestehenden Foren im Internet besuchen u.a. http://www.schule-und-familie.de/, www.selbsthilfenetz.de/, www.eltern.de/, http://www.imedo.de/

Versuchen Sie Selbst ein Mal Ihre Tochter, die gerade in diesem Alter etwas mehr Freiraum braucht auch Mal die Chance bekommen sollte sich auszuprobieren, los zu lassen und somit Ihr mehr Freiraum zu geben sich eigenständig zu entwickeln. Dies tun Sie immer am Besten Schritt für Schritt und in enger Absprache mit Ihrer Tochter, so spürt Sie, dass Sie als Eltern Sie Ernst nehmen und in Ihrer Meinung (auch wenn diese auch Mal von ihrer Meinung abweicht) respektieren. Sollten Sie davor Angst haben dies nicht alleine zu bewältigen, können Sie hier auch die Hilfe einer Erziehungsberatungsstelle in Anspruch nehmen. Dort wird Ihnen meist ohne viel drum herum geholfen.

Bitte tun Sie etwas und haben Sie keine Angst davor, was vielleicht die Umwelt meinen könnte, Sie wären vielleicht "schlechte Eltern" oder gar "Eltern die versagt haben in der Erziehung". Nein das sind Sie ganz und gar nicht, sondern Sie scheuen weder Kosten und Mühen um Ihrer Tochter adäquat zu helfen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

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