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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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hallo mein mann hat eine schizoaffektive st rung er war bis

Kundenfrage

hallo mein mann hat eine schizoaffektive störung er war bis vor einer woche in einer psychatrie und bekommt jetzt zuprexa aber ich merke immer noch keine verbesserrung wie soll ich mit ihm umgehen wenn er wieder wahnvorstellung hat oder über wirres zeug redet er denkt die ganze zeit nur noch über gott nach und ist für andere themen gar nicht mehr sprechbar wie soll ich den reagieren ?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für den Mut eine so vertrauensvolle Frage zu stellen.

Es ist erst ein Mal sehr viel Wert, dass Sie ein Poblem erkennen, das Sie mit einem Angehörigen (Ehemann) haben, auch wenn dieser es nicht so einsehen mag, d.h. nicht auf dem Wege sind Co.- abhängig zu sein bzw. zu werden. Sie ignorieren nicht, sondern Sie haben den Mut zur Auseinandersetzung bzw. geben Ihren Angehörigen trotz seines Wahns (der schizoaffektiv ist) nicht auf, versuchen Ihm zu helfen. Jedoch können Sie dies nur bis zu einem gewissen Punkt tun und sollten dabei immer auch auf Ihre Grenzen achten. Bitte schwimmen Sie nicht im schizoaffektive psychotischen Zustand mit, bleiben Sie bestimmt, sonst werden Sie von Seiten Ihres Ehemanns noch Teil des Wahns bzw. seiner psychotischen Gedankenwelt.

Ein Betroffener der unter einem solcher Krankheit leidet, denkt, ihre sozialen Beziehungen zu anderen Menschen sind beeinträchtigt und anderen Personen würden sie beleidigen oder erniedrigen wollen, während dies für andere Menschen nicht wahrgenommen wird. Also ist die Scheinignoranz ein typisches Symptom was Ihr Ehemann zurzeit zeigt und so tun mag als ob es dem Wahn nicht gebe, trotzdem redet er "wirres Zeug und mit Gott" dies führt zu einer immer bedrohlicheren Fehlwahrnehmung und Realitätsverzerrung. Daher ist schnellstmögliches handeln dringend notwendig so eine Situtaion für Sie nicht mehr kontrollierbar ist.

Sie haben die Möglichkeit, so eine Wahnsymptomatik vorliegt und sich daraus ohne viel hypothetisch zu sein, eine akute Eigen- und Fremdgefährdung sich ergibt, den Notarzt zu verständigen und dieser weisst so hart es klingt, Ihren Angehörigen auch gegen seinen Willen anch PsychKG ein. Weiterführend kann es sogar bis hin zu einer geschlossenen Unterbringung kommen.

Natürlich können Sie sich Selbst an einen niedergelassenen Psychiater oder Psychologen in Ihrer Nähe wenden. wer hierzu in farge kommt, erfahren Sie über die zuständige Krankenkasse. Des Weiteren können Sie und meist geht es da mit Terminen wesentlich schneller, sich an ein in der Nähe befindliches psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine eingeben + entsprechendem Ort in Ihrer Nähe) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren. Es besteht für Sie auch die Möglichkeit sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Wo sich eine eventuell in Frage kommende Gruppe für Angehörige befindet, erfahren Sie über Ihre Krankenkasse oder sogenannte Selbsthilfekontaktstellen. Natürlich können Sie Ihr Wissen und die Bedeutung des richtigen Umgangs mit Betroffenen auch im Internet erweitern. Hierzu möchte ich Ihnen unter anderem folgende Seiten empfehlen (jedoch ohne Anspruch auf Vollständigkeit): http://www.seelenwelten.de/, http://www.schizophrenie-netz.de/

Auf Grund der beschriebenen Symptome haben Sie für Ihren Angehörigen gesprochen bei weiterer Verschlechterung jederzeit sich rund um die Uhr in einem psychiatrischen Krankenhaus (Fachklinik, Uniklinik) vorzustellen und haben egal wann ein Recht auf Hilfe und Behandlung.

Bitte tun Sie etwas und lassen nicht unnötig lange Zeit verstreichen oder lassen sich gar von schönen Worten, es ist doch alles nicht so schlimm des Betroffenen ablenken. Dieser Betroffene braucht Hilfe und kann auf Grund seiner Erkrankung auch Selbst für sich nicht mehr in der Realität handeln.

Ich hoffe, meine Ausführungen konnten Ihnen etwas weiter helfen und ich wünsche Ihnen für Ihre weitere Zukunft viel Kraft, Mut und alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
er war schon 3 wochen in einer psychatrie meine frage war wie soll ich mit ihm umgehen wenn er wieder anfängt von gott und irrealem zeug redet wie soll ich reagieren wie kann ich ihm begreiflich machen das er wirklich eine krankheit hat. so das er sich nicht von mir unter druck gesetzt fürhl er hat ja jetzt medikamente verordn et bekommen zyprex die er auch einnimmt aber er ist noch nicht immer wieder in der realität und ich weiss nicht was besser ist wenn er mit mir über seine wahnvorstellungen redet soll ich ihm es versuchen auszureden oder ihn versuchen zu verstehen? was ist die bessere methode auf den tisch hauen und deutlicher werden der einfach immer mit geduld zuhören? was hilft?
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

 

vielen Dank für Ihre erneute Frage.

 

Aus meiner Erfahrung in der praktischen Arbeit hat sich sehr oft gezeigt, das ein "mit schwimmen" im Wahn (Psychose) häufig besser ist, als gegen den Wahn des Angehörigen (Partners) anzukämpfen und eventuell noch eine Eskalation zu riskieren. Sie sollten Wissen, dass Ihr Mann an das was er sagt glaubt und davon überzeugt ist und Sie können nur das Eine tun, z.B. die regelmäßige Medikamenteneinnahme kontrollieren. Viel darüber zu streiten, vlt. noch Vorhaltungen zu machen in Form, "das ist doch alles nicht die Wahrheit bzw. es gibt doch keinen Gott usw." hilft rein gar nichts.

 

Anhand meiner Erfahrungen habe ich Ihnen nachfolgend ein klein wenig Hilfsmaterial zusammengestellt und Sie können vlt. dies für den alltäglichen Umgang mit Ihrem Mann nutzen.

 

1. Auf sich selbst achten und Orientierung geben
Wenn eine Psychose mit einer Verunsicherung des inneren Selbst, vielleicht auch mit dem Verlust der eigenen Grenzen einhergeht, dann macht es keinen Sinn, wenn Mitmenschen „selbstlos" sind und handeln. Es ist zwar wichtig, Rücksicht zu nehmen und die Erkrankten immer wieder so selbstverständlich wie möglich ins Familienleben einzubeziehen.

 

2. Gleichzeitigkeit beachten auf die Entwicklung
Wenn eine Psychose auch so etwas ist wie ein Rückgriff auf frühere Entwicklungsstufen ist, die aktuell (scheinbar) mehr Sicherheit bieten, dann wird so möglicherweise ein tieferer seelischer Konflikt vorübergehend unterlaufen, zugleich aber auch verschärft.

 

3. Chancen sehen das Rätsel zu verstehen
Wenn Psychosen Rätsel aufgeben, dann steckt darin auch für Angehörige die Chance, mehr über sich selbst, die Wahrnehmungen des anderen und die Bedingungen des Zusammenlebens zu erfahren. Das kann schmerzhaft und befreiend sein. Die psychotische Kommunikation ist vielleicht der einzige Ausweg.

 

4. Standhaft sein bei Existenzgefährdung
Wenn eine Psychose zum Verlust der eigenen Grenzen führt, kann das große Gefahr bedeuten. Eher für den Betreffenden selbst, seltener auch für andere.

 

5. Dabei sein (Antel nehmen) durch Geduld und Gelassenheit
Wenn Psychosen mit panischen Ängsten verbunden sind, dann können sich diese quasi "durch die Poren" auf andere übertragen. Das macht es schwer, Notwendiges zu verwirklichen: zuversichtliche Gelassenheit und Geduld, räumliche Geborgenheit, Ruhe ohne neue angstauslösende Reize, körperliche Nähe ohne Grenzüberschreitung, Anwesenheit ohne Forderung.

 

6. Kontakt durch Rückzug als Schutz
Wenn eine Psychose zum Abbruch (fast) aller Kontakte führt, dann kann man das auch als Flucht oderSchutz vor Überforderung durch ein Zuviel an Beziehung(en) verstehen. Das jeweils bekömmliche Maß an Nähe und Distanz kann jeder Mensch nur für sich selbst herausfinden und immer wieder ins Gleichgewicht bringen.

 

7. Balance von Nähe und Distanz
Wenn eine Psychose aus menschlicher Isolation erwächst oder sich darin verstärkt, dann folgt daraus die Notwendigkeit und Schwierigkeit, den Kontakt zu halten oder (wieder) herzustellen. Dazu braucht es oft ein langwieriges Ringen. Angehörige sind in dieser Situation besonders gefordert. Auch scheinbar banale Kontakte können bedeutsam sein, wenn sie „selbstverständlich" sind. Auch seltene Kontakte können Halt geben, wenn sie verlässlich sind. Alltägliche Kontakte zu Nachbarn, zum Postboten oder zu einer Verkäuferin usw. haben den Vorteil, dass sie „ungefährlich" sind.

 

8. Grenzen des Verstehens respektieren
Wenn ein Mensch sich in der Psychose unverständlich macht, so schützt er sich damit auch vor dem Verstandenwerden: Er prüft gewissermaßen das Bemühen der anderen um Verständnis und entflieht gleichzeitig in einen Bereich, in den letztlich niemand folgen kann. Um Verständnis zu ringen, ohne Verstehbarkeit zu fordern, Eigenheit und Schutzbedürfnis zu respektieren, ohne den anderen zu bedrängen, erfordert Gelassenheit und innere Ruhe.

Ich hoffe. meine Ausführungen konnten Ihnen wieder etwas weiter helfen und wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank