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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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diplompsychologe ist jetzt online.

Als Kind habe ich immer von meinen Eltern zu h ren gekriegt,

Kundenfrage

Als Kind habe ich immer von meinen Eltern zu hören gekriegt, dass ich viel zu oft aufs Klo gehe, und dass man eigentlich den ganzen Tag nich aufs Klo braucht. Ich habe mir angewöhnt, zu jeder Gelegenheit aufs Klo zu gehen, um sicher zu gehen. Auch heute gehe ich immer zu bestimmten Tageszeiten aufs Klo, und wenn ich mich mal nicht danach richten kann, habe ich die ganze Zeit Angst, nicht rechtzeitig aufs Klo zu können. Als ich mal ausprobiert habe, wie lange ich nicht aufs Klo zu gehen brauche, fühlte ich irgendwann etwas im Unterleib, aber ich konnte das irgendwie nicht einordnen. Ich wusste nicht, was mein Körper mir sagen will. Ich kenne es nur noch so, dass ich zu bestimmten Uhrzeiten aufs Klo gehe, und das bestimmt meinen gesamten Tagesablauf.
Woher weiß man, ob man aufs Klo muss? Und wie lange man noch warten kann?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 6 Jahren.


Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die
offene Fragestellung. Ich möchte mich bemühen Ihnen punktuell eine
Hilfestellung zu geben.



Die von Ihnen dargestellten Verhaltensweisen sind die
Folge von negativen automatischen Gedanken zum Toilettengang durch die Erziehung
Ihrer Eltern. Diese Gedankenautomatismen haben sich bis ins Erwachsenenalter
manifestiert und um eine Änderung herbeizuführen ist eine Verhaltenstherapie (ABC-Methode
nach Ellis) anzuraten.



Eine Rational-Emotive
Verhaltenstherapie baut auf der sogenannten ABC-Theorie psychischer Störungen
auf: A steht dabei für activating event oder adversity (Widrigkeit,
unerwünschtes Ereignis), B für beliefs oder belief systems und C für (emotional/
behavioral) consequences. Diese beeinflussen sich wechselseitig stark. Ein
unerwünschtes (äußeres oder innerpsychisches) Ereignis (A) wird aufgrund
bestimmter bewusster oder unbewusster Überzeugungen, die in der Situation
aktiviert werden, bewertet (B). Erst diese Bewertungen (sog. hot cognitions)
der Ereignisse führen als Konsequenz (C) zu emotionale Reaktionen und
Verhaltensweisen.



Nach Ellis
werden emotionale Störungen, also intensive und/oder langanhaltende negative
Gefühle, die zu dysfunktionalen Verhaltensweisen führen, durch in einer
Situation aktivierte „irrationale" Überzeugungen bzw. Bewertungsmuster bedingt.
Als „irrational" bezeichnet man Überzeugungen, wenn sie subjektiv belastend
sind und die Verwirklichung der eigenen Lebensziele behindern. Die
„irrationalen Überzeugungen" führen dann zu „ungesunden negativen Emotionen"
wie Angst, Depressionen, Wut und Schuldgefühlen. „Rationale" Überzeugungen
hingegen führen zu Emotionen und Verhaltensweisen, die in der Regel ebenfalls
unangenehm, aber zielführend und hilfreich sind, wie Besorgnis, Trauer,
Verdruss und Bedauern - also „gesunde negative Emotionen". Nach Ellis werden
Menschen bereits mit einer Disposition zu irrationalem Denken geboren.
Irrationale Bewertungsmuster werden dann in aktuell belastenden
Lebenssituationen aktiviert, man spricht von kognitiver Vulnerabilität. In der
Therapie wird dann zum Beispiel mit der Methode des sokratischen
Dialogs
versucht, die irrationalen Überzeugungen zu identifizieren,
zu hinterfragen und zu verändern. Die von Ellis beschriebenen irrationalen
Überzeugungen werden in vier Grundkategorien zusammengefasst:




  1. Absolute Forderungen: Wünsche
    werden zu absoluten Forderungen („ich muss ...", „die anderen müssen ...",
    "die Welt muss ...")

  2. Globale negative Selbst- und
    Fremdbewertungen: statt einzelner Eigenschaften und Verhaltensweisen, wird
    die Person insgesamt abgewertet („ich bin wertlos/ein Versager ...", „der
    andere ist eine Niete ...")

  3. Katastrophisieren: unerwünschte
    Ereignisse werden extrem überbewertet („es wäre absolut schrecklich, wenn
    ...")

  4. Niedrige Frustrationstoleranz:
    Glaube, negative Ereignisse nicht aushalten zu können („ich könnte es
    nicht ertragen, wenn ...")



Ich würde Ihnen empfehlen, nach hausärztlicher Abklärung dass keine
organischen Veränderungen als Hintergrund der Störung zu erkennen sind, einen
Kollegen/Kollegin vor Ort aufzusuchen um durch eine entsprechende Verhaltenstherapie
Ihnen zu helfen diesen automatischen Gedankenfluß zum Toilettengang bei Ihnen
zu unterbrechen, denn im Grunde läuft
das Erkennen wann man eine Toilette aufsuchen muss unbewusst ab und der Körper
gibt uns durch einen entsprechenden Druck in den Ausscheidungsorganen das
Signal jetzt ist es an der Zeit sich auf die Toilette zu begeben. Festgesetzte
Zeiten wie Sie sich stellen sind zwar nicht
falsch der Darm kann sich daran gewöhnen jedoch sollte man nun nicht daran auch
einen Zwang koppeln, im Sinne es muss jetzt passieren oder heute gar nicht
mehr.
Sie können sich auch und meist geht es
da mit Terminen wesentlich schneller, an ein in der Nähe befindliches
psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut wenden (einfach in eine Suchmaschine
eingeben) und diese Institute haben in der Regel immer eine Institutsambulanz
oder Sie können auch an jeder größeren Universitätsklinik einen Termin in einer
psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz vereinbaren und dort vorstellig
werden.







Ich hoffe
ich konnte Ihnen in der Kürze der Ausführung etwas helfen und wünsche Ihnen viel
Kraft und alles Gute auf Ihrem weiteren Weg



Mit
freundlichen Grüßen



Die Ausführungen und
Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende
psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell
Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen
sowie Konflikten.





Ich möchte Sie bitten,
so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt
hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button
"Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank