So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an diplompsychologe.
diplompsychologe
diplompsychologe, Dipl- Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
57334328
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychologie hier ein
diplompsychologe ist jetzt online.

Hallo, Bin seit 2 Wochen stark an Hyperventilren, aber nicht

Kundenfrage

Hallo, Bin seit 2 Wochen stark an Hyperventilren, aber nicht bei stress oder Panik. Teilweise auch beim Schlafen oder bei entspannten Situation. Der Arzt hat mich Antidepressiva verschrieben, das aber nicht hilft. Woran kann das liegen?
Bin vor 2 Jahren abrupt krankgeworden. Das erste Krankenhaus meinte das das Deprissonen waren die Uni Klink Bonn meinte das das eine ausheilende Enzephalitis war. Seitdem habe ich Konzentrationstörrungen, Gedächnisstörrungen, Wahrnehmungsstörungen. Seit 2 Wochen fange ich  an grundloss zu Hyperventilren, teilweise bis zur Ohmacht. Habe es mit Valpoat, Lyrica und jetzt mit Dixopin versucht. Hilft leider alles nicht. Wie soll ich weiter vorgehen?

Mit freundlichen Grüssen
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre offene Frage.

Oft kommt es auch in meiner praktischen Erfahrungen mit Hyperventilation vor, dass eine Ursache für dieses Symptom keine unbedingte Angstreaktion (Panikattacke u.ä.) damit im Zusammenhang stehen muss. Jedoch die Ursachen trotzdem psychisch sein können. So kann es sein, dass hier eine psychischer Konflikt, worin der auch immer liegen mag, sich somatisch, also körperlich äussert. Denn 95 % aller Hyperventilöationen haben ebend auch psychische Ursachen.

Das primäre Hyperventilationssyndrom ist dagegen rein somatisch in der Symptomatik.

Kommt es zur Hyperventilation, atmen wir mit den Brustmuskeln, statt mit dem Zwerchfell. Dadurch kommt es zur schnelleren Atmung bzw. und/oder tiefer, als es für die Versorgung unseres Körpers mit Sauerstoff und den Abbau des Kohlendioxids nötig ist. Dieses falsche Atmen bewirkt dann, dass wir zu viel Sauerstoff einatmen und zu viel Kohlendioxid ausatmen.Es kommt zu einer Übersäuerung unseres Blutes und es kommt zur Überdehnung der Muskeln zwischen den Rippen bzw. diese werden überdehnt. Oft haben Patienten den Eindruck, sie seien akut in mit dem Leben gefährdet. Durch Hyperventilieren entstehen keine lang anhaltenden körperlichen Schäden. Wenn Sie wieder normal atmen, Sie haben das bestimmt schon ein Mal selber beobachtet, werden die Symptome nach 2-3 Minuten wieder abnehmen. Das Hyperventilieren wird so gut wie nie zu einer Ohnmacht führen. Selbst wenn es zu einer Ohnmacht kommen würde, wäre das nicht schlimm und bleibt trotz des unangenehmen Gefühls ohne gravierende Folgen. Die Atmung würde sich automatisch wieder normalisieren. Eine Hyperventilationstetanie d.h. ein krampfhafter Anfall tritt nur in seltenen Fällen auf und hat dagegen zum Teil auch nachhaltige Folgen.

Das Hyperventilieren ist ein sehr unangenehmer Zustand. Es ist verständlich, dass Sie diesen Zustand schnell beenden möchten, jedoch setzten Sie sich dabei nicht unter Druck und lernen eventuell durch zwei sich bewehrte Methoden den Umgang mit der Symptomatik.

Erste Möglichkeit die Sie evntuell nutzen könnten.

PLASTIKTÜTENMETHODE

Im Notfall können Sie die Tüte dann über Ihr Gesicht stülpen und zwar so, dass die Tüte über Nase und Mund reicht und fest auf dem Gesicht sitzt.

Atmen Sie dann in die Tüte ein und aus. Wenn Sie in die Tüte atmen, wird kein neuer Sauerstoff zugeführt. Sie atmen stattdessen Kohlendioxyd ein. Dadurch wird die Konzentration von Kohlendioxyd im Blut wieder erhöht und die Atmung verlangsamt sich.

Wenn Sie keine Tüte griffbereit haben, können Sie auch in die hohle, vor den offenen Mund gehaltene Hand atmen.

BAUCHATEMMETHODE

Diese Strategie ist viel besser und weniger auffällig, als in die Papiertüte zu atmen. Sie können dadurch manchmal das Hyperventilieren ganz vermeiden, aber auf jeden Fall die Symptome abbauen.
Legen Sie Ihre Hand flach 2 cm bis 3 cm unterhalb des Nabels auf die Bauchdecke. Atmen Sie tief ein und stellen sich vor, wie der Atem langsam bis hinunter zu Ihrer Hand fließt und schließlich Ihre Hand hoch atmet.

Dann stellen Sie sich vor, wie der Atem langsam wieder über den Brustraum zurück über die Nase nach außen entweicht, und konzentrieren sich darauf, wie die Hand wieder nach unten sinkt.

Wiederholen Sie die Bauchatmung mehrere Minuten.

Am besten üben Sie die Bauchatmung im Alltag, bevor Sie sie in der Krisensituation einsetzen. Beginnen Sie damit, die Bauchatmung zunächst im Liegen, dann im Stehen und zum Schluss im Sitzen zu üben. Üben Sie die Bauchatmung zwei- bis dreimal täglich.

Letzendlich steht Im Vordergrund der Behandlung einer akuten Hyperventilation immer eine Beruhigung des Betroffenen und damit Verbunden zu bewusst langsamer und verminderter Atmung zurückzufinden.

Sollten diese störenden Symptome jedoch nicht nachlassen, sollten Sie den eventuellen Konflikthintergrund noch ein Mal psychiatrisch/ psychologisch abklären lassen und sich wegen einem Verdacht auf eine Somatisierungsstörung bzw. eine depressive Erkrankung bei somatischen Symptomen behandeln lassen. Eine hier sich sehr gut herausgestellte Methode um eventuelle Konflikte aufzuarbeiten ist die tiefenpsychologisch/ analytische Therapie. Jedoch für das Erlernen von entsprechenden Entspannungsmethoden und Atemtechniken und den Umgang in der Gegenwart und Zukunkft mit der Hyperventilation ist die Verhaltenstherapie die geeignetere Methode.

Bitte denken Sie daran, diese beschriebene Symptomatik kann viele Ursachen haben, diese können sehr weit zurückliegen, aber es liegt alleine an Ihnen genügend Mut zu finden das genau heraus zu finden um sich dann damit auseinander setzen zu können.

Ich hoffe, mit meinen Ausführungen konnte ich Ihnen weiter helfen und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar(durch Klick auf den Button Akzeptieren) anzuweisen. Vielen Dank