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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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ich raste immer schnell aus, bin sehr emotional und hinterher

Kundenfrage

ich raste immer schnell aus, bin sehr emotional und hinterher tut es mir immer leid... was kann ich tun? ist das borderline?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Psychologie
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre gestellte vertrauensvolle Frage.

Nun das Symptom sehr "schnell auszurasten", berechtigt auf Grund der diagnostischen Kriterien noch in keinster Weise die Erkrankung Borderline oder einer ähnlich gearteten psychischen Störung z.B. einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung. Es ist auf Grund der sehr wenigen Daten kaum möglich Ihnen, auch weil das Ausrasten an sich viel zu subjektiv als Symptom ist, hier eine eventuelle Diagnose daraus ableiten zu können. Was ich jedoch versuchen möchte und vielleicht können Sie dies auch als hilfreich empfinden ist Ihnen zwei typische Störungen, nämlich die Borderlinesstörung und die emotional instabilen Persönlichkeitsstörung einander gegenüber zu stellen. Jedoch weise ich darauf hin, das es sich auch um keiner dieser Persönlichkeitsstörungsarten handeln muss. Vielleicht aber kann die nachfolgenden Darstellungen Sie auch etwas beruhigen, dass Sie eventuell in keinster Weise davon betroffen sind bzw. es sich nur um sogenannte Verhaltensauffälligkeiten/ Verhaltensmerkmale handelt.

 

Persönlichkeitsstörung nur ein Konstrukt zur psychopathologischer (auf psychische Krankheitssymptome bezogen) Klassifikation von tief gestörten Verhaltensmustern

ODER die Störung von charakteristischen Reaktions- und Interaktionsformen im Umgang mit anderen ALSO GLEICH eine starre Reaktion auf unterschiedliche persönliche aber auch soziale Lebensbedingungen mit der Wirksamkeit auf die eigene Person oder auf die Umwelt

 

Unter anderem sollten Folgende Merkmale bei einer Persönlichkeitsstörung vorhanden sein.

 

  • Auffälligkeit in Wahrnehmung, Denken, Fühlen und in der Beziehungsgestaltung
  • oft langjährig bestehende Verhaltensmuster, die sich in vielfältiger Weise auf unterschiedliche Bereiche des Verhaltens und psychischer Funktionen beziehen
  • Beginn meist schon in der Kindheit oder in der Adoleszenz und Andauern bis ins Erwachsenenalter
  • Subjektives Leiden der Betroffenen und/oder seiner Umwelt
  • Keine andere psychische oder hirnorganische Störung liegt vor
  • neben der Persönlichkeitsstörung treten oft komorbide (gleichzeitig auftretende) Störungen auf, z.B. Angststörungen, Essstörungen u.a.
  • strukturelle Anfälligkeit des Individuums und deren unterschiedliche Bewältigungsversuche im engen Zusammenhang mit persönlichen Verhaltensreaktionen
  • der Begriff ist immer auch stark abhängig von psychologischen Denkmodellen und dem grundlegenden Verständnis von Persönlichkeit

Des Weiteren lassen sich die "Grundforme" einer Persönlichkeitsstörung wie folgt unetrscheiden.

 

Abweichung der inneren Erfahrungs- und Verhaltensmuster weichen deutlich von kulturellen „Normen" in Bezug auf das Abweichen vier Hauptbereichen

 

Kognition ( Wahrnehmung und Interpretation von Dingen, Ereignissen und Einstellungen von sich und anderen Menschen )

Affektivität ( Variationsbreite, Intensität und Angemessenheit der emotionalen Ansprechbarkeit und Reaktionen )

Impulskontrolle und der damit verbundenen Bedürfnisbefriedigung

Zwischenmenschliche Beziehungsgestaltung und die Art des Umgangs mit diesen Beziehungen

 

Symptome einer Borderlinestörung

 

BS (Borderlinestörung) ein seelisches Grenzgebiet/-linie (border im engl. Grenze) zwischen Psychose und Neurose ABER auch zu anderen Persönlichkeitsstörungen ( z.B. narzisstische oder dissozialer Persönlichkeitsstörung ) eine Vermischung aus ALLEM und NICHTS

  • nach Außen hin wirken die Betroffenen äußerst angepasst, gesund und „gut im Leben stehend"
  • nach Innen hingegen handelt es sich um eine tiefgreifende Persönlichkeitsstörung mit fehlendem Realitätsbezug und Störung des Erlebens und Empfindens
  • bei einer Borderline-Störung handelt es sich immer um eine Persönlichkeitsstörung mit charakteristischen Merkmalen von:
  1. Instabilität in verschiedenen Bereichen
  2. weitreichende Probleme im zwischenmenschlichen Bereich
  3. Probleme mit dem Selbstbild und der eigenen Identität

 

Weitere damit verbunden Merkmale sind oft:

 

Angstsymtome chronisch frei flottierende Angst ( ein Grundproblem der Borderline-Störung) und Multiple Phobien ( Angst nicht mehr ungerichtet sondern gerichtet ) Zwangssymtome z.B. Kaufzwang , d.h. Versuch Mangel an innerer Struktur durch äußere Strukturen zu begegnen

Konversionsymtome nicht „ Show der Simulation " sondern ernstzunehmende Symptome die einem Wechsel im Erleben des eigenen Körpergefühls widerspiegeln Dissoziative Symptome Tagträumerein, Gedankenabwesenheit... sich in Sicherheit bringen in eine „ heile Welt "

Depressive Symptome Gefühl von großer Leere und Sinnlosigkeit, Abwehr von innerer Wut und Aggression gegen sich Selbst ohne dabei in der Lage zu sein Hilfe anzunehmen

Selbstverletzungs/ Suizidsymtome oft als Hilfeschrei oder als endgültiger Ausweg mit den Problemen fertig zu werden von den Betroffenen gesehen ABER auch benutzt um zu agieren

 

 

Natürlich auch andere Symptome gehören zu einer Borderlinestörung.

 

 

Symptomatik einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung

 

Überdauerndes Muster von emotionaler Instabilität und Impulsivität d.h. aber auch der ständige Wechsel von Gefühlen zu anderen Menschen

 

Affekte sind gekennzeichnet von ständiger Angst vor dem Verlassenwerden, selbstschädigenden Verhaltensweisen mit häufigen inkonstanten Beziehungen zu anderen Menschen

 

  • Impulse werden ohne Konsequenz ausagiert und stehen oft im Zusammenhang mit starken Stimmungsschwankungen und emotionalen Ausbrüchen bei Äußerung von Kritik
  • oft sind wahrgenommene Beschwerden „pseudosomatisch" und mit starken Angstgefühlen einhergehen
  • es können sich teilweise dissoziative und paranoide Symptome unter Stress einstellen (vor allem bei der Borderlinestörungsanteilen) verbunden mit eigenartigem Umgang mit Sexualität
  • diese Persönlichkeitsstörung ist oft begleitet von einer schweren Identitätsunsicherheit è d.h. „ich weiß nicht wer ich bin" (Identitätsdiffusion)

Wesentlich ist jedoch zum Abschluß zu sagen, dass so Ihnen das "Ausrasten" so viele Probleme bereitet bzw. schafft, das Sie sich zur weiteren intensiv geleiteten Diagnostik in die Hände eines erfahrenen Psychiaters oder Dipl.- Psychologen begeben. Denn nur so können Sie für sich herausfinden, was Sie wirklich haben oder auch nicht haben und welche eventuellen Schritte zur Verbesserung und eventueller Behandlung einzuleiten sind.

 

Ich hoffe, meine Ausführungen konnten etwas Licht ins Dunkel bringen und wünsche Ihnen für Ihre weitere Zukunft alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank